Zuletzt aktualisiert am 14. Oktober 2026

(enthält Werbung) Das Weserbergland zählt mit seiner sanft hügeligen Landschaft, den wehenden Wiesen, ausladenden Buchenwäldern und charmanten Fachwerkdörfern zu meinen liebsten Wanderregionen in Deutschland.

Nachdem ich in den letzten Jahren bereits den kompletten Weserbergland-Weg sowie den Ith-Hils-Weg gewandert und den Weser-Radweg mit dem Rad gefahren bin, war es nun Zeit für einige Erkundungen abseits der bekannteren Routen.

Dafür habe ich mir das Leinebergland ausgesucht, eine Region in Südniedersachsen, die sich beiderseits des Flusses Leine zwischen Göttingen und Hannover erstreckt.

Neben dem wirklich sehr empfehlenswerten Ith-Hils-Weg findet man hier auch viele Möglichkeiten für entspannte Tageswanderungen. In diesem Blogartikel stelle ich drei Touren auf ruhigen Pfaden zwischen Wald, Wasser und Weitblick vor.


Werbehinweis: Meine Reise fand in Zusammenarbeit mit Weserbergland Tourismus statt. Meine Schilderungen und Tipps beruhen ausschließlich auf persönlicher Erfahrung. Mehr zum Thema Werbung auf diesem Blog kannst du hier nachlesen.


Einige der schönsten Tagestouren im leinebergland

Die folgenden Touren sind alle auch für Wanderanfänger geeignet, sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch per Auto machbar und zeigen die landschaftliche Vielfalt des Leineberglands.

Sieben-Berge-Schleife (Roter Hödeken)

Distanz / Anstieg: 17,4 km / 370 hm
Start / Ziel: Rundtour ab Alfeld (Bus- und Bahnanschluss; kostenloser Parkplatz)
GPX und mehr Fotos: zu meiner Tour auf Komoot


Meine erste Tour im Leinebergland führt mich von Alfeld aus über den waldreichen Höhenzug der Sieben Berge. Und es dauert nicht lange, bis ich nach Start am Wanderparkplatz in diesen Wald eintauche. Ein kleiner Weg inmitten dichter Bäume führt mich stetig, aber nie steil bergauf in Richtung Himmelberg. Hier wartet auch schon ein Highlight der Roter Hödeken-Tour – bei gutem Wetter kann man vom Himmelbergturm sogar bis zum Harzer Brocken blicken! 

Den wunderschönen Ausblick sollte man sich gut merken, denn die folgenden Kilometer verbringt man vor allem inmitten der Bäume. Das soll mir aber ganz recht sein, denn die weiten Laub- und Mischwälder haben es mir am Weserbergland (unter anderem) ganz besonders angetan. Saftiges Grün gepaart mit den ersten Anzeichen des Herbstes – meine liebste Jahreszeit ist zum Greifen nah. Und im Herbst ist das Weserbergland ja meiner Meinung nach ganz besonders schön: Hier geht’s zum Beweis.

Am anderen Ende dieser Wanderschleife angekommen hätte man noch die Möglichkeit, der Hohen Tafel einen Besuch abzustatten (circa zwei Kilometer Umweg). Mit 395 Metern ist sie der höchste der Sieben Berge, und auch hier befindet sich mit dem Tafelbergturm eine Aussichtsmöglichkeit über die Wald- und Feldlandschaften des Leineberglands. Nachdem zu diesem Zeitpunkt aber bedrohlich dunkle Wolken aufziehen, entscheide ich mich gegen den Abstecher und für einen Sprint zur Hörzenhütte, in der ich – gerade noch pünktlich angekommen – den Schauer aussitzen kann. 

Eine Weile noch wandere ich durch Wald, dann wird die Landschaft offener und ich gehe über eine nun deutlich aussichtsreichere Feld- und Wiesenlandschaft zurück zum Ausgangspunkt.

Und falls du dich jetzt schon die ganze Zeit gefragt hast, was eigentlich ein Hödeken ist: Der Hödeken, benannt nach seinem Filzhut (Hüdekin, Hütchen), ist eine zwergenartige Sagengestalt aus dem Leinebergland, die als Bote zwischen Hildesheim und Winzenburg Nachrichten übermittelte.

Gewässer-Schleife (Blauer Hödeken)

Distanz / Anstieg: 11,5 km / 200 hm
Start / Ziel: Streckenwanderung Winzenburg – Alfeld (direkte Busverbindung zwischen Start und Ziel; kostenlose Parkmöglichkeiten am Bahnhof Alfeld und Wanderparkplatz Apenteichquelle
in Winzenburg)
GPX und mehr Bilder: zu meiner Tour auf Komoot


Auch meine zweite Wanderung im Leinebergland steht im Zeichen der Sagengestalt Hödeken – diesmal ist aber die blaue Variante dran! Die trägt den Beinamen Gewässerschleife, und der kommt natürlich nicht von ungefähr. Einige Teiche, Quellen und Wasserläufe säumen die heutige Tour, die wieder durch eine hübsche Mischung aus hügeligen Wäldern und geschwungener Feld- und Wiesenlandschaft führt.

Die Wanderung führt one-way vom kleinen Winzenburg nach Alfeld und beginnt daher für mich mit einer halbstündigen Busfahrt. Vom Ortskern Winzenburgs erreiche ich bald die Apenteiche, an denen die Tour offiziell startet. Auf jeden Fall mitnehmen sollte man den kleinen Abstecher zur Apenteichquelle, ein fast schon geheimnisvoll wirkender Ort umringt von großen Bäumen. Hier kann man auch nochmal die Trinkflaschen auffüllen, das Quellwasser ist nämlich trinkbar!

Auch heute fällt der erste Teil der Tour recht waldreich aus. Breite Forstwege wechseln sich mit kleinen Waldpfaden ab. Das Gelände ist leicht hügelig, die Anstiege aber immer nur sehr kurz. Ab und an öffnet sich der Blick über die Landschaft, nicht selten ist dann auch eine passende Pausenbank zu finden. Die Tour fühlt sich von Anfang an herrlich entspannt an – und wird es auch bis zum Ende bleiben.

Ein Stück vor Hörsum wird die Landschaft wieder offener, aussichtsreiche Wege entlang der Waldränder ermöglichen weite Blicke. Die letzten Kilometer nach Alfeld geht es stetig sanft bergab. Im Städtchen angekommen, legt der Blaue Hödeken noch einen kurzen Abstecher zum Gottesbrunnen ein: eine große Quelle, die die Warne speist. Ein Schild verweist hier auf die Anwesenheit von Wasseramseln, und tatsächlich kann ich auf meinem Weg ins Zentrum ein Exemplar erspähen. Und wie wir alle wissen: Ein Tag mit Wasseramsel-Sichtung ist immer ein guter Tag. (Wobei dieser auch ohne schon ziemlich gut gewesen wäre.)

Tipp: Wer noch etwas länger unterwegs sein möchte, könnte die Tour mit der gerade erst eröffneten Qualitätstour „Entdeckertour“ verbinden, die am Gottesbrunnen beginnt und auf rund sieben Kilometern durch die Hügellandschaft oberhalb von Langenholzen und auch zum Himmelbergturm (siehe vorherige Tour) führt. Auch könnte man von hier aus noch einen kurzen Abstecher zum 52. Breitengrad einlegen (ist ausgeschildert).

In Alfeld angekommen kann man noch ein bisschen durchs Zentrum mit seinen historischen Gebäuden und viel Fachwerkcharme schlendern. Hier gibt es dann (im Gegensatz zum Rest der Tour) auch jede Menge Einkehrmöglichkeiten.

Panoramaweg Duingen (DU1)

Distanz / Anstieg: 11,5 km / 200 hm
Start / Ziel: Duingen (Busanschluss
; kostenloser Wanderparkplatz oberhalb des Ortes)
GPX und mehr Bilder: zu meiner Tour auf Komoot


Auf meiner dritten und letzten Wanderung im Leinebergland treffe ich auf einen alten Bekannten: Ein Teil des Panoramawegs Duingen führt nämlich über den Ith-Hils-Weg.

Vom Wanderparkplatz am Rand von Duingen, einem Ort mit langer Tradition im Töpferhandwerk, führt mich die Route hinauf auf den Kamm des kleinen Hügelzugs und bald zum ersten Highlight der Tour: Vom Leinebergland-Balkon am Rand des Lübbrechtser Steinbruchs bietet sich ein wunderschöner Blick über das Leinebergland.

(Tipp: Da sich dieser Ort bestens für ein Picknick eignet, würde ich die Tour fast eher gegen den Uhrzeigersinn gehen, sodass man die Wanderung mit einer wohlverdienten Pause am Leinebergland-Balkon abschließen kann.)

Anschließend folge ich dem Ith-Hils-Weg für eine ganze Weile über den Rücken des Duinger Berges, fast durchweg auf kleinen Waldpfaden durch schönsten Buchenwald. Diese kleinen Wege sind es, die mich neben den Höhlen und Sandstein-Formationen am Ith-Hils-Weg ganz besonders begeistert haben. Und das gelingt ihnen auch an diesem Tag wieder.

Ich beobachte Spechte inmitten des grünen Dickichts, in das sich langsam, aber sicher bunte Blätter mischen, sichte die ersten Pilze der Saison und bewundere gleichzeitig noch die letzten Schmetterlinge und bunten Blumen. Tschüss Sommer, hallo Herbst!

Irgendwann führen mich breite Waldwege bergab in Richtung Waldrand und von dort mit schönstem Blick auf Coppengrave und den Mittelgebirgszug Hils über Wiesenwege bis in das Zentrum des Orts mit seiner stattlichen Kirche.

Anschließend geht es wieder bergan in Richtung Waldrand. Dort bieten sich ein paar letzte Weitblicke, bevor mich Waldwege wieder zurück zum Wanderparkplatz bringen.

Mehrtageswanderung im Leinebergland: Ith-Hils-Weg

Diese Mehrtageswanderroute Ith-Hils-Weg im Weserbergland gehört definitiv zu den unbekannteren ihrer Art. So auch die kleinen Mittelgebirge Ith und Hils, deren Kammwege sie zu einer Rundtour verbindet. Der Ith-Hils-Weg führt auf rund 80 Kilometern und vier bis fünf Tagesetappen über weite Wiesen, leuchtende Felder und naturnahe Buchenwälder durch hügelige Landschaft. In den Wäldern verstecken sich immer wieder Felsen, manchmal sogar begehbare Höhlen. Und spätestens auf dem langgezogenen Ith-Kamm, einem der herausragendsten Abschnitte dieser Tour, fühlt man sich der Wildnis ganz nah. Im Frühling ist es dort vielleicht besonders schön – dann ist der Ith-Kamm nämlich mit einem Teppich von weißen Bärlauchblüten überzogen. Einzig dem Geruch von Knoblauch sollte man zu dieser Jahreszeit etwas abgewinnen können. 

Hier geht’s zu meinem kompletten Wanderbericht zum Ith-Hils-Weg mit vielen Tipps zum Nachwandern.

Reisetipps Leinebergland

  • Anreise: Mehrere Orte in der Region sind verkehrsgünstig an die Bahnlinie Hannover – Göttingen angebunden und ermöglichen eine stündliche An- und Abreise mit dem Zug, unter anderem auch Alfeld (Leine). Am Bahnhof Coppenbrügge (möglicher Ausgangspunkt für den Ith-Hils-Weg) hält einmal pro Stunde der RB 77 in Richtung Löhne (Westf.) bzw. Hildesheim.
  • Schönste Jahreszeit: Im Frühling findet man im Leinebergland stellenweise große Teppiche an Frühblühern, allen voran der Bärlauch mit seinen weißen Blüten. Auch der Herbst ist dank der weiten Laubwälder eine wunderschöne Jahreszeit. Im Sommer findet man recht viel Schatten und die ein oder andere Abkühlmöglichkeit.
  • Unterkunftstipp: Ich habe schon während meiner Wanderung auf dem Ith-Hils-Weg im Räuber Lippoldskrug übernachtet und das familiengeführte Hotel mit Restaurant auch jetzt als Basislager für meine Touren gewählt. Das kleine Brunkensen befindet sich nahe Alfeld und (fast) direkt am Ith-Hils-Weg.
  • Mehr Wanderrouten: Noch mehr Wandertipps fürs Leinebergland gibt es hier, und hier Wandertipps fürs gesamte Weserbergland.

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