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Mut machen, Begeisterung entfachen, zu neuen Wegen inspirieren – all das und noch viel mehr können Bücher für mich immer noch am besten. Kein Instagram, kein Youtube schürt bei mir die Abenteuerlust so sehr, wie ein Buch es kann. Vielleicht, weil die vielen Stunden, die man mit den Worten in trauter Zweisamkeit verbringt, eine ganz besondere Beziehung zu den Schilderungen zulässt. Weil man sich die Orte und Geschehnisse aktiv vorstellen muss, und sie somit ganz automatisch zu einem Teil von von sich selbst werden. Und wenn man dann irgendwann selbst loszieht, hat man ein paar der Bücher in Gedanken immer mit dabei, weil die Worte Zeit hatten, sich einzunisten und nicht nach wenigen Sekunden durch einen Swipe im Newsfeed gelöscht wurden.

Ein paar der Bücher rund ums Thema Fernwandern, die sich in den letzten Jahren in meinem Kopf ein festes Plätzchen suchen durften, stelle ich in diesem Artikel vor.

Wandern im Joshua Tree Nationalpark auf dem California Riding and Hiking Trail


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Cheryl Strayed – Wild [Der große Trip]

[zum Buch | zum Hörbuch] Das Buch, das wahrscheinlich mehr als jedes andere zuvor Menschen dazu inspiriert hat, eine längere Wanderung zu wagen – sei es auf dem Pacific Crest Trail oder vor der eigenen Haustür. Cheryl Strayed berichtet darin, wie sie sich ohne große Vorkenntnisse oder Vorbereitung auf den Weg zu Fuß von Mexiko nach Kanada macht. Mit im (ziemlich großen) Rucksack: Viel zu viel Gepäck und die Trauer über den Tod ihrer Mutter. Ein großartiges Buch einer großartigen Frau und Schriftstellerin, das jeder gelesen haben sollte (und das wahrscheinlich auch schon jeder gelesen hat, aber dennoch darf es in dieser Liste natürlich nicht fehlen).

Sarah Marquis – Allein durch die Wildnis

[zum Buch] Zugegeben: Das Wort „Fernwandern“ klingt hier fast ein bisschen fehl am Platz. Aber Sarah Marquis ist gewandert. Fern. Sehr fern! Um genau zu sein rund 1000 Tage lang – von Sibirien bis nach Südaustralien. Durch die karge mongolische Steppe, den üppigen Dschungel von Laos und den heißen australischen Busch. Ihre Blicke nach außen genauso wie nach innen, die sie in diesem Buch beschreibt, sind eine große Bereicherung. Und ihre Worte und Gedankengänge habe ich auch noch Jahre, nachdem ich ihre Geschichte gelesen habe, oft selbst beim Wandern im Kopf.

Raynor Winn – Der Salzpfad

[zum Buch] Der South West Coast Path in Südengland ist einer meiner absoluten Lieblingswanderwege. Der mir mit seinen vielen steilen An- und Abstiegen und dem unberechenbaren Wetter auch schon einiges abverlangt hat. Allerdings längst nicht so viel wie Raynor und ihrem Mann Moth: Sie haben alles verloren – ihr Zuhause, ihr Vermögen und Moth seine Gesundheit. Mit einem kleinen Zelt begeben sie sich auf den Küstenweg und kämpfen dort nicht nur mit den Höhenmetern, sondern auch mit Vorurteilen, Ablehnung und der Sorge, dass das Geld für den nächsten Tag nicht mehr reicht. Und zugleich entdecken sie auf ihrer großen Wanderung das Glück: herzliche Begegnungen, ihre neu erstarkte Liebe und die Fähigkeit, Kraft aus der Natur zu schöpfen.

Robyn Davidson – Spuren

[zum Buch] Abenteuergeschichten vom roten Kontinent haben für mich immer einen ganz großen Reiz. Und diese hier ist sozusagen das Urgestein dieser Geschichten: Robyn Davidson verwirklicht mit siebenundzwanzig Jahren einen (vor allem auch für damalige Zeiten = Ende der 70er Jahre) scheinbar verrückten Traum: die australische Wüste zu durchqueren, begleitet von vier wilden Kamelen und einem Hund. Neun Monate in der Wildnis, umgeben von unerträglicher Hitze, giftigen Tieren und einer Landschaft, der die Menschen gleichgültig sind. Doch im Verlauf der Reise gelingt es Robyn, ihr altes Leben mehr und mehr hinter sich zu lassen. Auch die gleichnamige Verfilmung des Buches ist sehr empfehlenswert!

Franziska Bär – Ins Nirgendwo, bitte!

[zum Buch] Die Sehnsucht nach dem Nirgendwo, die Franziska und Felix zu ihrer Reise antreibt, kenne ich nur allzu gut. Und die beiden haben einen ziemlich guten Weg gefunden, diese Sehnsucht zu stillen: Denn mehr Nirgendwo als in der Mongolischen Wildnis kann es wohl kaum geben. Ausgerüstet mit einem Zelt, mit Astronautennahrung und ein paar uralten russischen Militärlandkarten reisen die beiden dorthin, wo es weder Straßen noch Menschen gibt; von einigen Nomaden mal abgesehen. Ihr Ziel: ein entlegener Bergsee. Von dieser Wanderung im Nirgendwo eines faszinierenden Landes, aber auch von der zwischenmenschlichen Reise, die ganz und gar nicht im Nirgendwo endet (sondern in einer ziemlich schönen Erkenntnis), berichtet Franziska in ihrem Buch wahnsinnig sympathisch und authentisch.

Carrot Quinn – Through-hiking Will Break Your Heart [EN]

[zum Buch] Ein weiteres Buch, das auf dem Pacific Crest Trail stattfindet, wobei es letztendlich nur am Rande um den Trail selbst geht und das Buch überhaupt irgendwie erfrischend anders ist. Die Autorin berichtet von all den kleinen und großen Dingen, die ein Fernwandererleben so besonders und wundervoll, aber auch beschwerlich und herausfordernd machen. Ehrlich und echt, informativ und unterhaltsam, persönlich und doch bestimmt für viele relevant. Eine große Empfehlung für alle, die mehr über die mitunter mysteriöse Welt des Fernwanderns erfahren wollen, das Abenteuer Langzeit-Wanderung konkret wagen wollen oder bereits eine solche Reise hinter sich haben und ihre Erfahrungen beim Lesen wiederfinden möchten.

Erling Kagge: Gehen. Weiter gehen.

[zum Buch] Erling Kagge ist ein norwegischer Abenteurer, Kunstsammler, Verleger, der schon an einigen der entlegensten Orten der Welt war – sei es der Nordpol oder die Unterwelt Manhattans. Er hätte bestimmt viele Abenteuergeschichten zu erzählen – in seinen Büchern jedoch geht es eher um das Erfahrene als um das Erlebte, um tiefgründige Gedanken, die er mit erstaunlicher Klarheit in Worte fassen kann. Und seine „Anleitung“ zum Thema Gehen ist eine große Bereicherung für alle, die gern und viel zu Fuß unterwegs sind.

Alastair Humphreys – There Are Other Rivers [EN]

[zum Buch] Der Brite Alastair Humphreys hat Mikroabenteuer salonfähig gemacht. Das Abenteuer, von dem er in diesem Buch beschreibt, ist allerdings alles andere als Mikro. Zu Fuß durch Indien, von der Koromandelküste bis an die Malabarküste, immer entlang des heiligen Flusses. Ein Reisebericht, der gleichzeitig eine philosophische Innenschau ist. Und ein großartiges Beispiel dafür, dass Fernwandern weit mehr ist als „einfach nur eine lange Wanderung“.

Christine Thürmer – Laufen. Essen. Schlafen.

[zum Buch | zum Hörbuch] Dieses Buch und seine Verfasserin kennt wohl jede/r, der/die sich für das Thema Fernwandern interessiert. Und dennoch darf es in dieser Liste natürlich nicht fehlen! Als Christine Thürmer gekündigt wird, beschließt sie, sich eine Auszeit zu nehmen und auf dem Pacific Crest Trail von Mexiko nach Kanada zu wandern – 4277 Kilometer. Eigentlich unsportlich, bricht sie zu ihrem Abenteuer auf und schafft es tatsächlich bis ans Ziel. Damit aber noch nicht genug, denn bald schon geht sie weiter, läuft auch den Continental Divide Trail sowie den Appalachian Trail.

Dieses Jahr neu erschienen ist übrigens ihr drittes Buch, Weite Wege Wandern. Dieses Mal kein Reisebericht, sondern praktischer Ratgeber mit vielen Tipps rund ums Fernwandern.

Helen Thayer – Walking the Gobi [EN]

[zum Buch] 1988 wurde die damals 50-jährige Helen Thayer zur ersten Frau, die zu Fuß den magnetischen Nordpol erreichte – zusammen mit ihrem Husky Charlie (nachzulesen hier). 13 Jahre später brach sie in ein ähnlich lebensfeindliches Gebiet auf  mit der Mission, die Wüste Gobi zu Fuß zu durchqueren. Zusammen mit ihrem (74-jährigen) Ehemann Bill und zwei Kamelen stellt sie sich rund 2.500 Kilometern voller Sandstürme, Drogenschmugglern, Skorpionen und Temperaturen von mehr als 50 Grad Celsius – ohne Supportteam oder Funkgerät. In ihrem Buch geht es aber nicht nur um die Herausforderungen (und Freuden) dieses Abenteuers, sondern auch um Kultur und Geschichte einer der größten Wüstenlandschaften der Welt.

Bill Bryson – Picknick mit Bären

[zum Buch | zum Hörbuch] Ich bin großer Bill Bryson-Fan. Und auch, wenn ich andere Bücher von ihm lieber mag als dieses, hab ich Picknick mit Bären sehr gern gelesen – nicht zuletzt dank seinem wie immer ganz speziellem Humor und der vielen Anekdoten, Infos und Beobachtungen zu Land und Leuten, die er gekonnt in die eigentliche Geschichte der Wanderung mit einfließen lässt. Diese bestreitet er übrigens gemeinsam mit seinem alten Freund Katz, der aufgrund gewaltiger Leibesfülle und einer festverwurzelten Leidenschaft für Schokoriegel nicht gerade die besten Voraussetzungen dafür mitbringt. Und dennoch machen sich die beiden daran, den etwa 3.500 Kilometer langen Appalachian Trail zu bezwingen.

Nick Hunt – Where The Wild Winds Are

[zum Buch] Flüsse, Bergketten, Küstenlinien, Landesgrenzen oder einfach menschengemachte Wanderwege… Es gibt viele Dinge, an denen man seine Wanderrouten ausrichten kann. Der britische Journalist und Reiseschriftsteller Nick Hunt hat einen eher ungewöhnlichen Ansatz gefunden: Er folgt dem Wind, oder besser gesagt einigen der prägendsten Fallwinde Europas. Seine Reise beginnt auf Cross Fell, dem höchsten Punkt in den englischen Penninen (wo ich damals während meiner Wanderung auf dem Pennine Way ausnahmsweise schönstes Wetter hatte), wo der Helm-Wind weht. In Südeuropa folgt er dem Bora auf seinem Weg von Triest durch Slowenien bis an die kroatische Küste. Auch der Föhn in den Alpen steht auf der Wanderliste, genauso wie der Mistral in Südfrankreich. Eine ziemlich schöne Idee, und ein noch schönerer Bericht von der Umsetzung dieser Idee.

Simon Michalowicz – Norwegen der Länge nach

[zum Buch] Simon ist untrainiert, hat keine Ahnung von Karte und Kompass. Aber er hat einen Traum: Wandern in dem Land, das ihn wie kein anderes in den Bann zieht. Und er setzt diesen Traum in die Tat um. Wir reden hier allerdings nicht von irgendeiner Wanderung, sondern von der Königsdisziplin unter Norwegens Wanderrouten: Norge på langs. Zu Fuß vom südlichsten Punkt am Kap Lindesnes bis zum Nordkap. 140 Tage zieht er durch die endlosen Weiten des Fjells, genießt die Magie der Mitternachtssonne, beobachtet Polarlichter… und vertilgt jede Menge Cola und Chips. Obwohl er unterwegs sogar sein Zelt verliert, geht er beharrlich seinem Ziel entgegen. Auch Simons Vorträge sind übrigens sehr empfehlenswert!

Anna McNuff – The Pants Of Perspective [EN]

[zum Buch | zum Hörbuch] Streng genommen kein Fernwanderbuch, sondern ein Fernlaufbuch, aber damit doch irgendwie noch nah genug dran am Thema und einfach eines meiner liebsten Bücher in Sachen „lange Abenteuer zu Fuß“: Anna McNuff war keine „richtige Läuferin“, und doch machte sie sich auf, den rund 3.000 Kilometer langen Te Araroa-Trail in Neuseeland laufend zurückzulegen. Bis zu 52 Kilometer lief sie dabei pro Tag, durch dichte Urwälder, über windumtoste Bergpässe und mit jeder Menge Flussdurchquerungen, die sie (verständlicherweise) ihre eigentlich allgegenwärtige gute Laune manchmal vergessen ließen. Glücklicherweise findet Anna sie jedoch immer irgendwann wieder, und ihr Buch strotzt nur so vor Liebe fürs Abenteuer, für selbstgewählte Herausforderungen, für die Natur, das Land und vor allem auch für die Menschen, die sie unterwegs trifft.

Kathrin Heckmann – Fräulein Draußen

[zum Buch | zum Hörbuch] Es fühlt sich ein bisschen verrückt an, das eigene Buch in eine solche Liste mit aufnehmen zu können. Ein bisschen komisch auch, aber irgendwie wäre es auch komisch, das nicht zu tun. Hier ist es also, mein Buch, das davon handelt, wie ich in den letzten Jahren in Wanderschuhen nicht nur zu mir selbst, sondern vor allem auch zur Natur gefunden, das Große in den kleinen Dingen entdeckt habe. Kein klassischer Reisebericht, sondern mehr Momentaufnahmen von großen, aber auch kleinen Wanderungen und Momenten, die mich und mein Verhältnis zur Natur nachhaltig geprägt haben. Und alles begann, als ich dem Ruf einer Eule in die nächtliche Wüste folgte …


Kennst du noch weitere empfehlenswerte Bücher rund ums Thema Fernwandern? Dann hinterlass mir gern einen Kommentar und erzähl mir von deinen Lesetipps.

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