Es gibt wohl kein Land auf dieser Welt, das besser für einen Roadtrip geeignet ist als die USA. Nachdem ich auf meinen vergangenen Rundreisen durch den Südwesten und Alaska aber immer mit normalem Mietwagen und Zelt unterwegs war, sollte es diesmal ein fahrbarer Untersatz sein, in dem man auch schlafen kann.

In dieser Hinsicht gilt für mich aber die Devise: Je weniger desto besser. Riesige Wohnmobile wären nichts für mich, nicht zuletzt weil ich auch einfach gar nicht das Bedürfnis habe, die Annehmlichkeiten einer 2-Zimmer-Stadtwohnung mit in die Natur zu nehmen. Und dennoch hat so ein festes Dach über dem Kopf schon was, wenn die Wetterkapriolen des Pacific Northwest mal wieder zuschlagen.

So wurde ein ziemlich alter, aber ziemlich perfekt zum Campervan umgebauter Toyota Previa zu unserem rollenden Zuhause für 3 Wochen Roadtrip durch den Nordwesten der USA. Er kutschierte uns durch dichte Wälder, über hohe Bergpässe und durch über 40 Grad heiße Wüstengegenden. Der Nordwesten der USA ist nämlich klimatisch und landschaftlich deutlich abwechslungsreicher, als man so meinen mag. Und er hält viele bekannte und auch weniger bekannte Highlights bereit, die diesen Roadtrip mit Van zu einem ziemlich fantastischen Erlebnis gemacht haben.


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Die schönsten Nationalparks, Landschaften und Wanderungen im Nordwesten der USA

Der Nordwesten der USA ist voll von landschaftlichen Highlights und eindrucksvoller Natur und nebenbei perfekt für Wanderungen jeder Art geeignet. Vor allem in den Nationalparks gibt es weit verzweigte Netze aus Wanderwegen mit den unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden.

Mount Rainier und North Cascades Nationalpark

Der Nationalpark rund um Mount Rainier, seines Zeichens höchster Gipfel in Washington, gehört sozusagen zum erweiterten Vorgarten von Seattle und ist für einen solchen schon ziemlich beeindruckend ausgefallen. Außerdem liegt er ziemlich praktisch auf halbem Wege zwischen Portland und dem North Cascades Nationalpark, sodass wir, nachdem wir unseren Campervan abgeholt und Walmart einen ausführlichen Besuch abgestattet haben, die Etappe perfekt aufteilen konnten.

Weil drei Wochen eigentlich gar nicht so viel Zeit sind, haben wir dort leider nur die erste Nacht unserer Reise auf dem Cougar Rock Campground verbracht. Am nächsten Morgen haben wir uns aber immerhin trotzdem noch die Zeit genommen, den Park zumindest ein bisschen per Auto zu erkunden und bis zum Sunrise Visitor Center hoch zu fahren – und damit so weit hinauf, wie es aus Straßen möglich ist.  Zum Glück haben wir einen ziemlich wolkenfreien Tag erwischt, sodass wir von dort wie auch von vielen anderen Aussichtspunkten aus einen ziemlich guten Blick auf auf den schneebedeckten Gipfel des 4.392 m hohen Vulkans hatten.

North Cascades Nationalpark

Anschließend ging es weiter zu unserem ersten „richtigen“ Roadtrip-Ziel: Dem North Cascades Nationalpark kurz unter der Grenze zu Kanada. Hier haben wir uns schon im Vorhinein für drei Nächte auf dem Colonial Creek Campground eingebucht, um erstmal richtig anzukommen und den übrigen Jetlag zu verarbeiten. Und das hat bei jeder Menge selbstgemachter Tacos und Pancakes am Lagerfeuer und natürlich einigen Wanderungen ziemlich gut geklappt!

Die erste Wanderung führte uns ganz entspannt und direkt vom Campground entlang des Thunder Creek und durch  Urwälder hinauf zum Fourth of July Pass und einem kleinen Aussichtspunkt über dem Wald.  Auch wenn Washington natürlich noch viel mehr zu bieten hat, steht wohl wenig so sehr für die Natur hier im nordwestlichsten Bundesstaat der USA wie diese dichten, endlosen Wälder. Und das gilt vor allem, wenn Nebelschwaden über die Baumwipfel hinwegziehen und leichter Nieselregen vom Himmel fällt.

Am nächsten Tag fuhren wir vom türkisblauen Diablo Lake, an dem unser Campground lag, in Richtung Washington Pass, einem großartigen Aussichtspunkt. Eigentlich hatten wir an diesem Tag vor, auf einen Gipfel zu steigen, aber schon am Parkplatz der Wanderung lag der Schnee noch ziemlich hoch. Also ging es weiter zum etwas tiefer gelegenen Trailhead des Cutthroat Pass Trail, von dem aus wir zum gleichnamigen Bergsee gewandert sind.

Glacier Nationalpark

Nachdem wir die letzten Ausläufer der North Cascades hinter uns gelassen hatten, wurde mir zum ersten Mal so richtig bewusst, wie abwechslungsreich der Nordwesten der USA ist. Das satte grün der dichten Wälder verschwand und machte weiten, trockenen Grasebenen Platz, an deren Kontrastarmut sich meine Augen erst gewöhnen mussten. Und so bahnten wir uns vorbei an unterschiedlichsten Landschaften den Weg durch Washington und über die Grenze nach Montana. „Big Sky Country“ wird dieser Bundesstaat auch genannt, und die Szenerie, die sich uns während der vielen Stunden auf den Highways bot, wurde diesem Namen definitiv gerecht.

Nach zwei Tagen Autofahren mit Zwischenübernachtung im Motel erreichten wir den Eingang zum Glacier Nationalpark. Ein Ort, auf den ich riesig gespannt war und von dem ich schon vorher wusste, dass vier Tage viel zu kurz sein würden.

Die erste Nacht im Glacier Nationalpark haben wir im westlichen Teil des Parks auf dem Avalanche Campground verbracht und von dort aus am selben Tag noch die Wanderung zum Avalanche Lake unternommen. Dieser Bergsee könnte sich keinen besseren Rahmen wünschen als die bewaldeten Berghänge und steilen Gipfel der Berge, die hinter ihm emporragen. Und ich könnte mir keinen besseren Ort wünschen, um auf einem alten Baumstamm am Seeufer zu sitzen und einfach nur zu gucken, während man von aufdringlichen Squirrels belästigt wird.

Für die kommenden zwei Nächte sind wir einmal rund um den Park auf die andere Seite gefahren (die Going-to-the-Sun-Road, also die Passstraße mitten durch den Park, war leider noch wegen Schnee gesperrt) und konnten dort einen schönen Stellplatz auf dem unglaublich toll gelegenen Two Medicine Campground ergattern. Der Platz wurde uns von zwei Amerikanern empfohlen, die wir in den North Cascades getroffen haben – und sie haben nicht zu viel versprochen. Er liegt direkt am Two Medicine Lake inmitten großartigster Bergkulisse.

Und von diesem Campground im Glacier Nationalpark  kann man direkt zu einigen schönen Wanderungen starten. Die Wanderung von dort zu den Twin Falls Wasserfällen und dem Upper Two Medicine Lake haben wir leider aufgrund massiver Moskito-Invasion irgendwann abgebrochen. Bei der Tour am nächsten Tag zum Cobalt Lake haben sie uns glücklicherweise größtenteils in Ruhe gelassen und so konnten wir die ausgiebige Wanderung voll genießen. Glücklicherweise war sie – im Gegensatz zu vielen anderen Touren im Park – auch so früh im Jahr ohne Schneeschuhe & Co. machbar. Das haben wir uns vor der Wanderung von einem der Ranger, die am Eingang zum Campground anzutreffen sind, extra nochmal versichern lassen. Aber was sind auch schon ein paar Altschneefelder und gesperrte Wege und Straßen verglichen mit der Blütenpracht, die sich um diese Jahreszeit auf den Wiesen rund um die Berge ausbreitet!

Den letzten Tag im Park haben wir genutzt, um nochmal etwas weiter nördlich im Park die Gegend rund um Many Glacier zu erkunden. Und zwar aus einem ganz bestimmten Grund: Hier gibt es nämlich unweit des Many Glacier Campground den Fishercap Lake. Und der ist bei Elchen besonders beliebt, wie uns eine Rangerin erzählt hat. Und Elche hatten wir – obwohl sie auch an „unserem“ See relativ häufig und vor allem in den Morgen- und Abendstunden zu sehen sind – bisher noch nicht erspähen können. Voller Hoffnung liefen wir zum See und setzten und still und leise ans Ufer. „Ich geh hier erst wieder weg, nachdem ich einen Elch gesehen habe“, sagt ich – und meinte es auch so. Das ist allerdings in der Regel einer dieser klassischen Fälle, in denen man rein gar nichts zu Gesicht bekommt. Ausnahmen bestätigen aber glücklicherweise die Regel, und so tauchte nach ca. 20 Minuten eine Elchkuh mit Kalb am gegenüberliegenden Ufer auf. In der Sonne sitzen, mitgebrachten Kaffee trinken und Elche beobachten. Eine ganze Stunde lang. Mein Glück war perfekt.

Wenig später sahen wir dann am Redrock Lake sogar noch einen ausgewachsenen Elchbullen mit stattlichem Geweih. Und auf der Rückfahrt gaben sich zwei Bären am Wegesrand die Ehre. Glacier Nationalpark – Du hast NICHT enttäuscht. Danke danke danke.

Yellowstone Nationalpark

Zugegebenermaßen bin ich mit etwas gemischten Gefühlen zum Yellowstone Nationalpark gereist. Denn ich wusste, dass sich das Feeling unserer Reise hier deutlich ändern würde. Während wir bisher auf verhältnismäßig eher einsamen Pfaden unterwegs gewesen waren, näherten wir uns nun einem Ort, der im Jahr 2017 insgesamt über 4 Millionen Besucher verzeichnen sollte. Und viele von denen kamen in großen Reisebussen und tendierten dazu, die Landschaft nur durch die Kameras ihrer Handys und iPads zu betrachten. Gleichzeitig freute ich mich aber natürlich auch riesig auf meinen Besuch im Yellowstone, denn der ist schon ein ziemlich legendärer und einzigartiger Ort mit seinen heißen Quellen, Bisonherden und vielen anderen Naturwundern.

Da der Nationalpark ziemlich weitläufig ist, es viel anzugucken gibt und wir gleichzeitig (aus oben genanntem Grund) nicht zu viel Zeit hier verbringen wollten, haben wir uns hauptsächlich mit dem Auto durch den Park bewegt und nur kleine Wanderungen bzw. eher Spaziergänge zu den Sehenswürdigkeiten gemacht. Auch wenn ich mir sicher bin, dass wir bei ausgiebigeren Wanderungen fernab der Touristen-Hotspots nochmal eine ganz andere und ziemlich einsame Seite des Parks kennengelernt hätten. Es reichte ja schon, sich im Lamar Valley ein paar hundert Meter von der Straße wegzubewegen, um sich wie in einer anderen Welt zu fühlen. In einer Welt, die vom Wetter und von wilden Tieren beherrscht wird und nicht von Blechbüchsen und Smartphones made in Taiwan.

Grand Teton Nationalpark

Nur quasi einen Steinwurf vom Yellowstone Nationalpark entfernt liegt ein weiteres Bergparadies im Nordwesten der USA: Der Grand Teton Nationalpark mit seinen ikonischen Felszacken. Leider war uns das Wetter während der drei Tage, die wir im Park bzw. auf dem Lizard Creek Campground verbrachten, nicht so richtig wohlgesonnen, weshalb wir unsere Wanderungen auf das flachere Umland beschränkten. Von dort konnten wir einigermaßen unbehelligt zusehen, wie sich ein Gewitter nach dem anderen über den Berggipfeln zusammenbraute. Erst am Tag unserer Abreise kam der Sommer mit blauem Himmel und warmen Temperaturen zurück und das Bergpanorama zeigte sich in seiner vollen Pracht. Einer der besten Orte, um dieses zu bewundern, ist übrigens der Signal Mountain Summit, den man entweder erwandern oder auch mit dem Auto erklimmen kann.

Craters of the Moon National Monument

Gut versteckt irgendwo im Nirgendwo Idahos liegt ein doch eher unbekanntes National Monument, dass mich ziemlich begeistert hat. Craters of the Moon heißt es, und das sagt auch schon ziemlich viel darüber aus, wie es dort aussieht. Endlose Massen erkalteter Lava in Form von Kratern, Höhlen, Hügeln und weiten Ebenen. Übersät mit Bäumen, Büschen und Gräsern, die einen ziemlichen Kontrast zum Schwarzbraun der vulkanischen Überbleibsel bilden.

Insgesamt knapp 3.000 km² ist das Gebiet groß, ein Großteil dieser Fläche ist aber unerschlossen. Ein paar Wanderwege, einen Campground und eine 11 km lange Rundstraße gibt es trotzdem. Bei unserer mittäglichen Ankunft war es allerdings so heiß, dass wir es uns erstmal für den Rest des heißen Teils des Tages im Schatten der wenigen Bäume gemütlich gemacht haben, die an unserem Stellplatz quasi mitten in der Lava wuchsen.

Erst gegen Abend schnürten wir die Wanderschuhe und machten uns bewaffnet mit Stirnlampen auf, um den Sonnenuntergang in der Lavawüste zu beobachten und mit Coyoten zu heulen. [Hier gehts zum ganzen Bericht über die Wanderung im Craters of the Moon National Monument.]

Crater Lake Nationalpark

Ich weiß nicht mehr, wann und wo ich zum ersten Mal ein Bild vom gigantischen Crater Lake in Oregon gesehen habe, aber ich weiß, dass mir der Anblick seit dem nicht mehr aus dem Kopf geht. Und diesen Anblick plötzlich ganz in echt und in 3D vor sich zu sehen, war ein ziemlich magischer Moment. 8 mal 9,6 km ist er groß und bis zu 594 m tief, was ihn zum tiefsten See in den USA und zum zweittiefsten in ganz Nordamerika macht. Und tief ist auch das blau, in dem das Wasser des Sees erstrahlt.

Da stand ich nun am Rand dieses Kratersees, bei bestem Wetter wohlgemerkt, wenn auch Teile der Straße um den See noch wegen Altschnee gesperrt waren (das waren wir mittlerweile aber ja gewohnt) , und konnte mein Glück kaum fassen. Und während die Touristen aus aller Herren Länder um mich herum wie so oft ihr Gesicht vom See abwandten, um in die Selfie-Kamera zu grinsen, konnte ich meinen Blick einfach nicht lösen.Crater Lake Nationalpark in Oregon

Redwood Nationalpark

Der Redwood Nationalpark stand eigentlich gar nicht auf unserer ursprünglich erdachten Reiseroute, aber es spricht ja gar nichts dagegen, auch mal einen kleinen Umweg einzulegen, wenn man schon mal so nah an der kalifornischen Grenze durch Oregon tingelt. Und seit meinem Besuch im Sequoia und Kings Canyon Nationalpark vor einigen Jahren bin ich sowieso mehr als fasziniert von diesen riesigen Bäumen, die unter normalen Umständen auch schon riesige Bäume neben sich wie dünne Strohhalme aussehen lassen.

Verglichen mit den Giant Sequoias, die nur an den westlichen Hängen der Sierra Nevada wachsen, sind die Redwoods an der Küste Kaliforniens und Oregons allerdings etwas dünner, dafür aber höher. Genau genommen ist sogar kein Baum weltweit höher als ein Küstenmammutbaum – Hyperion ist mit rund 115 m der höchste Baum der Welt und ebenfalls im Redwood National Park heimisch. Besichtigen kann man ihn allerdings nicht, dafür aber jede Menge seiner verwandten, deren Größe und Umfang auch schon völlig ausreichend sind, um mit vor Staunen schüttelnde Köpfe zu hinterlassen. Während man auf den angelegten Pfaden durch ihr Reich wandert, kann man eigentlich gar nicht anders als ehrfürchtig den Atem anhalten und die fast schon magische Stimmung auf sich wirken lassen.

Die Küste Oregons

Nachdem wir unsere Augen irgendwann von den mächtigen Baumgiganten losreißen könnten, fuhren wir mit dem Campervan, dessen Name übrigens Vanimal war, wieder Richtung Norden und damit zu einem der Hauptgründe, warum ich diesen Roadtrip überhaupt unbedingt und endlich machen wollte. Die Küste Oregons mit ihren ikonischen Felsen und den fast schon obligatorischen Nebelschwaden standen schon viel zu lange auf meiner Wunschliste. Auch weil ich mich während der Fahrt auf dem legendären Highway No. 1 einfach endgültig in die Pazifik-Küste der USA verliebt habe – trotz oder wohl eher gerade wegen dem Nebel, wie dieser Artikel beweist.

Und Oregon enttäuschte mich nicht! Lange Barfuß-Strandspaziergänge, Küstenwanderungen auf Etappen des Oregon Coast Trail durch dichte Küstenwälder und zu versteckten Buchten, Robben und Leuchttürme im Nebel, aber auch Kaffeepausen in strahlendem Sonnenschein… ja, ich bin jetzt noch verliebter in diese Küste, auch wenn sie es mir noch viel schwerer gemacht hat, mich von diesem wunderschönen Fleck Erde wieder loszureißen. Mit in meiner Reisetasche jede Menge

Die Roadtrip Reiseroute in der Übersicht

Tag 1: Portland
Tag 2: Abholung Mietwagen und Fahrt zum Mount Rainier Nationalpark (ca. 250 km)
Tag 3: Weiterfahrt zum North Cascades Nationalpark (ca. 320 km)
Tag 4 + 5: Wandern im North Cascades Nationalpark
Tag 6: Fahrt Richtung Glacier Nationalpark mit einer Zwischenübernachtung (ca. 840 km)
Tag 7 – 9: Wandern im Glacier Nationalpark
Tag 10: Fahrt Richtung Yellowstone mit Zwischenübernachtung (ca. 580 km)
Tag 11: Sightseeing im Yellowstone Nationalpark
Tag 12: Yellowstone Nationalpark und Weiterfahrt zum Grand Teton Nationalpark (ca. 120 km)
Tag 13 + 14: Grand Teton Nationalpark
Tag 15: Craters of the Moon Nationalpark (ca. 350 km)
Tag 16: Weiterfahrt nach Oregon mit einer Zwischenübernachtung (ca. 940 km bis Crater Lake)
Tag 17: Crater Lake und Redwood Nationalpark (ca. 380 km)
Tag 18 – 20: Wandern und Strand an der Küste Oregons
Tag 21: Portland
Tag 22: Heimreise

Reiseinfos zum Nordwesten der USA

Beste Reisezeit

Wir waren in der zweiten Juni-Hälfte auf unserer Reise durch den Nordwestern der USA unterwegs. Der Vorteil an dieser Reisezeit ist, dass die Hauptsaison noch nicht ausgebrochen ist und daher vielerorts noch verhältnismäßig wenig los war. Zudem stehen die Wildblumen zu dieser Jahreszeit in voller Blüte und die Wasserfälle sind am spektakulärsten. Zudem ist es klimatisch relativ ausgewogen – auch wenn wir je nach Region alles zwischen 42 Grad und leichten Minusgraden hatten.

Ein nicht unentscheidender Nachteil ist allerdings, dass in den höhergelegenen Regionen noch Straßen (wie zum Beispiel die Going-to-the-Sun-Road im Glacier Nationalpark oder Teile der Rundstraße um den Crater Lake) und viele Wanderungen nicht befahr- bzw. bewanderbar sind. Würde ich nochmal in den diesen Teil Amerikas fahren (was ziemlich sicher der Fall sein wird), würde ich wohl eher den Spätsommer bzw. frühen Herbst von Ende August bis Ende September wählen, um die Problematik mit dem Schnee und die Hauptferienzeit zu umgehen.

Prinzipiell ist aber (teils mit Abstrichen) alles zwischen Anfang Juni und Ende September für diesen Teil der USA geeignet.

Anreise

Der einzige Direktflug von Deutschland nach Portland, Oregon geht von Frankfurt aus mit Condor. Direktflüge nach Seattle bieten aktuell (Stand 2018) Lufthansa, Eurowings und Condor an. Die Flugzeit beträgt ca. 11 Stunden.

Campervan mieten in Oregon

Als ich den Flug nach Portland buchte, habe ich vorher gar nicht so genau recherchiert, ob das wirklich eine gute Idee ist. Ich wusste nur, dass ich Portland ein bisschen lieber als Seattle sehen wollte und zudem waren die Flugpreise ziemlich ähnlich. Erst im Anschluss habe ich festgestellt, dass Seattle, die größte Stadt im Bundesstaat Washington, vielleicht doch die bessere Wahl gewesen wäre, weil es dort einfach mehr Auswahl an Autovermietungen gibt, die auch Campervans oder andere kleine Wohnmobile im Angebot haben.

Letztendlich bin ich auf den lokalen Anbieter Vagabond Vans gestoßen. Die Campervan-Vermietung wurde von drei Langzeitreisenden gegründet, die sich irgendwann in Portland niedergelassen, einige alte Toyota Previas gekauft, umgebaut und Vagabond Vans gegründet haben. Mir war diese Geschichte sofort sympathisch und die Preise waren zudem sehr verlockend, also hab ich dort unser „Vanimal“ gebucht.

Alles in allem war das Auto schon sehr alt mit knapp 500.000 km auf der Uhr. Aber trotzdem hat er uns mehrere 1.000 km zuverlässig durch den Pacific Northwest und noch weiter gefahren. (Mal abgesehen von dem quietschenden Keilriemen bei eingeschalteter Klimaanlage, der dann irgendwann bei über 40 Grad in the middle of nowhere in Idaho gerissen ist. UPS.) Zudem war er wirklich top ausgebaut mit vielen durchdachten Details und hatte alles drin, was man so braucht. Auf den Campgrounds haben wir regelmäßig bewundernde Kommentare geerntet und Lobeshymnen auf das Auto von anderen Previa-Besitzern gehört.

Zugegebenermaßen würde ich für eine solch lange Strecke wahrscheinlich beim nächsten Mal auf ein etwas weniger altes Modell zurückgreifen, von denen Vagabond Vans mit den neueren und etwas schickeren Toyota Siennas auch einige im Angebot hat. Alles in allem haben wir uns aber mit unserem Previa auch ziemlich wohl gefühlt. Und den gerissenen Keilriemen durften wir ratzfatz an der nächsten Werkstatt auf Kosten von Vagabond Vans reparieren lassen (und wenn wir nicht so weit weg gewesen wären, hätten sie uns sogar kurzfristig ein Ersatzauto vorbeigefahren).

Camping im Nordwesten der USA

Die USA sind nicht nur ein Roadtrip-, sondern auch ein Campingparadies. In jedem der oben beschriebenen Nationalparks gibt es mehrere Campingplätze, deren Plätze entweder nach First-Come-First-Served-Prinzip vergeben werden oder online reservierbar sind (oder teils teils). Die Infos dazu findet man auf der jeweiligen offiziellen Seite des National Park Service. Bei manchen Parks wie z.B. Yellowstone kann man auch online sehen, ob Plätze bereits voll sind und wann sie sich am Vortag gefüllt haben – eine wichtige Information für die Planung der Ankunftszeit, denn vor allem die beliebteren Plätze füllen sich oft schon in den Morgenstunden. Daher kann es sich je nach Ankunftszeit auch lohnen, für die erste Nacht z.B. in einem Ort am Rande des Nationalparks oder auf einem anderen Campground zu übernachten, um dann am nächsten Morgen rechtzeitig auf dem Wunschplatz zu sein. Klingt ein bisschen anstrengend, aber wenn man mit der nötigen Entspanntheit an die Sache rangeht, ist das halb so wild.

Natürlich gibt es auch abseits der Nationalparks viele Campingmöglichkeiten. Neben privaten und oftmals eher wenig charmanten und gleichzeitig deutlich teureren RV-Plätzen, zum Beispiel von der Kette KOA, gibt es auch viele staatlich betriebene, die deutlich günstiger und manchmal sogar ganz umsonst sind. Diese findet man zum Beispiel in State- und County Parks sowie in National Forests. Natürlich gibt es dort dann auch entsprechend weniger Komfort, je nach Kategorie oft sogar nur ein Plumpsklo und kein Wasser. Dafür sind unter diesen Plätzen auch echte Juwelen dabei, auf denen man noch Einsamkeit und wahre Camping-Idylle findet.

Eine gute Quelle für Stellplätze aller Art – vom Walmart-Parkplatz bis hin zum idyllischen Campground am See – ist die Seite freecampsites.net. Und auch allstays.com ist sehr hilfreich.

Bezahlt wird auf vielen Campingplätzen übrigens per „Self Registration“. Dafür muss man nur einen Umschlag ausfüllen und ihn zusammen mit dem entsprechenden Betrag in die „Deposit Box“ werfen. Dafür brauchst Du natürlich Bargeld. Der übliche Preis liegt bei den staatlichen Campgrounds zwischen 8-14 USDR pro Stellplatz.

Ausrüstungstipps: Meine Roadtrip Essentials

Tatonka Barrel Roller L
Ich reise quasi seit Anbeginn der Zeit mit Duffle Bags, allerdings früher mit einer 90-Liter-Riesentasche ohne Rollen, die mich jedesmal, wenn ich sie tragen musste, an den Rand der Verzweiflung gebracht hat. Pünktlich zu meinem Roadtrip durch den Nordwesten der USA bin ich auf den Barrel Roller von Tatonka gestoßen – quasi ein Duffle Bag mit Rollen. Und der ist für Roadtrips einfach ideal. Man kann einfach auf den Inhalt zugreifen (im Gegensatz zu einem Rucksack) und er lässt sich platzsparend verstauen und knautschen (im Gegensatz zu einem Koffer). Und während der An- und Abreise kann man ihn ganz gemütlich hinter sich herrollen. Zudem sind die 80 Liter für mich ziemlich perfekt, weil sowohl Wander- und Campingausrüstung als auch „normale“ Kleidung genug Platz darin haben.

GSI Outdoor Microlite 500
Ein Roadtrip ohne Heißgetränk-to-go ist quasi unmöglich. Vor allem auch in einem Land wie Amerika, in denen Kaffee & Co. in allen Variationen sogar regelmäßig in kleinen Drive-through-Häuschen am Straßenrand angeboten werden. Und weil auf einem dreiwöchigen Roadtrip so schon einiges an Müll zusammenkommen könnte, nimmt man besser einen gut isolierten Mehrwegbecher mit, den man sich auffüllen lassen kann. Positiver Nebeneffekt: Der Kaffee ist auch nach ein paar Stunden Autofahrt noch schön heiß (oder im Falle von Eiskaffee natürlich kalt).Amazonas Adventure Hängematte
Hab ich zugegebenermaßen bisher selbst noch nie dabei gehabt, will ich aber beim nächsten Roadtrip unbedingt ändern! Zumindest wenn mich dieser nicht gerade nach Patagonien oder Australien, sondern in etwas bewaldetere Gebiete wie eben den Nordwesten der USA führt. Dort hab ich nämlich von meinem im Vergleich doch eher unbequemen Klappstühlchen schon ganz schön neidisch auf die ein oder andere Hängematte geguckt. Und so ein Exemplar wie die oben verlinkte nimmt ja echt mal quasi keinen Platz im Gepäck weg. 


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Warst Du auch schon mal im Nordwesten der USA auf einem Roadtrip unterwegs? Vielleicht ja sogar mit Campervan? Ich freu mich auf Deinen Kommentar!

2 Comments

  1. Danke für die tollen Fotos und den Tipp mit vagabondvans. Die werde ich das nächste Mal auch buchen.
    Freut mich, dass du in „meinem“ Yellowstone-Park gewesen bist. Sag beim nächsten mal Bescheid, dann verrate ich dir, wo du die besten Plätze für Wolfsbeoabachtungen sind. :-)

    • Fräulein Draußen Reply

      Wölfe würd ich ja zu gerne mal sehen! :-) Irgendwann komme ich bestimmt nochmal dorthin, bin einfach so gerne in den USA unterwegs.

      Liebe Grüße,
      Kathrin

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