[Enthält Werbung] „Guck mal da unten, ich glaub das sind die Drakensberge!“ Ehrfürchtig blicken Erika und ich durch das kleine, beschlagene Flugzeugfenster auf das mächtige Gebirge, dass tief unter uns die felsigen Köpfe aus den Wolken streckt. Wir sind auf der Heimreise von unserer Trekkingtour auf dem Amatola Trail in der südafrikanischen Provinz Eastern Cape. Und können auf dem 11-stündigen Nachtflug nur davon träumen, diese Berge da unten aus der Nähe zu sehen. Doch es sollte nicht lange dauern, bis dieser Traum wahr werden sollte…

Unsere zweite gemeinsame Reise nach Südafrika sollte uns nämlich genau dorthin führen. Mitten rein in die Drakensberge, mitten in das höchste Gebirge des südlichen Afrikas. In unserem Gepäck: Trekkingnahrung für 11 Tage, Schlafsäcke für Minustemperaturen und jede Menge Aufregung und Vorfreude. Aber auch ein bisschen Respekt vor der anstehenden Tour, die uns auf der gesamten Strecke mehr oder minder weglos durch die wilde Bergwelt führen sollte. Stets auf 3.000 Metern und höher, ohne jeglichen Kontakt zur Zivilisation.

Allerdings mussten wir uns dieser Herausforderung nicht ganz allein stellen, denn wir würden mit unseren zwei Guides von Itchy Feet SA unterwegs sein – sowohl für Erika als auch für mich eine Premiere. Die beiden kennen die Drakensberge wie ihre Westentasche und haben die Tour im Vorhinein nach unseren Wünschen für uns geplant (was in unserem Fall vor allem hieß: Viel Zeit zum Fotografieren und Filmen haben), uns Tipps zur Ausrüstung gegeben und uns am Vortag auch nochmal den Schnee(!!!)bericht geschickt. Denn obwohl jetzt Ende Oktober/Anfang November der südafrikanische Sommer endgültig im Anmarsch ist, muss man in so einem Gebirge eben immer mit allem rechnen, und so auch mit einer mehrtägigen Schlecht-Wetter-Front…


Werbehinweis: Meine Reise nach Südafrika geschah in Zusammenarbeit mit South African Tourism und enthält bezahlte Werbung für diesen Kooperationspartner. Meine persönliche Meinung und die Inhalte meiner Berichterstattung wurden dadurch nicht beeinflusst. Mehr zum Thema Werbung auf diesem Blog kannst Du hier nachlesen.


Auf Du und Du mit der Kaltfront

Es macht „klick“ und ich seufze erleichtert auf. Irgendwie habe ich das schier unmögliche doch noch geschafft und all meine Trekking- und Fotoausrüstung sowie Verpflegung  in meinem (zugegebenermaßen vor nicht probegepackten) Rucksack verstaut, ohne dass die Hälfte davon außen baumeln muss. Dieser Rucksack ist nun allerdings mindestes genauso voll wie mein Magen, der beim letzten richtigen Frühstück für elf Tage einfach nochmal alles geben musste.

Zusammen mit unseren beiden Guides Gustav und Godfrey fahren wir die letzten Kilometer zum Ausgangspunkt unserer Tour, dem Sentinel Car Park am nördlichen Ende der Drakensberge. Ab hier geht’s nur noch zu Fuß weiter. Für viele Touristen auf einer Tageswanderung zum Amphitheater, für uns in ein 11-tägiges Abenteuer. Auf den ersten Kilometern wandern wir noch auf gut ausgebautem, befestigtem Wanderweg, bis wir in „den Gully“ abbiegen. Das ist die Alternativroute zu den berühmt-berüchtigten Chain Ladders, am Fels befestigten Eisenleitern, die in zwei Etappen jeweils ca. 20 Meter steil nach oben führen und aktuell rundum erneuert werden.

Die Felsrinne ist ebenfalls relativ steil und unwegsam, ansonsten aber nicht weiter schwierig. Deutlich aufregender ist da schon der grollende Donner und einsetzende Schneefall, der plötzlich mitten in dieser Rinne über uns tobt. Es wird Zeit, den Rucksack abzusetzen und die Regenjacke herauszufischen. Etwas, das wir in den kommenden Tagen noch öfter tun sollten.

Heute sind nämlich nicht nur wir in den Drakensbergen angekommen, sondern auch besagte Kaltfront. Und die möchte uns ganz offenbar in den kommenden Tagen das Leben schwer zu machen. Am oberen Ende des Gully angekommen sehen wir nur noch Nebel und spüren den eisigen Wind gespickt mit nadelartigen Schneeflocken in unseren Gesichtern. Schnell beschließen wir, für die Mittagspause erstmal in einer nahegelegenen alten Hütte Unterschlupf zu suchen und dort in Ruhe zu überlegen, wie wir weitermachen. Auf die Mittagspause folgte die Kaffeepause, und irgendwann entscheiden wir gemeinsam, dass diese Hütte für heute Nacht die beste Alternative darstellt.

Eigentlich sah der Plan für heute ja vor, dass wir unsere Zelte ein paar Kilometer weiter nahe der Klippen aufstellen und den abendlichen Blick auf das Amphitheater, eine der eindrucksvollsten Formationen hier in den Drakensbergen, genießen würden. Aber das Wetter da draußen sieht weder nach einer gemütlichen Zeltnacht und schon gar nicht nach Ausblick aus.

Bei letzterem sollten wir uns allerdings täuschen, denn am Nachmittag reißt plötzlich und wie aus dem nichts der Himmel auf und wir laufen von der Hütte aus vor zur Kante. Dorthin, wo nur wenige Zentimeter von unseren Wanderschuhen entfernt die Berge abrupt in einer bis zu 1.000 Meter hohen Steilkante enden. Wo Nebelschwaden in endlosen Dauerschleifen über die Felsen wabern. Wo die Tugela-Wasserfälle, mit 949 Metern die höchsten Afrikas und die zweithöchsten der Welt, in die Tiefe stürzen, jetzt nach dem eher trockenen Winter und zu Beginn der Regenzeit allerdings noch nicht so wirklich viel Wasser führen. Wir können unser Glück kaum fassen.

Später am Abend sucht noch ein weiterer Wanderer in unserer Hütte Schutz vor dem Wetter, genauso wie eine Ice Rat, die eher aussieht wie ein riesiger, verdammt süßer Hamster und die hier in den Gebirgen Südafrikas zuhause ist. Nach einer dank nächtlichem Nager-Besuch, heulendem Wind und aufs alte Wellblechdach prasselndem Regen eher unruhigen Nacht starten wir am nächsten Morgen in dichtem Nebel und Nieselregen, wettertechnisch auf alles gefasst.

Aber wie das oft so ist, wenn man vom Schlimmsten ausgehst: Plötzlich weicht die Wolkendecke erst grauem, dann blauem Himmel und wir können entgegen aller Wettervorhersagen unseren Weg für einige Stunden in strahlendem Sonnenschein fortsetzen. Und nun sehen wir zum ersten Mal auch so richtig, wo wir hier eigentlich unterwegs ist. Sehen die endlosen Grasebenen, die hohen Gipfel, die wilden Pferde, die zackigen Felsen am Rand des Gebirges.

Und wir sehen die Geier, diese Könige der Lüfte, die über der Steilkante majestätisch ihre Kreise ziehen und ihren Nachwuchs waghalsig auf schmalen Felsvorsprüngen großziehen. Der berühmteste unter ihnen ist wohl der imposante Bartgeier, der mit einer Flügelspannweite von knapp 3 Metern zu den größten, flugfähigen Vögeln der Welt zählt. Heute sehen wir allerdings „nur“ die etwas kleineren, aber nicht mit minder beeindruckenden Kapgeier – die dafür aber ziemlich nah.

Fast hätten wir vor lauter Sonnenschein und fesselndem Naturschauspiel die Sache mit der Kaltfront schon wieder vergessen. Wenn wir nicht plötzlich, kurz bevor wir unser geplantes Nachtlager erreichen, von einer nasskalten Wolkenschicht inklusive Dauerregen umschlossen werden und somit letztendlich doch noch völlig durchnässt, aber immerhin glücklich in unseren Zelten landen.

Auch am nächsten Morgen haben uns diese Wolken noch fest im Griff. Da für heute nur eine relativ kurze Etappe geplant ist, harren wir bis mittags in unseren Zelten aus in der Hoffnung, dass die Sonne vielleicht doch noch den Kampf gegen das nasse Grau gewinnt. Ohne Erfolg. Irgendwann geben wir auf und packen unsere Zelte im Regen zusammen. Einmal unterwegs ist die Sache mit dem Regen wie so oft gar nicht mehr so schlimm, aber ein Traumwandertag sieht  natürlich trotzdem ein bisschen anders aus. Die Stimmung kann uns das aber nicht vermiesen, denn zum einen sind die Drakensberge selbst im schlechtesten Wetter immer noch ein wundervoller Ort und zum anderen wissen wir dank dem Wetter-Update, das unser Guide von seiner Frau auf seinen inReach erhalten hat, dass ab morgen Besserung in Sicht ist.

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In den Drakensbergen fällt abschalten leicht, denn es gibt so gut wie keinen Handyempfang. Mit dem inReach Mini von Garmin kannst Du aber trotzdem in Kontakt mit der Außenwelt bleiben! Der nur 100 Gramm ‚“schwere“ Notfallsender hat dank Satellitentechnologie weltweite Abdeckung und lässt Dich Nachrichten senden und empfangen. Dazu gibt es nützliche Funktionen wie GPS-Tracking und Wetterberichte. Und für den Notfall bist Du dank SOS-Funktion auch abgesichert!

Von Geburtstagen und Resupplys

Eine dichte Frostschicht liegt auf meinem Zelt, als ich pünktlich zum ersten Licht des Tages gegen 4:30 Uhr den Reißverschluss meines Zeltes ein Stückchen nach oben schiebe. Die Luft ist eisig und glasklar. Bald schon wird der Mond von der aufgehenden Sonne abgelöst, die sich wärmend über Zelte, nasse Schuhe, frostige Glieder und das strapazierte Gemüt legt. Wir breiten all unsere Sachen großzügig zum trocknen aus und schlürfen Kaffee in der schnell an Kraft gewinnenden Morgensonne. Die Kaltfront ist überwunden und dieser Moment so perfekt, dass man ihn am liebsten in den Rucksack packen und mitnehmen möchte, auch wenn der ja eigentlich schon reichlich gefüllt ist.

drakensberge trekking südafrika

Nachdem wir unsere Sachen ausgiebig getrocknet, die Wärme genossen und unsere Tagesetappe anhand der Karte durchgesprochen haben, wandern wir weiter. Unsere Route folgt grob immer der Steilkante, und so kommen wir in den Genuss zahlreicher Ausblicke auf diese wahnsinnig schöne Bergwelt. Auch am vierten Tag kann ich immer noch nicht richtig fassen, dass wir in dieser Traumlandschaft aus Basalt unterwegs sein dürfen. Der blaue Himmel, die Berge, der Blick über Südafrika – alles scheint unfassbar endlos. Und auch unsere Tour ist noch lange nicht vorbei.

Die Halbzeit rückt jedoch immer näher, und Halbzeit bedeutet für uns vor allem eins: Resupply! Am sechsten Wandertage treffen wir dafür am Organ Pipes Pass eine Gruppe Porter, die von unserem Guide organisiert Nachschub an Gas, Nahrungsmitteln und frische Kleidung zu uns hoch in die Berge bringen. Und, vielleicht am allerwichtigsten: Zwei Flaschen Savanna, einen überaus leckeren südafrikanischen Cider, der nach 6 Tagen Flusswasser eine überaus willkommene Abwechslung darstellt. Erika und ich köpfen noch vor Ort die Flaschen, bevor wir hoch zu unserem Schlafplatz steigen.

Und das ist diesmal ein ganz besonderer Ort: Gut versteckt in einer steilen Felswand, nur über einen schmalen, ausgesetzten Pfad erreichbar, liegt der kleine Roland’s Cave – eine Felshöhle, die maximal ca. 6 Leuten Platz zum Schlafen bietet. Dort drin  sind wir nicht nur vor dem Wetter geschützt, sondern haben auch den genialsten Ausblick, den man sich nur vorstellen kann. Gut in den Schlafsack eingepackt sehe ich aus der Höhle nachts die Sterne glitzern und morgens die Felsenwelt der Drakensberge in den buntesten Farben erstrahlen.

Und noch etwas erstrahlt an diesem nächsten Morgen: Eine Reihe Geburtstagskerzen, die Erika für mich organisiert hat und die ich nun ausblasen darf. Happy Birthday to me! Es gibt definitiv schlechtere Orte, an denen man seinen Geburtstag verbringen könnte. Genau genommen könnte ich mir tatsächlich keinen besseren vorstellen als diese kleine Höhle in einer Felswand hier im südlichsten Land des afrikanischen Kontinents. Beim Kerzenausblasen wünsche ich mir deswegen einfach mal gar nichts, sondern freue mich nur über den Moment.

Auf den höchsten Berg Südafrikas

Mafadi ist ein eigentlich eher unscheinbares Gipfelplateau, mit 3.450 Metern aber „trotzdem“ der höchste Gipfel in Südafrika. Und die 360-Grad-Rundumsicht von dort aus ist verdammt spektakulär. Auf drei Seiten breitet sich die die endlose Weite der Drakensberge aus, und auf einer Seite das nicht minder endlose südafrikanische Tiefland. Hier und da sind Siedlungen und Straßen sichtbar, dort unten in einer Welt, die uns in diesem Augenblick nicht weiter entfernt vorkommen könnte.

Denn unsere hier oben ist nur denjenigen zugänglich, die den Rucksack schultern, den an vielen Stellen mühsamen Aufstieg vom „Little Berg“ in den „High Berg“ wagen und zu Fuß die wunderbare Welt der Drakensberge erkunden. Auf unserer 11-tägigen Tour treffen wir auf ganze fünf solcher Wandergrüppchen, und das sind laut unseren Guides schon ungewöhnlich viele. Daneben sehen wir noch einige Hirten, die dem Bergvolk der Basotho aus dem benachbarten Lesotho angehören und hier oben im Sommer Kühe, Schafe und Esel hüten – mit nicht viel mehr als ein Paar Gummistiefeln und einer Decke über der Kleidung, wohl gemerkt. Ein überlaufenes Wandergebiet sieht definitiv anders aus.

Die Sicht vom Gipfel des Mafadi können wir heute quasi wolkenfrei genießen, und überhaupt ist der Wettergott uns in diesen Tagen ziemlich gnädig. Wir genießen unsere langen Kaffeepausen in der Sonne, halten unsere Füße in plätschernde Bäche, sitzen abends zusammen draußen vor den Zelten, bis die Sonne hinter den Bergen verschwindet. Da könnte man Dinge wie die eine Zeltnacht mitten im Gewitter oder den Wandertag im Schneetreiben, an dem wir uns für die Mittagspause zu viert unter dem Storm Shelter versammelt haben, um zumindest für 15 Minuten warm und trocken zu sein, glatt verdrängen. Aber so ist das eben in einem exponierten Gebirge auf 3.000 Metern Höhe und mehr.
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Abstieg mit Abschied

Irgendwann ist er da, der letzte Tag in den hohen Bergen. Zum ersten Mal laufen wir über die Kante, von der aus wie so oft begeistert nach unten gespäht haben. Über einen steilen, steinigen Pass geht es rund 1.000 Höhenmeter in die Tiefe. Zum ersten Mal sehen wir „unsere“ Berge von unten, bekommen ein ganz neues Gefühl für die gewältige Höhe der Steilhänge. Mit jedem verlorenen Höhenmeter wird es wärmer, werden die Blumen zahlreicher und irgendwann sehen wir sogar Bäume. Richtige Bäume.

Irgendwo während des Abstiegs haben wir die Tür zu der Welt da oben zugemacht, und jetzt sind wir hier auf der anderen Seite und das fühlt sich ziemlich ungewohnt an. Wir folgen einem schmalen Wanderweg bis zur Bannerman Hut, einer rustikalen Wanderhütte mit einigen Stockbetten und einem großen Esstisch.

Im Laufe des Abends gesellen sich noch zwei weitere Wandergruppen hinzu. Von hier aus trennen uns nur noch rund drei Stunden von unserem Ziel, dem Giant’s Castle Hutted Camp, wo Milchshakes, Chips, Cola, eine Dusche und ein richtiges Bett auf uns warten. Bis dahin werden wir aber noch ein letztes Mal den Blick auf die Berge genießen, die sich in den letzten 11 Tagen ganz tief in unser Herz geschlichen haben.

Zurück in der Zivilisation sind Erika und ich uns einig: Das war eine der schönsten Trekkingtouren, die wir jemals gemacht haben. Denn diese Drakensberge die sind mit ihrer Weite und ein Einsamkeit, ihren einzigartigen Felsformationen und dramatischen Wolkenspielen ein ganz besonderer Ort, den man nicht nur am besten, sondern quasi ausschließlich zu Fuß entdecken kann.

Und während meine liebe Begleiterin sich beim letzten Frühstück im Angesicht dieser Berge so langsam wieder auf den Rückflug nach Deutschland einstimmt, beschließe ich ganz spontan, noch zwei weitere Wochen zu blieben und mehr von diesem wunderschönen Land im südlichsten Winkel des afrikanischen Kontinents zu entdecken…

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Alle Infos zu unserer Tour

Wandertage: 11

Distanz: ca. 140 km

Höhenunterschied: ca. 5.000 Hm (Anstieg gesamt)

Höchster Punkt: 3.450 m (Mafadi)

Übernachtung: 7x Zelt, 1x Höhle, 1x alte Hirtenhütte, 1x einfache Wanderhütte

Verpflegung: Trekkingnahrung mit einem Resupply am 6. Tag

Touranbieter: Itchy Feet SA

Anreise: Direktflug von München nach Johannesburg mit South African Airways; anschließend Abholung durch unseren Touranbieter und 5-stündige Autofahrt zur Witsieshoek Mountain Lodge

Abreise: Übernachtung im Giants Castle Camp und Transfer zurück nach Johannesburg (Alternative: Flug von Durban)

Anforderungen: Obwohl es so gut wie keine richtigen Wanderwege in den hohen Lagen der Drakensberge gibt, ist das Wandern an sich dort nicht schwer. Die Wegfindung dafür schon sehr viel mehr, da es relativ wenig markante Geländepunkte gibt und zudem das Wetter jederzeit schnell umschlagen, man in einem Moment bei schönstem Sonnenschein wandern und kurze Zeit später kaum noch die Hand vor Augen im Schneetreiben sehen kann. Das ist natürlich nicht zuletzt auch durch die Höhe bedingt – wir befanden uns meistens irgendwo rund um die 3.000 Meter. Grundsätzlich sind die Drakensberge trotzdem auch für Trekkinganfänger geeignet, die eine gewisse Grundfitness mitbringen – dann allerdings auf jeden Fall mit Guide.

Ausrüstung: Wir haben unsere gesamte Ausrüstung mitgebracht, hätten uns aber theoretisch auch einige Dinge von unserem Touranbieter leihen können. Neben den Klassikern wie ausreichend Kleidungsschichten, gut passenden und eingelaufenen Wanderschuhen usw. sind vor allem folgende Dinge fürs Trekking in den Drakensbergen zu beachten:

  • Trekkingstöcke sind sinnvoll zur Unterstützung in dem weglosen Gelände
  • Schlafsack und Isomatte sollten auch im südafrikanischen Sommer für leichtere Minusgrade geeignet sein
  • das Zelt sollte windstabil und für mindestens drei, wenn nicht sogar vier Jahreszeiten geeignet sein
  • dünne Handschuhe gegen eisige Temperaturen und Wind

Trekking in den Drakensbergen – Tourenvorschläge

Vor allem in den hohen Lagen der Drakensberge gibt es quasi keine Wanderwege, allerdings einige etablierte Routen, von denen ich im Folgenden ein paar vorstelle. Daneben gibt es natürlich noch zahlreiche weitere Trekkingmöglichkeiten und viel Raum für individuelle Touren.

Theoretisch kann man diese Touren natürlich auch ohne Guide machen, allerdings sind genauere Informationen eher rar, weshalb dann eigene Planung mit Hilfe von Karten und ggf. Wanderführern notwendig ist.

Ich war in den Drakensbergen zum ersten Mal in meinem Leben mit Guide unterwegs und deren Wissen über geeignete Zeltplätze, Wasserstellen, versteckte Aussichtspunkte und natürlich die Route selbst war zweifelsohne eine ziemlich tolle Sache – zumal plötzliche Wetterumschwünge und dichter Nebel in den Drakensbergen an der Tagesordnung sein können und die Orientierung selbst für erfahrende Wanderer schwierig werden kann. Zudem wurde sich um die gesamte Logistik inklusive Resupply, Unterkünften am Start- und Endpunkt usw. gekümmert. Ich kann Dir nur empfehlen, Dich für Deine Trekkingtour in den Drakensbergen an einen Tourenanbieter zu wenden. Alle unten genannten Routen sind übrigens bei Itchy Feet SA buchbar – mehr Infos hier.

Die Grand Traverse

Circa 230 km und 14 Wandertage muss man bewältigen, um die Drakensberge in „normalem“ Tempo einmal zu Fuß zu überqueren. Vom Sentinel Car Park in den nördlichen Drakensbergen bis zum Bushman’s Nek im Süden. Einer genauen Route folgt die große Traverse nicht, allerdings gibt es einige Gipfel, die sozusagen Pflicht sind und als Checkpoints fungieren. Nur wer Mont Aux Sources, Cleft peak, Champagne Castle, Mafadi, Giants Castle und Thabana Ntlenyana auf seinem Weg vom Start- zum Zielpunkt überquert hat, darf von sich behaupten, die Grand Traverse gemeistert zu haben.

Auf der gesamten Länge der Traverse gibt es keine Hütten, Einkaufsmöglichkeiten oder ähnliches. Ein Resupply mit Lebensmitteln kann über Tourenanbieter wie Itchy Feet SA organisiert werden, der dann an geeigneten Stellen mit Hilfe von Portern geschieht. Auch die komplette Traverse wird hier aber als geführte Tour angeboten.

Die Northern Traverse

Die nördliche Traverse, oder auch Mini Traverse genannt, startet ebenfalls am Sentinel Car Park und endet am Cathedral Peak Hotel.  Die kleine Schwester der Grand Traverse dauert rund 5-6 Wandertage und ist ca. 100 km lang. Damit ist sie ideal, falls Du nicht gleich ganze zwei Wochen in den Drakensbergen unterwegs sein kannst und trotzdem ein abenteuerliches Trekkingerlebnis mit großartigen Ausblicken haben möchtest. Die letzte Etappe der Mini Traverse ist allerdings nichts für Menschen mit Höhenangst, denn der Teil zwischen Twins Peak und dem Cathedral Peak Hotel ist stellenweise sehr ausgesetzt (wenn auch prinzipiell technisch nicht weiter schwierig).

Die Bell Traverse

Die letzte Etappe der Northern Traverse wird auch als Bell Traverse bezeichnet, welche inklusive An- und Abstieg mit Start am Mike’s Pass um zwei Wandertage zu einer ca. 42 km langen 3-Tages-Wanderung ergänzt wird. Mit einem steilen und sehr langen Anstieg über den Organ Pipe’s Pass und der ausgesetzten Bell Traverse bestimmt kein leichtes, aber zweifelsohne ein lohnendes Unterfangen.

Mweni Circuit

Eine 3- bis 4-tägige Tour in einem sehr abgelegenen und eindrucksvollen Teil der Drakensberge, die am Mnweni Cultural Centre startet und endet. Da es sich dabei um eine Rundwanderung handelt, eignet sie sich perfekt auch für Reisende mit Mietwagen. Zudem gibt es hier im Gegensatz zur Northern und Belle Traverse keine ausgesetzten Stellen.

Mafadi Summit hIke

Wenn Du den mit 3.450 m höchste Gipfel Südafrikas besteigen möchtest, kannst Du das im Rahmen einer 4- bis 5-tägigen Rundtour machen, wobei es insgesamt über 2.500 Meter Anstieg zu überwinden gilt. Mafadi selbst ist ein eher unspektakulärer Gipfel, aber die 360-Grad-Rundumsicht (sofern das Wetter es zulässt) ist einfach nur grandios.


Warst Du auch schon mal in den Drakensbergen, vielleicht ja sogar auf einer mehrtägigen Trekkingtour? Oder hast Du noch Fragen zur Wanderung? Ich freu mich auf Deinen Kommentar!

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