[Enthält Werbung] „Du, ich glaub ich flieg doch noch nicht nach Hause.“ Ich hatte die Worte noch nicht ganz ausgesprochen, da wusste ich schon, dass ich sie nicht mehr zurücknehmen konnte. Zu verlockend war die Vorstellung, dieses Reiseabenteuer noch nicht zu beenden, das ja quasi gerade erst begonnen hatte.

Ich saß mit Erika am Frühstückstisch, wir hatten gerade unsere 11-tägige Trekkingtour durch die Drakensberge beendet und konnten immer noch nicht so recht glauben, wie gut all das Essen schmeckte, was da vor uns stand. In einer Stunde sollten wir abgeholt und zurück nach Johannesburg gebracht werden, von wo aus abends unser Direktflug nach München ging. Wir hatten bereits eingecheckt, die Taschen waren gepackt, alles war augenscheinlich für die Rückreise bereit – nur ich war es nicht. Während wir unsere gefühlt zehnte Tasse Kaffee tranken, öffnete ich Google Maps und Skyscanner auf meinem Handy, überflog Landkarten und Preislisten… Madagaskar war ja gar nicht weit weg, da wollte ich schon immer mal hin, wegen den Tieren. Auf La Réunion lässt es sich toll wandern, das war ja quasi auch um die Ecke. Oder vielleicht einfach mit einem Campervan durchs benachbarte Namibia?


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Jeder der mich kennt weiß, dass ich schneller eine Reise buchen kann als andere entscheiden können, was sie zum Abendessen kochen sollen. Doch mich innerhalb von einer Stunde für ein fremdes Land zu entscheiden, während mein Kopf eigentlich noch irgendwo oben in den wunderbaren Drakensbergen fest hing, war selbst für mich eine Herausforderung, der ich mich irgendwann geschlagen geben musste. Und außerdem: Wieso in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nah ist? Wenn ich mich doch gerade schon in einem so beeindruckenden Land befand, das ich nun schon zum zweiten Mal bereiste, aber von dem ich letztendlich noch gar nicht so viel gesehen hatte?

Die Entscheidung war gefallen, noch bevor der letzten Schluck Kaffee getrunken war. Ich würde mit zurück nach Johannesburg fahren, doch den Flieger musste Erika allein besteigen. Denn ich würde mir am nächsten Tag einen Mietwagen buchen, inklusive Einwegmiete nach Kapstadt, und endlich noch mehr sehen vom südlichsten Land Afrikas. Rückflugdatum und Route unbekannt, ein Roadtrip ganz nach meinem Geschmack. Und Südafrika war dafür perfekt geeignet, wie sich schon bald herausstellen sollte.

Meine Reise-Highlights auf dem Weg von Johannesburg nach Kapstadt

Von der Wüstensafari bis zur Dschungelwanderung – auf meinem Roadtrip von Johannesburg nach Kapstadt war quasi jeder Tag ein Highlight. Die schönsten habe ich nachfolgend zusammengefasst. Eine detaillierte Übersicht über meine Route, meine Unterkünfte usw. gibt es weiter unten im Artikel!

Wandern im Golden Gate Highlands Nationalpark

Johannesburg ist eine spannende Stadt, doch ich wollte Natur sehen und campen und wandern und draußen sein, auch wenn man meinen könnte, dass ich davon nach 11 Tagen Trekking ja erstmal genug haben könnte. Hatte ich aber nicht. Und von den Drakensbergen auch nicht, weshalb ich vom Flughafen aus mit meinem noch (!) ziemlich sauber glänzenden Mietwagen am nächsten Tag den Weg einschlug, aus dem wir am Tag zuvor gekommen waren. Zurück in Richtung Drakensberge, diesmal aber zu deren nördlichen Ausläufern, wo der Golden Gate Highlands Nationalpark liegt. Dort kann man zwischen eindrucksvollen und mitunter bizarren Sandsteinformationen wandern, die im Licht der untergehenden Sonne leuchten wie Gold und dem Park damit seinen Namen geben.

Ich quartierte mich auf dem kleinen Campground des Glen Reenen Rest Camp ein. Neben mir waren nur wenige andere Besucher dort und ich genoss mein Camping-Roadtrip-Leben vom ersten Augenblick an in vollen Zügen. Und am nächsten Morgen konnte ich direkt vom Campingplatz aus auf meine geplante Wanderung im Golden Gate Highlands Nationalpark starten, was ich ziemlich früh tat, denn es war bereits Mitte November und damit Sommer in Südafrika, was besonders im nördlichen Teil hohe Temperaturen und oft auch Nachmittagsgewitter mit sich bringt. Die ca. 4-stündige Rundwanderung brachte mich auf den Gipfel des Wodehouse Peak, der wie eine Aussichtskanzel über Nationalpark thront. Daneben führt er aber auch an einigen der markantesten Sandsteinformationen vorbei, und ist alles in allem eine ziemlich tolle Möglichkeit, den Nationalpark zu entdecken. Besser geht das nur noch auf dem Ribbok Hiking Trail, einer relativ neuen, 28 km langen 2-Tageswanderung mit Übernachtung in einer einfachen, aber dennoch komfortablen kleinen Hütte, die vorher über SANParks gebucht werden muss.

Auf Safari in der Wüste

Die meisten Reisenden, die die Strecke von Johannesburg nach Kapstadt mit dem Auto in Angriff nehmen, fahren wohl nach ihrem Besuch der Drakensberge an der Ostküste entlang. Ich hatte mich für meine Route allerdings bewusst für eine Route durch das weite und vielerorts touristisch deutlich weniger erschlossene Inland entschieden. Ich wollte das staubige Herz Südafrikas sehen und erst später, an der Südküste, auf das Meer treffen.

Mokala Nationalpark

Ein Großteil des Inlands wird von der Karoo-Halbwüste bedeckt, die im Norden quasi nahtlos in die Kalahari-Wüste übergeht. Genau an dieser Grenze liegt der Mokala Nationalpark, der erst 2007 eingeweiht wurde und damit der jüngste Park des Landes ist. Im Süden ist seine Landschaft von den für die Karoo so typischen Dolorithügeln geprägt, dazwischen verlaufen weite Savannen und Buschlandschaften und im äußersten Norden dominiert die wüstenhafte Kalahari den Anblick. Mokala ist weitaus weniger berühmt als andere Parks in Südafrika, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass man dort einen Großteil der typischen Safari-Wildtiere vergeblich sucht. Elefanten, Löwen oder Leoparden gibt es nicht, für Giraffen oder Nashörner muss man etwas Glück mitbringen. Dafür leben in Mokala viele weniger bekannte, aber nicht weniger spannende und oftmals bedrohte Tierarten – insbesondere Antilopen, wie zum Beispiel Leier-, Rappen- oder Pferdeantilopen. Darüber hinaus gibt es aber auch Büffel, Zebras, Gnus, Strauße, Schildkröten, Warzenschweine und viele weitere Tierarten, sowie natürlich jede Menge Vögel.

Ich quartierte mich für zwei Nächte auf einer Lodge im Mokala Park ein und entdeckte diesen auf staubigen, holprigen Dirt Roads auf eigene Faust. Natürlich werden in Mokala auch geführte Safari-Fahrten angeboten, bei denen ein fachkundiger Ranger Tiere ausfindig macht und viel Wissenswertes zu ihnen erzählt. Aber nachdem ich schon bei meinem letzten Südafrika-Besuch einige geführte Game Drives im  Sibuya Game Reserve gemacht hatte, wollte ich nun auch mal auf eigene Faust in einem Wildtierreservat unterwegs sein, ganz allein nach Tieren Ausschau halten und überall anhalten, wo und wie lange ich wollte. Das hat ziemlcih viel Spaß gemacht und war nochmal eine ganz neue Art, auf Safari zu gehen.

Karoo Nationalpark

Wer endlose Fahrten durch weite, leere Wüstenlandschaften mag, wird die rund fünfstündige Fahrt vom Mokala in den Karoo Nationalpark lieben, so wie ich auch. Die Landschaft rot und ausgedörrt, fast schon wie im Outback Australiens, Termitenhügel inklusive. Ab und an eine Oase in der Wüste in Form einer Raststätte, viel mehr gab es nicht zu sehen. Und doch war das genau das, was ich mir erhofft hatte. Fast schon war ich ein bisschen traurig, als die Fahrt vorbei war und ich mein Auto auf die Schotterstraße lenken „musste“, die in den Karoo Nationalpark führte. Aber nur solange bis auf dem Campground, auf dem ich mein Zelt aufgeschlagen hatte, plötzlich eine Schildkröte neben mir erschien. Auf die muss man dort besonders Acht geben und immer zuerst unters Auto gucken, wenn man dieses länger irgendwo geparkt hatte.

Daneben leben aber noch viele weitere Tiere im Park – auch solche, vor denen eher man eher sich selbst in Acht nehmen muss als andersherum. Und die eindrucksvollste Begegnung mit einem solchen Tier hatte ich, als ich am wenigsten damit gerechnet hatte. Während ich auf der Rundfahrt durch den Park kaum Tiere zu Gesicht bekommen hatte – es war wohl einfach noch zu früh am Nachmittag und damit zu heiß gewesen – verkroch ich mich am nächsten Morgen früh im  Vogelbeobachtungs-Häuschen nahe des Campingplatzes, um kleinen gelben und orangefarbenen Vögeln (Masked Weaver / Maskenweber und Red Bishop / Oryxweber) fasziniert bei ihrem Nestbau im Schilf zuzusehen. Bis mein Blick irgendwann nach einer halben Ewigkeit eher zufällig zum Gebüsch hinter dem See wanderte und an einem im Schatten schlafenden Löwenmännchen hängen blieb, der ganz offensichtlich die ganze Zeit dort gelegen hatte, nur einige Meter von mir entfernt, während ich nur Augen für die Vögel gehabt hatte. Auf Safari in Südafrika muss man eben mit allem rechnen! Immer!

Roadtrip-Abenteuer auf dem Swartberg Pass

Weite Wüstenlandschaften, wilde Bergwelten und am Ende ein blauer Ozean – all das erlebte ich auf meiner Fahrt vom Karoo Nationalpark an die Südküste Südafrikas innerhalb nur weniger Stunden. Und die Fahrt über den Swartberg Pass war zweifelsohne das Highlight dieses Tages. Nach einer letzten Stärkung im tollen Café The Lazy Lizard in Prince Albert bog ich kurze Zeit später auf die Schotterpiste ab, die auf 27 km die Swartberge überquert und Prince Albert mit der Stadt Oudtshoorn verbindet.

Die Straße führt erst durch enge Schluchten und dann in abenteuerlichen Kehren steil bergauf bis zum höchsten Punkt auf 1.583 Metern. Währenddessen möchte man am liebsten jede kleine Möglichkeit nutzen, um anzuhalten und das Panorama auf die raue Bergwelt zu genießen. Befahrbar ist sie übrigens auch mit „normalem“ Auto, ein SUV oder Allrad-Antrieb sind nicht notwendig. Allerdings kann sie nach stärkeren Regenfällen natürlich etwas rutschig oder sogar unpassierbar werden.

Wandern entlang der Garden Route

Die berühmte Garden Route ist die Küstenregion Südafrikas, die sich von Mossel Bay in der Region Westkap bis fast nach Port Elizabeth am Ostkap erstreckt. Die Hauptverkehrsstraße N2 führt mittendurch, ist jedoch an sich kein wirkliches Highlight. Die Orte und die Natur links und rechts dieser Straße sind es dafür umso mehr – nicht nur das Meer selbst mit vielen tollen Stränden, wilden Ufern und den Küstenstädtchen, sondern auch das Inland. Und beides kann man perfekt in Wanderschuhen erkunden.

Ich habe mich auf meiner Reise entlang der Garden Route einfach treiben lassen, nur ab und an in meinen Reiseführer geguckt und oft einfach spontan Google zu Rate gezogen oder Hinweisschildern gefolgt. Und das hat ziemlich gut funktioniert!

Wilderness

Der Küstenort Wilderness hat einen tollen weiten Sandstrand, auf dem man quasi endlos spazieren gehen kann. Das Highlight hier war für mich aber die Wanderung auf dem Giant Kingfisher Trail im Wilderness Nationalpark. Der rund 7 km lange Trail führt entlang des anfangs noch breiten und dann immer schmaler werdenden Touw River durch dichte grüne Wälder bis zu einem wunderschönen Wasserfall mit einigen Felsenpools. Das tollste an dieser Wanderung ist aber zweifelsohne die Vogelwelt und ganz besonders die – getreu dem Trailnamen – Eisvögel (auf Englisch Kingfisher), auf deren Sichtung man entlang des Flusses gute Chancen hat. Einen Giant Kingfisher habe ich leider nicht gesehen, dafür konnte ich aber einen erstaunlich kleinen, wunderschönen und nicht minder putzigen Malachiteisvogel erspähen und ihn eine ganze Zeit lang auf der Jagd nach Beute beobachten.

Tipp: Man kann den ersten Teil der Wanderung auch mit dem Kanu zurücklegen, das man dann einfach dort zurücklässt, wo der Fluss zu schmal und flach wird und die restliche Strecke wandert. Das Wasser fließt ganz ruhig, Kenntnisse im paddeln braucht man also nicht und Kanus kann man sich ganz einfach vor Ort bei Eden Adventures ausleihen.

Robberg Nature Reserve

Eine kleine Halbinsel, die die Badebucht von Plettenberg Bay vor der ungebremsten Wucht des Meeres schützt und selbst dafür umso wilder ist. Und ein größtenteils sehr naturbelassener und teils sogar abenteuerlicher Pfad führt auf 9 km einmal drumherum! Diese Wanderung im Robberg Nature Reserve ist zwar nicht gerade das richtige, wenn man Ruhe und Einsamkeit sucht, aber dennoch auf jeden Fall mehr als lohnenswert – und das nicht nur wegen der Seebären, die man hier zu Hunderten auf den Felsen sehen kann. Daneben gibt es zerklüftete Felsen, auf denen man manches Mal auch die Hände zur Hilfe nehmen muss, einen idyllischen Sandstrand, an dem es sich auch bestens baden lässt und natürlich den Star der Wanderung – das Meer selbst. Badesachen sowie ein bisschen Trittsicherheit und Kondition sollten nicht vergessen werden!

Tipp: Im Nature Reserve gibt es eine kleine, einfache Hütte direkt am Meer, die man für Übernachtungen buchen kann. Die Fountain Shack ist nur zu Fuß erreichbar und das einzige Gebäude – man hat die Halbinsel und den allerbesten Meerblick nachts also ganz für sich allein. Den Belegungskalender und Buchungsmöglichkeit gibt es hier!

Tsitsikamma Nationalpark

Der Tsitstikamma Nationalpark ist einer der wildesten und eindrucksvollsten Küstenabschnitte der Garden Route. Die tiefgrünen Urwälder ziehen sich direkt bis an die weißen Sandstrände und zerklüfteten Felsbuchten. Und für Wanderer ist Tstitsikamma, was so viel wie „klares Wasser“ bedeutet, ein richtiges Paradies. Mit dem Dolphin Trail und dem Tsitsikamma Trail gibt es hier gleich zwei Mehrtageswanderrouten, die zu den beliebtesten im Land zählen und dementsprechend weit im Voraus gebucht werden müssen. Aber auch für spontane Erkundungen gibt es jede Menge Möglichkeiten.

Die Hängebrücke, die sich über die Mündung des Storms River spannt, ist eines der wohl meist fotografierten Motive unter Südafrika-Reisenden. Daneben gibt es aber auch weniger stark besuchte Touren, wie zum Beispiel die kleine Wanderung zum Salt River, die nicht nur zum Fluss selbst, sondern vor allem auch zu einem tollen Aussichtspunkt über das Nature’s Valley führt.

Kogelberg Nature Reserve

Majestätische Berge, die quasi direkt ins blaue Meer münden – das Kogelberg Nature Reserve in der Nähe von Kapstadt war definitiv einer der tollsten Anblicke, die sich mir in Südafrika boten (und die Konkurrenz war wahrlich groß). Hier verbrachte ich im kleinen und sympathischen Ort Pringle Bay meine letzte Nacht in Südafrika, bevor es am nächsten Tag zum Flughafen nach Kapstadt ging, und ich hätte mir keinen schöneren Ort dafür aussuchen können. Für ausgiebige Wandertouren im Kogelberg Nature Reserve selbst hatte ich leider nicht mehr genug Zeit und zudem sind die Besucherzahlen dort aus Naturschutzgründen begrenzt, weshalb man vorher buchen bzw. eine Permit erwerben muss. Dann kann man aber aus einer Vielzahl toller Wanderungen auswählen. Und mit dem Highlands Trail gibt es sogar eine relativ einfache 2-Tages-Wanderung mit Übernachtung in einer kleinen Hütte auf dem Kleinmond Caravan Park.

Ich bin stattdessen direkt von Pringle Bay auf den Hangklip Mountain, sozusagen den Hausberg des Ortes, gestiegen, und hatte von dort eine wahnsinnig tolle 360-Grad-Rundum-Sicht auf die raue Bergwelt des Kogelberg Nature Reserve und das Meer bis hinüber zum Kap-Halbinsel.

Pinguine in Betty’s Bay

Ganz in der Nähe Pringle Bay liegt der kleine Ort Betty’s Bay, welcher auch gut von Kapstadt aus in ca. 1,5 Stunden erreichbar ist. Und die Fahrt dorthin lohnt sich allein schon wegen dem wunderschönen Abschnitt auf dem Clarence Drive entlang der Küstenstraße R44 und den Blicken auf das Kogelberg Naturreservat.

Gleichzeitig  warten hier aber auch ganz ähnlich wie am deutlich berühmteren Boulder’s Beach auf der Kaphalbinsel unzählige Pinguine, die das Stony Point Nature Reserve ihr Zuhause nennen. Und im Gegensatz zu Boulder’s Beach muss man sich diese Pinguine oft mit deutlich weniger Menschen teilen. Auf einem kleinen hölzernen Steg kann man mitten durchs Pinguinland wandern und nebenbei auch drei Arten von Kormoranen sowie die putzigen Klippschliefer, eine illustre Mischung aus Meerschweinchen und Murmeltier, die erstaunlicherweise ziemlich eng mit Seekühen und Elefanten verwandt sind, treffen.

Farmstay im Inland

Nach einer wunderschönen Zeit an der Küste entlang der Garden Route war mir nochmal nach ein paar Tagen Ruhe und Abgeschiedenheit – und ein Farmstay ist dafür die perfekte Gelegenheit. Diese Art der Unterkunft ist in Südafrika relativ verbreitet und bedeutet, dass man auf einem Farmgelände wohnt, meist in einem Ferienhaus oder ähnlichem. Diese Ländereien sind oft sehr weitläufig und häufig darf man, muss aber natürlich nicht, auch aktiv am Geschehen teilnehmen und zum Beispiel dabei helfen, Schafe zu füttern.

Ich habe mich für drei Nächte in einem alten Schulhaus einquartiert, das auf dem Gelände einer kleinen Schafsfarm stand und zu einem Gästehaus umgebaut wurde. Zur Begrüßung gab es selbstgebackenes Brot und ich wurde sogar zum Abendessen eingeladen. Außerdem durfte ich mithelfen, abends die Schafe einzutreiben. Ansonsten saß ich die meiste Zeit in meinem Schaukelstuhl im Schatten und habe die Vögel im Garten beobachtet. Urlaub auf dem südafrikanischen Bauernhof wie aus dem Bilderbuch! Und weil alles so entspannend und ausnahmsweise mal so richtig Urlaub war, gibt es davon auch kaum Fotos.

Rundreise durch Südafrika – Meine Reisetipps

Hier kommen die wichtigsten Reisetipps für deinen eigenen Roadtrip durch Südafrika. Wenn du noch Fragen hast, hinterlass mir gern einen Kommentar am Ende des Artikels!

Meine Südafrika Roadtrip-Route für 2 Wochen

Im Folgenden findest Du meine Route nochmal detailliert aufgelistet, inklusive Fahrzeiten und Unterkünften. Hier geht’s außerdem zu einer Google Maps-Karte mit Routenübersicht. 

Tag 1: Abholung Mietwagen am Flughafen Johannesburg und Fahrt zum Golden Gate Highlands Nationalpark (330 km, 3,5 Stunden)
Unterkunft: Campingplatz Glen Reenen Rest Camp

Tag 2: Golden Gate Highlands
Unterkunft: Campingplatz Glen Reenen Rest Camp
Aktivität: Wandern (Wodehouse Peak Trail)

Tag 3 + 4: Mokala Nationalpark (525 km, 5,5 Stunden)
Unterkunft: Bungalow im Lilydale Rest Camp
Aktivität: Game Drives mit eigenem Auto am Morgen und Abend

Tag 5: Karoo Nationalpark (447 km, 5 Stunden)
Unterkunft: Campingplatz im Nationalpark
Aktivität: Game Drives mit eigenem Auto am Abend und Morgen

Tag 6+7: Garden Route / Wilderness über Swartberg Pass (270 km, 4 Stunden)
Unterkunft: Tequila Moon
Aktivität: Wanderung im Wilderness Nationalpark (Giant Kingfisher Trail)

Tag 8 + 9: Garden Route / Knsyna (50 km, 45 min)
Unterkunft: Cliffhanger Cottage 
Aktivitäten: Wanderung im Robberg Nature Reserve (Point Circuit)

Tag 10 + 11: Garden Route / Jeffreys Bay (193 km, 2,5 Stunden)
Unterkunft: Blue Dragonfly, Paradise Beach
Aktivität: Strandspaziergänge + Muschelmuseum (könnte ich surfen, wäre das außerdem der „place to be“ dafür!)

Tag 12 + 13: Farmstay im Inland (370 km, 4 Stunden)
Unterkunft: Infinity Farm Cottage
Aktivität: Ich habe einfach mal Urlaub = nichts gemacht, es gibt Berge mit Wandermöglichkeiten in der Nähe.

Tag 14: Pringle Bay  (270 km, 3 Stunden)
Unterkunft: Kleinblom
Aktivität: Pinguine in Betty’s Bay und Wanderung auf den Hanklip Mountain

Tag 15: Fahrt zum Flughafen in Kapstadt und Abreise (70 km, 1 Stunde)

Anreise nach Südafrika

Wenn man sehr viel Zeit mitbringt, kann man mit dem Fahrrad oder Geländewagen den afrikanischen Kontinent überqueren und so irgendwann in Südafrika landen. Für die meisten dürfte aber das Flugzeug das Anreise-Mittel der Wahl sein.

South African Airways bietet Direktflüge nach Johannesburg von München und Frankfurt aus an, mit Lufthansa und Condor kann man ohne Umsteigen nach Kapstadt fliegen. Darüber hinaus gibt es viele weitere Airlines wie zum Beispiel Emirates oder Air Namibia, die nach Südafrika fliegen. Das tolle an den Direktflügen ist aber, dass sie über Nacht gehen und man maximal eine Stunde Zeitverschiebung zu Deutschland hat, sprich: Urlaub vom ersten Tag an und keine Übermüdung durch endlose Fliegerei oder Jetlag!

Beste Reisezeit für eine Rundreise in Südafrika

Grundsätzlich gibt es die eine beste Reisezeit für Südafrika nicht, denn das Land ist groß und besteht aus unterschiedlichen Klimazonen. Zudem hängt die ideale Reisezeit auch sehr davon ab, was man vor Ort tun und sehen möchte und welche Art von Klima man bevorzugt. An sich ist Südafrika ganzjährig als Reiseziel geeignet und jede Jahreszeit hat ihre Vor- und Nachteile.

Für die von mir gefahrene Route eignet vor allem der südafrikanische Frühling im Oktober und November und der Herbst im von März bis Mai, denn dann umgeht man den an der Südküste eher kühlen Winter und den im Landesinneren heißen und oft regnerischen Sommer. Zudem herrscht im Dezember und Januar Hochsaison in Südafrika, denn vor allem um die Feiertage rum haben auch die Südafrikaner alle frei und bereisen ihr Land. In beliebten Regionen wie entlang der Garden Route kann es dann relativ voll werden, was weniger Luft für Spontanität lässt, da Unterkünfte zu dieser Zeit sehr begehrt sind.

Mietwagen in Südafrika

Südafrika ist perfekt für einen Roadtrip geeignet. Es gibt ein weitläufiges Straßennetz und selbst in abgelegeneren Regionen eine gute Infrastruktur in Form von Tankstellen und Unterkünften. Ich habe mich für meinen Roadtrip für einen SUV entschieden, allerdings ohne Allradantrieb. Theoretisch wäre auch ein normaler PKW ausreichend gewesen, allerdings ist auf Schotterstrecken wie dem Swartberg Pass oder in den Nationalparks wie Mokala oder Karoo ein Auto mit etwas mehr Bodenfreiheit, breiteren Reifen usw. schon sehr angenehm und leichter zu fahren. Ein echtes Allrad-Fahrzeug ist nur in wenigen Gegenden Südafrikas notwendig.

Bei der Miete solltest Du allerdings unbedingt darauf achten, dass Unterboden, Glas und Reifen mitversichert sind, denn die können auf holprigen Schotterstraßen schnell mal beschädigt werden. Ich buche meine Mietautos fast ausschließlich über billiger-mietwagen.de*, denn hier kann man sehr transparent nach unterschiedlichen Faktoren filtern und ich habe mit dem Kundenservice bisher ausschließlich sehr positive Erfahrungen gemacht.

Unterkünfte in Südafrika

In Südafrika gibt es die unterschiedlichsten Unterkünfte von einfachen Backpacker-Hostels bis hin zu luxuriösen Lodges in privaten Game Reserves. Für Buchung und Recherche eignen sich Plattformen wie booking.com*, ich habe meine Unterkünfte fast ausschließlich über Airbnb* gebucht. Unterkünfte in den Nationalparks kannst Du online über die Webseite von SANParks buchen, solche in privaten Game Reserves meist über die jeweilige Webseite. Alle privaten Campingplätze findest Du über CampSA.

Reisekosten in Südafrika

Südafrika ist verglichen mit deutschen Preisen grundsätzlich ein eher günstiges Reiseland. Das trifft vor allem auch auf Roadtrips zu, denn sowohl Mietautos als auch Benzinpreise liegen deutlich unter den Preisen hierzulande.  Auch schöne Unterkünfte sind verhältnismäßig preisgünstig zu bekommen, wobei hier nach oben alles offen ist. Wie viel Budget du benötigst, hängt letztendlich natürlich sehr von deiner Art zu reisen ab. Hier kommen einige Beispiel-Kosten, an denen du dich orientieren kannst:

  • Flug: Die Kosten für den Flug hängen von vielen Faktoren wie der Reisezeit, dem Buchungsdatum und der gewählten Verbindung ab. Günstige Flüge nach Südafrika sind bereits ab 400-500 Euro für Hin- und Rückflug zu bekommen, oft liegen die Preise aber eher zwischen 700-800 Euro pro Person.
  • Mietwagen für 14 Tage (SUV mit Vollkasko ohne Selbstbeteiligung inklusive Reifen-, Glas- und Unterbodenschutz): 686,- EUR; zzgl. 86,- EUR für die Einwegmiete
  • Unterkünfte: zwischen 50 – 100 EUR pro Nacht für eine eigene Unterkunft  mit gewissem Mindeststandard in schöner Lage (Ferienhäuser, Guesthouses o.ä.); es geht aber definitiv auch günstiger sowie natürlich deutlich teurer.
  • Camping (in den Nationalparks): ca. 15 EUR pro Nacht
  • Eintritt Nationalparks / Naturschutzgebiete: Die Kosten variieren hier, liegen aber in etwa zwischen 5 – 20 Euro pro Person und Tag. Wenn Du mehrere Parks besuchen und dort teils auch mehrere Tage verbringen möchtest, kann sich die Anschaffung einer Wild Card lohnen,die aktuell rund 180 Euro (2.900 Rand) für eine Person oder 280 Euro (4.530 Rand) für zwei Personen kostet.
  • Tanken: ca. 0,80-0,90 Euro / Liter Benzin
  • Essen: Preise im Supermarkt sind in etwa mit Deutschland vergleichbar; Restaurantbesuche sind verhältnismäßig günstig (ich habe zum Beispiel in einem Restaurant in Wilderness für ein ausführliches Mittagessen mit frischem Smoothie rund 10 Euro bezahlt)

Reisen alleine als Frau in Südafrika

Ich bekomme oft die Frage gestellt, ob es denn sicher ist, allein und speziell als Frau in Südafrika zu reisen. Es gibt immer wieder negative Schlagzeilen und ja, Südafrika ist, obwohl verglichen mit anderen afrikanischen Ländern relativ europäisch geprägt, ein Land mit teils großen sozialen Ungleichheiten und entsprechenden Problemen. Während man grundsätzlich nirgendwo Wertsachen im Auto liegen lassen und ähnliche Regeln beachten sollte, die aber sowieso für einen Großteil der Welt gelten, beschränken sich diese Probleme größtenteils auf einige Brennpunkte, insbesondere Teile von Johannesburg und Kapstadt sowie Townships. Dort macht es dann allerdings auch keinen großen Unterschied mehr, ob man Frau oder Mann ist.

Ich habe mit Südafrikas Großstädten bisher kaum Erfahrungen gesammelt, kann aber sagen, dass ich mich auf meinen beiden Reisen und auch auf meinem 2-wöchigen Roadtrip immer hundertprozentig sicher gefühlt und keinerlei negative Erfahrungen gesammelt habe – egal ob entlang der typischen Touristenrouten wie entlang der Garden Route oder irgendwo in einem kleinen Dort mitten in der Wüste, obwohl sich meine Solo-Reiseerfahrungen bisher vor allem auf sehr bis eher westeuropäisch geprägte Länder beschränken und ich daher bestimmt sogar noch etwas sensibler war als manch andere/r.

Es wird immer Menschen und Medien geben, die negatives zu berichten haben – nicht nur außerhalb des Landes, sondern sogar vor allem auch in Südafrika selbst. Zumindest kennt jeder immer irgendjemanden, dem irgendetwas passiert ist. Ich persönlich kenne fast schon erstaunlich viele Leute, die mindestens einmal (und oft auch öfter) mehrere Wochen in Südafrika gereist sind und negative Berichte sind quasi nicht existent. Egal, ob es sich nun um einen Roadtrip mit Partner bzw. Freunden oder soloreisende Backpackerinnen handelt.

Also ja, meiner Meinung und Erfahrung nach ist Südafrika auch für alleinreisende Frauen ein gutes Reiseziel.

Nützliche Links und Reiseführer

Noch mehr Südafrika-Tipps und ganz viel Inspiration findest Du bei auch bei meinen Reiseblogger-Kollegen von Viel Unterwegs und Komm wir machen das einfach!, die beide schon ganz viel im Land unterwegs waren. Außerdem ist die Webseite von South African Tourism eine gute Anlaufstelle für Deine Reiseplanung.

Als Reiseführer habe ich mir vor Ort den Rough Guide to South Africa* besorgt, mit dem ich sehr zufrieden war.

Zudem habe ich mir für Wanderungen das Buch Hiking Trail of South Africa* als E-Book besorgt, letztendlich allerdings so gut wie nicht benutzt, da ich vor allem klassischere Wanderungen unternommen habe. Für jeden, der etwas mehr Zeit im Land verbringt und viel wandern möchte, ist das Buch aber definitiv eine gute Anschaffung, da es einen umfangreichen Überblick über Wandermöglichkeiten gibt und auch viele weniger bekannte Trails und Gebiete beinhaltet.


Hast Du auch schon mal einen Roadtrip durch Südafrika gemacht? Wo hat es dir am besten gefallen? Hast du noch Geheimtipps für schöne Wanderungen? Ich freu mich auf deinen Kommentar.

2 Comments

  1. Hallo Kathrin
    Toller Bericht aus Südafrika. Wir waren gleichzeitig wie du in Südafrika und auch im Mokala und Karoo Nationalpark. Einfach einige Tage nach dir…
    Vorsicht bei deinen Informationen bzgl. Wild Card! Die von dir angegebenen Preise beziehen sich auf südafrikanische und/oder SADC Staatsangehörige. Als internationale Touristen bezahlt man aktuell R2900 (ca. 180 Euro) als Einzelperson sowie R4530 (280 Euro) als Paar. Deutlich mehr als du angibst. Verglichen mit anderen (afrikanischen) Parkgebühren jedoch immer noch ein Schnäppchen…
    Gruss

    • Fräulein Draußen Reply

      Hui, da haben wir uns ja nur knapp verpasst. :-) Aaaah, danke für den Hinweis!! Es kam mir schon etwas sehr günstig vor, da hätte ich mir die Preistabelle nochmal genauer angucken müssen. Habs direkt geändert.

      Liebe Grüße
      Kathrin

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