Müde aber aufgeregt ließen Erika und ich uns auf die Holzbank vor unserer kleinen Hütte in Hogsback fallen, ein eiskaltes Savannah in der Hand und ein großes Abenteuer in Aussicht. Erst an diesem Morgen waren wir in Südafrika gelandet und direkt von East London weiter in das kleine Örtchen am Fuße der Amatola Mountains gefahren. Und morgen schon würden wir zum anderen Ende dieser Bergkette tief im Inneren des Eastern Cape gebracht werden, um in unser 6-tägiges Trekkingabenteuer in den Amatola Mountains zu starten.

Dan vom Hostel Away With The Fairies ging mit uns nochmal die komplette Route auf der Karte durch, während wir immer wieder vom Blick auf den Urwald, der sich unter uns bis hin zum Hogsback Mountain ausbreitete, abgelenkt wurden. Einer der ältesten Wälder Südafrikas, der J.R.R. Tolkien hartnäckigen Gerüchten zufolge zur ein oder anderen Schilderung für Herr der Ringe inspiriert hat. Irgendwo da hinten würden wir in 6 Tagen wieder rauskommen. Rund 100 km und zahlreiche Höhenmeter in den Beinen, bestimmt ein paar Gramm Körpergewicht ärmer und viele Erkenntnisse über die südafrikanische Wildnis reicher.

Die Affen sprangen um uns herum in den Bäumen umher, bunte Vögel verabschiedeten lauthals das letzte Sonnenlicht. Und wir gingen nach einer letzten Henkersmahlzeit in Form von Pizza zeitig ins Bett. Uns erwartete immerhin nicht einfach irgendein Trail, sondern der (vermeintlich) härteste Trail in ganz Südafrika. Und da kann ein bisschen Extra-Schlaf ja mal nicht schaden.

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Werbehinweis: Meine Reise nach Südafrika fand in Zusammenarbeit mit South African Tourism statt. Dieser Artikel enthält daher Werbung für diesen Kooperationspartner. Außerdem werden Affiliate Links verwendet. Wenn Du etwas über einen dieser Links kaufst, erhalte ich eine kleine Provision, ohne dass Du mehr bezahlen musst. Dies dient der Erhaltung meines Blogs. Mehr zum Thema Werbung kannst Du hier nachlesen.


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Tag 1 – Maden Dam bis Gwiligwili (15,3 km, ca. 6 Stunden)

Je näher die Berge rücken, desto holpriger wird die Straße. Aber Dan kennt hier quasi jedes Schlagloch und so stehen wir nach rund 1,5 Stunden Fahrt am Fuße der Amatola Mountains. Irgendwo am anderen Ende liegt Hogsback, von dem aus wir heute Morgen gestartet sind und den wir – wenn alles gut geht – in 6 Tagen wieder sehen werden.

Noch schnell vorm offiziellen Startschild des Trails posieren und los gehts. „Ab in den grünen Tunnel“, sage ich zu Erika, denn so ein bisschen wissen wir ja schon, was uns erwartet. Und das ist an den ersten beiden Tagen des Trails vor allem das grün in allen Schattierungen des südafrikanischen Urwalds.

Die ersten Schritte fühlen sich wie so oft auf einer Trekkingtour in einem unbekannten Land, dessen Vegetation und Tierwelt man so gar nicht kennt, ziemlich seltsam an. Und das gilt vor allem auch, wenn man quasi die ganze Zeit ein wahrlich ohrenbetäubendes Summen und Piepen im Ohr hat, aber keine Ahnung, wer oder was dieses Geräusch fabriziert.

Wir waren relativ spät gestartet an diesem Tag, die erste Etappe ist verhältnismäßig leicht und kurz. Leider bekommen wir dadurch aber die Hitze des Tages nun mit aller Macht zu spüren. Hier in den Wäldern unten an den Berghängen geht kein Lüftchen und versprochenene 30 Grad fühlen sich eher an wie 40. Der Schweiß läuft in Strömen, aber immerhin gibt es in regelmäßigen Abständen kalte Bäche, an denen wir uns ein paar Grad herunterkühlen und den Wasserhaushalt auffüllen können.

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Und das ist auch dringend notwendig, denn nach einigen harmlosen Kilometern zum Einlaufen nimmt der Trail Fahrt auf und gibt uns einen ersten Vorgeschmack von dem, was noch kommt. Es geht immer wieder auf und ab und auf und ab… bis wir irgendwann deutlich erschöpfter als gedacht, aber ziemlich euphorisch Gwiligwili, die erste Hütte auf dem Amatola Trail, erreichen.

Und was für eine Hütte das ist! Deutlich größer und schöner, als wir uns das so vorgestellt hatten. Inklusive Grillstelle und Aussichtspunkt mit Bank und Tisch. Nach einer kalten Dusche (ja, es gibt sogar Duschen auf den Hütten!) trinken wir unseren hart verdienten Instantcappuccino in der Abendsonne und haben immer noch nicht ganz realisiert, dass wir gerade wirklich in Südafrika sitzen.

gwili gwili hut amatola trail

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Tag 2 – Gwiligwili bis Dontsa (16,8 km oder 19 km; ca. 8,5 Stunden)

Der Wecker klingelt um 5 Uhr, das erste Licht des Tages zeichnet sich gerade erst durch die ziemlich sauberen Glasscheiben ab. Ab Tag 2 ist frühes Aufstehen angesagt, denn die Wandertage werden ab jetzt nochmal deutlich länger sein. Außerdem soll es heute nochmal heiß werden und wir wollen die kühleren Morgenstunden nutzen.

Nach einer großen Portion Porridge mit frischem Apfel (ja, wir haben tatsächlich für jeden Tag einen kleinen Apfel eingepackt – weil wir ja auch quasi sonst nichts zu tragen haben!) setzen wir unseren Weg durch den grünen Tunnel fort. Und als die Morgensonne durch das grüne Blätterdach bricht und in diesem Moment sogar das nach wie vor ziemlich prominente Surren verstummt, wird uns zum ersten Mal so richtig klar, dass dieser Tunnel ein ganz besonderer Ort ist. Es ist ein Urwald, wie man ihn sich schöner nicht ausmalen könnte. Mit großen Farnen, knorrigen Lianen, mysteriösen Knubbelbäumen, exotischen Vögeln und allem drum und dran.

Und spätestens als wir zum ersten Mal eine Singzikade auf frischer Tat ertappen und nun auch wissen, wer für den durchdringenden Lärm verantwortlich ist, fühlt sich dieser Urwald schon sehr viel mehr nach Zuhause an. Auch wenn ich zugegebenermaßen mit so vielen Spinnen und ihren Netzen in meinem Wohnzimmer vielleicht doch mal den Kammerjäger rufen würde…

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Diese Momente sind es dann auch, in denen wir besonders froh über unsere Trekkingstöcke sind. Mit denen lassen sich die Spinnennetze über den Wegen nämlich ganz hervorragend beseitigen. Mal abgesehen davon, dass wir sie natürlich auch sonst ziemlich gut gebrauchen können, denn es folgen immer wieder steile Passagen, an denen unsere Knie und unser Gleichgewichtssinn sehr dankbar für die zusätzliche Unterstützung sind.

Und plötzlich ist er da. Der erste Aussichtspunkt. Der erste Blick auf das was um uns herum ist – und zwar von oben und nicht von unten. Zum ersten Mal nach 1,5 Tagen sehen wir die halbkreisförmig angeordnete Bergkette der Amatola Mountains, das grüne Farmland mit den weit verstreuten Siedlungen und den Himmel. Ziemlich blau, hier und da ein bisschen weiß und ganz ohne Unterbrechungen durch Blätter und Äste. Das verlangt nach einer ausgiebigen Pause mit Aussicht, während der ich aber schon bald die Augen schließen und ein Nickerchen machen muss, um Kraft zu sammeln für die zweite Hälfte des Tages.

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Und die brauchen wir auch, denn ab Nachmittag sind Gewitter vorher gesagt und für die würden wir eine schützende Hütte den Wäldern und Berghängen definitiv vorziehen. Erste Anzeichen hängen schon ab Mittag am Himmel, die schwüle Luft wird immer drückender. Wir wollen vorwärts kommen und können es doch nicht so wirklich, denn immer wieder müssen wir über Felsen kraxeln oder uns durch zugewachsene Wiesen und Wege schlagen. Was unter anderen Umständen sogar Spaß machen würde, wird hier mit fortschreitender Zeit zu einer echten Belastungsprobe, wobei es eher die ständig notwendige Konzentration auf den Weg als die körperliche Herausforderung ist, die mir die Kräfte raubt.

Die Pausen werden häufiger, nicht nur, um Energie in Form von Schokolade und Weingummis aufzunehmen, sondern auch um den handtellergroßen Heuschrecken, die in ihrem bunten, glänzenden Panzer aussehen wie Plastikspielzeug, die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdienen.

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Die letzten Kilometer bis zur Hütte ziehen sich gefühlt bis in die Endlosigkeit, und doch erreichen wir die Dontsa Hut gegen 15 Uhr und damit rechtzeitig vor dem Regenguss. 8 Stunden haben wir gebraucht, genau wie in der Karte angegeben. Für 18 Kilometer!

Die Dontsa Hut liegt mitten im Wald und während wir auf der überdachten Veranda sitzen und darauf warten, dass das Feuer in Glut übergeht und wir Kaffee kochen können, sind die Strapazen des Tages schon fast wieder vergessen. Aber auch nur fast.

amatola trail dontsa hut

Tag 3 – DontSa bis Cata (13,5 km; ca. 7 Stunden)

Meine Beine fühlen sich an wie Blei, als wir unser Nachtlager verlassen und die dritte Etappe des Amatola Trail in Angriff nehmen. Es braucht einige Zeit, bis dieses Gefühl verschwindet, aber dann läuft plötzlich alles wieder wie geschmiert. Deshalb entscheiden wir uns auch dafür, die Routenvariante über den 1.642 Meter hohen Doornkop zu nehmen – den ersten kleinen Gipfel unserer Wanderung. Nur wird daraus leider nichts, denn ein Schild mit der Aufschrift „Temporarily Closed“ (das gar nicht so „temporarily“ aussieht) versperrt uns an der Abzweigung den Weg.

Etwas missmutig schlagen wir den tiefer bleibenden Alternativweg durch den Hovald Forest ein. Nicht wissend, dass diese Etappe ein äußerst ebenbürtiger Ersatz sein würde. Wir laufen über Berghänge mit ganzen Meeren aus Wildblumen, vorbei an den bisher beeindruckendsten Wasserfällen der Tour und durch Waldabschnitte, in denen wir regelrecht Ausschau nach kleinen Feen halten, die auf Lichtungen auf Steinen sitzen und in der Sonne ihre Flügel wärmen. Feen sehen wir zwar nicht, dafür aber immerhin waschechte Krabben, die in den Flüssen und an den Wasserfällen leben und mit denen wir nun wirklich nicht gerechnet hatte. Ob die Route über den Berg auch so eindrucksvoll und spannend gewesen wäre? Ich würde es fast bezweifeln…

amatola trail urwald

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amatola trail wanderung

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Als sich die beiden Wege nach einigen Kilometern wieder treffen, wartet mit dem Waterfall Forest noch ein weiteres Highlight auf uns. Leider hat sich in der Zwischenzeit dichter Nebel ausgebreitet und auch gleich noch ein bisschen Regen mitgebracht. Für den Waterfall Forest hat man drei unterschiedliche Varianten zur Auswahl: Eine einfache Route, die mehr oder weniger komplett außen rum führt, eine mittelschwere, die zumindest den ersten Teil den Fluss hinabsteigt und dann auf einen Forstweg ausweicht und eine schwere, die nochmal ordentlich Höhenmeter verliert, die man später alle wieder hinauf muss, aber gleichzeitig natürlich auch landschaftlich am meisten bietet. In Anbetracht des Wetters entscheiden wir uns für die goldene Mitte und können so zumindest einen ersten Eindruck von der verwunschenen Schlucht mit ihren Wasserfällen bekommen.

Die letzten Kilometer auf der Forststraße sind da schon deutlich weniger zauberhaft, aber in gewisser Weise sind wir doch dankbar für diese Möglichkeit, denn mittlerweile ist das Wetter wirklich ziemlich miserabel geworden. Durchnässt und erschöpft erreichen wir die Cata Hut, die wir im dichten Nebel erst im letzten Moment entdecken. Begrüßt werden wir von einer Herde Ziegen, die sich unter der auf stelzen gebauten Hütte vor dem Wetter verkrochen hat. Feuer für unsere heiße Dusche haben sie leider nicht gemacht, weshalb wir aufs Duschen lieber gleich ganz verzichten und direkt zu Kaffee, Abendessen und Schlafen übergehen.

amatola trail cata hut

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Tag 4 – Cata bis Mnyameni (18,2 km; ca. 8,5 Stunden)

Der vierte Tag auf dem Amatola Trail – und es kommt, wie es kommen muss: Heute ist der Tag, an dem wir mit Geju Peak über einen der höchsten Erhebungen der Amatola Mountains und den höchsten Punkt des Trails gewandert wären. Von hier aus kann man bei guter Sicht bis zum Indischen Ozean blicken! Nur leider ist unsere Sicht so ziemlich das Gegenteil von gut. Beim Aufstieg auf das Bergplateau haben wir manchmal Mühe, überhaupt die nächste Markierung im Nebel und Dauernieselregen zu entdecken. Deshalb lassen wir dann auch den Gipfel letztendlich im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und nehmen die etwas kürzere Alternativroute, bei der man sich allerdings kaum Höhenmeter spart.

Es ist kalt, es ist nass, wir hatten beide irgendeine Wasserquelle des Vortags nicht so richtig gut vertragen und fühlten uns dementsprechend schlapp – und dann kam auch noch das Blockfeld. Ein Meer aus Felsblöcken, die im Regen fast schon zum Garant für verdrehte Knie und gebrochene Knöchel werden. Dementsprechend vorsichtig kraxeln wir, und dementsprechend erleichtert sind wir, als wir wohlbehalten die andere Seite erreichen. Nur um dann etwas weiter unten das gleiche Spiel nochmal von vorne zu spielen, denn dort geht es über das gleiche, wenn auch etwas schmalere Blockfeld wieder auf die Seite, von der wir ursprünglich gekommen waren. Diese Wegführung hat sich uns bis heute nicht erschlossen, denn man hätte auch einfach den Grashang weiter bergab steigen können und wäre ebenfalls wieder dort gelandet.

amatola trail erfahrungsbericht

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Irgendwann hört der Regen auf und mit der trockenen Kleidung kehrt auch unsere gute Laune zurück. Die Landschaft um uns herum ist aber auch einfach zu großartig, und so sehr der dichte Nebel uns die Aussicht vom Gipfel versaut hatte, so malerisch unterstreicht er jetzt die imposante Schlucht, die vor unseren Augen aus den weißen Schwaden auftaucht. Wir wandern eine ganze Zeit lang an ihrer Kante entlang, bis es irgendwann steil bergab und mitten rein ins Getümmel aus Urwald und Wasserfällen geht. Zu Anfang sind wir noch ganz entspannt, doch langsam aber sicher wird uns bewusst, dass es vielleicht doch keine so gute Idee war, am Morgen in dem Versuch, den Regen umgehen zu können, erst deutlich später zu starten. Und dass es vielleicht auch nicht die beste Idee war, der alten Kilometermarkierung statt der neuen zu vertrauen, einfach nur weil es uns plausibler vorkam. Mit anderen Worten: Wir hatten ein Zeitproblem.

Blöderweise gibt es wenig schlechtere Abschnitte auf dem Amatola Trail, um ein Zeitproblem zu haben, denn hier muss man immer und immer wieder von links nach rechts und von rechts nach links über den Fluss, der nach dem ganzen Regen zudem ziemlich angeschwollen ist. Und wenn wir nicht gerade auf Steinen und Gestrüpp über den Fluss balancieren, geht es steil bergab über rutschigen Waldboden und Felsen. Nein, es ist wahrlich kein guter Ort für zwei erschöpfte Wandersfrauen, die auf keinen Fall im dunkeln in diesem Gelände unterwegs sein wollen. Und in so einer Situation die richtige Mischung aus Vorsicht und Geschwindigkeit zu finden ist verdammt schwer.

Es gelingt uns dennoch und wir erreichen die Mnyameni Hut mehr als rechtzeitig vor der Dämmerung. Selten war ich bis jetzt so froh über den Anblick einer Hütte gewesen – und diese hier war dazu noch ein ganz besonderer Anblick. Ganz allein liegt sie in einem Talkessel, umgeben von Wald und Wiesen und weitab von jeglichen Zeichen von Zivilisation.

amatola trail erfahrungsbericht

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amatola trail mnyameni hut
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Tag 5 – Mnyameni bis Zingcuka (15 km; ca. 7 Stunden)

Nach einer riesigen Portion Schlaf geht es uns am nächsten Tag erstaunlich gut. Vielleicht ist es aber auch die Aussicht auf einen sonnigen Tag, die uns die ersten steilen Kilometer voran treibt. Die Bergflanke an der Rückseite der drei Hogsback Mountains schenkt uns einen großen grünen Streifen Gras mit Baum, auf den wir uns dankbar plumpsen lassen. Wir liegen in der Sonne, genießen den Blick auf den Berg, der uns am Tag zuvor leider verwehrt blieb und sind einfach nur dankbar für dieses Abenteuer, für die wunderbare Natur und wie immer für die Trekkingstöcke, die dieses Mal als Halterung für die vom Vortag noch nassen Socken dienen.

amatola mountains wandern

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Weiter geht es auf einem schmalen Pfad unterhalb der Gipfel, nichts kann unsere gute Laune schmälern. Auch nicht die Disteln und Brombeersträucher, die fröhlich in den Weg ragen, damit wir auch bloß nicht zu schnell voran kommen. Ein bisschen Armtraining kann zum Ausgleich ja sowieso nicht schaden, und so betätigen wir uns mit unseren Trekkingstöcken direkt als Wanderwegpfleger. Irgendwann steigen wir über den Sattel und sehen vor uns ein kleines Paradies aus Wiesen, Bächen und Wasserfällen. Dieses Mal balancieren wir nicht auf Steinen über den Fluss, sondern ziehen unsere Schuhe aus, kühlen die heißen Füße im Wasser und freuen uns wie Sonnenkönige über den schönen Tag.

Ein spektakulärer Wasserfall folgt dem nächsten, wäre es noch einen Tick wärmer, würden wir hier glatt die Badesaison einleiten. Stattdessen begnügen wir uns mit ausgiebigen Pausen, was auch schon dem Himmel auf Erden gleichkommt und nur noch von der einen Aussicht vom Felsen hoch über dem Wolf River Main Forest getoppt wird. Und von der Tatsache, dass es auf dieser Etappe tatsächlich so etwas wie ebene Passagen gibt, auf denen man einfach nur einen Fuß vor den anderen setzen kann, ohne bei jedem Schritt aufpassen zu müssen. An diesem Tag ist alles irgendwie sehr perfekt und die großartig gelegene Zingcuka Hut ist der krönende Abschluss für unsere Nächte auf dem Trail.

trekking in südafrika auf dem amatola trail

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amatola trail zingcuka hut

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Tag 6 – Zingcuka bis Hogsback (19,7 km; ca. 8,5 Stunden)

Leider verabschiedet sich die Perfektion über Nacht wieder, denn es regnet durch und hört auch am Morgen nicht auf. Heute würde mit der Tour über den Hogsback Mountain nochmal ein weiteres Highlight des Trails anstehen, allerdings auch eines, welches abermals sehr herausfordernd sein würde und zudem für die Orientierung im Gipfelbereich gute Sicht erfordert.

Schweren Herzens entschieden wir uns dazu, diesen letzten Tag komplett zu umgehen und über Forststraßen zurück nach Hogsback zu wandern. Wir wollten unser Glück einfach nicht weiter herausfordern, zumal es in Anbetracht der dicken Wolken, die die Berge verhüllen, auch einfach keinen Sinn mehr gemacht hätte.

Nicht gerade das fulminante Finale, auf das wir uns gefreut hatten, so ein Wandererdasein auf Schotterstraßen inmitten von Forstarbeiten und deren Folgen für die Landschaft. Auch wenn wir wissen, dass unsere Entscheidung die Richtige gewesen war, ist es unter diesen Umständen schwierig, sich auf das Ende der Tour und unsere Ankunft in der Zivilisation nach sechs Tagen in der südafrikanischen Wildnis zu freuen. Am Zieleinlauf gaben wir aber trotzdem nochmal alles fürs Finisher-Foto.

Und auch als wir wieder auf unserer Holzbank vorm Away With The Fairies Hostel sitzen und die wohlverdiente Pizza mit eiskaltem Savannah runterspülen, will sich kein richtiges Hochgefühl einstellen. Je länger wir jedoch von dort aus auf den Hogsback Mountain blicken, der sich wirklich kein einziges Mal an diesem Tag seiner Wolken entledigte und uns somit in unserer Entscheidung nochmal bestärkt, wird uns bewusst, dass wir zwar an zwei Tagen Pech mit dem Wetter, vor allem aber an vier Tagen Glück gehabt hatten! Und dass es eine wirklich großartige Tour gewesen war, auch wenn wir einige ihrer Höhepunkte (im wahrsten Sinne des Wortes) leider verpasst haben.

So ging die Enttäuschung über den letzten Tag Stück für Stück doch noch in Stolz und Glück über. Und in Wehmut, denn so viel der Trail uns auch an Kräften geraubt hatte, so viel hatte er uns in Form von Stärke und großartigen Momenten auch wiedergegeben.

Mein Fazit zum Amatola Trail

„Härtester Trail Südafrikas“, „Bester Trail Südafrikas“… bei der Recherche zum Amatola Trail in der Region Eastern Cape kommt man um Superlative nicht drumherum. Und im Nachhinein kann ich mir – ohne andere Trails in Südafrika persönlich zu kennen – vorstellen, dass alle diese Superlative zutreffen.

Die Tour führt durch wunderschöne Landschaften, die so ganz anders sind als das, was man von Südafrika normalerweise kennt. Die Urwälder sind mit ihren Wasserfällen und glasklaren Felsenpools einfach nur großartig und waren definitiv mein Highlight. Aber auch die Bergwelt ist wunderschön wild und beeindruckend.

Punktabzug gibt es in Sachen Landschaft und Lage allerdings, weil man sich auf dem Trail insgesamt doch relativ oft an die Zivilisation erinnert fühlt, obwohl wir in den ganzen sechs Tagen keiner Menschenseele begegnet sind. Das liegt vor allem an der forstwirtschaftlichen Nutzung einiger Flächen, durch die der Trail führt und an der Tatsache, dass man wegen der exponierten Lage der Bergkette immer Blicke auf die umliegenden Siedlungen und Dörfer hat.

Der Amatola Trail ist zweifelsohne sehr herausfordernd und hat Erika und mich mehr als einmal an unsere Grenzen gebracht. Und dennoch hatte ich nie das Gefühl, überfordert zu sein. Der Amatola Trail war für mich als einigermaßen fitten Menschen, der schon die ein oder andere Trekkingtour bestritten hat, definitiv die gute Art von Herausforderung. Und ich denke, das sind auch die zwei Voraussetzungen, die man mitbringen muss, um die Tour bestreiten und dabei noch genießen zu können. Dann aber ist sie ein ganz besonderes Abenteuer in einem sehr ursprünglichen Teil von Südafrika und fernab von den typischen Touristen-Hotspots.

Unabhängig davon würde ich einen Besuch in Hogsback und den umliegenden Wäldern und Bergen wirklich jedem empfehlen, der durch Südafrika reist und die Möglichkeit dazu hat. Die Landschaft hier ist einfach toll. Und es gibt auch tolle Tageswanderungen bzw. Möglichkeiten für kürzere Rundwanderungen auf dem Amatola Trail, falls die ganzen sechs Tage nicht ins Zeit- bzw. Konditionsbudget passen. (Mehr dazu weiter unten.)

Trekking auf dem Amatola Trail – Tipps & Infos

Hier kommt alles was Du wissen musst, wenn Du auch den Amatola Trail wandern willst.

Route

Der Amatola Trail startet am Maden Dam nahe King William’s Town und verläuft auf rund 100 km einmal über die komplette Länge der Amatola Mountains bis zum Ort Hogsback. Dabei führt er vor allem im ersten Teil und auch danach immer wieder durch alte, naturbelassene Urwälder, vorbei an eindrucksvollen Wasserfällen und glasklaren Pools, aber auch entlang steiler Berghänge und über einige der höchsten Punkte der Bergkette.

Anforderungen & Schwierigkeit

Der Amatola Trail birgt zwar keine besonderen technischen Herausforderungen, erfordert aber ein relativ hohes Maß an Trittsicherheit und Ausdauer. Auch wenn sich die Längen der Tagesetappen erstmal harmlos anhören: Viele steile Passagen mit insgesamt bis zu 1.000 Höhenmetern im Auf- und Abstieg, rutschige Passagen, Flussüberquerungen und überwachsene Wege nehmen sehr viel mehr Zeit in Anspruch, als man es von „normalen“ Wanderwegen gewohnt ist. So haben wir zum Beispiel an einem Tag für rund 13 km mal eben 7 Stunden gebraucht!

Und besonders bei nasser Witterung werden viele Teile des Trails zu einer noch größeren Herausforderung. Daher würde ich Dir auch nicht empfehlen, den Trail in Angriff zu nehmen, wenn viel Regen vorher gesagt ist.

Der Amatola Trail ist definitiv ein waschechtes Abenteuer und für Menschen, die ein solches und eine gewissen Herausforderung suchen, ziemlich perfekt. Jeder der schon die ein oder andere Trekkingtour hinter sich hat und eine gewissen Grundfitness mitbringt, kann den Trail in Angriff nehmen. Für Anfänger ist er aber definitiv nicht geeignet.

amatola trail erfahrungsbericht
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Orientierung & Beschilderung

Der Weg ist durchgehend gut mit gelben Markierungen in Form eines Fußabdrucks markiert, die sich auf allem befinden können, was es gibt (Felsen, Bäume, umgefallene Baumstämme etc.). Es gab nur sehr wenige Stellen, an denen wir uns unsicher waren und auch hier fanden wir nach kurzer Zeit immer die nächste Markierung.

Der Trail bei uns zwar gerne mal zugewachsen, aber dennoch immer gut als solcher erkennbar. Allerdings solltest Du darauf achten, nicht aus Versehen anderen Trampelpfaden, die es immer wieder gibt, zu folgen. Da die Markierungen sehr eng gesetzt sind, wirst Du spätestens alle paar Minuten eine sehen. Falls das also nicht der Fall sein sollte, bist Du ziemlich sicher auf einem falschen Weg gelandet.

Seit kurzem gibt es auch Kilometermarkierungen entlang des Trails (die letzten zwei Etappen stehen noch aus, sollen aber auch bald nachgeholt werden). Wir haben allerdings die Erfahrung gemacht, dass die Markierungen zwar oft, aber nicht immer mit der Realität überstimmen. Sie bieten zwar einen guten Anhaltspunkt, im Zweifelsfall solltest Du Dich aber eher auf die Karte, Dein Gefühl und im Idealfall dein eigenes GPS-Tracking verlassen.

Ein GPS-Track für die Route ist übrigens nicht verfügbar und eigentlich auch nicht notwendig. Vor Deinem Start bekommst Du im Away With The Fairies Hostel eine detaillierte Karte, die zwar nicht perfekt, aber für die Orientierung eigentlich mehr als ausreichend ist und zudem nochmal viele Infos rund um die Route, die Hütten usw. beinhaltet. Auch Dinge wie Wasserstellen, Aussichtspunkte und Routenalternativen sind hier eingezeichnet. Einen Kompass und ggf. eine Offline-Karte der Region auf dem Handy oder GPS-Gerät solltest Du trotzdem dabei haben.

Beste Reisezeit

Der Amatola Trail ist prinzipiell das ganze Jahr über begehbar, am besten geeignet sind aber der südafrikanische Frühling und Herbst, denn dann ist das Wetter statistisch gesehen am wenigsten extrem. Im Sommer kann es sehr heiß werden, aber auch kalt und nass. Im Winter sind die Tage kürzer und sogar Schnee ist in den höheren Lagen möglich.

Wir waren im Mitte Februar auf dem Trail unterwegs und hatten in Sachen Wetter so ziemlich alles dabei. Von stickigen und schwülen 30 Grad bis hin zu eisigen Tagen mit Regen, Nebel und Wind.

Tierwelt entlang des Amatola Trail

Das wichtigste vorneweg: Du wirst es auf dem Amatola Trail aller Wahrscheinlichkeit nach mit keinen giftigen oder sonstwie gefährlichen Tieren zu tun bekommen. Es gibt zwar giftige Schlangen und wir haben auch ein paar unterwegs gesehen, die sind aber sehr scheu und es kam noch nie zu Schlangenbissen auf dem Trail. Nicht zu verwechseln mit den bis zu vier Meter langen Erdwürmern, deren Hinterlassenschaften vor allem auf den ersten beiden Etappen sehr präsent sind! Die Würmer selbst hingegen wirst Du eher nicht sehen, wir sind nur einmal auf ein Exemplar gestoßen, und das war vielleicht 30 cm lang.

Manche machen sich auch Sorgen wegen der Baboons (Affen), die hier in den Wäldern leben und denen Du vor allem am fünften Wandertag neben anderen kleineren Arten begegnen kannst. Die sind allerdings im Gegensatz zu denen, die an Touristen-Hotspots leben und für ihre Tücken berüchtigt sind, nicht an Menschen gewöhnt und stellen kein Problem dar.

Was Tiere angeht, wirst Du wohl am häufigsten auf Spinnen treffen, die ihre Netze über den Weg spannen. Die waren allerdings nie sonderlich groß oder sonstwie furchteinflößend. Wenn Du also keine ausgewachsene Spinnenphobie hast, wird Dir das nichts ausmachen.

Daneben hatten wir auch mit vielen Zecken das zweifelhafte Vergnügen, die wir teilweise in ganzen Scharen von unseren Hosen absammeln mussten. Da es hier relativ feucht ist und wir viel durch hohes Gras und Büsche gewandert sind, bleibt das zu dieser Jahreszeit nicht aus. Uns bzw. mich hat aber nur eine wirklich erwischt, den Rest konnten wir rechtzeitig entfernen. Hier hilft natürlich eine helle, lange Hose.

Mit Mücken und Bremsen hingegen hatten wir kaum und nur an einigen Stellen, z.B. direkt an Flüssen, Probleme.

Essen und Trinken

Verpflegung muss für die kompletten sechs Wandertage mitgebracht werden. Da es in Hogsback nur einen sehr kleinen Supermarkt gibt, solltest Du auf jeden Fall schon auf dem Weg dorthin alles nötige einkaufen. Trinkwasser hingegen ist fast überall im Überfluss vorhanden! An den Hütten gibt es Trinkwassertanks bzw. Bäche, das Wasser aus den Tanks solltest Du, wenn Du sicher gehen willst, aber lieber filtern oder desinfizieren. Stehendes Wasser ist immer risikoreicher als fließendes. Entlang des Weges gibt es von letzterem dafür sehr viel, das Du quasi bedenkenlos trinken kannst. Entlang einiger Wiesen, auf denen Kühe weiden, solltest Du das Wasser zur Sicherheit lieber meiden bzw. behandeln.

Nur an Tag zwei der Wanderung solltest Du je nach Temperaturen mit mindestens 2 Litern von der Hütte starten, denn das ist der einzige Tage, an dem man nicht so vielen Flüssen begegnet – vor allem nicht, wenn die vergangenen Tage regenarm waren.

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amatola trail dontsa hut

Hütten

Die fünf Hütten sind einer der riesigen Pluspunkte des Trails und waren deutlich luxuriöser und besser in Schuss als man meinen könnte. Jede Hütte besteht aus zwei oder mehr Schlafräumen mit Stockbetten und Matratzen für bis zu 16 Personen, auf denen man seinen Schlafsack ausbreiten kann. Die ersten beiden Hütten haben zudem einen Aufenthaltsraum mit großem Tisch und Bänken.

Draußen gibt es eine Grillstelle für das traditionelle Braai, die südafrikanische Form des Grillens. Holzscheite waren bei uns auch immer vorhanden, ansonsten kannst Du aber auch in der Umgebung sammeln gehen.

Und die sind nicht nur fürs Essen kochen, sondern auch für eine heiße Dusche nützlich! Die gibt es nämlich tatsächlich an den Hütten des Amatola Trails, zumindest wenn man das Feuer unter dem Wasserkessel schürt und 1-2 Stunden wartet, bis das Wasser heiß ist. Wir haben es allerdings nicht ausprobiert, denn an den heißen Tagen war uns eine kalte Dusche sowieso lieber und an den kalten und nassen Tagen wollten wir noch nicht mal mehr für eine heiße Dusche die Hütte verlassen. Theoretisch die Möglichkeit zu haben war aber trotzdem toll!

Neben den Duschen gibt es natürlich auch Toiletten, an der ersten Hütte einfache Plumpsklos und an den übrigen sogar mit Wasserspülung ausgestattet. Klopapier muss man aber mitbringen.

Und auch Trinkwassertanks gibt es an den Hütten, bis auf die fünfte (Zingcuka), an der dafür aber quasi direkt neben der Hütte in Bach vorbei fließt.

Die Lage der ersten beiden Hütten ist relativ zivilisationsnah in Forstbaugebieten mit Schotterstraßen in der Nähe, die auch benutzt werden. Erst ab der dritten Hütte kommt so ein wirkliches Gefühl von Abgeschiedenheit auf, das mit der vierten Hütte seinen Höhepunkt erreicht.

Gepflegt und gewartet werden die Hütten übrigens vor allem von Department of Agriculture, Forestry and Fisheries, die auch mehrere sogenannte Forest Stations in der Nähe des Trails haben. Seit einiger Zeit gibt es aber auch die Vereinigung Friends of the Amatola Trail, die sich ebenfalls um den Weg kümmert.

gwili gwili hut amatola trail

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Sicherheit

Es gibt mehrere Zugänge zum Trail in Form von Forststraßen, die im Falle des Falles als Ausweg bzw. Rettungsweg genutzt werden können. Am abgelegensten und schwierigsten erreichbar sind die vierte und fünfte Etappe. Erste Anlaufstelle bei Problemen ist das Forest Department, die Telefonnummern hängen in den Hütten aus.

Die Abdeckung mit Mobilfunknetz entlang des Trails ist zwar relativ gut, aber dennoch lückenhaft, vor allem in niedrigeren Lagen. Wir hatten zur Sicherheit einen GPS Notfallsender dabei, in dem wir gleichzeitig auch die Koordinaten der Hütten gespeichert haben.

Die Hütten des Trails sind von innen verschließbar und die Fenster zusätzlich gesichert. Diese Maßnahme geschah als Reaktion auf einen Überfall, der sich vor einigen Jahren auf dem Trail ereignete. Tatsächlich war dies aber der einzige Vorfall, den es in über 30 Jahren seit Bestehen der Route gab – im Vergleich mit beispielsweise dem US-amerikanischen Appalachian Trail und vielen anderen eine mehr als gute Bilanz. Es wird dennoch empfohlen, keine Ausrüstungsgegenstände über Nacht außerhalb der Hütten zu lassen.

An- und Abreise & Unterkunft in Hogsback

Der einfachste Ausgangspunkt für Deine Tour auf dem Amatola Trail ist das Örtchen Hogsback am Endpunkt des Trails. Hogsback liegt ca. 2 Stunden Autofahrt vom nächsten Flughafen in East London entfernt. Reguläre öffentliche Verkehrsmittel gibt es nicht. Entweder Du reist mit dem Mietwagen an oder nimmst den relativ günstigen Shuttle-Service vom Away With The Fairies Hostel in Anspruch.

Das Hostel ist gleichzeitig auch die beste Unterkunft für Amatola Trail-Wanderer, denn es bietet nicht nur einen Shuttle Service zum Startpunkt des Trails, sondern gleich ein komplettes Rundum-Paket inklusive Unterkunft, Trail Permit, sicherer Parkmöglichkeit und einem Infopaket zum Trail. Alle Infos, Preise und Buchungsmöglichkeit findest Du hier.

Auf dem Hostelgelände gibt es übrigens neben den klassischen Mehrbettzimmern auch eigene Hütten, die besonders für Wanderer geeignet sind, da sie etwas abseits vom Trubel liegen und genügend Platz für Ausrüstung & Co. bieten. Und auch Camping ist hier möglich.

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Permit & Kosten

Die Preise für das Away With The Fairies-Komplettpaket starten bei 1.800 Rand (rund 120 Euro) mit Übernachtung im Mehrbettzimmer und gehen bis 2.100 Rand (rund 142 Euro) für ein Cottage mit eigenem Bad.

Die Kosten für die Trail Permit alleine betragen 225 Rand pro Tag, also 1.350 Rand (knapp 100 Euro) für den kompletten Trail. Es lohnt sich also definitiv in vielerlei Hinsicht, auf das Komplettpaket zurückzugreifen.

Die richtige Ausrüstung

Für die Nächte in den Hütten brauchst Du nur einen Schlafsack und keine Isomatte. Den kannst Du einfach auf den Matratzen in den Hütten ausrollen. Eine Komforttemperatur um die +5 bis +10 Grad sollte für alle Jahreszeiten ausreichend sein. Die Hütten sind allerdings nicht beheizbar.

Einen Kocher bräuchte man dank der Grillstellen theoretisch nicht, allerdings ist es unverhältnismäßig viel Arbeit, nur um ein bisschen Wasser zu kochen erst das Feuer zu schüren. Je nachdem wie und was Du kochen willst, solltest Du also trotzdem einen Gaskocher dabei haben – ggf. auch als Backup, falls Feuerholz nass bzw. nicht vorhanden ist.

Klamottentechnisch solltest Du auf jeden Fall unabhängig von der Jahreszeit eine warme Schicht sowie atmungsaktive Regenkleidung dabei haben. Das Wetter in dieser Region kann sich schnell ändern und hält sich nicht immer an die Vorhersagen. Zudem ist eine lange und robustere Wanderhose empfehlenswert, denn bei uns war der Trail an vielen Stellen überwuchert, gerne auch mal mit Disteln, Dornen & Co. Vorzugsweise in heller Farbe, damit Du Zecken leichter erkennen und entfernen kannst.

Zudem solltest Du auf einen guten Sonnenschutz achten, denn die Sonneneinstrahlung hier hat es ganz schön in sich und man holt sich innerhalb kürzester Zeit einen Sonnenbrand ab. Sowohl eine Kopfbedeckung, aber auch Sonnencreme – auch wenn es nur für die Hände ist und der Rest des Körpers bedeckt ist – solltest Du dabei haben.

Das wichtigste Utensil auf dem Amatola Trail sind aber wohl Trekkingstöcke. Ohne die geht wirklich gar nichts und sie sind für die Flussüberquerungen, aber auch für viele steile Auf- und vor allem auch Abstiege Gold wert.

Varianten

Falls Du keine 6 Tage Zeit hast oder Dir die Herausforderung vielleicht doch zu groß ist, gibt es mit dem Zingcuka Loop auch eine tolle Möglichkeit für eine 2-Tages-Tour auf dem Amatola Trail. Start und Ziel sind Hogsback und die Rundwanderung führt Dich durch einige der schönsten Passagen des Trails.

Für Tageswanderungen auf dem Amatola Trail gibt es zudem einige kleinere Loop Trails entlang der Strecke. Infos hierzu holst Du Dir am besten vor Ort im Away With The Fairies.

Mehr Infos zum Amatola Trail

Weitere Infos und Buchungsmöglichkeiten zur Tour auf dem Amatola Trail findest Du auf amatolatrials.co.za. Zudem gibt es hier einen relativ ausführlichen Bericht auf Englisch.

Weitere Wanderungen und Trekkingtouren in der Region Eastern Cape

Die Region Eastern Cape in Südafrika hat neben dem Amatola Trail noch viele weitere Wanderwege im Angebot, von denen einige wie der Otter Trail, der Tsitsikamma Trail oder der Chokka Trail zu den beliebtesten in ganz Südafrika zählen. Und hier geht es dann auch ein bisschen entspannter zu, sogar Luxusdinge wie Gepäcktransport oder feste Unterkünfte sind möglich.

Eine ausführliche  Liste weiterer Wanderwege im Eastern Cape findest Du hier.


Hast Du auch schon mal eine Trekkingtour in Südafrika gemacht? Oder hast Du noch Fragen zum Amatola Trail? Dann rein damit ins Kommentarfeld!

4 Comments

  1. Es schaffen nicht viele, mich bis ans Ende zu fesseln. Du aber, wie immer, aber schon! Habe euch gerne schon live verfolgt und nach deinem ausführlichen Bericht möchte ich jetzt direkt los! Der Trail klingt wirklich spannend und also gegen die Hütten am Abend hätte ich jetzt nichts einzuwenden ;-)

    Liebe Grüße
    Manuela

    • Fräulein Draußen Reply

      Danke liebe Manu! :) Die Hütten sind wirklich eine wahre Wohltat auf so einer Tour.

      Liebe Grüße,
      Kathrin

  2. Hallo Fräulein Draußen,
    als ich heute Morgen in der Zeitung einen niedlichen winzigen Wombat sah (kaum ein halbes Jahr alt), musste ich sofort an dich denken :-)
    Nun habe ich es geschafft, auch diesen Bericht zu lesen. Wie immer, wenn die Strecke und Landschaft für mich „passend“ ist, macht er Lust aufs lostapern. Südafrika ist nun aber ein wenig weit weg ;-)
    Wie hast du eigentlich deine Wanderpartnerin kennengelernt? Geht das mittlerweile über Sponsoren?
    Hattest du nicht mal einen Hund mit auf Wanderung? Wo ist der Wuffi nun?
    Irgendwie kommt mir Frau Erika ein kleines bisschen bekannt vor. Sie schaut einem Mädel ähnlich, das ich vor urlanger Zeit (so 2009?!?) einmal in Griechenland sah – wenn man sich gaaaaaanz viele Sommersprossen dazudenkt – und in Verbindung mit einem kleinen Segelschiff. Aber sie scheint wohl eher die Wanderfrau und Bergsteigerin zu sein und keine Seglerin.
    Mach weiter so und lasse dir noch ganz viele Wanderungen für dieses Jahr einfallen :-)
    Liebe Grüße, Dirk

  3. Pingback: Ausrüstungsschnack #3: Trekking-Ausrüstung | ulligunde.comulligunde.com

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