Meine 4-monatige Reise durch Australien und die USA sollte so enden, wie sie begonnen hatte: Mit einem leicht zu schweren Rucksack auf dem Rücken (diesmal lag das aber an der Wasserration für 1,5 Tage und nicht an der Essensration für 11 Tage) und dieser ganz besonderen Aufregung in der Magengrube, die das Herannahen eines neuen Abenteuers verkündet.

Mit dem einzigen Unterschied, dass ich nicht in Australien, sondern in Kalifornien war und dass ich mich nicht zu einer 1.000 km langen Fernwanderung durch den australischen Busch, sondern einer 3-tägigen Wanderung durch das Land der Joshua Trees aufmachte.

Der California Riding and Hiking Trail wartete auf mich –  3 Tage und 37 Meilen (60 km) Trekking im wunderbaren Joshua Tree Nationalpark. Ich fühlte mich wie ein Kind, dem ein Wochenendaufenthalt in Disney Land versprochen wurde. Und konnte noch nicht ahnen, dass alles ein bisschen anders kommen würde…

Eingang zum Joshua Tree Nationalpark
Willkommen im Wunderland!

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Mehrtageswanderung auf dem California Riding and Hiking Trail

Nachdem ich am Trailhead beim Black Rock Canyon im westlichen Teil des Parks brav das kleine Registrierungsformular ausgefüllt hatte, ging es auch schon los. Weg vom Parkplatz, weg von den Trails der Tageswanderungen und hinein in die staubige Weite der Wüste.

Das Wüstenabenteuer beginnt

Die 7 Liter Wasser in meinem Rucksack drückten mich schwer in den lockeren Sand des Pfades, der sich schnell in ein trockenes Flussbett mit noch lockererem Sand verwandelte. Die ersten Kilometer ließen mich kurz an meinem 3-tägigen Vorhaben zweifeln, so anstrengend war es, durch den Sand zu stapfen – noch dazu mit stetiger leichter Steigung. Ich dachte zurück an das kleine blaue Wüstenhäuschen, das ich für diese Wanderung verlassen hatte und auf dessen Veranda man jetzt so herrlich in der Sonne sitzen und Kaffee schlürfen könnte.

Aber der Gedanke hielt nicht lange an, denn zum einen war es einfach so wunderschön, dass ich wohl notfalls noch einige Liter Wasser mehr in meinem Rucksack für diesen Anblick ertragen hätte. Und zum anderen musste ich mich darauf konzentrieren, dem richtigen Weg zu folgen und nicht aus Versehen in einen der anderen sandigen Pfade abzubiegen.

Ich betrachtete die Hügel und Berge um mich herum und überlegte, wo ich denn jetzt wohl hoch muss, um die anfänglichen 300 Höhenmeter zu bewältigen, von denen ich in einer Beschreibung gelesen hatte. Bis mir auffiel, dass ich gerade schon mittendrin und viel mehr noch fast schon am Ende des Aufstiegs war, ohne es so richtig bemerkt zu haben.

Trekkingtour auf dem California Riding and Hiking Trail im Joshua Tree Nationalpark
Trekking im Joshua Tree erfordert keine besonderen Permits und ist kostenlos – lediglich eine kleine Registrierungskarte muss ausgefüllt werden
Trekkingtour auf dem California Riding and Hiking Trail im Joshua Tree Nationalpark
Der California Riding and Hiking Trail darf – wie der Name schon sagt – nur von Wanderern und Pferden betreten werden
Mehrtageswanderung im Joshua Tree Nationalpark
Schon kurz nach der Verlassen des Trailheads taucht man ein in die Weite und Stille des Parks

Und das war nur die erste von einigen angenehmen Überraschungen. Denn vom höchsten Punkt dieses Aufstiegs aus ging es nicht nur erstmal für rund 3 Kilometer bergab, sondern der Sand unter meinen Füßen wurde auch deutlich fester und formte den perfekten Trail aus leicht fluffigem, aber griffigem Sand. Und dann diese Aussicht… oh diese Aussicht!

Kurz wurde mein Hochgefühl allerdings getrübt, und zwar von einem Aushang am Upper Covington Flats Trailhead, mit dem über einen vermissten Wanderer informiert wurde, der erst vor einer guten Woche zu einem 5-tägigen Trek im Park aufgebrochen und nicht wieder zurückgekehrt war.

Automatisch ging ich meine Sicherheitsvorkehrungen im Kopf durch – von ausreichend Wasser über das 1.-Hilfe-Kit bis hin zum kleinen, orangefarbenen SPOT Gen 3 Notfallsender, der sich in meiner Seitentasche befand. Vor allem ein Gerät wie letzteres würde ich auf mehrtägigen Solo-Treks nicht mehr missen wollen. Zumal er auf diesem Trail noch eine äußert praktische Doppelfunktion hatte: Mit Hilfe des OK-Knopfs konnte ich nämlich auch ohne Handyempfang Herrn Draußen signalisieren, wann er Mitte des nächsten Tages zu unserem Treffpunkt kommen sollte, um meine Wasservorräte aufzufüllen. Aber jetzt war ich erstmal einfach nur froh, ihn überhaupt dabei zu haben, zumal die 17 km zwischen Upper Covington Flats Trailhead und der Keys View Road der abgelegendste und einsamste Teil des ganzen Treks sind.

Allzu viele Kilometerlagen nicht mehr zwischen mir und der Stelle, die ich für die erste Übernachtung angepeilt hatte. Deshalb machte ich erst mal eine gemütliche Kaffeepause, zu der sich bald auch ein paar nicht ganz unaufdringliche Bienen gesellten. Da ich meinen Kaffee aber lieber für mich alleine behalten wollte, servierte ich ihnen zum Ausgleich ein kleines Wasserbuffet im Deckel meiner Trinkflasche, auf das sie sich dankbar stürzten. Kaffeepause gerettet.

Mehrtageswanderung im Joshua Tree Nationalpark
Regelmäßige Wegweiser und Entfernungsangaben helfen bei der Orientierung
Trekking im Joshua Tree Nationalpark
Der Rucksack wiegt schwer mit 7 Litern Wasser im Gepäck, aber glücklicherweise besteht der Trail nur auf den ersten Kilometern aus weichem Sand
Kaktus im Joshua Tree Nationalpark
Am Wegesrand lauern jede Menge stacheln – eine feste Wanderhose ist also von Vorteil

Eine schlaflose Nacht

Es folgte ein weiterer kleiner Aufstieg durch die Covington Flats, durch karge Vegetation, zahlreiche ausgewaschene Flussbetten und vorbei an großen Felsblöcken. Etwas unter dem höchsten Punkt des Aufstiegs fand ich eine ebene, sandige Stelle mit höchst praktisch aussehendem Baumstamm daneben, der sich sicherlich hervorragend als Sitzplatz eigenen würde, und beschloss, hier mein Nachtlager aufzuschlagen. Es war zwar erst drei Uhr, aber es war Anfang Dezember und das bedeutet auch im so sommerlich anmutenden Kalifornien: Sonnenuntergang gegen 17 Uhr.

Zelt aufbauen, Essen kochen, ein bisschen durch die Gegend gucken, die großen schwarzen Käfer dabei beobachten, wie sie unaufhaltsam versuchen, die Zeltwand hoch zu klettern und schon war der Tag vorbei. Und mit ihm auch die letzte Wärme, die diese Wüste noch in sich getragen hat. Es wurde ziemlich schnell ziemlich kalt und so lag ich schon um 5 Uhr in meinen Schlafsack gemummelt im Zelt und versuchte verzweifelt mich durch die Lektüre von John Muirs Essay über seine Reise zu den Gletschern Alaskas noch etwas wach zu halten. Erstaunlicherweise gelang mir das immerhin 2 Stunden lang, bevor ich sehr schnell und sehr glückselig einschlief – aber nicht ohne dabei nochmal darüber nachgedacht zu haben, wie ruhig und wie windstill es doch hier ist und dass ich kein Geräusch höre außer den Ruf einer Eule in der Ferne, der langsam näher zu kommen scheint.

Die vielleicht schönste Zeit eines Tages in der Wüste: Der Sonnenuntergang
Wildzelten im Joshua Tree Nationalpark
Die Ruhe vor dem Sturm…

Mit einem Schlag war ich hellwach. Ist das da meine Zeltwand, die gefährlich nah und ungewöhnlich heftig kuscheln kommt? Ja, das war sie. Meine Zeltwand, die sich jeglicher Heringe entledigt hat und dem Wind nun völlig ergeben war. Und wo bitte kam dieser Wind her? Ich sah auf die Uhr. Es war tatsächlich gerade mal eine Stunde vergangen.

Mit einer Hand versuchte ich, das Zelt einigermaßen am Boden zu halten und mit der anderen, meine Daunenjacke aus dem Schlafsack zu fummeln. Dass meine Heringe nicht gerade für den sandigen Boden hier in der Wüste geeignet waren, das war mir schon beim Aufbau klar geworden. Aber wie schlecht sie wirklich geeignet waren, das wurde mir erst so richtig schmerzlich bewusst, als ich versuchte, sie in den kurzen Pausen zwischen den Windböen wieder im Boden zu verankern.

Beim ersten Mal hatte ich noch die völlig unbegründete Hoffnung, dass sie ja vielleicht doch irgendwie halten könnten. Beim zweiten Mal dachte ich, dass ich das Zelt vielleicht irgendwie so drehen könnte, dass der Wind doch noch unverrichteter Dinge an ihm vorüber geht. Beim dritten Mal versammelte ich alle Abspannleinen auf der Seite, die der Sturm mangels Vegetation gänzlich ungebremst niederdrückte. Das half ein bisschen und war doch nicht gut genug. Mein armes kleines MSR Hubba NX kämpfte in dieser Nacht ums Überleben – und ich um jede Minute Schlaf. Und der Sturm wurde immer stärker.

Als ich zum gefühlt hundertsten Mal aus dem Zelt kletterte, weil das eben das ist was man tut, wenn einem das Zelt um die Ohren fliegt, während man noch darin ist, stolperte ich über eine der Abspannleinen. Das hatte zur Folge, dass sämtliche Heringe quasi gleichzeitig aus dem Boden flogen. Ich und der Wasserkanister im Zelt versuchten, das Zelt so gut es geht am Boden zu halten – und verzweifelten beide nahezu an dieser Aufgabe.

Da sich am Horizont das erste Licht des Tages abzeichnete, erklärte ich die Nacht für beendet. Erleichterung machte sich breit, auch wenn es eine gefühlte Ewigkeit dauerte, bis ich unter diesen Umständen alles abgebaut und im Rucksack verstaut hatte. Meine eisigen Finger, die ich regelmäßig zum Aufwärmen unter meine Daunenjacke schicken musste, machten die Sache auch nicht gerade einfacher.

Sonnenuntergang Joshua Tree
… und der Morgen danach!
Sonnenaufgang im Joshua Tree Nationalpark
Der Wind ist immer noch ziemlich stark, aber immerhin naht die wärmende Sonne

Planänderungen

Die Böen wurden kein Stück schwächer, aber die Sonne dafür immerhin etwas wärmer. Und nach einigen Meilen der Flucht fand ich sogar einen einigermaßen geschützten Platz sowie die Zeit für einen Kaffee. Während ich meine Hände an den heißen Becher klammerte, ließ ich meinen Blick über die Felsen, die Joshua Trees, das karge Grasland schweifen und stellte zufrieden fest, dass die Geschehnisse der vergangenen Nacht nichts an der absoluten Großartigkeit und meiner Faszination für diesen Ort ändern konnten. Mein Bedarf an einer weiteren Nacht dieser Art war aber trotzdem eher gering, und so beschloss ich, meinen nächsten Kaffee wieder im Wüstenhäuschen und nicht auf dem California Riding and Hiking Trail zu trinken.

Gegen Mittag kam ich am mit Herrn Draußen vereinbarten Treffpunkt an (der ja eigentlich nur zum Auffüllen meiner Wasservorräte gedacht war), ließ mich auf den Beifahrersitz sinken und stellte die Sitzheizung auf „high“. Manchmal muss man sich den Dingen da draußen einfach geschlagen geben. Und der Geruch frischer Tacos von der Rückbank machte diese Erkenntnis unwahrscheinlich einfacher.

Outdoor Kaffee kochen
Heißer Kaffee wurde dringend benötigt – und irgendwann fand ich dafür zum Glück auch ein einigermaßen windstilles Plätzchen

Outdoor Kaffee kochen

Wandern im Joshua Tree Nationalpark auf dem California Riding and Hiking Trail

Winter im Joshua Tree Nationalpark

Alle Infos zum WAndern auf dem California Riding and Hiking Trail

Kosten

Der Eintritt in den Joshua Tree Nationalpark kostet 25$, das Benutzen des CHRT selbst und das Backcountry Camping sind aber umsonst.

Registrierung

Du brauchst im Gegensatz zu vielen anderen Nationalparks in den USA keine besondere Genehmigung für Trekkingtouren im Joshua Tree Nationalpark. Beim Start der Wanderung musst Du Dich aber an einem der insgesamt 13 Bakccountry Trailheads im Park registrieren. Dort kannst Du dann auch Dein Auto parken (lasse Dein Auto niemals ohne Registrierung über Nacht an einem der Trailheads stehen!).

Länge und Schwierigkeit 

Der Trek ist insgesamt 37,5 Meilen (60 Kilometer) lang und kann somit gut auf 2-4 Tage aufgeteilt werden. Es gibt insgesamt wenig Steigungen und andere Schwierigkeiten, weshalb er auch gut für Anfänger und weniger fitte Wanderer geeignet ist.

Wegmarkierung

Der California Riding and Hiking Trail ist durchgehend mit Schildern markiert und in der Regel gut sichtbar. Nur am Anfang musst Du etwas aufpassen, dass Du nicht aus Versehen in einen anderen Pfad abbiegst. Zudem ist der Trail fast durchgehend mit Meilenangaben versehen, was die Orientierung sehr viel einfacher macht.

Wetter und Reisezeit 

Der Joshua Tree Nationalpark ist eine Wüstengegend und damit ein Ort voller Extreme. Die Sommer sind heiß, mit tagsüber 40 Grad und mehr und auch nachts selten unter 24 Grad. Im Winter hingegen wandern die Temperaturen tagsüber selten über 15 Grad und fallen nachts unter 0. Der Herbst und Frühling sind am ausgeglichensten und für Wanderabenteuer am angenehmsten, mit tagsüber durchschnittlich 28 Grad und nachts rund 10 Grad.

Am schönsten ist der Trail und der ganze Park zweifelsohne zwischen Februar und April, denn dann ist Frühling und damit Wildblumenzeit. (Im Februar kann man diese vor allem in den niedrigeren Lagen an der Südseite des Parks sehen. In den höheren Regionen eher im März und April.) Ansonsten eignet sich die Region von Herbst bis Frühling für (längere) Wanderungen. Nur die Zeit zwischen Juni und September solltest Du unbedingt meiden, denn dann ist es sehr heiß.

Regen fällt eher selten, aber wenn es regnet, dann regnet es richtig – inklusive der in solchen Vegetationen üblichen Gefahr für Springfluten (weshalb man sein Zelt selbst bei der kleinsten Chance für Regen niemals in einer Senke oder einem Flussbett aufstellen sollte). Zudem kann es naturgemäß sehr windig werden, vor allem zum Nachmittag und Abend hin. Es gibt einfach zu wenig Vegetation, die diesen bremsen könnte.

Mehrtageswanderung im Joshua Tree Nationalpark

Wasserversorgung

Die größte „Schwierigkeit“ auf dem Trail ist die Wasserversorgung unterwegs. Natürliche Wasserquellen sind die meiste Zeit des Jahres quasi nicht existent und falls doch, sind diese für Pflanzen und Tiere reserviert. Pro Tag solltest Du je nach Temperaturen ca. 6 Liter Wasser mitnehmen – eine Menge, die sich bei mehreren Tagen schnell ins unmögliche summiert! Die Lösung für dieses Dilemma lautet Wasser Caches, also das Verstecken von Wasservorräten, bevor Du startest.

Im Nationalpark ist es erlaubt, Wasser (und Nahrung) für bis zu 14 Tage zu verstecken. Diese Caches solltest Du mit einem Hinweiszettel versehen, der den Rangern im Zweifelsfall mitteilt, wann Du diesen Cache nutzt und wie sie dich kontaktieren können (Name und Telefonnummer oder E-Mail), falls sie den Cache aus irgendeinem Grund entfernen müssen. Als Orte für den Cache eignen sich am besten die Gegend um Ryan Campground und Belle Campground, weil sie gut per Auto erreichbar sind und er CHRT direkt hindurch führt. Wichtig ist, dass Du Dir den Ort, an dem Du das Wasser versteckt hast, gut merkst. Entweder per GPS-Standort (falls Du ein GPS-Gerät dabei hast) oder z.B. mit Hilfe einer Schnur, die Du an einem Busch in der Nähe befestigst (wieder mitnehmen nicht vergessen!).

Ausrüstungstipps

– für sandigen Boden geeignete Heringe
leichte Gamaschen gegen Sand in den Schuhen
– eine lange Wanderhose aus festem Stoff, da manche Pflanzen am Wegesrand fiese, anhängliche Dornen haben (Leggings zum Wandern sind also ausnahmsweise mal keine so gute Idee)
Sonnenschutz (nicht nur in Form von Sonnencreme, sondern vor allem auch einen Hut und ggf. Sonnenbrille)
– eine warme Jacke, eine winddichte Jacke und mehrere Kleidungsschichten (vor allem auch im Winter)

Wildcampen

Backcountry Camping ist im Joshua Tree Nationalpark grundsätzlich überall erlaubt, es gibt abgesehen von den mit Autos erreichbaren Campingplätzen keine speziell ausgewiesenen Campingbereiche. Allerdings solltest Du dabei einige Dinge beachten.
– Das Ökosystem in Wüstengegenden ist sehr fragil. So sind zum Beispiel empfindliche Bodenkrusten, die langsam entstehen und umso schneller mit einem Tritt zerstört werden können, sehr wichtig für das Gleichgewicht. Aus diesem Grund solltest Du nicht nur beim Wandern möglichst auf Wegen bleiben (sofern Du einem Weg folgst), sondern Dein Zelt auch auf möglichst unanfälligen  Untergründen wie z.B. flachen Felsen, ausgewaschenen Flussbetten (außer es droht Regen) oder unter Bäumen aufbauen.
– Die Campingstelle muss mindestens 1 Meile (1,6 km) vom nächsten Trailhead, 500 Fuß (150 m) vom Trail entfernt und mindestens 100 Fuß (30 Meter) von der nächsten Wasserquelle (Quellen, Oasen etc.) entfernt sein. Letzteres soll nicht nur die Verschmutzung von Wasser verhindern, sondern auch vermeiden, dass Tiere aus Scheu nicht zum Trinken kommen.
– Nimm alle Essensreste, Müll, Toilettenpapier usw. wieder mit.
– Respektiere Tiere und Pflanzen. Dazu zählt keine Tiere zu füttern und nicht in der Nähe von Nestern oder Bauten zu zelten. Die Mitnahme von Hunden ist übrigens verboten.
Lagerfeuer sind verboten.
– Reiter bzw. deren Pferde haben Vorfahrt.

Trekking auf dem California Riding and Hiking Trail im Joshua Tree Nationalpark
Von diesen Backcountry Camping Registration Boards gibt es insgesamt 13 Stück im Park
Ryan Campground liegt ungefähr auf halber Strecke des California Riding & Hiking Trail und ist ein guter Ort, um einen Wassercache zu hinterlegen
Der California Riding & Hiking Trail ist durchgehend gut markiert und sogar mit regelmäßigen Entfernungsangaben versehen

Wandern und Trekking im Joshua Tree Nationalpark – Alles was Du wissen musst

Auch neben dem California Riding and Hiking Trail gibt es im Joshua Tree Nationalpark viele tolle Möglichkeiten für Wanderungen – von kurzen und einfachen Spaziergängen bis hin zu tagesfüllenden, fordernden Wanderungen.

Tageswanderungen im Joshua Tree Nationalpark

Selbst die kleinste Tageswanderung kann im Joshua Tree Nationalpark schnell zu einem großen Erlebnis werden, denn dieser Ort ist einfach faszinierend und einzigartig, kann aber auch ziemlich gnadenlos sein, wenn die Sonne brennt oder der Wind über einen hinweg fegt.

Daher solltest Du auch bei kurzen Wanderungen immer gut ausgerüstet sein, inklusive Sonnenschutz, ausreichend Wasser, mehreren Kleidungsschichten und einer windabweisenden Jacke.

Zu den besten Tageswanderungen im Park zählen folgende Routen:

  • Cholla Cactus Garden (0,4 km): eine kleine Rund“wanderung“ durch eine dichte und natürlich gewachsene Ansammlung von Cholla-Kakteen
  • Hidden Valley (1,6 km): ein kurzer Ausflug zu imposanten Felsformationen 
  • Ryan Mountain (4,8 km): großartige Aussichten von einem der beliebtesten Gipfel im Park
  • Lost Palms Oasis (12 km): eine längere Wanderung durch sandige Flussbetten und einen Canyon bis zu einer gut versteckten Palmenoase

Alle Tageswanderungen im Joshua Tree Nationalpark und die entsprechenden Infos findest Du hier auf der offiziellen Seite des Nationalparks.

Mehrtageswanderungen im Joshua Tree Nationalpark

Der California Riding and Hiking Trail ist das einzige ausgeschilderte Trekking im Joshua Tree Nationalpark. Da aber Backcountry Camping überall im Park erlaubt ist (s.o.) gibt es noch viele weitere Möglichkeiten für Trekking-Abenteuer im Park. So bietet sich z.B. auch der Boy Scout Trail als 2-Tageswanderung an (13 km one-way), allerdings muss man hier den gleichen Weg wieder zurück gehen.

Insgesamt gibt es 13 Backcountry Registration Boards, von denen Du starten und Dir Dein eigenes Abenteuer basteln kannst. Theoretisch darfst Du Dich überall im Park bewegen und musst Dich nicht an die Wanderwege halten. Der Nationalpark ist insgesamt rund 3.200 km² groß und rund 85% davon werden vom National Park Service als Wildnis verwaltet. Du hast hier also mehr als genug Platz, Dich ganz nach Lust und Laune auszutoben. Natürlich solltest Du spätestens abseits der Wege unbedingt mit Karte und Kompass bzw. GPS-Gerät ausgerüstet sein, denn natürliche Orientierungspunkte sind in dieser Landschaft eher Mangelware. Mehr zum Thema Backpacking im Joshua Tree Nationalpark findest Du hier.

Trekking auf dem California Riding and Hiking Trail im Joshua Tree Nationalpark
Die Stars des Nationalparks in Reih und Glied
Sonnenuntergang im Joshua Tree Nationalpark
So einen Sonnenuntergang sieht man selbst in der Wüste nicht alle Tage.

Infos & Tipps für Deinen Besuch im Joshua Tree Nationalpark

Ich habe den Joshua Tree Park bei meinem ersten Besuch im Westen der USA zugunsten anderer Dinge vernachlässigt und würde das nie wieder tun. Die Gegend hier ist wirklich sehr einzigartig und verglichen mit den anderen gängigen Nationalparks wie dem Arches, Zion, Yosemite oder Grand Canyon Nationalpark nochmal was ganz anderes. Wenn Du es irgendwie schaffst, solltest Du den Park auf jeden Fall in Deine Reiseplanung mit aufnehmen.

Anreise

Der Joshua Tree Nationalpark liegt rund 225 km östlich von Los Angeles, 280 km nordöstlich von San Diego, 345 km südwestlich von Las Vegas und 357 km westlich von Phoenix. Damit ist er von vielen Knotenpunkten im Südwesten des Landes bestens erreichbar, allerdings nur mit Auto. Ein öffentliches Verkehrssystem im Park gibt es nicht.

Beste Reisezeit

Auf jeden Fall vermeiden solltest Du die Sommermonate von Juni bis September. Dann ist es sehr heiß und der Schatten rar. Am besten eignen sich Herbst und Frühling, aber auch der Winter ist theoretisch ein guter Monat, wobei es hier vor allem nachts schon ziemlich frostig werden kann. Im Frühjahr von Februar bis April blühen die Wildblumen im Park.

Ca. 85% des Parks sind Wildnis – nur ein kleiner Teil ist mit dem Auto erlebbar
Der Joshua Tree Nationalpark ist nicht nur für seine Namensgeber, sondern auch für die imposanten Felsformationen berühmt

Unterkunft

Die einzige Möglichkeit, direkt im Park die Nächte zu verbringen ist das Camping – und mit Sicherheit auch die großartigste. Ansonsten gibt es in der Umgebung und besonders in den angrenzenden Orten wie Twentynine Palms, Joshua Tree und Yucca Valley zahlreiche Möglichkeiten für die Übernachtungen, von großen Hotelketten bis hin zu Airbnb.

Hotels, Airbnb & Co.

Ich würde Dir dringend ans Herz legen, Dich für die Buchung Deiner Unterkunft beim Joshua Tree Nationalpark auf Airbnb umzusehen, denn in dieser Gegend ist wirklich eine Unterkunft toller als die andere und mit Liebe zum Detail sowie zur Umgebung und oft sogar ziemlich künstlerisch eingerichtet.

Ich hab eine Woche in dieser Unterkunft verbracht und die war so toll, dass ich teilweise einfach den ganzen Tag gar nichts gemacht habe, nur auf der Veranda gesessen bin und dieses wahrhafte, waschechte Wüstenerlebnis genossen habe (ganz zu schweigen von den Abenden am Lagerfeuer unterm dank Vollmond leider meist nicht sichtbaren Sternenhimmel).

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Camping im Joshua Tree Nationalpark

Im Park selbst gibt es acht Campingplätze und zudem ein paar weitere außerhalb des Parks. Die Campgrounds im Joshua Tree selbst sind wirklich unglaublich toll und liegen inmitten unberührter Natur umringt von Kakteen, Joshua Trees, großen Felsen und allerlei anderen tollen Dingen.

Nicht zuletzt da der Joshua Tree Nationalpark gerade in den letzten Jahren ziemlich an Beliebtheit zugelegt hat, kann es passieren, dass man je nach Ankunftszeit keinen Platz mehr auf einem Campground im Park bekommt. Vor allem an den Wochenenden zwischen Oktober und Mai füllen sich die Stelllplätze schnell, zwischen Mitte Februar und Mitte Mai sowie in den Ferienzeiten auch unter der Woche.

Zwei der Plätze – Black Rock und Indian Cove – lassen sich im Vorhinein online über recreation.gov reservieren. Die anderen funktionieren nach dem first come, first serve-Prinzip. Alle wichtigen Informationen zu den einzelnen Campingplätzen findest Du auf dieser Übersichtsseite.

Dinge wie Einkaufsmöglichkeiten, Strom oder Duschen gibt es übrigens auf keinem der Campingplätze, Wasser ist nur beim Indian Cove Campground verfügbar.

Ein absoluter Wüstentraum – gefunden auf Airbnb

Dinge, die Du im und um den Park nicht verpassen solltest

  • Die Sterne anhimmeln: Der Joshua Tree Nationalpark ist ein ganz hervorragender Ort, um den Sternenhimmel fast ganz ohne Lichtverschmutzung zu betrachten. Die Campgrounds Cottonwood und Belle sind hierfür übrigens besonders gut geeignet (mehr Tipps dazu). Zudem gibt es das Sky’s the Limit Observatory, in dem man jeden Samstag in etwa zwischen Sonnenuntergang und Mitternacht gratis Sterne gucken darf (außer das Wetter ist schlecht oder es ist Vollmond).
  • Wüstenkunst bestaunen: Die Wüste rund um den Joshua Tree hat viele Künstler angezogen – und tut es bis heute. Zwei der besten und verrücktesten Ableger dieser Art sind das Outdoor Desert Art Museum von Noah Purifoy und das World Famous Crochet Museum von Shari Elf.
  • Western-Feeling in Pioneertown: Das Westernstädtchen wurde 1946 von einer Gruppe Investoren aus Hollywood gegründet, die eine Filmkulisse erschaffen wollten, die gleichzeitig auch eine sehenswerte Stadt ist. Heute gibt es hier viel lokale Kunst, jede Menge Fotomotive und natürlich Pappy & Harriet’s, berühmt für seine Barbecues und Live-Musik seit 1982 (abends unbedingt reservieren oder früh dort sein).
  • Energie tanken im Natural Sister’s Cafe: Gesundes, ehrliches, vegetarisches / veganes Essen vor den Toren des Nationalparks als Alternative zu den Unmengen an Fastfood, von denen man in den USA sonst gerne mal umgeben ist. (zur Website)
  • Streetart in 29 Palms: Es gibt mittlerweile über 25 Murals in 29 Palms, alle Motive davon inspiriert von der Geschichte des Ortes und der Umgebung.
  • Ein Klangbad im Integraton nehmen: Das Integraton ist ein weißer, kuppelförmiger Bau in Landers, der 1959 von einem Mann namens George Van Tessel erbaut wurde. Dieser war Ufo-Forscher und in dem Glauben, nach Kontakt mit Außerirdischen allerlei Fähigkeiten zu haben, wie z.B. die Verjüngung menschlicher Zellen. Heute gehört das Integraton seinen Schwestern und ihm wird nachgesagt, eine heilende Wirkung zu haben. Für das Klangbad legen sich die geneigten Besucher im kuppelförmigen, mit Holz ausgekleideten Raum auf weiche Matten und relaxen zu den Klängen von Kristall-Schalen. Reservierung notwendig.
  • Der vermeintlich größte Felsblock der Welt: …ist auch bei Landers zu finden und per unbefestigter Straße, die aber auch für normale PKWs machbar ist, erreichbar. Leider ist der Felsen aber stellenweise mit Graffiti beschmiert. Einen Blick ist der trotzdem wert. (zum Wikipedia-Eintrag)
Noah Purifoy Outdoor Art Museum
Auf Entdeckungstour in Noah Purifoys Outdoor Art Museum
Größter Felsen der Welt
Der vermeintlich größte Felsblock der Welt: Giant Rock bei Landers
Was braucht man mehr?!
* ohne Worte *

Warst Du auch schon mal zum Wandern oder Trekking im Joshua Tree Nationalpark unterwegs und hast noch Tipps für schöne Routen und Ecken? Oder hast Du noch Fragen zu dem Thema? Dann rein damit unten ins Kommentarfeld!

4 Comments

  1. Wahnsinn! Ich liebe deine Berichte. Sie fesseln mich richtig und verzaubern mich immer. Und vor allem… Ich will sofort los starten. Ich bewundere bei jedem Eintrag deinen Mut und wünschte mir das ich nur ein Bruchteil davon abkupfern könnte. Weiter so! :) alles Liebe weiterhin. Die Nadja

  2. peter haider Reply

    Tolle Sache Deine Wanderung in der Wüste des Yoshua Tree Nationalparks. Sehr schön beschrieben und fast alle Fakten und Informationen geklärt. Doch eine Frage hab ich trotzdem noch; Hast Du auch andere Wanderer oder gar Reiter getroffen? Ah und noch etwas. Hast Du auch tierisches erlebt? Z.B. Schlangen? Davor habe ich doch etwas Bedenken, mal durch die Wüste zu wandern. Nächstes Projekt?
    Herzlichst , der grüne Pilger Peter

    • Fräulein Draußen Reply

      Hallo Peter,

      danke Dir! Andere Wanderer hab ich in den zwei Tagen nicht getroffen, nur ein kleines Grüppchen in der Nähe des Parkplatzes. Reiter waren auch nicht da, die ein oder andere Hufspur im Sand hat aber verraten, dass da durchaus welche unterwegs sind. Klapperschlangen, Skorpione usw. gibt es dort theoretisch, getroffen hab ich keine. War aber wohl auch einfach viel zu kalt für die. Wichtig ist halt, sich nicht ohne zu gucken einfach irgendwo hinzusetzen oder von unten auf Felsen zu greifen o.ä.. Dann passiert da auch nichts. Und Klapperschlangen geben ja sowieso in der Regel rechtzeitig ein praktisches Warnsignal ab, falls man ihnen zu nahe kommen sollte.

      Viele Grüße,
      Kathrin

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