[enthält Werbung] Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten zu können war und ist für mich einer der Hauptgründe, warum ich reise. Meine Reisen in den vergangenen Jahren haben mir aber mehr und mehr auch die Augen dafür geöffnet, dass man für spannende Tierbeobachtungen überhaupt nicht reisen muss, und schon gar nicht weit weg.

Tatsächlich ist Deutschland deutlich artenreicher als viele andere Gegenden dieser Welt. Und auch wenn es hier vielleicht keine solch imposanten Tiere wie Buckelwale oder Grizzlybären zu sehen gibt, kann das Aufspüren und Beobachten von Wildtieren in Deutschland genauso toll sein wie in der weiten Welt. Zumal es dabei ja um viel mehr geht als “nur” um die bloße Sichtung: Langsam und achtsam durch die Natur zu streifen, mit offenen Augen und Ohren, sich mit der Natur zu beschäftigen und sie Stück für Stück besser kennen zu lernen ist einfach unglaublich wertvoll.

In diesem Artikel findest du ein paar Infos zu unserer heimischen Tierwelt und einige Tipps, wie du tiefer in diese Welt eintauchen kannst.

Einer der schönsten und schillerndsten Vögel in Deutschland: Eisvögel sind vor allem an klaren, ruhigeren Gewässern zu finden.

Werbehinweis: Dieser Artikel enthält bezahlte Werbung für meinen Kooperationspartner Swarovski Optik. Meine persönlichen Erfahrungen und Tipps, die ich in diesem Artikel teile, wurden dadurch nicht beeinflusst. Mehr zum Thema Werbung auf diesem Blog kannst du hier nachlesen.


Wildtiere in Deutschland

Rund 48.000 Tierarten gibt es in Deutschland, und das sind immerhin rund vier Prozent der uns aktuell bekannten Fauna dieses Planeten. Und auch wenn wir hart daran arbeiten, diese Biodiversität zunichte zu machen, ist unsere Tierwelt von “eintönig” und “langweilig” weit entfernt.

“Alltägliches” neu entdecken

… zumal Langeweile immer auch im Auge des Betrachters liegt: Igel zum Beispiel haben wir wohl alle schon mal abends über die Straße huschen sehen, oder zumindest tot am Straßenrand. Igel sind relativ alltäglich – und doch ziemlich besonders, wenn man mal genauer drüber nachdenkt und sich diese Tiere genauer ansieht. Mit Stacheln übersäht, in Gefahrensituationen wie eine Kugel zusammengerollt, Schnecken mümmelnd und mit Vorliebe in gemütlichen Laubhaufen schlummernd.

Für mich ist neben der Entdeckung besonderer Arten das schönste an Tierbeobachtungen eigentlich, vertraute Tiere mit neuen Augen zu betrachten. Egal ob Igel, Rotkehlchen, Reh oder Saatkrähe. Denn auch wenn einen diese Tiere oft schon ein ganzes Leben lang irgendwie begleiten, weiß man doch oft erstaunlich wenig über sie und hat ihnen selten oder nie so wirklich Beachtung geschenkt.

Nicht zuletzt deswegen habe ich immer öfter auch bei vermeintlich unspektakulären Touren oder kürzeren Spaziergängen mein kompaktes Fernglas dabei.

Ziemlich alltäglich und doch sehr besonders! Igel sind die häufigsten Säugetiere Deutschlands.

Von großen und kleinen Säugetieren

Von den 48.000 in Deutschland heimischen, wild lebenden Tierarten sind rund 100 Säugetiere. Neben den “üblichen Verdächtigen” wie Reh, Wildschwein und Hase zählen dazu auch relativ viele Nagetiere wie Mäuse und zahlreiche Fledermausarten. Von letzteren leben hierzulande allein 25 verschiedene Arten, viele von ihnen sind bestandsgefährdet. So wie insgesamt rund ein Drittel aller Säugetiere in Deutschland, die auf der Roten Liste stehen. Es gibt allerdings auch Arten, deren Bestand sich im Vergleich zu den Vorjahren wieder erholt. Dazu zählen Wolf und Fischotter sowie die Kegelrobbe, ihres Zeichens größtes Raubtier in Deutschland.

Kegelrobben und Seehunde sind relativ leichte “Beute” für Tierbeobachter, wenn man zu den entsprechenden Stränden fährt. In unseren Wäldern begegnet man häufig Rot- und Schwarzwild. Für die meisten anderen größeren Säugetiere muss man schon wieder ein bisschen mehr Glück haben beziehungsweise geduldiger sein oder sich in dem jeweiligen Gebiet gut auskennen. Das gilt insbesondere auch für Tiere, die wohl auf jeder Tierbeobachter-Wunschliste sehr weit oben stehen, wie zum Beispiel Biber und Dachs, und natürlich Wölfe und Luchse. Die letzten beiden sind besonders scheu, und zudem oft einfach zu klug beziehungsweise zu gut getarnt, um von uns entdeckt zu werden. Aber: Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Eine meiner schönsten Tierbegegnungen in Deutschland war bisher die mit einem Baummarder während meiner Wanderung auf dem Saar-Hunsrück-Steig. Mit ziemlich akrobatischen Kletterkünsten ist der kleine Kerl vor mir auf einen Baum geflüchtet und hat mich eine ganze Weile lang aus sicherer Entfernung beobachtet, genauso wie ich ihn. Ansonsten steht der kleine Schweinswal ziemlich weit oben auf meiner Säugetier-Sichtungs-Wunschliste. Hand aufs Herz: Hättest du gewusst, dass in deutschen Gewässern überhaupt eine Walart vorkommt?

Gute Chancen auf Robbensichtungen hat man in Deutschland zum Beispiel an den Stränden von Sylt und Amrum.

Exoten in freier Wildbahn

Neben den heimischen Tierarten haben mittlerweile auch einige exotischere Tierarten Deutschland zu ihrem Zuhause gemacht, die zum Beispiel aus privater Haltung entwischt sind und sich an die neue Umgebung anpassen konnten. Das kurioseste Beispiel dafür ist vermutlich der Nandu, ein großer Laufvogel (ähnlich dem Strauß, wenn auch nicht mit diesem verwandt), der eigentlich in Südamerika beheimatet ist, sich aber ganz offensichtlich auch in Mecklenburg-Vorpommern ziemlich wohl fühlt. Eventuell etwas zu wohl, denn die großen Vögel vermehren sich rasant, was nicht allen so wirklich gut gefällt. Das gilt auch für die giftgrünen Halsbandsittiche, die man aufgrund ihres Aussehens eigentlich eher in irgendeinem Dschungel vermuten würde, die sich aber auch zahlreich in der gesamten Rheinebene blicken lassen.

Artenschutztechnisch gesehen sind diese eingeschleppten Tierarten oft problematisch, da sie heimischen Tierarten das Leben zusätzlich schwer machen (zum Beispiel durch Nahrungskonkurrenz). Für Tierbeobachter kann es aber eine ziemlich tolle Sache sein, nicht erst in ein Flugzeug steigen zu müssen, um große Laufvögel oder schillernde Sittiche zu sehen.

Hier findest du eine Liste aller Neozoen in Deutschland, wozu zum Beispiel auch der ursprünglich in Nordamerika beheimatete Waschbär zählt.

Nandus sind eigentlich in Südamerika zuhause (wie hier im südlichen Patagonien), fühlen sich aber scheinbar auch in Mecklenburg-Vorpommern wohl.

Tipps für das Beobachten von Wildtieren

Geduld haben

Keine Überraschung, aber: Ohne Geduld geht es nicht. Zumindest wenn man nicht gerade durch Glück genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Aber das Gute ist, dass Geduld eigentlich immer irgendwann belohnt wird, wenn auch vielleicht nicht immer mit der Sichtung, auf die man eigentlich gewartet hat. Und überhaupt: Bräuchte man keine Geduld, wäre diese Belohnung ja irgendwie auch gar nicht mehr so besonders. Auch wenn es im jeweiligen Augenblick nicht immer so scheinen mag, manchmal vielleicht sogar etwas frustrierend sein kann: Das Umherstreifen, Abwarten und Ausschau ist letztendlich doch der halbe Spaß bei Tierbeobachtungen.

Nicht nur auf die Augen verlassen

Wir Menschen sind sehr visuelle Wesen und verlassen uns vor allem anderen auf unseren Sehsinn. Der ist natürlich auch fürs Entdecken von Wildtieren maßgeblich, allerdings kann das Gehör eine ebenso wichtige Rolle spielen. Das gilt natürlich vor allem auch für Vögel, von deren Anwesenheit man ohne insbesondere in dichter Vegetation oft gar nichts wüsste. Aber auch ein Knacken im Gebüsch oder ein Rascheln im Laub kann manchmal den entscheidenden Hinweis auf die Anwesenheit von Tieren geben.

Man kann das Gehör übrigens ziemlich gut und einfach trainieren: Setz dich zum Beispiel mit geschlossenen Augen auf eine Parkbank oder auf einen Baumstamm im Wald und hör genau hin, wie viele unterschiedliche Geräusche du hören kannst. Außerdem kann man den eigenen Hörsinn ziemlich effektiv in eine gewünschte Richtung verstärken, indem man die Hände wie Satellitenschüsseln hinter die Ohren legt und sich in die entsprechende Richtung dreht. Ist zwar nicht gerade ein neuer “Trick”, aber zumindest ich hab bis zu meiner ersten Safari in Südafrika nie daran gedacht, das zu tun. Probier’s mal aus!

Die richtige Tageszeit

Wann genau die beste Tageszeit für das Beobachten von Wildtieren ist, hängt sehr von der jeweiligen Tierart und auch der Jahreszeit ab. Der hellichte Tag ist es jedenfalls in vielen Fällen nicht. Viele Wildtiere sind bei uns eher nacht- und dämmerungsaktiv, was vor allem die frühen Morgen- und späten Abendstunden zu einer guten Beobachtungszeit macht. Auch ist es zu diesen Zeiten deutlich ruhiger und die Gefahr, dass andere Menschen oder Autos die Tiere vertreiben, ist viel geringer.

Aber auch die Nacht kann einem zahlreiche Tierbeobachtungen bescheren, zumindest wenn man mit einer Taschenlampe ausgestattet ist. Tiere wie Eulen, Dachse oder Marder sind vor allem nachtaktiv und zudem führt die Reflexion des Lichtstrahls in den Augen der Tiere dazu, dass man diese mitunter deutlich leichter entdeckt als am Tag. Falls man oft in der Nacht und bei Dämmerung  unterwegs ist, kann sich auch die Anschaffung eines besonders lichtstarken Fernglases lohnen.

(An dieser Stelle der kurze Hinweis, dass man sich nachts besonders rücksichtsvoll da draußen bewegen sollte, denn viele Tiere sind auf die nächtliche Ungestörtheit angewiesen. Mehr Infos zu tier- und naturverträglichem Verhalten bei Tierbeobachtungen gibt es weiter unten.)

Die frühen Morgen- und späten Abendstunden sind oft die beste Tageszeit für Tierbeobachtungen.

Unentdeckt bleiben

Das Beobachten von Tieren ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie limitiert unsere eigenen Sinne im Vergleich zu Tieren sind. Feldhasen haben durch ihre seitlichen, hervorstehenden Augen ein Sichtfeld von über fast 360%, Eulenvögel können selbst kleinste Geräusche perfekt lokalisieren und der Geruchssinn eines Fuchses ist in etwa 400 Mal stärker als unser eigener. Unentdeckt bleiben kann da eine ziemlich schwere Aufgabe sein, auch wenn prinzipiell nicht alle Tiere durch die Anwesenheit eines Menschen sofort zur Flucht bewegt werden. Selbst jedoch, wenn sie nicht flüchten, wird ihr Verhalten oft nicht das gleiche sein wie in Anwesenheit von Menschen.

  • Trage möglichst unauffällige Kleidung.
  • Vermeide schnelle Bewegungen.
  • Verhalte dich möglichst ruhig und vermeide insbesondere unnatürliche Geräusche.
  • Beachte die Windrichtung.
  • Nutze Verstecke.
Vogelbeobachtungshütten sind ideale Verstecke für Beobachter und an Orten zu finden, wo man oft besonders spannende Entdeckungen machen kann.

Geeignetes Fernglas für Tierbeobachtungen

Je mehr Distanz man zu Wildtieren halten kann, desto besser. Dadurch vermeidet man eine Störung oder gar Flucht der Tiere genauso wie die Gefahr, dass sie ihr Verhalten aufgrund der Anwesenheit von Menschen ändern. Außerdem ist es natürlich viel spannender, nicht nur die Umrisse von Tieren zu sehen, sondern richtig nah an sie heranzukommen – zumindest optisch. Kurzum: Ein Fernglas ist für Tierbeobachtungen ziemlich essenziell. Bei der Wahl eines Fernglases hat man die Qual der Wahl. Letztendlich gilt jedoch wie so oft: Das beste Fernglas ist immer das, was man dabei hat. Deswegen hab ich mich für ein kompaktes Fernglas entschieden, dass in die Jackentasche passt und auch bei längeren Fernwanderungen oder Radtouren das Gewicht der Ausrüstung nicht zu sehr nach oben treibt.

Das CL Pocket 8×25 von Swarovski Optik ist klein und leicht, besitzt aber “trotzdem” eine hervorragende optische Qualität. Die 8-fache Vergrößerung ist auch bei unruhigeren Händen, zum Beispiel während eines anstrengenden Anstiegs beim Wandern, gut zu handhaben und für mich daher die ideale Wahl. Das gleiche Fernglas gibt es aber auch mit 10-facher Vergrößerung. Noch etwas angenehmer für längere Beobachtungen ist der große Bruder, das CL Companion. Auch das Sehfeld ist bei diesem Glas nochmal deutlich größer.

Beide Ferngläser sind Allround-Talente und für den Universaleinsatz und damit fürs Beobachten von Tieren bestens geeignet, sehr hochwertig verbaut und gegen das Eindringen von Wasser und Schmutz geschützt.

Das beste Fernglas nützt aber natürlich nichts, wenn man es irgendwo in den tiefen des Wanderrucksacks verstaut hat. Um das zu vermeiden, ist ein Tragegurt wie dieser ziemlich praktisch. So ist das Fernglas nie im Weg, aber trotzdem immer griffbereit. Zudem ist der Gurt auch mit dem Tragen eines Rucksacks kompatibel.

Im Rhythmus der Jahreszeiten

Jedes Tier lebt in seinem eigenen Rhythmus. Manche Tiere sind nur zu bestimmten Jahreszeiten überhaupt zu sehen, wie zum Beispiel Zugvögel. Eulen zum Beispiel  kann man im Winter besonders gut aufspüren, denn dann rufen sie vermehrt (nach potenziellen Partnern). Unsere heimischen Singvögel sind im Winter zwar deutlich stiller, lassen sich aber ohne die Blätter an den Bäumen viel besser entdecken und beobachten. Und Hirsche tendieren zur Zeit der Brunft tendenziell weniger zur Flucht vor Menschen. Wer eine spezielle Tierart beobachten möchte, sollte sich mit der Lebensweise der Tiere auseinandersetzen. Wer weiß, wann sich Tiere wie und wo bewegen, hat deutlich bessere Chancen, diese auch zu Gesicht zu bekommen.

„Schuu-hu-huuuu!“ Im Herbst und Winter und damit zur Balzzeit ist der Waldkauz oft zu hören.

Geführte Touren

Die mitunter besten Chancen auf tolle Beobachtungen von Wildtieren hat man, wenn man mit lokalen Naturführern unterwegs ist, die das Gebiet und die Tiere vor Ort genau kennen und wissen, wann, wie und wo man diese am besten zu Gesicht bekommt und fotografieren kann. Gleichzeitig kann man hierbei viel Wissenswertes über die Tiere und die Umgebung lernen. Eine gute Anlaufstelle für geführte Tierbeobachtungen sind zum Beispiel Nationalparks oder Biosphärenreservate, die es überall in Deutschland gibt.

Ein Ranger im Nationalpark Hunsrück-Hochwald erklärt die Wichtigkeit von Baumpilzen.

Biodiversität in Städten

Auf dem Land ist alles besser? Könnte man meinen, insbesondere wenn es um das Erleben von Natur geht. Tatsächlich zählen aber heutzutage  die Großstädte zu den artenreichsten Flächen in Deutschland. Das liegt unter anderem daran, dass es in Städten viele verschiedene Lebensräume und Verstecke bzw. Brut- und Nistmöglichkeiten auf engem Raum gibt. Auch finden Tiere hier unter Umständen deutlich mehr Futter (wenn auch nicht immer solches, das gut für sie ist). Monokulturen und der Einsatz von Pestiziden in den von Landwirtschaft geprägten ländlichen Gebieten tuen ihr Übriges. Städte können also durchaus ein sehr guter Ausgangspunkt für das Beobachten von Tieren sein – vom Schmetterling über die Wasseramsel bis hin zum Fuchs oder Waschbär. Da reicht es manchmal schon, beim morgendlichen Weg zur Arbeit einen kleinen Umweg einzubauen und gedanklich nicht bereits in E-Mails und Meetings festzuhängen, sondern mit offenen Augen und Ohren durch die Welt zu gehen.

Verantwortungsvolles Verhalten bei Tierbeobachtungen

Es ist stark davon auszugehen, dass Menschen, die gern wilde Tiere beobachten, auch der Schutz der Tiere und ihres Lebensraumes am Herzen liegt. Dennoch kann der Wunsch nach einer Sichtung oder einem guten Foto manchmal dazu verleiten, die ein oder andere Grenze zu überschreiten. Zumal diese Grenzen und die möglichen Folgen einer Überschreitung vielleicht gar nicht immer so klar sind, wenn man nicht gerade Experte ist. Grundsätzlich sollte man auf Beobachtungstouren immer folgende Dinge im Hinterkopf behalten:

  • Tiere brauchen Raum: Und dieser Raum ist im dicht besiedelten Deutschland sowieso schon Mangelware. Niemals sollte man wilde Tiere bedrängen, um einen noch besseren Blick auf sie oder ein besseres Foto von ihnen zu erhaschen. Auch sollte man möglichst auf Straßen und Wegen blieben, um den Tieren ihre Rückzugsorte zu lassen. Zumal die Tiere Menschen auf den Wegen gewohnt sind, ein Eindringen in ihr Quartier aber erhöhten Stress bedeuten kann. Das gilt insbesondere auch für beliebte Ausflugsgebiete, in denen das Besucheraufkommen vergleichsweise hoch ist.
  • Verbote befolgen: Über Sinn und Zweck manch eines Verbotsschildes in Deutschland lässt sich bestimmt streiten, speziell im Falle von Tier und Natur haben diese aber in der Regel einen guten Grund und sollten dementsprechend Beachtung finden. Das gilt insbesondere auch für Betretungsverbote von Wildruhezonen, die Tieren als dringend benötigter Rückzugsort dienen.
  • Wildtiere niemals füttern: Mit Ausnahme von tiergerechter Fütterung von Singvögeln (zum Beispiel per Vogelhäuschen im Garten) ist die Fütterung von Wildtieren ein absolutes No-Go. Das gilt übrigens auch für Wasservögel wie Enten oder Schwäne. Viel zu groß ist die Gefahr, dass die Tiere Futter von uns bekommen, das ihnen mehr schadet als nützt. Außerdem ist es nicht zuletzt die natürliche oder erlernte Scheu vor Menschen, die Wildtiere vor Unfällen und anderen Zwischenfällen mit uns Menschen bewahrt.
  • Besondere Zeiten beachten: Es gibt bestimmte Zeiten, in denen Wildtiere besonders empfindlich sind und in denen Störungen weitreichende Folgen haben können. Das gilt insbesondere für den Winter, wenn die Tiere auf ihre Energiereserven angewiesen sind und für jede Flucht lebensnotwendige Energie verschwenden müssen. Auch die Brutzeit ist, insbesondere zum Beispiel bei Vögeln, eine sensible Zeit, in der die Tiere voll ausgelastet sind und oft sowieso schon unter großem Stress stehen. Zu diesen Zeiten sollte man sich stets besonders rücksichtsvoll und vorsichtig verhalten und den Tieren im Zweifelsfall lieber noch etwas mehr Raum lassen.
  • Vorsicht mit Geotags: In Zeiten von Social Media sollte man besonders vorsichtig sein, welche Informationen man zusammen mit seinen Fotos von Wildtieren teilt. Das gilt insbesondere auch für besonders bedrohte und / oder sensible Tierarten. Im Zweifelsfall ist es immer besser, auf genaue Ortsangaben zu verzichten.
  • Leave No Trace: Wann immer man sich in der Natur bewegt, sollte man darauf bedacht sein, so wenig Spuren wie möglich zu hinterlassen. Eine gute Orientierungshilfe dafür bietet das Prinzip von Leave No Trace, welches ursprünglich aus den USA der 60er und 70er Jahre stammt. Damals gewannen Outdoor-Aktivitäten rasant an Popularität und es wurden daraufhin Empfehlungen zu naturverträglichen Verhaltensweisen erarbeitet. Heute ist das Leave No Trace Center of Outdoor Ethics eine wichtige Organisation, die sich auf vielfältige Art und Weise für maximalen Naturgenuss mit minimalen Folgen einsetzt. Die sieben Prinzipien, die dahinter stecken, sind allgemeingültig und können grundsätzlich auf alle Bewegungsformen und Sportarten auf der ganze Welt angewandt werden. Manche davon sind vielleicht ziemlich simpel, allgemein bekannt und selbsterklärend, anderes wiederum ist vielschichtiger, als man auf den ersten Blick meinen mag. Mehr Infos dazu findest du in meinem Blogartikel zum Thema Leave No Trace.
Fast ausgestorben und heute mit etwas Glück wieder in den Alpen zu bestaunen: Auf deutschem Alpenterritorium leben aktuell circa 800 Tieren.

Tiere beobachten für den guten Zweck

Im Bereich Arten- und Naturschutz bilden Daten eine wichtige Grundlage für Forschung und Maßnahmen. Dabei gilt oft: Je größer die Datenmenge, desto besser. Nur ist es gar nicht so einfach, an größere Mengen von Daten zu kommen, wenn diese nicht automatisiert erfasst werden können. Hier kommen Menschen ins Spiel, die viel in der Natur unterwegs sind, gern Tiere beobachten und als ehrenamtliche Bürgerwissenschaftler:innen mit ihren Beobachtungen zum Tier- und Artenschutz in Deutschland beitragen können. Oft geht das sogar ziemlich einfach, unkompliziert und ohne, dass man Experte sein oder gar ein ganzes Biologiestudium absolviert haben muss.

Ein gutes Beispiel ist die alljährlich vom NABU durchgeführte Stunde der Wintervögel, bei der man an einem bestimmten Wochenende (meist Anfang Januar) eine Stunde lang an einem Ort wie dem eigenen Garten oder im Stadtpark Vogelsichtungen notiert und die Beobachtungen anschließend an den NABU übermittelt. Im Winter 2020 wurden dabei rekordverdächtige 3,6 Millionen Vögel von über 143.000 Mitwirkenden registriert. Diese Daten liefern über mehrere Jahre hinweg enorm wertvolle Einsichten in unsere heimische Vogelwelt.

Hier eine Auswahl weiterer Projekte:

Neben diesen gibt es viele weitere kleine und große Projekte, teilweise lokal beschränkt und teilweise bundesweit, bei denen jeder mitmachen kann. Eine gute Anlaufstelle, um solche Projekte zu finden, ist die Webseite www.buergerwissenschaften.de sowie die Internetauftritte von Naturschutzorganisationen.

Buchtipps für Tierbeobachter

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Wanderungen zu den Steinböcken: 28 Traumtouren in das Reich der Steinböcke”

“Federn lesen: Vom Glück, Vögel zu beobachten”

Durch Deutschland wandern: Auf der Suche nach wilden Tieren”

“Spuren lesen: Geschichten, die uns die Fährten der Tiere erzählen”

“Großstadt Wildnis: Auf Tiersafari in unseren Städten”


Kleiner Fotohinweis, da ich mich nicht mit fremden Blumen schmücken möchte: Steinbock, Waldkauz und die Robben wurden (leider) nicht von mir fotografiert. 


Bist du auch manchmal mit Fernglas in der Natur unterwegs und unseren heimischen Tieren auf der Spur? Was war deine schönste Beobachtung bisher? Oder hast du noch weitere Tipps für Tierbeobachtungen in Deutschland? Ich freu mich auf deinen Kommentar.

3 Comments

  1. Ich habe in Rumänien mal einen Bären im Wald gesehen und kann die Bedeutung des Gehörs bestätigen.
    Ich wusste, dass es in dem Wald Bären gab, und ging ganz bewusst leise, achtete auf jeden Schritt – und tatsächlich hörte ich den Bären, bevor ich ihn sah. Wenn ich mich mit jemandem unterhalten hätte, hätte ich das wunderschöne Tier wahrscheinlich übersehen. So hat nur er Bär mich übersehen (oder absichtlich ignoriert), was wohl besser war.

  2. Pingback: Wandern mit Kindern — so kann man sie bei Laune halten – Lechtal-reutte.com

  3. Hi,

    ausserhalb unserer Urlaubsorte, an denen wir (glücklicherweise) einige Tierbeobachtungen machen konnten (Makaken, Sikahirsche / Japan, Grauhörnchen / England, Basstölpel, Tümmler, Robben / Schottland, Rothirsche / Schweden, u.a.) sind wir familiär zumeist in Berlin im Grunewald unterwegs und konnten vermehrte Wildschweine, Rehe, Habichte, Füchse und Dachse sichten.

    Gruß

    Orhan

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