Patagonien stand schon zu lange auf meiner Reisewunschliste zu weit oben, als dass ich eine Wahl gehabt hätte. Der Flugpreis, über den ich gestolpert war, war zu verlockend und die Flüge schneller gebucht als ich auf Spanisch bis drei zählen konnte. Der 4×4-Mietwagen kam direkt hinterher und schon war es eingetütet, mein Abenteuer am Ende der Welt.

Zwei Wochen alleine mit dem Auto durch den äußersten Süden von Chile und Argentinien, mit im Gepäck natürlich Wanderschuhe und Zelt. Ohne genaue Planung einfach treiben lassen durch die Welt der weiten Steppen und felsigen Riesen.

In diesem Artikel habe ich Dir alle Infos zu meiner Route und zum Reiseablauf zusammengestellt. Wenn Du noch Fragen dazu hast, hinterlass mir gern einen Kommentar am Ende des Artikels.


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Anreise nach Patagonien

Die Anreise nach Patagonien hat mir im Vorhinein etwas Kopfschmerzen bereitet, denn mit drei Flügen und insgesamt rund 30 Stunden Reisezeit (An-/Abreise zum/vom Start- und Zielflughafen noch nicht mit einberechnet) ist das nicht gerade ein Kurztrip.

Der erste Flieger brachte mich von München nach London, wo nach rund zwei Stunden Wartezeit die längste Flugetappe meines bisherigen Lebens auf mich wartete: London – Santiago de Chile. 14,5 Stunden Flugzeit. In weiser Voraussicht habe ich mir zum ersten Mal einen Sitz in der Notausgang-Reihe gekauft, was sich als ziemlich gute Wahl herausstellte. Der Flug verging dann auch ziemlich schnell, denn ich hab es tatsächlich geschafft, die meiste Zeit zu schlafen. Nachdem ich morgens in Santiago gelandet war, hieß es 10 Stunden warten. Nicht ganz ideal, aber bei rund 700 Euro für Hin- und Rückflug kann man das schon mal über sich ergehen lassen. Abends begann die letzte Etappe: Rund 3 Stunden von Santiago nach Punta Arenas, der südlichsten Stadt der Welt. Zum Glück war es ziemlich windstill (eher nicht so typisch patagonisch) und die Landung damit sanft. Schnell noch mit dem Taxi ins Hotel gefahren und um 1 Uhr nachts ENDLICH schlafen.

Meine Route durch Patagonien im Überblick

Tag 1: Von Punta Arenas zum Pali Aike Nationalpark

Glücklicherweise liegen zwischen Patagonien und Deutschland nur 5 Stunden Zeitunterschied, weshalb der Jetlag quasi nicht existent war. Somit könnte ich nach einer kurzen, aber sehr erholsamen Nacht direkt voll ins Abenteuer Patagonien starten – oder zumindest nachdem ich mit dem Taxi zurück zum Flughafen gefahren war, um meinen Mietwagen in Empfang zu nehmen (und das nur, weil ich nicht gecheckt hatte, dass Europcar auch ein Büro in der Stadt hat).

Damit bin ich wieder nach Punta Arenas gefahren, um meine im Hotel zurückgelassene Reisetasche abzuholen, einige Vorräte und Gas für den Gaskocher zu kaufen und dann konnte es endlich losgehen.

Meine zugegebenermaßen eher lückenhafte Planung sah für meine ersten Tage in Patagonien vor, dass ich mich nicht direkt in den Trubel stürzen und zum Torres Del Paine Nationalpark fahren, sondern erstmal ein bisschen Ruhe und Einsamkeit suchen würde. Und dafür eignet sich der rund 3 Stunden Fahrzeit entfernte Nationalpark Pali Aike perfekt.

Kaum hatte ich das Stadtgebiet von Punta Arenas verlassen, war ich mittendrin in diesem Patagonien und seiner unendlichen Weite. Endlose Steppen zogen links und rechts und überall um mich herum an mir vorbei, hier und da tauchten Guanakos am Straßenrand auf. Bei der kleinen Siedlung Punta Delgada bog ich von der Hauptstraße auf eine Schotterstraße ab, die mich nach weiteren 30 km zum Parkeingang brachte. Hier fand ich allerdings eine geschlossene Schranke vor, und nach einem Blick ums Haus auch den Nationalpark-Ranger, der glücklicherweise etwas Englisch sprach und mir erklärte, dass der Park heute wegen der starken Regenfälle der letzten Tage heute geschlossen war.

Er bot mir allerdings an, auf dem kleinen Parkplatz vorm Eingang zu campen und direkt am nächsten Morgen in den Park zu starten. Gesagt, getan. Ich nutzte den Rest des Tages für eine kleine Wanderung im Park vom Eingang aus und verbrachte dann eine windige und ziemlich kalte Nacht im Innenraum meines Autos.

Damit muss man in Patagonien immer rechnen: Guanakos auf und neben der Straße

Tag 2: Wandern im Pali Aike Nationalpark und Grenzübertritt nach Argentinien

Wie versprochen wurde am nächsten Morgen die Schranke für mich geöffnet und ich konnte loslegen mit der Parkerkundung. Der erste Halt war die Laguna Ana. Die Flamingos, die hier oft zu finden sind, waren an diesem Tag allerdings leider nicht Zuhause. Von hier aus startet auch ein 9 km langer Trail, der bis zum Cueva Pali Aike führt. Da dieser allerdings auch per Auto erreichbar ist, wanderte ich diesen aus Zeitgründen nur ca. bis zur Hälfte und drehte dann um. Anschließend ging es mit dem Auto über die stellenweise immer noch ziemlich schlammige Parkstraße in den anderen Teil des Parks, in dem die Vulkankrater und Höhlen liegen, vorbei an unzähligen Guanakos und Nandus, den Vogelstraußen Patagoniens. Während der ganzen Zeit hatte ich den wunderschönen Park ganz für mich allein und konnte in aller Ruhe die Lavalandschaft erkunden.

Gegen Mittag fuhr ich wieder zurück zur Hauptstraße, denn heute stand noch der Grenzübergang nach Argentinien, das direkt hinter der Parkgrenze beginnt, auf dem Plan. Dieser verlief an der Grenzstation Integración Austral glücklicherweise ohne Probleme und ich konnte alle Stempel einsammeln, worauf ich laut Anweisung des Europcar-Mitarbeiters unbedingt achten sollte. Von hier aus fuhr ich noch etwas weiter bis nach Río Gallegos, wo ich mich in einem günstigen Hotel einquartierte.

Pali Aike heißt übersetzt soviel wie Teufelsland – der letzte Vulkanausbruch ist ca. 12.000 Jahre her
Der Nationalpark ist bekannt für seine artenreiche Vogelwelt und die vielen grasenden Guanakos in der weiten Steppe

Tag 3: Roadtrip durch die endlose Weite Argentiniens

Nach einem weiteren Lebensmitteleinkauf, da man frische Lebensmittel nicht nach Argentinien bzw. Chile einführen darf, war ein Roadtriptag wie aus dem Bilderbuch angesagt. Ursprünglich wollte ich von dort aus erst nochmal Richtung Süden zum Cabo Virgenes fahren, wo die zweitgrößte Pinguin-Kolonie Argentiniens zu finden ist. Allerdings war ich hierfür zu spät dran, im April sind die meisten Pinguine schon in Brasilien oder auf dem Weg dorthin, um in wärmeren Gefilden zu überwintern. Und da die 100 km Schotterstraße bis dorthin nicht ganz ohne sein sollen, war mir das für „mal gucken, ob noch ein paar da sind“ auch zu umständlich. Außerdem führte mich mein Weg Richtung Norden auch am Nationalpark Monte León vorbei, wo es ebenfalls Pinguine gibt. Ich hoffte ein bisschen darauf, dort noch Glück zu haben.

Am Nationalpark angekommen hatte ich allerdings ähnlich „viel“ Glück wie bei meiner Ankunft beim Pali Aike: Der Park war auf Grund der Regenfälle gesperrt. So ist das wohl in Patagonien! Nichts ist selbstverständlich.

Ich holte mir in Puerto Santa Cruz noch eine frische Tankfüllung ab und bog dann auf die Ruta 288 ab, eine größtenteils geschotterte Nebenstraße, die allerdings bestens in Schuss war. 250 km sind es von Puerto Santa Cruz bis nach Tres Lagos, der nächsten Siedlung. 250 km, auf denen ich außer ein paar Gauchos auf ihren Pferden so gut wie keine Menschenseele sah. Die Sonne strahlte, der Himmel war blau und sogar vom so berüchtigten patagonischen Wind war nichts zu spüren. Was für ein Traumtag!

In Tres Lagos tankte ich abermals voll und fuhr auf einer deutlich kleineren und weniger gut gepflegten Schotterstraße in Richtung Lago San Martin in der Hoffnung, irgendwo ein schönes Plätzchen für meine Übernachtung zu finden. Und so kam es dann auch!

Viel Sonne, blauer Himmel, wenig Wind und endlose, gut befahrbare Schotterstraßen: Besser kann ein Roadtrip in Patagonien nicht sein
Patagonien: Wo Fuchs und Hase sich WIRKLICH Gute Nacht sagen
… und am Ende des Tages gibt es den perfekten Schlafplatz noch gratis dazu.

Tag 4: Lago San Martin und Weiterfahrt nach El Chalten

Nach einem perfekten Sonnenaufgang mit Blick über den Lago Tar und die in der Ferne liegende Bergkette führte mich die Straße, die ich gekommen war, noch weiter hinein in die Landschaft, die den wunderschönen Lago San Martin umgibt. Ich fuhr bis zur Estancia El Condor am Ende der Straße, wo man übrigens auch übernachten, wandern, reiten und vieles mehr tun kann und machte mich von dort aus auf den Rückweg bzw. die Weiterfahrt nach El Chalten, der selbsternannten Trekkinghauptstadt und dem ersten gut besuchten Touristenziel meiner Reise. Das machte sich schon auf der Fahrt daran bemerkbar, dass sich die Autos auf der Straße langsam aber sicher vermehrten und bald auch die ersten trampenden Backpacker am Wegesrand auftauchten.

Je näher ich dem Ort kam, desto besser sah ich ihn: Den berühmten Fitz Roy, der zusammen mit seinen Bergkollegen hoch über El Chalten thront. Was für ein Anblick, bei dem ich inständig hoffte, dass ich auch während meiner Wanderungen in den nächsten Tagen solch eine gute Sicht haben würde.

In El Chalten angekommen war ich kurzfristig überfordert mit der Fülle an Hostels, Hotels, Restaurants und Geschäften. Ich hatte nichts vorgebucht, der Handyempfang war zu vernachlässigen und so hielt ich einfach irgendwann wahllos vor einem Hotel an und buchte mir dort ein Zimmer.

Auf der Fahrt zum Lago San Martin fühlt man sich wie der letzte Mensch auf Erden.
Patagonien pur am einsam gelegenen Lago San Martin

Tag 5-8: Wandern und Trekking rund um El Chalten

Meinen ersten Wandertag in El Chalten wollte ich der Tagestour zum Loma del Pliegue Tumbado widmen, von wo aus man die zwei berühmtesten Berge hier, Fitz Roy und Cerro Torre, sehen kann. Oder besser gesagt könnte, denn der Himmel sparte nicht an Wolken und somit sah ich weder den einen noch den anderen. Eine tolle Tour war es trotzdem und weil ich brav zum Sonnenaufgang gestartet war, hatte ich sie auf dem Hinweg ganz für mich allein. Anschließend fuhr ich noch zum Wasserfall Chorrillo del Salto, der nur wenige Kilometer von El Chalten entfernt an der Straße in Richtung Lago Cóndor liegt.

Nach einer weiteren Nacht im Hotel schulterte ich endlich den Trekkingrucksack und machte mich auf zu einer 2-Tages-Tour mit Übernachtung im Campo Poincenot, nur noch einen ca. 45-mintügen steilen Anstieg von der Laguna de los Tres am Fuße des Fitz Roy entfernt. Fitz Roy war heute etwas weniger schüchtern als am Tag zuvor, aber die oberen Teile der Felstürme blieben trotzdem hinter den Wolken verborgen. Dafür waren die Herbstfarben der Südbuchenwälder einfach nur gigantisch, worüber man die Berge glatt vergessen konnte.

Am nächsten Morgen war mein Zelt von einer Schneeschicht bedeckt – über Nacht war der Winter in Patagonien eingekehrt! Dennoch beschloss ich, meine Tour spontan noch um eine weitere Nacht im Backcountry zu verlängern. Ich hatte zwar nur für zwei Tage Verpflegung eingepackt, mit ein bisschen Rationierung sollte ich aber über die Runden kommen. Das Camp de Agostini liegt direkt unterhalb der Laguna Torre und an dieser wollte ich doch zu gerne den Sonnenaufgang sehen. Eine gute Entscheidung, denn das pinke Morgenlicht mit den leuchtend türkisfarbenen Eisbrocken, die in der Lagune schwimmen, um die wette strahlen zu sehen war jede Lebensmittelrationierung wert. Nur Cerro Torre, der hielt es wie Kollege Fitz Roy am Vortag und hielt sich eher bedeckt.

Gegen Mittag erreichte ich mein in El Chalten geparktes Auto und machte mich auf den Weg nach El Calafate, dem Ausgangspunkt eines meiner Highlights in Patagonien.

Irgendwo da hinten im Nebel sind Cerro Torre und Fitz Roy versteckt
… aber wer braucht schon Berge bei diesen Herbstfarben?
An der Laguna de los Tres konnte ich Fitz Roy zumindest erahnen.
Patagonien meldet Wintereinbruch!
Sonnenaufgang an der Laguna Torre – was für ein Anblick
Mein Neuzugang in Sachen Zelten (Wechsel Aurora 1) und ich am Campo de Agostini – dank Nebensaison mit angenehm wenig Nachbarn

Tag 9: Perito Moreno Gletscher

Rund eine Stunde fährt man von El Calafate zum eisigen Giganten namens Perito Moreno. Bis zu 5 km breit und an vorderster Front bis zu 70 (!) m hoch ist der Gletscher – Ausmaße, die man selbst dann nicht so richtig begreifen kann, wenn man quasi direkt davorsteht. Und er ist einer der wenigen Gletscher weltweit, die nicht schrumpfen, sondern sogar noch wachsen!

Auf langen Holzstegen kann man mit sicherer Entfernung zum Gletscher und seiner immer wieder mit lautem Getöse ins Wasser krachenden Eismassen entlangwandern, was ich auch mehr als ausführlich tat. Selten fiel es mir so schwer, meinen Blick von etwas zu lösen, aber irgendwann musste es soweit sein, denn ich hatte noch eine lange Fahrt zum Torres Del Paine Nationalpark vor mir.

Diese Fahrt beinhaltete auch den Grenzübergang zurück nach Chile, den ich bei Cerro Castillo am Grenzübergang Río Don Guillermo in Angriff nahm. Im Vergleich zu meinem ersten Grenzübergang an der Hauptstraße ging es hier sehr beschaulich zu, ich war auf den kleinen, holprigen Schotterstraßen das einzige Auto weit und breit und hatte fast schon das Gefühl, dass die Grenzbeamten sich freuten, dass mal jemand vorbei kam.

Hier gab es tollerweise auch Internetempfang und ich beschloss nach den anstrengenden letzten Tagen nochmal auf ein warmes, weiches Hotelbett zurückzugreifen. Ich will nicht wissen, was das Hotel Río Serano in der Hauptsaison kostet, denn es war selbst jetzt in der Nebensaison nicht gerade günstig. Beim Ausblick aus der riesigen Fensterfront hinüber zum Paine Massiv war das aber schnell wieder vergessen.

Selbst wenn man direkt davor steht, sind die unglaublichen Ausmaße des Perito Moreno Gletschers unfassbar

Tag 10 – 12: Tageswanderungen im Torres Del Paine Nationalpark

Ursprünglich hatte ich mir für meine Zeit im Torres Del Paine Nationalpark relativ kurzfristig noch für zwei Nächte einen Zeltplatz im Campo Francés entlang des berühmten W-Trek gesichert, um von dort aus das Valle Francés zu erkunden. Im Park angekommen wusste ich aber ziemlich schnell, dass ich noch viel lieber die vielen schönen Ecken im Park mit dem Auto und auf Tageswanderungen erkunden wollte – immer mit Blick auf die Berge und die eindrucksvolle Umgebung.

Zuvor musste ich aber erstmal noch rund 2 Stunden weiter nach Puerto Natales fahren, um meinen Tank aufzufüllen und Lebensmittel nachzukaufen. Anschließend mietete ich mich für zwei Tage auf dem Campingplatz am Lago Pehoe ein und startete dann den steilen Anstieg zum Mirador Ferrier, eines sehr wenig begangenen Wanderzieles, von wo aus man einen tollen Blick auf den Grey-Gletscher und die Berge hat.

Am nächsten Tag stand der Wanderklassiker schlechthin auf dem Programm: Die Tour zur Base Las Torres, mit dem berühmten Blick auf die noch berühmteren Felstürme. Und bei denen hatte ich endlich mal Glück mit der Bergsicht! Dass das auch hier ganz anders aussehen kann, stellte ich am nächsten Tag fest. Meine letzte Wanderung im Park zum Mirador Cuernos war von tiefhängenden Regenwolken gekennzeichnet, was zur landschaftlichen Mischung aus Alaska und Schottland allerdings ziemlich gut passte.

Pünktlich zum Eintreffen der ersten Reisegruppe (die sich aber nur den Wasserfall Salto Grande ansahen, von wo aus die kleine Wanderung startet) war ich wieder am Auto und machte mich abermals auf den Weg Puerto Natales.

Objekt der Begierde vieler (aller?) Patagonienreisender: Das Torres del Paine Massiv
… und dabei besonders der Blick auf die drei berühmten Felstürme von der Base las Torres
Mein Highlight war allerdings die Tour auf den Mirador Ferrier, eine eher wenig begangene Tagestour.

Tag 13: Puerto Natales und Rückfahrt nach Punta Arenas

So langsam musste ich mich von Patagonien verabschieden. Die verbleibenden Stunden Autofahrt von Puerto Natales zurück nach Punta Arenas waren perfekt dafür. Ich sagte den Guanakos auf Wiedersehen, die sich mit Vorliebe am Straßenrand das karge Gras einverleibten. Den Andenkondoren, die hoch über der weiten Landschaft kreisten. Dem Gürteltier, das gerade noch so über die Straße huschen konnte, bevor der Gegenverkehr mit der klassischen überhöhten Geschwindigkeit es erfassen konnte. Und all den anderen großen und kleinen Dingen, die meine Zeit in Patagonien so besonders gemacht hatten.

Zurück in Punta Arenas gab ich mein mittlerweile doch ziemlich schlammiges Mietauto zurück (diesmal an der Mietwagen-Station in der Stadt) und versuchte, mein Hab und Gut wieder in meinem 80l-Roll-Dufflebag zu verstauen, was gerade so klappte.

Am „Strand“ von Puerto Natales – für mich der schönste Ort, den ich während meiner Patagonienreise gesehen habe
… und die Andenkondore sagen leise „hasta luego“

Fazit zu meiner 2-wöchigen Mietwagenreise durch Patagonien

Ja, zwei Wochen sind definitiv zu kurz für Patagonien. Ich konnte keine größeren Trekkingtouren wie zum Beispiel den O-Circuit im Torres del Paine oder den Huemul Circuit bei El Chalten machen, war nicht auf Feuerland und überhaupt wäre ich am liebsten hoch bis Puerto Montt und noch viel viel weiter gefahren. Dennoch konnte ich in den zwei Wochen so viele schöne Dinge sehen und tun, ohne mich dabei gehetzt zu fühlen und mir neben den typischen Hotspots sogar noch Zeit für weniger ausgetretene Pfade nehmen. Und das war auch gut so, denn den Besuch im Pali Aike Nationalpark und am Lago San Martin sowie die großartige Fahrt durch die argentinische Pampa, die mir einfach mal einen kleinen Eindruck davon vermittelt hat, wie riesig und wild und leer dieses Land ist, möchte ich auf keinen Fall missen.

Und das Mietauto war die perfekte Art der Fortbewegung für meine Reise, in dem ich sogar hinten drin bequem schlafen und so dem patagonischen Wetter entkommen konnte. Patagonien hat zwar im Prinzip auch ein gutes Busnetz, zumindest was die üblichen Anlaufstellen angeht, einfach mal stehen bleiben und fotografieren (etwas was man dort im Prinzip alle 5 Minuten tun will) oder einfach mal 70 km Schotterstraße fahren, um an einem einsamen See zu übernachten, ist so natürlich nicht möglich.

Was die Reisezeit angeht, war der April ziemlich perfekt für mich, vor allem weil es selbst an den Hotspots wie El Chalten oder Torres del Paine verhältnismäßig leer war und auch, weil die Preise selbst gehobenerer Hotels für Alleinreisende wie mich erschwinglich waren, falls es doch mal ein warmes Bett sein sollte. Und auch wettermäßig hatte ich alles in allem ziemlich Glück, mit relativ vielen (mehr oder weniger) windstillen Tagen und wenig Regen. Nur die Berge, die mochten ihre Wolken sehr.

Wiederkommen, das muss ich und das werde ich. Denn Patagonien ist mit seinen kargen, faszinierenden Landschaften und diesem „Edge of the World“-Feeling einfach wie gemacht für mich.

Bis zum nächsten Mal, Patagonien!

Warst Du auch schon mal in Patagonien? Welche Orte hast Du besucht? Was war Dein Favorit? Ich freu mich auf Deinen Kommentar!

4 Comments

  1. Jetzt hab ich seit längerem mal wieder einen Artikel gelesen (liegt an der Blog-Lese-Internet-Social-Dings-Abstinenz, aber an Patagonien kam ich nicht vorbei). Das Land steht bei mir schon länger auf der Liste, so ganz sicher bin ich mir allerdings auch immer noch nicht, wie was wohin genau…. vom W-Trek hab ich schon arg schlimmes gehört (überlaufen, touristisch, stressig, etc.), die „wirklichen“ Berge dort sind mir doch eine Nummer zu groß und nur „herumfahren“ war irgendwie auch nie so meins. Aber deine Reise klingt nach guter Mischung! :-)

    War sehr schön zusammengefasst und flüssig, witzig und anregend zu Lesen! Merci für die Gutenachtlektüre! :-)

  2. Ach, Patagonien, das ist ja auch ein absolutes Sehnsuchtsziel von mir! Das wird wahrscheinlich noch einige Zeit warten müssen, aber dein Bericht macht sooo großes Fernweh. So karg und gleichzeitig so vielsagend. Toll!

    Liebe Grüße,
    Anni

  3. Hallo
    Der Artikel hat Lust auf mehr gemacht, ich plane im Frühjahr 2019 nach Argentinien zu Fliegen.
    Nun meine Fragen: Wie und wo hast du deinen Flug gefunden? Was hat der 4×4 gekostet und wo hast du ihn gebucht?

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