Auch wenn es Kinderfotos von mir gibt, die mich beim Bergwandern in Lederhose und mit rosa Hasenrucksack zeigen (danke dafür an dieser Stelle an meine Eltern): So ganz halten konnte sich dieser Kleidungstrend bei mir nicht! Tatsächlich bin ich seit Anbeginn meiner (adoleszenten) Wanderzeit in Leggings unterwegs. Ich besitze zwar auch eine klassische Wanderhose, aber die fristet meist ein relativ trostloses und unbeachtetes Dasein in der untersten aller Kommodenschubladen.

In Leggings zu wandern hat für mich einfach so viele Vorteile, dass ich bisher nie den Drang verspürte, auf eine „richtige“ Wanderhose umzusteigen. Welche Vorteile das sind, aber auch, welche Nachteile das Wandern in Leggings birgt und was Du beim Kauf einer Wanderleggings beachten solltest, erfährst Du in diesem Artikel.


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Vorteile von Leggings beim Wandern

  • Geringes Gewicht und Packmaß: Keine Wanderhose, zumindest solange der Stoff nicht wirklich ultrasuperdünn ist, wird jemals an das Gewicht und Packmaß einer Leggings rankommen. Eine klassische Wanderhose unter 300 Gramm zu finden dürfte schwer werden, auch wenn sie vielleicht irgendwo in einem einsamen Paralleluniversum existieren mag. Klassische Sportleggings in einer normalen Dicke wiegen dagegen in mittlerer Größe um die 180 Gramm.
  • Schnelltrocknend: Ist die Leggings einmal nass, macht das gar nicht so viel aus, denn die Stretchmaterialien trocknen in der Regel sehr schnell wieder. Auch bei Wanderhosen wird natürlich darauf geachtet, dass die Stoffe schnelltrocknend sind. Ohne alle selbst getestet zu haben gehe ich aber davon aus, dass viele davon dennoch länger brauchen als Leggings.
  • Bequeme Passform: Für mich einer der wichtigsten Gründe, warum ich immer zur Leggings greife, wenn es auf Wanderschaft geht! Es gibt keine Falte, die zwickt, keinen Knopf oder Reißverschluss, der drückt, keine Naht, die scheuert. Leggings sitzen – richtige Größe und Passform natürlich vorausgesetzt – wie eine zweite Haut.
  • Bewegungsfreiheit: Sämtliche menschenmögliche Verrenkungen in alle Richtung sind mit Leggings kein Problem, während es bei Wanderhosen am Knie oder am Gesäß durchaus mal eng werden kann, wenn man zum Beispiel über größere Steinblöcke kraxeln muss.
  • Leicht kombinierbar: Sowohl Regenhosen als auch Gamaschen sind perfekt mit Leggings kombinierbar. Schnell drüber gezogen sitzen sie perfekt und kommen sich nicht mit weiter sitzenden Hosen in die Quere.
  • Guter Schutz gegen Zecken: Da die Leggings eng am Bein und am Bund abschließen, haben Zecken zumindest im Bereich bis zur Hüfte keine Chance. Und wenn man die Beine nach Märschen durch Wiesen oder Gebüsch kontrolliert, haben sie es zudem ziemlich schwer, unentdeckt bis nach weiter oben zu gelangen, da man sie auf dem glatten Stoff gut erkennen kann und es keine Falten gibt, in denen sie sich verstecken können.
  • Günstiger Preis: Sportleggings – selbst von bekannten Marken – starten bei deutlich günstigeren Preisen als qualitativ einigermaßen hochwertige Wanderhosen. Es gibt zwar natürlich auch Leggings für Preise jenseits der 100-Marke, aber für 40-50 Euro bekommt man ebenfalls gute Hosen.

Nachteile von Leggings beim Wandern

  • Kein Schutz gegen Moskitos und Brennesseln: Da ich viel in Nordeuropa und Nordamerika unterwegs bin, ist das für mich definitiv einer der größten Nachteile. Stechmücken und Konsorten können ohne mit der Wimper zu zucken den Stoff einer Leggings durchdringen. Sie brauchen zwar etwas länger dafür als wenn sie direkt auf der Haut sitzen würden, aber so wirklich hilfreich ist dieser Unterschied nicht. Hier hat dickerer bzw. locker sitzender Stoff definitiv einen deutlichen Vorteil. Wenn ich zur Hauptsaison von Stechviechern in ein Gebiet wie Finnland oder Alaska reisen würde, würde ich mir das mit der Wanderhose definitiv nochmal überlegen. Gleiches gilt übrigens für Brennesseln, Disteln und andere dornige und kratzige Dinge!
  • Steinchen im Schuh: Während lange Wanderhosen über die Schuhe gehen und damit Steinchen, Stöckchen, Sand oder auch Schnee besser daran hindern können, es sich im Inneren des Schuh gemütlich zu machen, kann eine Leggings da eher wenig ausrichten. Je nach Terrain können ein paar leichte und kurze Gamaschen da sehr hilfreich sein. Vor allem auch wenn man die Leggings mit niedrigen Schuhen kombiniert, die nicht über den Knöchel gehen.
  • Nicht sehr robust: Den leichten, elastischen Stoff einer Sportleggings gibt es natürlich nicht ohne Nachteile. So eine Leggings ist insgesamt sicher deutlich weniger robust als eine normale Wanderhose. Das bedeutet nicht nur, dass sie im Zweifelsfall schneller kaputt und zudem auch schwerer zu flicken ist, sondern auch, dass Du weniger Schutz gegen Äste, Dornen & Co. hast. Zudem wird es beim Pausieren schnell kalt und nass am Hintern. Ein leichtes Sitzkissen sollte da auf jeden Fall immer mit in Deinem Gepäck sein! Und dennoch: Die Dinger halten mehr aus, als man meinen könnte. Ich hatte schon mehr als einmal ein blutiges Knie oder Schienbein, während die Leggings darüber nahezu unversehrt aussah. Und auch Kämpfe mit Gestrüpp & Co. haben meine Exemplare bisher immer unbeschadet überstanden. Etwas Vorsicht kann aber sicher trotzdem nicht schaden!
  • Keine Taschen: Während Wanderhosen in der Regel über die ein oder andere praktische Hosentasche verfügen, dank denen wichtige Kleinigkeiten wie Handy oder Taschentücher schnell griffbereit sind, haben normale Leggings nichts dergleichen. Hier müssen die Seitentaschen oder Fächer am Bauchgurt ausreichen, was sie für mich auch tun. Da lohnt es sich natürlich dann aber doppelt, bei der Rucksackwahl auf einfach zu erreichende und ausreichend große Taschen zu achten.

Wanderleggings kaufen – darauf solltest Du achten

Zunächst einmal hast Du die Wahl zwischen einfachen Sportleggings, wie man sie zum Beispiel beim Laufen oder Yoga benutzt, und speziellen Wanderleggings, die es seit kurzem vermehrt auf dem Markt gibt.

Klassische Sportleggings

Ich greife zum Wandern auf ganz stinknormale Sportleggings zurück. Ohne Mesheinsätze, ohne Kompressionsstreifen, ohne Firlefanz. Letztendlich probiere ich mich da einfach durch ein paar Exemplare durch, bis ich eine finde, die mir in Sachen Material und Passform besonders zusagt. Ein paar Dinge gibt es aber trotzdem, auf die ich bei der Auswahl achte:

  • Breiter Bund: Je breiter, flacher und nahtloser der Bund, desto besser fürs Wandern. Denn in der Regel liegt der Hüftgurt genau auf diesem Bund und wenn der nicht richtig sitzt oder irgendwo einschneidet, wird das auf Dauer unangenehm und gibt Druckstellen.
  • Mittlere Stoffdicke: Was die Dicke der Leggings angeht, gibt es viele unterschiedliche Varianten. Manche sind sehr dünn und damit für den allgemeinen Einsatz zu wind- und kältedurchlässig (die erkennt man ganz gut daran, dass die Unterwäsche auffällig durchschimmert), andere zu dick und zu steif.
  • Möglichst elastisch: Je elastischer der Stoff der Leggings, desto angenehmer beim Wandern. Auch hier gibt es viele Unterschiede zwischen den einzelnen Hosen! Ein guter Test ist es, einfach mal tief in die Hocke zu gehen. Dabei sollte die Leggings sich weder an den Knien zu eng anfühlen noch verrutschen.
  • Keine Baumwolle: Wie immer bei Funktionskleidung für Sport und Wandern sollte die Kleidung möglichst keinen oder nur einen geringen Baumwollanteil haben. Ansonsten saugt sich die Leggings zu sehr mit Schweiß voll und trocknet zu langsam.
  • Hochkrempelbar: Bei warmen Temperaturen ist es von Vorteil, wenn man aus der Leggings durch Umkrempeln der Beine eine 3/4- oder zumindest 7/8-Hose machen kann. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass schon ein Stückchen freie Haut am Bein bei Hitze viel Unterschied macht. Oft sind Leggings aber an den unteren Bündchen zu eng geschnitten oder zu unelastisch. Da lohnt es sich auf jeden Fall, drauf zu achten, auch wenn dieser Punkt jetzt nicht überlebenswichtig ist.

Spezielle Wanderleggings

Mittlerweile gibt es auch seitens der Outdoorbranche erste Hybriden aus Leggings und Wanderhose Das bekannteste Beispiel dafür ist aktuell vermutlich die Abisko Trekking Tights von Fjällräven. Diese besteht aus einem festeren und robusteren Stretchmaterial, ist an kritischen Zonen wie den Knien verstärkt und hat Taschen. Aber auch The North Face hat zum Beispiel eine Hiker Tights im Programm – allerdings bisher noch nicht in Deutschland. Ich habe diese speziellen Wanderleggings selbst noch nicht ausprobiert. Aber wenn Du auf ein gewisses Maß an Robustheit nicht verzichten magst und trotzdem auf enganliegenden Stretch aus bist, ist das vielleicht einen Versuch wert.

Leggings im Winter?

Jep, ich trage meine Leggings im Winter genauso wie im Sommer. Meistens auch das gleiche Exemplar. Das ist für mich im deutschen Winter meistens völlig ausreichend – vor allem auch, wenn es viel bergauf geht und somit anstrengend wird! Nur wenn es sehr kalt ist und/oder die Wanderung wenig anstrengend, steige ich auf eine Winterlaufhose um. Das sind etwas dickere Leggings, die innen zum Beispiel mit einer dünnen Fleeceschicht gefüttert sind und wirklich schön muckelig warm halten.

Falls es sehr windig ist, habe ich als Verstärkung zudem immer noch eine Regenhose mit im Gepäck, in die ich notfalls bzw. vor allem auch während Pausen schlüpfen kann.

Mein Kauftipp

Ich war bereits auf meiner 3-monatigen Fernwanderung durch Großbritannien mit einer Leggings von Venice Beach unterwegs (die leider nicht mehr auffindbar ist) und habe mir auch für meine lange Trekkingour in Westaustralien wieder eine ähnliche dieser Marke geholt, da die letzte selbst nach drei Monaten intensiven Tragens quasi noch wie neu war und bis heute noch im Einsatz ist. Und auch die neue Variante hat sich wieder sehr gut geschlagen und erfüllt zudem alle meine Kriterien. Und relativ günstig ist sie auch noch! Was will man mehr…

Venice Beach BLAKE Tights (birdy black/slate)


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Team Wanderhose oder Team Leggings – wozu gehörst Du? Ich freu mich auf Deinen Kommentar.

 

15 Comments

  1. Hallo Kathrin,
    Danke für diesen interessanten Beitrag. Bisher gehörte ich zum Team Wanderhose. Im letzten USA Urlaub habe ich dann vermehrt meine alte Laufhose getragen (7/8 Leggings). Ich muss sagen, daß mir beide Alternativen gefallen. Bei längeren Hikes schätze ich die vielen Taschen an meiner Wanderhose und die Tatsache, daß ich die Beine abzippen kann.
    Mit Trekking Tights habe ich mich auch schon beschäftigt und die Abisko Tights habe ich auch schon mal anprobiert. Leider bekommen sie hinsichtlich der Robustheit keine guten Bewertungen, so daß ich bisher nicht zum Kauf einer so teuren Hose bereit war.
    Leggings sind bei mir auf jeden Fall immer mit dabei und ich trage sie immer auf den Langstreckenflügen.
    LG
    Silke

    • Fräulein Draußen Reply

      Hi Silke,

      na auf Langstreckenflügen geht sowieso mal gar nichts ohne Leggings. 🙂 Taschen scheinen für viele der Grund zu sein, warum dann doch die Wanderhose das rennen macht. Ich nutze da ja einfach die Seiten-/Bauchgurttaschen vom Rucksack. Aber Hosentaschen sind da natürlich noch eine Nummer komfortabler, was den Zugriff angeht…

      Viele Grüße,
      Kathrin

  2. Stefanie Pech Reply

    Hi, ich laufe auch in Leggings, trage aber oft noch eine shorts mit Taschen drüber. Liebe Grüße Steffi

    • Fräulein Draußen Reply

      Auch eine gute Idee! 🙂 Hab ich mal im Winter gemacht, als ich es zu warm für die gefütterte Leggings und zu kalt für die normale Leggings fand.

      Viele Grüße,
      Kathrin

  3. Hey Kathrin,

    ich wandere auch nur mit Leggings, die sind einfach sooo bequem 🙂
    Hatte mir für meinen Jakobsweg extra noch Babypuder für den Fall der Fälle besorgt, weil meine Oberschenkel eben doch ziemlich gern aneinanderreiben – hab es aber ganz schnell im Hostel „vergessen“, weil ich absolut keine Probleme hatte.
    Nicht zu vergessen, dass Leggings einfach viel besser aussehen und man wegen des geringen Gewichts auch locker noch eine weitere einpacken kann 😉

    Schöne Grüße,
    Caro

    • Fräulein Draußen Reply

      Hi Caro,

      ja, das könnte glatt noch ein weiterer Vorteil von Leggings beim Wandern sein. Glaube da kann wirklich nix und nirgendwo reiben und scheuern, weil alles eng anliegt!

      Viele Grüße,
      Kathrin

  4. Gibt es auch Männerleggins?

    Danke für deine interessanten Berichte.

    VG, Mathias

    • Fräulein Draußen Reply

      Auf jeden Fall! Laufleggings für Männer gibts zahlreich. 🙂

      Viele Grüße
      Kathrin

  5. Hallo Kathrin,
    dein Artikel ist wie eine kleine Erleuchtung für mich. Ich gehöre zwar nicht zu den Hardcore-Wanderern, bin im Urlaub aber total gern hiking-mäßig unterwegs. Mein Mann schwört auf seine Fjällrävenhosen, ich dagegen hab noch nie „die eine“ Wanderhose gefunden. Am schlimmsten finde ich die lauten Hosen, die bei jedem Schritt dieses schreckliche Rascheln von sich geben Da ist es mir gänzlich unmöglich meinen Fokus auf die wunderschöne Natur zu legen.
    Und jetzt lese ich heute deinen Post und erlebe einen totalen AHA-Effekt! Auf die wunderbare Idee in Leggings zu laufen bin ich tatsächlich noch nie gekommen
    Tausend Dank für deinen tollen Blog und die Erfahrungen, die du weiter gibst.

    Liebe Grüße
    Cathrin

  6. Hallo Kathrin,

    ich habe mich kürzlich von meiner letzten typischen Wanderhose getrennt aufgrund der Tatsache, dass sie mir immer beim Bein anheben und verschwitzer Haut geschubbert hat. Seither bin ich in Laufhosen unterwegs bzw. habe ich noch den einen Tipp für Dich/Euch:
    Ein Radrock! Das ist so ein Teil zum Wickeln und meiner ist von Gonso. Er geht nur knapp bis zum Knie und hat mich dieses Jahr auf meinem Mini-Fernwanderweg (Malerweg) super begleitet. Volle Kaufempfehlung, bloß leider kann ich keinen Link mehr im Netz finden zu diesem guten Stück. Aber wenn man „Bikeröcke“ oder „Fahrrad Rock“ googelt gibt es viele Treffer. 🙂

    Besten Dank für Deinen tollen Blog und viele Grüße
    Sabine

  7. Danke dir für die Hinweise, da ich neu zu den Lebensabenteurern stoße, habe ich natürlich sehr viele Fragen über Ausrüstung und Equipment was ich da so brauchen könnte. Danke für deine Hilfe.

    Herzliche Grüße

    Shania

  8. Ich hatte letztens die Idee meine winterlauftights zum wandern anzuziehen zumal sie von innen schon kuschelig und angerauht ist mit dünnem Fleece, allerdings hat mir der Reißverschluss am beim einen Strich durch die Rechnung gemacht da die Hose durch die wanserstiefel an der stelle sehr unbequem wurde. Bin mir nicht sicher ob es dadurch sogar offene Scheuerstellen gegeben hätte. Welche Erfahrungen habt ihr da so gemacht?

    • Fräulein Draußen Reply

      Hi Katrin, vielleicht würde es helfen, wenn Du ein paar dünne Socken unter die Wandersocken UND unter die Leggings ziehst, sodass die nicht mehr scheuern kann?

  9. Danke für den Artikel! <3 Ich gehöre ja noch zur Fraktion Unentschlossen – habe eine Tight und eine Wanderhose und nehme meist sogar beides mit, wobei ich wirklich noch dabei bin, Vor- und Nachteile abzuwägen. Eigentlich wollte ich langfristig auf Tights umsteigen, aber so richtig geschafft habe ich das noch nicht! *hmpf*

    • Fräulein Draußen Reply

      Wieso entscheiden, wenn man beides haben kann? 🙂 Es hängt ja wirklich auch immer von den Umständen und des jeweiligen Einsatzes ab…

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