Zuletzt aktualisiert am

[enthält Werbung] Gut sechs Jahre ist es nun her, dass ich mit einer Mischung aus Ehrfurcht, Vorfreude und Überforderung Foren, Artikel und Online-Shops gewälzt habe, um mich auf meine erste richtige Zeltnacht im Freien vorzubereiten. Ein Zelt musste her, für schottische Wetterkapriolen geeignet und dennoch im Budget einer Berufsanfängerin. Schlafsack und Isomatte auch. In Sachen Rucksack dachte ich damals noch, dass der alte von meinem Papa gut genug wäre. (Spoiler: War er nicht so wirklich.). Naja, und als Hose tat es auch eine Leggings von H&M.

Ich hatte kaum Erfahrung mit dem Wandern, mit dem Zelten und Trekking sowieso überhaupt gar nicht. Auch hatte ich wenig bis keine Freunde, die sich damit auskannten, mich irgendwie mal hätten mitnehmen, mir den ein oder anderen Kniff und Trick zeigen können. Ich versuchte mich in eine Welt einzuarbeiten, die mir in dieser Zeit eher wie ein fremdes Universum erschien. Von Wassersäulen und Stoffdichten war da die Rede, von Füllmengen und R-Werten.  Mir schwirrte der Kopf.

In den letzten sechs Jahren ist viel passiert. Ich habe mehrere lange Fernwanderungen unternommen, war in den unterschiedlichsten Regionen der Erde mit Zelt und Wanderschuhen unterwegs. Mittlerweile kenne ich mich im Ausrüstungsdschungel aus, auch wenn ich mich nicht gerade als „Gear Junkie“ bezeichnen würde. Doch oft fühlt es sich immer noch so an, als wäre es erst gestern gewesen, dass das Wort SilNylon nichts als Fragezeichen über meinem Kopf auslöste.


Werbehinweis: Dieser Artikel entstand in bezahlter Zusammenarbeit mit Lowa und enthält daher Werbung für diesen Kooperationspartner.  Außerdem handelt es sich bei den Produktlinks in diesem Artikel um Affiliate-Links. Wenn Du etwas über einen dieser Links kaufst, erhalte ich eine kleine Provision, ohne dass Du mehr bezahlen musst. Dies dient der Erhaltung meines Blogs. Mehr zum Thema Werbung auf diesem Blog erfährst Du hier


In diesem Artikel habe ich meine wichtigsten Tipps für den Kauf von Trekkingausrüstung  zusammengestellt und hoffe, dass Du Dich so etwas leichter in diesem vielleicht auch für Dich gänzlich neuen Universum zurecht findest.

Das Themengebiet ist natürlich riesig und ich könnte zu jedem der einzelnen Unterpunkte gut einen eigenen Artikel schreiben (was ich in Zukunft auch Stück für Stück nachholen und dann hier verlinken will). Ich habe aber versucht, die wichtigsten Infos für Neulinge zu berücksichtigen und dabei vor allem auch persönliche Erfahrungswerte weiterzugeben.

Falls Du noch Fragen hast oder der Meinung bist, dass ein wichtiger Punkt fehlt, hinterlass mir gern einen Kommentar am Ende des Artikels.

Vorüberlegungen und allgemeine Tipps

Bevor ich näher auf die einzelnen Ausrüstungsgegenstände eingehe, kommen hier ein paar allgemeine Tipps.

Behalte den Überblick

Es mag romantischere Einstiege in die Vorbereitung einer Wanderung oder Trekkingtour geben als das Anlegen einer Excel-Tabelle, aber bestimmt keinen besseren. Für Wandertouren mit Übernachtung im Zelt sollte man sich von Anfang an genau überlegen, was man dafür braucht und diese Dinge sorgsam in eine Excel-Tabelle eintragen – inklusive der genauen Anzahl an Socken und anderem vermeintlichen Kleinkram. Das trägt nicht nur dazu bei, dass man nichts vergisst, sondern lässt den Berg an To-Dos und Aspekten, die man bedenken muss, deutlich machbarer erscheinen.

Auf jeden Fall solltest Du dabei auch eine Spalte für das Gewicht des jeweiligen Gegenstandes anlegen, und dieses auch für jeden Gegenstand – und mag er noch so klein sein – eintragen. Die Angaben findest Du in der Regel in der Beschreibung von Herstellern bzw. Online-Shops. Das Gewicht der Ausrüstung ist ein ganz wichtiger Punkt, der mit darüber entscheidet, ob man das Ziel seiner Tour erreicht und dabei auch noch Spaß hat. Wie viel Gewicht genau okay ist, hängt natürlich stark von der jeweiligen Tour (Klima, Infrastruktur etc.) und dem persönlichen körperlichen Zustand ab. Ein Basisgewicht von ca. 10 kg (je nach Tour) ist aber meiner Meinung nach ein ganz guter Richtwert für Beginner. (Das Basisgewicht ist alles, was man auf dem Rücken trägt abzüglich Wasser, Gas und Verpflegung). Dieses Gewicht kann man auch ohne zu sehr auf Komfort verzichten oder horrende Summen ausgeben zu müssen erreichen.

Gewicht sparen lässt sich natürlich vor allem mit den großen Ausrüstungsgegenständen – Zelt, Rucksack, Schlafsack, Isomatte. Aber auch Kleinvieh kann sehr viel Mist machen und du wirst vielleicht erstaunt sein, wie schnell sich das Gewicht addiert. Eine Excel-Tabelle ist essenziell, um Gewichtssünder in der Ausrüstung zu erkennen und zu eliminieren.

Zwei meiner Packlisten findest Du übrigens auch hier auf dem Blog:

Je nach Tour passe ich diese Packlisten zwar natürlich etwas an, aber im Wesentlichen ist vieles davon bis heute unverändert.

Rat und Hilfe finden

Für mich waren und sind vor allem drei Quellen hilfreich für die Recherche zu neuer Wanderausrüstung:

Foren: Outdoorseiten.net ist ein unglaublich umfangreiches und aktives Forum rund um Outdoortouren und Ausrüstung. Hier findet sich fast immer jemand, der schon Erfahrung mit der jeweiligen Tour und/oder dem Ausrüstungsgegenstand hat. Auch kann man sich dort zum Beispiel eine Zeltberatung holen, für die man einen vorgegebenen Fragebogen ausfüllt und dann auf hilfreiche Vorschläge und Infos wartet (die fast immer sehr schnell kommen). Wem das Gewicht besonders wichtig ist, dem sei zudem das Einsteiger-Forum des Ultraleicht Trekking Forums empfohlen. Bei beiden sollte man allerdings nie vergessen, dass es ein schwarz-weißes Richtig und Falsch oft nicht gibt und das persönliche Meinungen oft eben auch nur das sind.

Blogs und Webseiten: Im Outdoor-Bereich gibt es viele tolle Blogger, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen rund um Ausrüstung und Tipps rund ums Wandern / Trekking weitergeben. Allgemein konkrete Seiten zu empfehlen macht nicht viel Sinn, aber beim Googeln wirst Du ihnen bestimmt begegnen.  Diese Testberichte würde ich im Allgemeinen solchen auf Webseiten von Magazinen oder gar Online-Shops vorziehen, denn auch wenn Bloggern gerne mal vorgeworfen wird, dass die Meinungen nur gekauft sind: Ich kenne vor allem im Outdoor-Bereich fast ausschließlich Kolleginnen und Kollegen, die versuchen, möglichst neutral und unbefangen zu berichten, und die zudem sogar einen Großteil ihrer Ausrüstung selbst aussuchen und bezahlen (wie ich übrigens auch).

Facebook-Gruppen: Ich persönlich greife für die Beratung und Recherche lieber auf Foren zurück, da hier die Qualität der Antworten oft deutlich höher ist. Dafür gibt es aber einige nützliche Facebook-Gruppen, in denen man gebrauchte Outdoor-Ausrüstung (ver)kaufen kann, zum Beispiel hier oder hier.

Darüber hinaus möchte ich allen (zukünftigen) Wandersfrauen noch „meine“ Facebook-Gruppe „Club der AbenteurerINNEN“ empfehlen, in der sich mittlerweile mehrere Tausend Outdoor-Frauen tummeln und immer mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Preis und Qualität

Teurer ist wie immer und überall nicht automatisch auch besser, aber gerade im Outdoor-Bereich geht eine gewisse Qualität (und vor allem auch ein niedriges Gewicht) oft mit einem höheren Preis einher. Zudem sind es vor allem auch die etwas hochpreisigeren Hersteller, die ihre Verantwortung gegenüber Mensch, Tier und Umwelt wahrnehmen.

Gerade wenn man noch wenig bis keine Wanderausrüstung besitzt, können sich die Anschaffungen natürlich schnell summieren. Und ein Griff zum Outdoor-Discounter kann dann sehr verlockend sein, vor allem wenn man vielleicht auch noch gar nicht weiß, ob dieses Wandern und Trekking einem wirklich Spaß macht. Ich würde dir im Allgemeinen trotzdem davon abraten, auf allzu billige Schnäppchen zurückzugreifen – zum einen aus ethischen Gründen, aber auch, weil gute Ausrüstung einfach wichtig für den Spaß am Draußensein ist. Versuche stattdessen lieber, das ein oder andere gebraucht zu kaufen oder dir vielleicht von Freunden oder Bekannten zu leihen. Und dann Stück für Stück Deine eigene, gute Ausrüstung zusammenzustellen.

Zudem ist es auch so, dass man viele der Dinge, von denen man anfangs vielleicht noch geglaubt hat, dass man sie braucht, eigentlich gar nicht wirklich braucht. Als Trinkflasche tut es eine einfache Wasserflasche. Die Zeltunterlage kann ein Stück zurechtgeschnittene Plastikplane für wenige Euro aus dem Baumarkt sein. Auf das Kochen kann man für die ersten Touren vielleicht verzichten und stattdessen einfach Dinge wie Brot oder Cracker mitnehmen. Und als Wanderbekleidung kann auch die normale Sportbekleidung herhalten, die man sowieso im Schrank hat.

Daneben gibt es natürlich Dinge, die man zweifelsohne benötigt, wie zum Beispiel einen Rucksack, Zelt, Isomatte oder eine gute Regenjacke. All diese Dinge bleiben einem jedoch, wenn sie qualitativ hochwertig sind und richtig gepflegt / gelagert werden, sehr lange treu, wodurch sich der Anschaffungspreis bald schon relativiert.

Die richtige Bekleidung für Trekkingtouren

Wanderschuhe

Es gibt wenige Dinge, die für eine geglückte Wanderung so wichtig sind wie hochwertige, gut sitzende und verlässliche Wanderschuhe, die zu den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort passen.

Vor allem, wenn Du noch keine Erfahrungen mit Wanderschuhen hast, solltest Du unbedingt in ein Fachgeschäft gehen, dort mehrere Modelle und Schuharten durchprobieren und Dich beraten lassen. In der Regel gibt es dort auch eine kleine Teststrecke, auf der man zum Beispiel ausprobieren kann, ob man beim beim Abstieg mit den Zehnen anstößt. In einem eigenen Artikel habe ich all meine  Tipps zum Wanderschuhkauf zusammengefasst.

Meiner Ansicht nach ist dabei besonders wichtig, immer im Hinterkopf zu behalten, das unnötiges Gewicht und/oder Steifheit der Sohle und des Materials den Fuß und die Beine unnötig belasten, ermüden und vielleicht sogar überbelasten.

Vor allem in Deutschland, wo oft immer noch der Grundsatz „je solider, desto besser“ gilt, sieht man viel zu oft Wanderer, die in Sachen Wanderschuhen mit Kanonen auf Spatzen schießen und mit steigeisenfesten Bergschuhen auf irgendwelchen geschotterten Wanderwegen unterwegs sind. Natürlich haben auch solche Schuhe ihre Berechtigung, wenn man eben zum Beispiel im Gebirge unterwegs ist, aber grundsätzlich gilt: Je leichter und flexibler der Schuh, desto besser. Allerdings natürlich nur bis zu einem gewissen Grad, denn Trailrunning-Schuhe und ähnliches werden beim Wandern zwar immer beliebter, sind aber vor allem für solche Menschen geeignet, die auch eine entsprechende Trittsicherheit und trainierte Fuß- und Beinmuskulatur mitbringen, um die fehlende Stabilität des Schuhs auszugleichen.

Ich setze für die meisten meiner Touren auf über den Knöchel reichende Multifunktionsschuhe (Innox GTX Mid von Lowa), die zwar relativ leicht und flexibel sind, aber trotzdem ein gewisses Maß an Sicherheit und Laufkomfort mit sich bringen.

Darüber hinaus gibt es natürlich viele weitere Faktoren, die die Wahl der Wanderschuhe beeinflussen. Leder oder Textil? Goretex oder nicht? (…) Antworten auf diese Fragen gebe ich in meinem Artikel darüber, wie du die richtigen Wanderschuhe für Fernwanderungen findest.

Die ideale Mischung aus Leichtigkeit und Stabilität: Der Innox GTX Mid von Lowa
Trekkingstiefel wie der Lyxa GTX Mid sind für Touren in anspruchsvollem Gelände gemacht

 

Mit begleiten die Innox GTX Mid von Lowa auf vielen meiner Touren – von der Trekkingtour bis zur einfachen Tageswanderung

Regen- und Wetterschutz

Regenjacke

„Kannst Du mir eine Regenjacke empfehlen, die 100%ig wasserdicht ist?“ Diese Frage taucht immer wieder in meinen Posteingängen oder zum Beispiel auch in meiner Facebook-Gruppe auf. Meine Antwort darauf lautet: Kann ich nicht – und will ich auch nicht. Denn komplett wasserdicht ist nur eine Plastiktüte, und in einer Plastiktüte zu wandern ist bestimmt nicht sonderlich angenehm.

Natürlich gibt es Hardshell-Jacken, die einiges aushalten, aber auch durch die beste Regenjacke kommt irgendwann das Wasser durch. Spätestens wenn der Rucksack das Wasser an den Schultern und am Rücken mit der Zeit durch das Material drückt. Meistens ist man zu diesem Zeitpunkt dann aber eigentlich sowieso schon nass, denn wenn keine Feuchtigkeit durch die von außen eindringen kann, kann auch nicht viel Feuchtigkeit von innen nach außen gelangen, aller Versprechen der Hersteller von wasserdichten Membranen zum Trotz. Oder anders gesagt: Entweder ist man nass vom Regen oder nass vom Schwitzen. Goretex & Co. können zwar eine gewisse Zeit unter gewissen Bedingungen funktionieren dafür muss jedoch das Temperaturgefälle groß sein, sprich: Wenn die Außentemperatur relativ kalt ist, während es unter der Hardshell durch die Körpertemperatur relativ warm ist.

Ich nutze, außer wenn es in kalte Schlechtwetter-Regionen geht, lieber leichtere, 2,5-lagige Regenjacken, die zwar einen gewissen Wetterschutz bieten, aber nicht so schnell zur Saunafalle werden, wenn es mal anstrengender und/oder wärmer wird. Soll es doch eine robustere 3-Lagen-Jacke sein, sollte man auf jeden Fall darauf achten, dass diese über Reißverschlüsse unter den Armen zur Belüftung verfügt.

Regenhose

Auch die Regenhose sollte leicht und atmungsaktiv sein, zumal der Wetterschutz an den Beinen längst nicht so wichtig ist wie am Oberkörper, wo man deutlich schneller auskühlt.

Daneben gibt es für die Regenhose vor allem eine goldene Regel: Unbedingt (und damit meine ich wirklich UNBEDINGT) eine kaufen, die einen komplett nach oben durchgehenden Reißverschluss hat, der sowohl oben als auch unten einen Schieber hat. Nur so kann man zum einen die Regenhose anziehen, ohne erst umständlich die Wanderschuhe ausziehen zu müssen, und nur so kann man zum anderen die Reißverschlüsse oben zur Belüftung etwas öffnen, was in vielen Fällen Gold wert ist.

Vor allem unter Ultraleicht- und Langstreckenwanderern etabliert sich immer mehr auch der Regenrock bzw. Regenkilt als Alternative zur Regenhose. Diese Regenröcke reichen meist bis etwas unterhalb der Knie und schützen so zwar nicht das komplette Bein, aber den wichtigen, oberen Teil. Auch ich war zum Beispiel auf meiner Fernwanderung auf dem Bibbulmun Track in Westaustralien mit so einem Regenrock unterwegs, und vor allem bei wärmeren Temperaturen war das ziemlich angenehm. In kälteren Gefilden wie Schottland oder Skandinavien ziehe ich trotzdem eher eine Regenhose vor, weil diese zusätzlich vor Wasser und Matsch in den Schuhen schützt und auch als wärmende, windabweisende Außenschicht getragen werden kann.

Man kann sich den Regenrock übrigens ziemlich einfach selber nähen. Und wenn es ganz puristisch sein soll, leistet auch ein Müllsack gute Dienste. (Nagut, jetzt muss ich das mit der Plastiktüte oben eigentlich wieder zurücknehmen.)

Kleines Hardshell-Lexikon

  • Beschichtung: Beschichtete Regenjacken und -hosen sind „nur“ imprägniert und damit lediglich wasserabweisend, nicht wasserdicht. Die Beschichtung ist relativ kurzlebig und die Imprägnierung muss regelmäßig aufgefrischt werden.
  • Membran: Eine Membran liegt zwischen äußerer und innerer Schicht der Jacke und soll verhindern, dass Wasser von außen eindringt, aber gleichzeitig Feuchtigkeit von innen nach außen leiten. Bekannte Hersteller sind Goretex, Sympatex und HyVent.
  • Lagen: Man unterscheidet zwischen 3-lagigen, 2,5-lagigen und 2-lagigen Hardshells. Die drei Lagen bestehen aus Oberstoff, Membran und Innenstoff der Jacke, die alle miteinander verschweißt sind. Bei 2,5-lagigen Hardshells wird die Membran nur durch eine dünnere Schutzschicht geschützt, während bei 2 Lagen das Innenfutter überhaupt nicht mit der anderen Schicht verbunden ist. Für Touren in mit viel schlechtem Wetter und schwererem Gepäck sind drei Lagen empfehlenswert, für kleines Packmaß und mehr Atmungsaktivität 2,5 Lagen und 2 Lagen für den einfachen Gebrauch.

Die Patagonia Rainshadow Jacket ist ein tolles Beispiel für eine Jacke, die einiges abhält, aber gleichzeitig atmet und super leicht ist. Ideal für wärmere Gegenden.
Eine Regenhose, die alle Anforderungen bestens erfüllt: Die Paclite von Berghaus

Wanderbekleidung

In Sachen Wanderkleidung gilt vor allem eines: Das Zwiebelprinzip. Will heißen: Lieber mehrere dünne Schichten übereinander tragen und nicht wenige dicke. So ist man für jedes Wetter gewappnet und maximal flexibel.

Als Hose trage ich zum Wandern fast ausschließlich Sportleggings, weil sie leicht, flexibel und einfach unglaublich bequem und praktisch sind. In meinem Artikel dazu kannst Du weitere Vorteile und Nachteilenvon Wanderleggings nachlesen. Alternativ ist aber natürlich auch eine „normale“ Wanderhose gut geeignet.

Grundsätzlich setzte ich auch in wärmeren Regionen eher auf lange Kleidung, denn diese dient gleichzeitig als Sonnenschutz. Ein dünnes Longsleeve mit Kragen und Reißverschluss ist in meinen Augen ideal. Darüber kommt eine dünne (!) Fleecejacke, gerne mit Kapuze, und je nach Temperaturen eine dünnere oder dickere warme Isolationsjacke – vorzugsweise mit Synthetik-Füllung, damit ihr Nässe nichts anhaben kann.

Eine Garnitur (Hose und Shirt) für tagsüber und ein Set Funktionsunterwäsche für abends/nachts sind in der Regel ausreichend und alles weitere unnötiger Ballast. Selbiges gilt auch für die Socken. Zwischendurch kann man die Wanderkleidung in einem Fluss (dann aber bitte nicht mit Waschmittel) oder Waschbecken durchwaschen und über Nacht trocknen lassen.

Bei der Wanderkleidung solltest Du natürlich auf jeden Fall darauf achten, dass diese aus schnelltrocknenden Materialien besteht und nicht aus Baumwolle. Meist hat man dabei die Wahl zwischen (Merino-)Wolle, Kunstfaser oder einem Gemisch aus beiden. Letztendlich ist das Material reine Geschmackssache, wenn man aber zu Merino greift, sollte man unbedingt darauf achten, dass diese aus verantwortungsvoller Tierhaltung kommt und frei von „Mulesing“ ist (einem sehr schmerzhaften Verfahren, dass vor allem bei Merinoschafen zum Einsatz kommt). Auf irgendeine billige Merinowolle vom (Outdoor-)Discounter sollte man auf jeden Fall verzichten. (Auch dazu gibt es mehr Infos in meinem Artikel zur Outdoorausrüstung ohne Tierleid.)

Bei Wanderkleidung ist vieles Geschmackssache – und das trifft definitiv auch auf den Regenrock zu

Die richtige Ausrüstung für Trekkingtouren

Trekkingrucksack

Vor allem bei längeren Touren ist der Trekkingrucksack neben den Wanderschuhen eines der Dinge, die über einen guten oder schlechten Tag beim Wandern entscheiden können. Und genauso wie die Schuhe muss ein Rucksack in erster Linie eines tun: Gut sitzen und passen, auch über lange Strecken hinweg. Wie die Füße eines Menschen aber ist auch jeder Rücken anders. Deswegen ist es bei Rucksäcken schwer, konkrete Modelle oder Marken zu empfehlen.

Der Besuch bei einem Fachgeschäft ist bei Schuhen wie Rucksäcken unerlässlich, wenn man noch keine Erfahrungswerte hat. Dort kann man verschiedene Modelle mit Gewicht Probe tragen. Gleichzeitig helfen einem die Verkäufer auch dabei, den Rucksack richtig einzustellen. Idealerweise solltest Du sogar mindestens zwei Besuche im Geschäft für den Rucksackkauf einplanen, denn nach ausgiebigen Probetragen des ungewohnten Gewichts fühlen sich Schultern & Co. so komisch an, dass es schwer sein kann, noch ein Urteil zu fällen. Merke Dir lieber Deine Favoriten und komm am nächsten Tag nochmal mit ausgeruhtem Rücken wieder wieder.

Im Prinzip ist der Rucksack eines der Ausrüstungsgegenstände, bei denen man leicht einiges an Gewicht einsparen kann. Allerdings finde ich das in diesem Fall vor allem für Anfänger eher schwer, weil man einfach keine Praxiserfahrung hat, auf die man setzen kann. Vor allem auch, wenn es wirklich in Richtung Ultraleicht geht, bei denen die Rucksäcke vielleicht noch nicht mal mehr eine Rückenverstärkung haben. Grundsätzlich würde ich zwar trotzdem dazu raten, das Thema Gewicht nicht aus den Augen zu verlieren und zumindest die 2-Kilo-Marke für einen großen Rucksack nicht oder nicht deutlich zu sprengen. Aber gleichzeitig solltest du dich von dem Thema Gewicht hierbei nicht allzu verrückt machen lassen.

Nicht unbedingt gut zum Sparen von Gewicht, aber sehr prraktisch: Trekkingrucksäcke, die sich zusätzlich zur normalen Öffnung mit einem Reißverschluss wie eine Reisetasche öffnen lassen. Das erleichtert das Leben unterwegs ungemein, da man nicht immer erst alles aus dem Rucksack rupfen muss.

In Sachen Passform ist vor allem wichtig, dass der Rucksack gut auf der Hüfte sitzt und nur wenig bis kein Gewicht auf den Schultern liegt.

Kleines Rucksack-Lexikon

  • Basisgewicht: Gewicht der getragenen Ausrüstung abzüglich Wasser, Verpflegung und Brennstoff
  • „55+10“: Der Rucksack hat 55 Liter Volumen, wobei weitere 10 Liter durch eine Erweiterung (wenn der Tunnelzug unter dem Deckel offen gelassen und der Rucksack bis oben hin befüllt wird)
  • Rückenlänge: der Abstand zwischen der Oberkante des Beckenknochens und dem siebten Halswirbel

Viele Modelle von Osprey sind vergleichsweise leicht, ohne zu sehr ins „Extreme“ zu gehen.
Den Kings Peak von Tatonka hingegen kann man schon fast als „ultraleicht“ bezeichnen.

Zelt

Mein vielleicht wichtigster Tipp vorweg: Ich würde nicht versuchen, die eierlegende Wollmilchsau unter den Zelten zu finden, denn die gibt es einfach nicht. Ein sturmfestes Zelt für das skandinavische Fjell kann nie eine perfekt Wahl für eine Bergtour in den spanischen Pyrenäen sein – und umgekehrt. Wenn dir also erstmal vor allem Touren in den Norden vorschweben, würde ich ein Zelt suchen, dass für diese Bedingungen geeignet ist. Und falls es irgendwann mal in andere Gefilde gehen sollte, bist Du besser beraten, wenn Du Dir dafür einfach nochmal ein zweites tragbares Zuhause suchst. Zelte sind war nicht günstig, aber halten bei sorgsamer Handhabung oft viele Jahre, zumal sich viele Schäden gut reparieren lassen und die gängigen Hersteller oft sehr kulant sind.

Die Wahl des richtigen Zeltes ist stark von den persönlichen Bedürfnissen und den Umständen der Tour abhängig.

Zeltgröße

Die von Herstellern angegebenen Zeltgrößen sind grundsätzlich meist eher minimal bemessen. Das bedeutet, dass in ein 1-Personen-Zelt meist auch wirklich nur eine Person passt. Mit dem Gepäck wird es dann je nach Körpergröße oft schon eng. Ob man für eine Person ein 1- oder doch lieber 2-Personen-Zelt kauft usw. hängt aber auch davon ab, wie groß der Rucksack ist, den man dabei hat, wie viel Platzbedarf man ansonsten hat und wie viel Zeit man voraussichtlich in dem Zelt verbringt oder verbringen muss. Letzteres hängt nicht zuletzt maßgeblich davon ab, in welchen klimatischen Bedingungen man sich bewegt. Wenn man auf längeren Touren vielleicht sogar mal einen kompletten Schlechtwetter-Tag im Zelt aussitzen muss, empfiehlt sich definitiv eher ein größeres Zelt. Wenn man in warmen Gefilden unterwegs ist, bei denen man das Zelt wirklich nur zum Schlafen nutzt und nicht die Gefahr besteht, dass der Rucksack, wenn in der Apside gelagert, davonschwimmt, ist ein 1-Personen-Zelt natürlich deutlich leichter und platzsparender.

Ich bin meist trotzdem mit einem 1-Personen-Zelt unterwegs, weil ich nicht sonderlich lang bin und den Rucksack so ggf. einfach am Fußende platzieren kann. Auf meiner 3-monatigen Wanderung durch Großbritannien aber hatte ich zum Beispiel ein etwas größeres  1,5-Personen-Zelt dabei, weil ich mehr Zeit im Zelt verbracht habe und mich dort nicht immer wie in einer Sardinenbüchse fühlen wollte.

Zeltform

Neben der Größe gibt es schier unendlich viele weitere Faktoren, die die Wahl eines Zeltes beeinflussen. Die Antwort auf die Frage nach dem richtigen Zelt hängt dann letztendlich natürlich von den Umständen der geplanten Tour(en) ab.

Die gängigsten Zeltformen sind das Tunnelzelt und das Kuppelzelt. Kuppelzelte sind (fast) komplett freistehend und somit auch einsetzbar, wenn der Untergrund zum Beispiel hart und/oder steinig ist und das Abspannen mit Heringen kompliziert bis unmöglich wäre. Zudem hat man bei doppelwandigen Kuppelzelten meist die Möglichkeit, das Innenzelt separat aufzustellen – perfekt für wärmere Gebiete. Tunnelzelte hingegen müssen immer abgespannt werden, sind dafür aber vergleichsweise etwas leichter und geräumiger.

Letztendlich scheiden sich bei dieser Frage die Geister, und es gibt für beide Zeltformen gute Gründe dafür und dagegen. Ich persönlich tendiere eher zu Kuppelzelten, weil ich damit ganz flexibel bin, was den Standort angeht, und weil ich gerne den Sternenhimmel beim Schlafen sehe, wenn das Wetter es zulässt.

Kleines Zelt-Lexikon

  • Apside: Der Vorraum des Zeltes zwischen Innenzelt und Außenzelt (dort, wo die Tür ist); je nach Größe kann man hier kochen und/oder sein Gepäck lagern
  • Denier: Je höher der Denier-Wert, desto reißfester (und schwerer) in der Regel der Zeltstoff (sehr stabile Zelte haben ca. 40D, leicht(er)e Zelte 15-20D
  • Freistehend: Das Zelt wird komplett durch das Gestänge getragen und muss nicht zwingend mit Heringen abgespannt werden
  • Einwandig vs. doppelwandig: Einwandige Zelte haben kein Innenzelt und neigen eher zu Kondenswasserbildung, doppelwandige Zelte bestehen aus einem Innen- und einem Außenzelt, die durch an einigen Punkten miteinander verbunden sind
  • Jahreszeiten: Man unterscheidet zwischen 3- und 4-Jahreszeiten-Zelten; letztere sind besonders robust und können auch größere Schneelasten tragen, erstere sind für die meisten Einsätze ausreichend
  • Tarp: Zeltstoff, der meist lediglich mit Leinen und Trekkingstöcken als einfacher Wetterschutz gespannt wird
  • PU und SI: PU (Polyurethan) und SI (Silikon) sind die zwei gängigsten Beschichtungen, um Zeltwände und Böden wasserdicht zu machen. SI ist leichter, aber auch teurer als PU, erhöht aber zusätzlich die Reißfestigkeit und UV-Stabilität des Materials
  • Wassersäule: Wird in Millimeter angegeben und benennt, welchem Wasserdruck das Material standhalten kann, ehe Wasser durchdringt. Je höher der West, desto dichter das Zelt. Die Wassersäule für den Zeltboden sollte bei mind. 5.000 mm liegen, beim Außenzelt bei mind. 3.000. Man sollte die Angaben aber nicht überbewerten, da es keine standardisierten Normen für die Messung gibt.

Das Hubba NX von MSR kommt der nicht existierenden, eierlegenden Wollmilchsau zumindest relativ nahe: Leicht, ziemlich stabil, gut belüftet, freistehend mit separatem Innenaufbau und selbst in der 1-Personen-Variante angenehm geräumig

Schlafsack

Die richtige Wärmeleistung

Die vielleicht wichtigste Info gleich vorweg: Eine gute Isomatte ist mindestens so wichtig wie ein guter Schlafsack, um nachts warm zu bleiben. Denn die Füllung des Schlafsacks wird unten zusammengedrückt und kann so nicht richtig isolieren. Das muss die Isomatte ausgleichen.

Der Indikator für die Wärmeleistung eines Schlafsacks wird mit der Komforttemperatur angegeben (die anderen Temperaturangaben kann man so ziemlich außer Acht lassen). Das ist sozusagen die untere Grenze der Außentemperatur, bei der einem im Schlafsack nicht zu warm, aber auch noch nicht zu kalt ist. In Sachen Komforttemperatur sind vor allem zwei Faktoren zu bedenken:

  1. Durch Erschöpfung eines langen Wandertags steigt der Wärmebedarf, da der Körper weniger Energie hat.
  2. Der Wärmebedarf von Frauen ist im Allgemeinen etwas höher als der von Männern (wobei sich die Angaben der Komforttemperatur in der Regel auf Frauen beziehen).

Meiner Meinung nach ist man mit einem Schlafsack mit einer Komforttemperatur zwischen 0 bis +5 Grad für viele Fälle gut beraten. Wenn es wärmer wird, kann man den Schlafsack einfach ein Stück offen lassen oder als Decke verwenden, wenn es kälter mit wärmerer Kleidung oder einem warmen Inlet bzw. dünnen Schlafsack ergänzen.

Daune oder Synthetik

Bei Schlafsäcken hatten man vor allem die Wahl zwischen einer Füllung aus Daunen und einer aus Synthetik. Der Vorteil von Daune ist, dass diese eine höhere Wärmeleistung im Vergleich zu Füllmenge und Gewicht hat und besser komprimierbar ist. Der große Nachteil ist, dass Daune so gut wie gar nicht mehr wärmt, wenn sie erst einmal feucht geworden ist (und das kann schneller passieren, als einem lieb ist). Synthetik ist hingegen deutlich pflegeleichter und wärmt auch noch in nassem Zustand. Dafür ist ein Synthetikschlafsack etwas schwerer und nimmt etwas mehr Platz im Rucksack weg, wobei die Materialien immer besser werden und der Unterschied zwischen Daune und Synthetik immer kleiner, solange es nicht in tiefe Minusgrade geht.

Darüber hinaus sollte man aber auch bedenken, dass es sich bei Daunen um das Produkt lebendiger Tiere (nämlich Enten und Gänsen) handelt und die Gewinnung der Daune mitunter mit grausamen Methoden geschieht (Lebendrupf). Auch unterstützt man mit dem Kauf von Daunenprodukten Verfahren wie Massentierhaltung oder im schlimmsten Fall sogar Stopfmast von Gänsen. Auf jeden Fall sollte man, wenn man Daune kauft, auf Tierschutzsiegel achten und falls möglich zu recycelter Daune greifen. Mehr zu dem Thema kannst Du ebenfalls in meinem Artikel zu tierfreundlicher Outdoor-Ausrüstung nachlesen.

Ich persönlich besitze zwar einen Daunen-Schlafsack, mit dem ich sehr zufrieden bin, würde aber in Zukunft nur noch Synthetik kaufen, solange ich nicht in irgendwelchen Polarregionen unterwegs bin, wo der Gewichtsunterschied wirklich zu spüren wäre. Zumal es immer mehr Hersteller gibt, die zum Beispiel auf recycelte Materialien für die Füllung setzen.

Kleines Schlafsack-Lexikon

  • Bauschkraft: Je hochwertiger die Daune, desto höher die Bauschkraft, die in „cuin“ angegeben wird; 600 cuin ist ok, 700 ist gut, viel mehr als 800 geht nicht
  • Hydrophobe Daune: Die Federn werden imprägniert, um sie robuster gegen Nässe zu machen, wirklich nass sollte aber auch diese Daune nicht werden
  • T comf: Die Komforttemperatur, bei der eine Normfrau (25 Jahre; 60 kg; 1,60 m) gerade noch nicht im Schlafsack friert
  • Quilt: Deckenartige Schlafsäcke, denen ein Teil der (bei Schlafsäcken sowieso vom Körper zusammengedrückten) Füllung sowie eine Kapuze fehlt

Der Lamina Eco AF von Mountain Hardwear ist für einen Synthetikschlafsack nicht nur relativ leicht, sondern auch umweltfreundlich, weil aus recycelten Materialien und ungefärbt. Und dazu noch verhältnismäßig günstig!

Form und Größe

Schlafsäcke gibt es in verschiedenen Formen und Größen. Manche Menschen mögen es, wenn sie etwas mehr Bewegungsfreiheit haben, andere haben es lieber kuschelig. Neben dem persönlichen Komfort sollte man auf jeden Fall darauf achten, dass der Schlafsack nicht zu groß, aber auch nicht zu klein ist. Wenn er zu groß ist, kann sich in den Leerräumen kalte Luft sammeln und man friert. Wenn er zu eng ist, wird die Füllung zu sehr zusammengedrückt und kann nicht mehr so gut isolieren.

Manche Schlafsäcke gibt es in verschiedenen Längen, andere nur in Einheitsgrößen. Falls der Schlafsack etwas zu lang ist, sollte man vor dem Schlafen den Fußbereich mit Kleidung ausstopfen – das wirkt wahre Wunder gegen kalte Füße! Dazu ist in kalten Nächten auch eine Mütze oder die Kapuze des Schlafsacks wichtig, da ein großer Teil der Körperwärme über den Kopf abgegeben wird.

Isomatte

Wie oben schon angemerkt ist die Isomatte die halbe Miete, wenn es um einen warmen (und natürlich auch komfortablen) Schlaf geht. Die Isomatte ist in meinen Augen eines der Dinge, bei der man gleich von Anfang an in etwas Gutes investieren sollte, denn wenn man nicht gut schläft, macht auch die schönste Tour nicht so richtig viel Spaß. Zudem lässt sich bei der Isomatte auch einfach relativ viel Gewicht einsparen.

Neben einfachen Schaumstoff-Matten hat man bei Isomatten vor allem die Wahl zwischen aufblasbaren und selbstaufblasenden Isomatten mit unterschiedlichsten Wärmegraden. Schaumstoffmatten sind sehr günstig und quasi unkaputtbar, aber eher unbequem und nur wenig isolierend. Ausblasbare Matten sind letztendlich nichts anderes als hochwertige Luftmatratzen mit isolierenden Eigenschaften, während selbstaufblasende Matten mit Schaumstoff gefüllt sind, der sich bei geöffnetem Ventil ausdehnt und so die Luft einsaugt.

Die leichtesten Isomatten mit gleichzeitig sehr guter Wärmeleistung findet man unter den aufblasbaren Matten, und genau diese sind auch mein Favorit. Der einzige Nachteil ist, dass sie naturgemäßg verhältnismäßig empfindlich sind, daher sollte man nicht ohne Flickzeug damit aus dem Haus gehen. Ich hab es allerdings noch nie gebraucht.

Für steinige Untergründe oder lange Touren kann man diese eventuell mit einer dünnen Schaumstoff-Matte ergänzen.

Die Therm-a-Rest NeoAir Xlite ist seit Jahren ziemlich konkurrenzlos. Sie gibt es auch in einer kürzeren Frauen-Variante, in einer Ultraleicht-Variante und als wärme Version, die ich ab 0 Grad und weniger verwende.

Kochen auf Trekkingtouren

Grundsätzlich sollte man sich erstmal die Frage stellen, ob man auf der geplanten Tour überhaupt kochen muss bzw. möchte oder ob man zu Gunsten der Gewichtsersparnis vielleicht lieber darauf verzichtet. Ein kaltes Frühstück, zum Beispiel in Form von Trockenobst und Müsli(riegeln) oder Cracker und Aufstrich können eine gute Alternative sein. Ich selbst würde allerdings selbst auf kurzen Touren vor allem auf eines nicht verzichten wollen: Den heißen Kaffee am morgen oder einen Tee zum Nachmittagssnack.

Irgendwo an einem schönen Plätzchen den Kocher rauszuholen und ein warmes Getränk zuzubereiten ist für mich ein großer Luxus auf Tour, den ich nicht missen wollen würde. Auch ist die Magie eines warmen Abendessens nach einem langen Wandertag nicht zu unterschätzen. Ich kenne aber auch Leute, denen es überhaupt nichts ausmacht, zumindest auf kürzeren Touren auf Kaffee und warme Mahlzeiten zu verzichten.

Dafür versuche ich, mein Kochgeschirr so minimal wie möglich zu halten: Ein leichter Kocher, ein kleiner Titantopf, ein Löffel für alles und eine doppelwandige Tasse, ebenfalls aus Titan, damit der Kaffee länger warm bleibt und nicht nach dem Nudeln vom letzten Abend schmeckt. Zudem beschränke ich mich bei der Auswahl meiner Trekkingnahrung auf Dinge, die nur kurz oder besser gar nicht kochen, sondern lediglich in heißem Wasser einweichen müssen. Das kann fertige Trekkingnahrung sein, oder aber auch Dinge wie Asianudelsuppen, Kartoffelbrei und dünne Nudeln oder schnellkochender Fertigreis. Das spart Gas und damit wiederum Gewicht.

Der Kiro ST von Edelrid ist klein, leicht, günstig und trotzdem relativ leistungsstark.
Der Sigma Pot von Sea to Summit ist in der 1,2-Liter-Variante (je nach Kochgewohnheiten) für 1-2 Personen vollkommen ausreichend.
Einer für alles: Der Long Spoon von Sea to Summit eignet sich auch fürs Löffeln aus Tüten und zum Kochen.

Neben dem Gaskocher gibt es noch verschiedene andere Kochervarianten, zum Beispiel Spiritus- und Benzin- oder Multifuel-Kocher. Solange man irgendwo unterwegs ist, wo man ab und an an eine neue Gaskartusche kommt (und das ist in vielen Gegenden der Fall), ist der Gaskocher aber die einfachste und sicherste Variante.

Am weitesten verbreitet sind Schraubkartuschen, in manchen Ländern aber (zum Beispiel Italien) sind Stechkartuschen gängier. Adapter sind aktuell meines Wissens nach leider nicht (mehr) erhältlich, daher solltest Du das vor Deiner Tour auf jeden Fall recherchieren.

Der heiße Kaffee am Morgen oder die Suppe am Abend ist für mich ein großer Luxus auf Tour.

Wanderstöcke

Wanderstöcke können in vielen Wander-Lebenslagen eine große Bereicherung sein. Zur Stütze in unwegsamem Gelände, zur Entlastung der Gelenke beim Bergabgehen, für zusätzlichen Anschub beim Bergaufgehen, bei Flussüberquerungen oder um die tiefe von Schlamm auszutesten, zur Abwehr von Hunden, Entfernung von über den Weg gespannten Spinnennetzen oder einfach als Beschäftigungstherapie und Oberkörper“training“ auf langen Touren. Ich gehe aus all diesen Gründen oft und gerne mit Stöcken, solange ich nicht nur auf irgendeinem flachen, gut ausgebauten Wanderweg bewege.

Dabei habe ich schon immer auf Carbon-Stöcke gesetzt, weil diese einfach nochmal deutlich leichter sind als solche aus Aluminium. Carbon bricht zwar im Prinzip leichter als Aluminium, welches sich meist einfach nur verbiegt und wieder zurückbiegen lässt, aber mir persönlich ist noch nie einer gebrochen. Und selbst wenn das vorkommen sollte, hängt dann doch in den wenigsten Fällen das Überleben davon ab (und auch mit einem Stock kommt man noch ziemlich weit).

Man unterscheidet zwischen Faltstöcken und Teleskopstöcken. Bei Faltstöcken sind die Elemente durch ein dickes Plastikkabel miteinander verbunden und werden einfach zusammengesteckt und mit einem Druckknopf fixiert werden. Teleskopstöcke werden einfach auseinandergeschoben und mit Klemmen fixiert. Faltstöcke sind leichter und daher meine Empfehlung. Manche davon sind nur in einer fixen Länge verfügbar, andere haben (begrenzten) Spielraum, sodass man die Stöcke an die Gegebenheiten anpassen kann, was ziemlich praktisch ist.

Stöcke wie die Sonic X Trail von Swix sind super, weil sie faltbar (und damit verhältnismäßig leicht) und trotzdem in der Höhe variabel sind.

Eine gute Faustformel für die richtige Stocklänge ist die Körpergröße mal 0,68. Im Praxistest sollte dein Ellenbogen bei gerade aufgestelltem Stock einen 90-Grad-Winkel haben (zieh dafür unbedingt Deine Wanderschuhe an, weil die oft eine höhere Sohle haben).

Nicht nur, aber auch bei Schlechtwetter-Einbrüchen wie hier in Patagonien können Trekkingstöcke Gold wert sein.

Kleinkram

  • Erste-Hilfe-Set: Lieber selber zusammenstellen als fertig kaufen. Wenn ich nicht irgendwo weit ab vom Schuss bin, habe ich nur das nötigste dabei: Pinzette gegen Zecken (mehr Zecken-Tipps gibt’s hier), Blasenpflaster, Wundpflaster, Wundverband, elastische Binde und Medikamente gegen Schmerzen und Durchfall
  • Stirnlampe: Wenn man nicht vorhat, bei Dunkelheit zu Wandern, reicht eine kleine, günstige Stirnlampe
  • Wasserfilter: Flusswasser in der Nähe von Siedlungen oder Viehweiden sollte man vorsichtshalber lieber filtern, der Sawyer Mini ist dafür eine gute Wahl. Alternativ sind auch Micropur-Tropfen möglich, die das Wasser chemisch desinfizieren.

Weiteren Kleinkram sowie eine detaillierte Auflistung aller Ausrüstungsgegenstände und Kleidung (inklusive Gewichtsangaben), die ich in den letzten Jahren vor allem genutzt habe und die sich dabei sehr bewährt hat, findest Du in meinen Packlisten zum Bibbulmun Track in Westaustralien und meiner 3-monatigen Wanderung durch Großbritannien.


Hast Du noch Fragen zu einem der Punkte? Hast Du noch weitere Tipps oder findest Du, dass etwas wichtiges fehlt? Ich freu mich auf Deinen Kommentar!

2 Comments

  1. Ich finde Reisehandtücher/Microfasertücher sind eine super Bereicherung und dürfen bei mir auf keiner Tour fehlen. Leicht und klein, saugfähig und schnelltrocknend.

  2. Du könntest auch ein Update deiner Fotoausrüstung machen, deine „große“ Kamera scheint sich mal wieder geändert zu haben ;-)

Write A Comment