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Alle Bergtouren gecancelt, die Reisepläne verschoben, die wöchentliche Laufgruppe kann nur noch virtuell stattfinden… auch, wenn das alles irgendwie nach „Luxusproblem“ klingt: Der Corona-bedingte Outdoor-Entzug kann für Menschen wie dich und mich, für die das Draußensein oft weit mehr ist als nur eine bloße Freizeitgestaltung, ziemlich schwierig sein.

Manche haben vielleicht noch das Glück, irgendwo im Grünen zu wohnen, wo sie zumindest allein den ein oder anderen Lauf oder eine kleine Radtour oder Wanderung wagen können. Andere aber wohnen mitten in der Innenstadt, in einer kleinen Mietwohnung ohne Balkon und ohne Auto, das sie wenigstens zwischendurch mal ins Grüne bringen könnte. Ganz zu schweigen von der mindestens 14-tägigen Quarantäne, falls man ein Corona-(Verdachts)-Fall ist.

Nein, für Outdoormenschen ist diese Zeit keine einfache Zeit (und natürlich für sonst auch niemanden). Und der Spaziergang durch den Stadtpark, bei dem man stets darauf bedacht ist, bloß niemandem zu nahe zu kommen, ist auch einfach kein so richtig guter Ersatz. Es fehlt die Herausforderung, es fehlt der Hauch von Abenteuer, es fehlt die Weite, die wilde Natur.

Aber es gibt durchaus einige Dinge, wie wir auch zuhause machen können, um uns ein Stück Natur und Abenteuer nach Hause zu holen und unserer Outdoor-Leidenschaft nicht ganz auf Eis legen zu müssen. Dafür habe ich in diesem Artikel einige Ideen und konkrete Tipps gesammelt.

Wenn du noch weitere hast, würde ich mich sehr freuen, wenn du mir in einem Kommentar davon erzählst.


An dieser Stelle auch nochmal der Hinweis: Sportliche Betätigung an der frischen Luft ist nach aktuellem Stand überall (glaube ich) bei uns erlaubt und wird sogar empfohlen. Macht das aber möglichst allein bzw. ausschließlich in Begleitung von Menschen, mit denen ihr sowieso zusammenwohnt. Meidet Stoßzeiten und nutzt zum Beispiel lieber die frühen Morgen- oder späten Abendstunden fürs Joggen im Stadtpark. Und unternehmt auf keinen Fall anspruchsvollere Bergtouren oder ähnliches, damit Krankenhäuser und Rettungsdienste nicht unnötig belastet werden. Und bleibt ansonsten am 


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Ausrüstung pflegen und reparieren

Ich weiß ja nicht wie es Dir geht, aber bei mir wird die Vorfreude aufs nächste Abenteuer immer dann so richtig groß, wenn ich in den Keller gehe, meine Ausrüstung zusammensuche, überprüfe, sortiere, optimiere… Und auch wenn die Tour im Anschluss aktuell vielleicht ausfallen muss, müssen wir auf den restlichen Spaß nicht verzichten.

Jetzt ist eine gute Zeit, um die Outdoorausrüstung auf Vordermann zu bringen und bei Bedarf zu reparieren. Darüber freut sich nicht zuletzt auch die Umwelt, denn unsere Gesellschaft tendiert mittlerweile ja doch sehr dazu, Dinge lieber wegzuschmeißen als zu reparieren. Das geht einfacher, schneller, ist manchmal sogar günstiger, bedeutet aber eine große Verschwendung von Ressourcen und jede Menge unnötiger Müll. Und überhaupt: Wer will schon die gut eingelaufenen Wanderschuhe, die verlässliche Regenjacke oder den einfach perfekt sitzenden Rucksack früher loswerden als geplant?

Oft sind es vielleicht sogar nur Kleinigkeiten, wegen denen wir Kleidung und Ausrüstung austauschen. Ein kaputter Reißverschluss oder ein Loch im Shirt. Und selbst wenn wir sie nicht austauschen, sind wir doch oft zu faul, diese Dinge zu reparieren.

Hier eine Auswahl an Dingen, die Du tun kannst – inklusive Links zu nützlichen Anleitungen:

Über vergangene Abenteuer schreiben

Viel zu oft ist das nächste Abenteuer schon halb geplant, bevor das letzte überhaupt beendet ist. Viel zu selten nehmen wir uns die Zeit, vergangene Reisen und Touren wirklich zu reflektieren und uns zurück zu träumen an all die Orte, zu all den Momenten, die etwas ganz Besonderes waren. Dabei geht es ja bei all diesen Dingen, die man tut, nicht darum, einmalige Dinge zu erleben, die dann wieder in Vergessenheit geraten, vom nächsten Abenteuer in den Schatten gestellt werden.

Es geht darum, Momente zu schaffen, die wir in Kopf und Herz immer und immer wieder neu erleben können, die uns auch Jahre später noch Freude bereiten. Und diesen Effekt kann man deutlich verstärken, wenn man sich regelmäßig die Zeit nimmt, zurückzublicken. Das kann ein gemeinsamer Fotoabend mit der Familie sein, das Basteln eines Fotoalbums – digital oder am Laptop, oder natürlich auch das Aufschreiben besonderer Erlebnisse. Letzteres funktioniert für mich immer noch am Besten, und allein deswegen bin ich froh, dass ich diesen Blog habe, der irgendwann einmal ein großes, digitales Abenteuer-Tagebuch für mich sein wird.

Aber man braucht keinen Blog, ja noch nicht mal irgendeine Art von Schreibtalent, um mit einem solchen Tagebuch anzufangen. Vor allem nicht, wenn man dieses einfach nur ganz für sich selbst anlegen möchte. Papier und Stift oder ein Laptop reichen völlig aus! Setz Dich hin, träum Dich zurück an einen dieser Orte,  die für immer bei Dir sein werden, und fang an zu schreiben.

Was hast du gesehen, gefühlt, gehört, gerochen, geschmeckt? Wie sah die Landschaft aus, was gab es für Vögel und Pflanzen?

Vielleicht werden es nur ein paar Sätze, vielleicht mehrere Seiten. So oder so wird der Akt des Aufschreibens Dich ganz bestimmt für eine Weile glücklich und zufrieden machen, und das, was da anschließend steht, wird für immer dir gehören (speichern nicht vergessen!).

Ich veröffentliche übrigens auch immer mal wieder Gastartikel auf diesem Blog (allerdings nur von Frauen). Wenn du darauf Lust hast, schreib mir gern eine E-Mail!

Fotografieren lernen

Du hast eine gute Kamera, fotografierst aber immer nur im Automatikmodus? Oder Du hast Dich schon an manuellen Einstellungen versucht, bist aber mit den Ergebnissen noch nicht so richtig zufrieden? Vielleicht ist jetzt die Zeit, in der Du Dich nochmal ausführlich mit Deiner Kamera und Deinen Kenntnissen rund ums Fotografieren auseinandersetzen könntest.

Ob Vögel im Garten, Makrofotografie mit der Blumenvase oder eine nächtliche Langzeitbelichtung aus dem Fenster heraus – auch zuhause gibt es viel, das man durch die Kameralinse entdecken kann. Zumal es ja beim Fotografieren sowieso oft darauf ankommt, aus einem auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so spannenden Motiv durch Perspektive, Tiefenschärfe usw. ein spannendes Foto zu machen. Und das ist nicht zuletzt einfach Übungssache.

Eine tolle Hilfe dafür ist der Online-Fotokurs* von meinen Reisebloggerkollegen 22places. Ich selbst hab mit diesem Kurs vor einigen Jahren super viel rund um die Fotografie gelernt (hier geht’s zu meinem Erfahrungsbericht). Außerdem verbreiten Jenny und Basti in den im Kurs enthaltenen Übungsvideos ziemlich viel gute Laune – und davon kann man aktuell wohl gar nicht genug bekommen.

Inspiration finden

Auch wenn es sich aktuell nicht so anfühlt: Es werden wieder bessere Zeiten kommen. Ganz bestimmt sogar. Und deswegen ist jetzt auch eine richtig gute Zeit, die Gedanken schweifen zu lassen und die gerade vielleicht etwas frustrierte Abenteuerlust zu füttern. E-Books, Filme, Netflix, Youtube, Blogs, Magazine… wir haben heute Zugriff auf eine unendliche Zahl an inspirierenden Geschichten in Wort und Bild, und zwar ganz ohne dass wir unser Haus verlassen müssen.

Hier kommt eine (ziemlich willkürliche und natürlich längst nicht vollständige) Auswahl an (Hör-)Büchern, Dokus und Podcasts rund um Outdoor, Abenteuer, Natur und Reisen, die ich sehr gern mag:

(Hör-)Bücher

Die Links führen größtenteils zu Amazon. Besonders in dieser Zeit ist es aber wichtig, all die kleinen Buchläden um die Ecke zu unterstützen, die aktuell teilweise sogar bis an die Haustür liefern. Bitte überlegt Euch vor dem Kauf, ob das nicht eine Alternative wäre!

Dokus

Podcasts

Fit werden für das nächste große Abenteuer

Du hast für den Sommer eine Alpenüberquerung geplant, willst länger mit dem Rad unterwegs sein oder endlich mal die Sache mit dem Trailrunning ausprobieren? Dann ist genau jetzt die richtige Zeit, um Dich dafür fit zu machen. Natürlich trainiert man Wandern letztendlich am besten durch Wandern, Radfahren durch Radfahren und so weiter, aber auch zuhause kann man viel für die körperliche Vorbereitung tun. Und muss es sogar! Denn was beim Training gerne vergessen wird, ist die Wichtigkeit von Grundlagen- und Ausgleichstraining.

Wenn Du eine große Wandertour oder lange Läufe geplant hast, ist es zum Beispiel eine sehr gute Idee, rechtzeitig mit dem Training der Füße anzufangen. Die gehören nämlich zu den Körperpartien, die in unserem Alltag und auch beim Training oft vernachlässigt werden. Für eine lange Radtour hingegen ist ein starker unterer Rücken sehr wichtig, und auch die Arme müssen je nach Sitzposition einiges leisten. Grundsätzlich gilt bei Outdooraktivitäten und Sport allgemein aber sowieso immer: Je stärker der gesamte Körper – von Kopf bis Fuß – desto leichter fällt einem die Belastung, desto mehr Spaß hat man dabei und desto geringer ist das Risiko für Verletzungen.

Und sogar die Ausdauer lässt sich gut im Wohnzimmer trainieren, insbesondere mit sogenannten High Intensity-Übungen, die den Puls für eine Weile steil nach oben treiben. Und besondere Geräte oder Ausrüstung brauchst Du weder für das eine noch das andere zwingend.

Auch wenn Du bisher wenig oder gar nicht von zuhause aus trainiert hast, gibt es zum Beispiel auf Youtube viele gute und kostenlose Kanäle, die Übungen für die unterschiedlichsten Fitness-Level anbieten.

Hier eine kleine Auswahl an Übungsvideos, die ich selbst regelmäßig mache und für gut befinde. Auf den jeweiligen Kanälen findet ihr viele weitere Übungsvideos zu unterschiedlichen Bereichen.

Und vergiss nicht, dich vor dem Workout gut aufzuwärmen! Gerade wenn man mehr zuhause ist als sonst und sich so weniger bewegt, ist das sehr wichtig.

P.S. Nicht vergessen: Auch der Kopf will trainiert werden! Ich habe kürzlich das Buch „Mentaltraining für Läufer“* gelesen und konnte daraus einiges mitnehmen.

Neues lernen

Auch wenn man für Aktivitäten wie Wandern und Radfahren im Prinzip nicht viele Kenntnisse benötigt, gibt es drumherum ganz viel zu lernen: Das können zum einen Wissen und Fähigkeiten sein, die das Draußensein einfach sicherer machen. Kenntnisse über das Wetter im Gebirge zum Beispiel, oder Erste Hilfe auf Reisen. Gleichzeitig empfinde ich es aber auch als große Bereicherung, dass ich mich immer besser mit der heimischen Natur auskenne. Vögel im Garten oder auf dem Balkon zu beobachten, ihre Stimmen zu lernen und so zu fotografieren gehört mittlerweile zu meinen großen Lieblingsbeschäftigungen, wenn ich zuhause bin. Vielleicht nehme ich mir als nächstes mal Pflanzen vor und nutze meine Spaziergänge vor der Haustür dafür.

Hier kommen ein paar Tipps und Themenvorschläge in Sachen Outdoor-Weiterbildung:

Zum Outdoorkoch werden

Sind wir mal ehrlich: So richtig gut schmeckt diese fertige Trekkingnahrung nie. Ja, es gibt schlimme und weniger schlimme, manch ein Tütenessen mag sogar akzeptabel sein, aber lecker? Nein. Dann schon eher Instant-Kartoffelbrei aus der Tüte oder 3-Minuten-Asia suppen. Die schmecken ganz okay, sind allerdings in Sachen Nährstoffen und Kaloriendichte wahrlich nicht ideal.

Viel besser, wenn auch deutlich aufwändiger, ist es, sich selbst mit abenteuertauglicher Nahrung zu versorgen, zum Beispiel in Form von selbst gedörrtem Obst, gebackenen Müsliriegeln, kompletten dehydrierten Mahlzeiten, dem idealen Müslimix oder zumindest einer selbstgemachen Lieblingsgewürzmischung, die auch den langweiligsten Kartoffelbrei zu einem Fest für die Geschmacksnerven macht. Und wer einen Garten hat, kann sich vielleicht mit dem Kochen über dem Feuer die Zeit vertreiben? Jetzt ist eine gute Zeit, um Rezepte auszuprobieren und sich Zeit für das Kochen (und Essen) zu nehmen.

Infos und Anleitungen für die Outdoorküche findest Du zum Beispiel hier:

Und noch ein Tipp, der nicht direkt etwas mit Campingküche zu tun hat, aber den ich einfach nicht unerwähnt lassen möchte:

Weiterlesen: Für alle, die kleine Bergfreunde und -freundinnen zu Hause haben, hat Steffi von A Daily Travel Mate Tipps für Indoor-Aktivitäten für wanderbegeisterte Familien gesammelt.


Hast Du noch weitere Tipps für meine Liste, die ich in meinen Artikel mit aufnehmen sollte? Wie holst du dir aktuell ein Stück Draußen nach drinnen? Ich freu mich auf deinen Kommentar.

 

7 Comments

  1. Oh mein Gott, in einem virtuellen Atemzug mit Weltwach und Dirtbag Diaries genannt. Mein Puls ist etwa bei nachsiebentagenunterwegseincidreundeinerittersportschokoladevorbeigebrachtbekommen. DANKE!!

  2. Wow! Cool! Vielen Dank!!! :D Das hier wird ganz sicher meine Lieblingsseite in der nächsten Zeit!

  3. Pingback: Osterferien zu Hause für Bergfans und Outdoormenschen - Fjella

  4. Danke für den tollen Bericht und besonders für die Empfehlungen, die werde ich später alle mal durchschauen :-) Das war gerade das was ich als Stimmungsaufheller gebraucht habe. Danke!

  5. Ok, Ausrüstung kontrollieren, pflegen und teilweise ersetzen, ist bei mir Standardprogramm. Womit du mir aber einen guten Anstoß gegeben hast, ist der Wink zum Verbessern der eigenen Fähigkeiten im Bereich Fotos. Ich werde zwar definitiv der Typ Mensch bleiben, der alles mit dem Smartphone knipst, aber ich bilde mich mal weiter was Perspektiven, Licht, Motiv-Positionen etc. angeht. Schließlich macht das viel aus. :-)

    Komm du weiterhin gut durch die Zeit und bleib gesund.

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