Nachdem mich meine erste große Fernwanderung 3 Monate lang und 1.500 km weit durch Großbritannien geführt hat, war mir für mein nächstes langes Wanderabenteuer irgendwie mal nach was ganz anderem zu Mute. Gehört hatte ich vom Bibbulmun Track ja schon vor einiger Zeit, aber irgendwie dachte ich mir immer, dass man doch ganz schön verrückt sein muss, 1.000 km durch Westaustralien zu laufen. Immerhin ist es da heiß und trocken und gefährlich und…

Als ich mich dann aber doch mal näher mit dem Trail beschäftigte, stellte ich fest, dass eigentlich gar nichts davon zutrifft (zumindest solange man während der richtigen Jahreszeit dort unterwegs ist). Also warf ich meine Insektenphobie, meine Abneigung gegen Hitze und meine Vorliebe für weite, offene und raue Landschaften über Bord und buchte einen Flug in den australischen Busch.

Irgendwie hatte ich einfach das Gefühl, dass es genau das richtige für mich war, allen Zweifeln zum Trotz. Und genau so kam es dann auch!

Wenn auch Du noch ein paar Zweifel hast oder einfach wissen willst, was Dich dort erwartet, findest Du in diesem Artikel alles, was Du für Deine eigenen Wanderung auf dem Bibbulmun Track wissen musst. Falls dennoch Fragen offen bleiben, hinterlass mir gern einen Kommentar am Ende des Artikels.


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Allgemeine Infos zum Bibbulmun Track

Der Bibbulmun Track ist ein rund 1.000 km langer Fernwanderweg in Südwestaustralien, der von Kalamunda bis Albany führt. Die Bibbulmun waren Ureinwohner dieser Region, von denen bekannt ist, dass sie weite Strecken zu Fuß durch die Wälder zurücklegten. Der nach ihnen benannte Trail wurde nach dem Vorbild des US-amerikanischen Appalachian Trail konzipiert und 1979 offiziell eröffnet. Verwaltet und gepflegt wird er vom australischen Department of Parks and Wildlife sowie von der gemeinnützigen Bibbulmun Track Foundation sowie vielen Freiwilligen.

Der Trail ist durchgehend ausgebaut und markiert. Übernachtet wird in einfachen, zu drei Seiten geschlossenen Schutzhütten mit Isomatte und Schlafsack. Dort gibt es auch Trinkwasser und Toiletten. Die Route führt in regelmäßigen Abständen durch Ortschaften und Städte, wo Proviant nachgekauft werden kann.

Planung und Vorbereitung

Beste Jahreszeit

Rein theoretisch kann der Bibbulmun Track das ganze Jahr über begangen werden, praktisch sind aber nur zwei Jahreszeiten so richtig empfehlenswert, und zwar der Frühling und Herbst.

Der Winter: Die australischen Wintermonate von Juni bis August sind sehr regenreich und auch relativ kalt mit nächtlichen Temperaturen bis unter den Gefrierpunkt. Hinzu kommt zudem, dass die Tage verhältnismäßig kurz sind. Neben dem Wasser von oben können dann auch Teile des Weges überschwemmt bzw. sehr matschig sein. Der Vorteil am Winter ist, dass man den Trail dann oftmals für sich alleine hat und dass einem das Trinkwasser bestimmt nie ausgeht.

Der Frühling: Die schönste Jahreszeit für den Bibbulmun Track ist wohl der australische Frühling zwischen September und November, denn dann herrschen oftmals sehr angenehme Wandertemperaturen und der Regen zieht sich zunehmend zurück. Das bedeutet allerdings nicht, dass es nicht trotzdem noch nasse und kalte (zu Frühlingsbeginn) oder schon sehr warme Tage (im späteren Frühling) geben kann. Du solltest also trotzdem auf alles vorbereitet sein. Weitere Vorteile der Frühlingsmonate sind die gut gefüllten Regentanks und die Tatsache, dass spätestens ab Oktober alles blüht – und diese Blütenmeere hätte ich nicht missen wollen.

Der Sommer: Ab Mitte November kehrt langsam aber sicher der Sommer ein und bleibt bis ca. Ende März. In dieser Jahreszeit kann es sehr heiß werden und die Gefahr für Waldbrände steigt akut an. Und vor allem letzeres sollte Grund genug sein, diese Jahreszeit zu meiden, denn mal abgesehen von der Lebensgefahr muss man dann jederzeit mit abgebrannten Sheltern und zeitintensiven Umleitungen rechnen.

Der Herbst: Der Herbst ist was Temperatur und Niederschlag angeht ähnlich gut geeignet wie der Frühling, allerdings muss man hier ggf. mit Trinkwasserknappheit rechnen. Zudem fehlen all die Blüten und Blumen, was die Wanderung bestimmt ein wenig weniger spannend und schön macht.

Ausrüstung

Hier findest Du meine ausführliche Packliste für den Bibbulmun Track. In Sachen Ausrüstung solltest Du dabei insbesondere folgende Dinge beachten:

  • Da die Temperaturen und Niederschläge stark variieren können, solltest Du (je nach Jahreszeit) sowohl für heiße als auch für kalte Temperaturen (letztes inbesondere nachts) gerüstet sein. Ich war von Mitte August bis Anfang Oktober unterwegs und gerade in den ersten Wochen der Wanderung war ich zum Beispiel froh darüber, meinen Schlafsack mit einer Komforttemperatur von 0 Grad und meine dickere Daunenjacke dabei zu haben.
  • Auch wenn Du vermutlich die meisten Nächte in den Sheltern verbringen wirst (mehr dazu siehe weiter unten) solltest Du auf jeden Fall ein Zelt dabei haben. Es kann nämlich passieren, dass die Hütten wegen Wochenendausflüglern oder Gruppen voll sind und Du dort keinen Platz mehr bekommst. Zudem bist Du so flexibler, was die Etappenplanung angeht und hast im Zweifelsfall einen Schutz gegen Moskitos. Vor allem wegen letzterem solltest Du idealerweise ein Zelt mit freistehendem, platzsparendem Innenzelt mitnehmen, welches Du auch in den Sheltern aufbauen kannst, falls genug Platz ist.
  • Auf dem Bibbulmun Track gibt es wie überall in Australien Schlangen. Die suchen zwar meistens sofort das Weite, können aber gerade an den ersten warmen Frühlingstagen noch ziemlich schläfrig sein und dann schon mal faul auf dem Weg herumliegen und die Erschütterungen ignorieren. An solchen Tagen war ich ganz froh, schlangensichere Gamaschen (ohne Garantie!) zu haben, allein schon weil man dann etwas weniger angestrengt auf den Weg achten muss.

Etappenplanung

Der Bibbulmun Track ist durch die Shelter quasi automatisch in insgesamt 59 Etappen eingeteilt, von denen sich die meisten um die 20 km Länge bewegen. Dadurch ist man, was die Etappenplanung angeht, eigentlich schon ziemlich festgelegt.

Teilweise ist es aber auch gut möglich, einen Shelter zu überspringen, das sogenannte „double hutting“. Vor allem im ersten Abschnitt des nördlichen Bibbulmun Track liegen die Shelter noch dichter beieinander, sodass das durchaus Sinn machen kann. Aber auch später gibt es Abschnitte, in denen die Shelter so liegen, dass man zum Beispiel mit 30 km Etappenlänge einen auslassen kann.

Ich habe für den Trail insg. 55 Tage gebraucht, davon waren 48 Wandertage und 7 Pausentage.  Einige wenige dieser Etappen waren länger als 30 km, die meisten lagen darunter und nur eine (von Dog Pool bis Woolbales) hat die 40 überschritten, hauptsächlich weil  ich möglichst schnell wieder aus dem überschwemmten Gebiet rauskommen wollte (nachzulesen hier). Es gibt aber auch Leute, die quasi jeden Tag um die 40 km laufen und somit quasi jeden Tag einen Shelter auslassen. Wenn Du gut zu Fuß bist und nicht so viel Zeit hast, ist das also auch eine Option.

Ob man den Bibbulmun Track von Nord nach Süd oder umgekehrt läuft, ist nicht zuletzt von der Jahreszeit abhängig. Im Frühjahr startet man am besten im wärmeren Norden und arbeitet sich Richtung Süden vor, im Herbst eher umgekehrt.

Hier sieht Du, wie ich mir die Etappen eingeteilt habe:

Anreise

Nach Australien kommt man  – Überraschung  – per Flugzeug! Perth ist hier das Ziel der Wahl, wo es natürlich auch Outdoorshops & Co. für die letzten Besorgungen gibt.

Das nördliche Ende („Northern Terminus“) des Bibbulmun Track ist etwas östlich von Perth im Ort Kalamunda (zu Google Maps). Kalamunda ist per Bus an das Stadtzentrum von Perth angebunden und die Fahrt dauert nur eine knappe Stunde und kostet wenige Dollar. Alternativ kann man auch per Uber (ca. 20 Dollar) oder Taxi dorthin fahren. Direkt neben dem Trailhead gibt es übrigens auch noch einen großen Coles-Supermarkt, eine Apotheke usw. für letzte Besorgungen sowie Cafés für eine letzte Henkersmahlzeit. Infos zu Busfahrzeiten gibt es auf der Webseite von Transperth. Das Ticket kann man an Automaten im Bahnhof oder direkt beim Fahrer kaufen.

Der südliche Endpunkt des Bibbulmun Track liegt im Stadtzentrum von Albany direkt neben der Touristeninformation (zu Google Maps). Von hier aus gibt es eine Direktverbindung mit dem Bus zurück nach Perth (East Perth Terminal). Die Fahrt dauert rund 6 Stunden und kostet (aktuell) ca. 80 AUD. Infos zu den Busfahrzeiten und Tickets gibt es auf der Webseite von TransWA. Da der Bus nur einmal morgens und einmal nachmittags fährt, solltest Du diesen bestenfalls schon etwas früher (sobald Du eben sicher weißt, wann Du in Albany sein wirst) von unterwegs buchen, falls Du an einem bestimmten Tag wieder in Perth sein musst / willst.

Der nördliche Trailhead wurde übrigens gerade in diesem Jahr (2017) erst ganz neu gestaltet mit einer Skulptur und allem drum und dran. Der südliche ist deutlich uncharmanter, aber vielleicht ändert sich das ja auch noch irgendwann.

Unterwegs auf dem Bibbulmun Track

Wasserversorgung und Proviant

Weder Trinkwasser noch Verpflegung sind auf dem Bibbulmun Track ein großes Problem, was eine riesige Erleichterung für die Planung und den Wanderalltag bedeutet.

Trinkwasser

Auch wenn man bei Australien im Allgemeinen nicht gerade an Regen denkt: Im Südwesten des Landes gibt es vor allem den Winter über reichlich Wasser von oben. Und das wird in Regenwassertanks gesammelt, von denen an jedem Shelter entlang des Weges zwei Stück (in seltenen Fällen auch nur einer) zu finden sind.

Vor allem im Frühling nach der Regensaison sind diese gut gefüllt, sodass Du maximal für einen Tag Wasser mit Dir tragen musst. Im australischen Herbst kann es allerdings theoretisch passieren, dass Tanks leer sind, auch wenn das in der Realität scheinbar nur relativ selten vorkommt. In dieser Zeit solltest Du nach Möglichkeit von unterwegs die Facebook-Seite der Bibbulmun Track Foundation checken, wo auf (fast) leere Tanks hingewiesen wird und zudem lieber etwas mehr Wasser mit Dir tragen, sodass Du immer zumindest eine Notfall-Ration an Trinkwasser zur Verfügung hast.

Gefiltert habe ich das Trinkwasser nur während der ersten Tage und bis ich bemerkt habe, dass die meisten Wanderer (vor allem auch solche, die öfter auf dem Trail unterwegs sind) das Wasser einfach so trinken. An jedem Tank wird zwar darauf hingewiesen, dass man das Wasser vor dem Trinken filtern bzw. abkochen soll, die Tanks sind jedoch in der Regel so gut abgedichtet, dass die Chance der Verunreinigung durch Insekten, tote Mäuse oder ähnliches relativ gering ist. Deshalb habe ich mich dafür entschieden, das Risiko einzugehen und hatte dann auch nie Probleme. Ein gewisses Restrisiko bleibt aber natürlich. Zudem solltest Du auch wenn Du Dich gegen das Filtern entscheidest, zur Sicherheit trotzdem einen kleinen Wasserfilter oder ein Fläschchen Mircopur dabei haben, falls ein Tank verunreinigt sein sollte oder Du auf Gewässer ausweichen willst/musst.

bibbulmun track trinwkasser
Die Trinkflasche kann man auf dem Bibbulmun Track ca. alle 20 km an Regenwassertanks auffüllen

Verpflegung und Einkaufen

Entlang des Bibbulmun Track finden sich regelmäßig Einkaufsmöglichkeiten, je nach Einteilung der Etappen muss man nicht für mehr als 8 Tage Essen mit sich tragen (oft auch nur für 4 oder 5) – mit einer Ausnahme: Der längste Abschnitt ohne Einkaufsmöglichkeiten ist der erste (bzw. falls Du von Süden nach Norden läufst letzte) Abschnitt zwischen Kalamunda und Dwellingup. Ich hatte für diese Wegetappe für 12 Tage Essen dabei, weil es meine erste Etappe auf dem Trail war und ich mir die Möglichkeit offen halten wollte, kürzere Etappen zu laufen. Letztendlich war ich dann aber schon nach 10 Tagen in Dwellingup.

Aber auch Essen für 10 Tage wiegt schon ziemlich viel, zumal dieser erste Abschnitt in der Darling Range ziemlich hügelig ist. Das gute ist aber, dass der Rucksack mit jedem Tag leichter wird und man immer im Hinterkopf hat, dass man auf der restlichen Tour nicht nochmal so viel Essen mit sich tragen muss.

Einkaufsmöglichkeiten findet man hauptsächlich in den Track Towns entlang des Weges und abgesehen von Collie und einigen Küstenorten sind das eher kleine Dorfläden als große Supermärkte. In den kleinen Läden findest Du zwar vielleicht nicht immer das, was Du gerade haben möchtest, aber auf jeden Fall genug trekkingtaugliche Nahrung. Daher ist es auch nicht notwendig, Essenspakete vorauszuschicken. Und auch Gas ist übrigens in jedem der Orte erhältlich.

An Cafés, Pubs und ähnlichem kommt man abseits der Track Towns übrigens nur sehr vereinzelt vorbei.

Übernachten auf dem Bibbulmun Track

Shelter / Hütten

Eines der besten Dinge am Bibbulmun Track! Etwa alle 20 km (mal mehr, mal weniger) gibt es Shelter, in denen man übernachten kann. Diese sind zwar immer irgendwie per Schotterpiste zugänglich, liegen in den allermeisten Fällen aber trotzdem ziemlich ab vom Schuss.

Ausstattung der Shelter

Die meisten dieser Hütten sind aus Holz gebaut und zu drei Seiten geschlossen. Im Inneren gibt es links und rechts jeweils doppelstöckige Plattformen, auf denen man Isomatte und Schlafsack ausbreiten kann und in der Mitte einen Tisch mit Bänken. Teilweise bestehen die Shelter aber auch aus gepresster Erde und verfügen über eine durchgehende Plattform. Die neuen Shelter werden nur noch so gebaut, da das Material im Gegensatz zum Holz deutlich feuerfester ist.

Daneben gibt es an jedem Shelter zwei Regenwassertanks, einen weiteren Tisch mit Bänken außen und ein Plumpsklo . Außerdem gibt es an jedem Shelter auch ausgewiesene Stellplätze für Zelte.

Feuerstellen gibt es mit zwei Ausnahmen durchgehend bis Dog Pool. Teilweise wird außerdem vom Forest Department Holz inklusive Axt bereitgestellt. Ansonsten findet man in der Regel genug gefallene Äste und Zunder (Vorsicht vor Spinnen beim Sammeln!).

Außerdem liegt an jedem Shelter ein Logbuch, in die man sich als Wanderer unbedingt eintragen sollte, auch wenn man nicht dort übernachtet. Im Notfall kann das Leben retten und ist zudem für die Trailverwaltung ein wichtiger Anhaltspunkt.

Was es an den Sheltern übrigens nicht gibt, sind Mülleimer. Du musst Deine Abfälle also in der Regel immer bis in den nächsten Ort mitnehmen. Essensreste oder Taschentücher können ggf. im Feuer verbrannt werden, in die Toiletten solltest Du aber tunlichst nichts werfen.

Die Toiletten

Vor den Plumpsklos entlang des Bibbulmun Track hatte ich vor der Wanderung zugegebenermaßen etwas Angst und Horrorvorstellungen von verschmutzten Bretterverschlägen mit ganzen Herscharen an Riesenspinnen unter dem Klodeckel. Dementsprechend groß war die Überraschung, als sich diese Toiletten als (meist) ziemlich saubere, geruchsfreie und spinnenarme Orte herausstellten.

Das Bakteriengemisch, das in den Toilettentanks verwendet wird, leistet ganze Arbeit (solange man nichts reinschmeißt, was nicht reingehört). Die allermeisten der Toiletten waren ziemlich geruchsfrei, sauber und und an den meisten Klos gab es sogar Klobürsten mit Reinigungsmittel.

Wäre ich etwas später im Jahr unterwegs gewesen, hätte ich wahrscheinlich ein paar mehr Spinnen dort angetroffen. So beschränkten sich meine Begegnungen aber auf eine Giant Huntsman Spider, die zwar groß, aber gänzlich ungefährlich ist. Trotzdem empfiehlt es sich, den Toilettensitz immer anzuheben und nach Spinnen abzusuchen, bevor man sich niederlässt, denn in Australien gibt es nicht umsonst ein ziemlich bekanntes Lied mit dem Text „There was a redback on the toilet seat, when I was there last night.
I didn’t see him in the dark, but boy I felt his bite.“

Toilettenpapier muss man übrigens selbst mitbringen, auch wenn es oftmals vorhanden war. Darauf verlassen kann man sich aber nicht.

Wildzelten

Wildzelten ist entlang des Bibbulmun Track grundsätzlich erlaubt – mit Ausnahme der „Water Catchment Areas“ – also der Zonen, in denen Trinkwasser gesammelt wird (was zum Beispiel so ziemlich auf den ganzen ersten Abschnitt von Kalamunda bis Dwellingup zutrifft.) Ich dachte vor meiner Wanderung eigentlich, dass ich öfter wildzelten würde, hab dann aber doch ziemlich schnell eingesehen, dass die Shelter einfach zu praktisch sind, um sie nicht zu benutzen. Zudem kann aufgrund der Vegetation mitunter schwierig sein, einen geeigneten Stellplatz zu finden, wenn man nicht gerade mitten auf dem Trail schlafen will.bibbulmun track wildzelten

Pausentage und Track Towns

Es gibt insgesamt 10 Track Towns entlang des Bibbulmun Track – zusätzlich zu Albany und Kalamunda, also dem Anfangs- bzw. Endpunkt des Trails. Hier kann man Proviant nachkaufen, Wäsche waschen, in einem richtigen Bett schlafen, Duschen usw. Die Logbücher des Bibbulmun Track liegen in den Track Towns übrigens in den Touristeninformationen.

Kalamunda: Das nördliche Ende des Bibbulmun Track, in etwa eine Stunde von Perth entfernt. Direkt gegenüber des Northern Terminus gibt es noch einen großen Supermarkt, Cafés usw. für Last-Minute-Besorgungen oder einen letzten Cappuccino, bevor der langen Etappe bis Dwellingup.

Mundaring: Liegt genau genommen nicht auf dem Weg, sondern etwa 7 km davon entfernt, kann aber bei Bedarf vom Mundaring Weir aus per Anhalter o.ä. angesteuert werden.

Dwellingup: Der erste Ort nach ca. 10-12 Tagen auf dem Track! Dwellingup ist nicht riesig, hat aber alles, was man braucht, was insbesondere auch auf den kleinen Supermarkt im Ort zutrifft. Sehr zu empfehlen ist das Blue Wren Café direkt gegenüber. Übernachtet habe ich in einer der „Hiker Cabins“ auf dem Dwellingup Caravan Park. Günstig und gut!

Collie: Die größte aller Track Towns mit großen Supermärkten, einem McDonalds und allem drum und dran. Im Colliefields gibt es relativ günstige Einzelzimmer mit einfachem Frühstück und sehr netten Besitzern.

Balingup: Wieder ein kleinerer, aber trotzdem vollkommen ausreichender Ort. Übernachtet habe ich im Posthouse Balingup, einem kleinen Hostel im Rückgebäude der Post. Etwas heruntergewohnt, aber ansonsten in Ordnung. Leckeres Essen gibt es im Taste of Balingup!

Donnelly River Village: In etwa auf halber Strecke erwartet Wanderer mit Donnelly River Village ein ganz besonderer Ort. Das historische Örtchen war ursprünglich das Zuhause der Mitarbeiter des Sägewerks und die Hütten dienen heute Urlaubern als Unterkunft. Zusätzlich gibt es im Ort einen kleinen General Store mit Café und das alte Schulhaus wurde zu einem einfachen Bunkhouse umfunktioniert. Das tollste an Donnely River Village sind aber die quasi-zahmen, frei lebenden Kängurus, Emus und Papageien, die sich in Herscharen auf den Straßen und Plätzen tummeln.

Pemberton: Ein etwas größerer Ort mit entsprechender Auswahl an Unterkünften, Einkaufsmöglichkeiten und Cafés bzw. Restaurants. Ich habe im Gloucester Motel übernachtet, eine verglichen mit den bisherigen Unterkünften eher luxuriösere und damit auch teurere Variante. Es gibt aber auch ein kleines Hostel im Ort. Leckere Holzofen-Pizza – auch zum Mitnehmen – gibt es im Sage Café.

Northcliffe: Der letzte Ort, bevor der Bibbulmun Track einige Tage später auf die Küste trifft! Vorfeiern kann man diesen Meilenstein schon mal im Northcliffe Hotel / Motel mit angeschlossenem Pub.

Walpole: In Walpole gibt es alles, was man braucht und noch ein bisschen mehr. Das Tingle All Over Hostel ist toll, hat Einzelzimmer im Motel-Stil und einen sehr gemütlichen Aufenthaltsraum mit Kamin.

Peaceful Bay: Ein sehr kleiner Ort direkt am Meer. Hier habe ich mein Zelt auf dem örtlichen Campingplatz aufgeschlagen, in dessen Rezeption es auch ein paar Lebensmittel sowie Fish & Chips und anderes Fast Food zu kaufen gibt.

Denmark: Ein relativ großer Ort, der bei Touristen beliebt ist. Das Blue Wren Traveller’s Nest ist ein nettes, kleines Hostel dort.

Albany: Ziel erreicht! Den Southern Terminus findet man neben der Touristeninformation am Bahnhof. Im 1849 Backpackers gibt’s jede Menge Platz und für alle Bibbulmun Track End-to-Ender ein Bier aufs Haus. Prost!

Anforderungen & Schwierigkeiten

Gelände und Wegbeschaffenheit

Der Bibbulmun Track verläuft oft auf einem eigens dafür angelegten und nur für Fußgänger zugelassenen Wanderpfad, immer wieder aber auch über kleinere oder größere Forstwege und sehr wenig entlang von befahrenen Straßen.

Der nördliche Teil des Bibbulmun Track

Landschaftlich führt der Track bis zur Küste mehrheitlich durch dichtere Vegetation. Auf den ersten paar hundert Kilometern sieht man vor allem die kleineren, dichteren Jahrrah- und Marri-Eukalyptusbäume und viele Grasbäume, kurz vor Donnelly River Village trifft man auf die ersten, teils riesigen Karri-Eukalyptusbäume. Vor allem im Norden ist die Landschaft zudem sehr bergig und man erklimmt einige Gipfel der Darling Range. Nach Northcliffe wird die Landschaft insgesamt offener und man spürt und sieht, dass das Meer nicht mehr weit ist.

Große Teile des Trails sind gut und einfach zu begehen, je nach Wetter und besonders nach stärkeren Regenfällen können Teile des Weges aber schlammig, rutschig und/oder überschwemmt sein. Das war während meiner Wanderung auf dem Bibbulmun Track vor allem zwischen Northcliffe und der Küste problematisch. Während dieser Tage musste ich mehrere Tage lang immer wieder durch Wasser waten, was zwar nicht schlimm, aber doch ziemlich nervig ist. Teile dieses Abschnitts waren bis kurz davor sogar gesperrt und wurden umgeleitet, weil das Wasser zu hoch stand. Etwas später im Jahr dürfte man dieses Problem aber nicht mehr haben und auch so war das alles gut machbar.

Der Küstenabschnitt des Bibbulmun Track

Auf dem Abschnitt entlang der Küste wandert man teils auf festen Wanderwegen, immer wieder aber auch auf den Dünen und teilweise auch direkt auf dem Strand, was – je nachdem wie feucht der Sand ist – ziemlich anstrengend sein kann, aber eben auch ziemlich schön ist. Auch an der Küste bleibt der Bibbulmun Track aber nicht die ganze Zeit am Meer, sondern führt immer mal wieder auch durchs Inland, insbesondere auch um den gigantischen Red-Tingle-Bäumen im Valley of the Giants einen Besuch abzustatten.

Eine Besonderheit der Küste sind die vier Meeresarme, die man als Wanderer überqueren muss („Inlet Crossings“):

  • Irwin Inlet: Auf der Etappe nach Peaceful Bay (in Richtung Osten) muss man einen etwa 150 Meter breiten Meeresarm mit Kanus überwinden. Diese sind inklusive Paddel und Schwimmwesten auf beiden Seiten bereitgestellt und können zwei Personen mit Rucksäcken transportieren. Um sicherzustellen, dass stets auf beiden Seiten mindestens ein Kanu vorhanden ist (weil ja von beiden Seiten Wanderer kommen können), muss man bei der Überquerung ggf. zwei Kanus aneinanderbinden. Die Kanus sind verhältnismäßig wenig wackelig, je nach Wind und Strömung muss man aber schon relativ kräftig paddeln. Paddelerfahrung ist für die Überquerung aber nicht notwendig.
  • Wilson Inlet: Dieses Inlet bei Denmark kann man entweder mit dem Boot überqueren oder zu Fuß bzw. Taxi umgehen. Das Boot ist relativ teuer und muss extra bestellt werden, deutlich einfacher und günstiger ist die Fahrt mit dem Taxi. Die Umgehung zu Fuß bedeutet etwa 30 km Umweg entlang von Straßen usw. und gehört offiziell nicht zum Trail, weshalb die Fahrt mit dem Taxi genau genommen auch keine Abkürzung ist! Die meisten Wanderer greifen hier auf die Taxi-Variante zurück.
  • Torbay Inlet und Parry Inlet: Diese beiden Inlets sind meistens einfach per Sandbank oder Waten durch niedriges Wasser zu durchqueren. Je nach Wetter und Jahreszeit kann das Wasser aber in seltenen Fällen auch zu tief sein. Für diese Fälle sind in den Guidebooks zum Bibbulmun Track Umgehungen beschrieben, die allerdings immer einen ziemlichen Umweg bedeuten. Im Zweifelsfall, also wenn das Wasser zu tief und/oder die Strömung zu stark zu sein scheint, solltest Du aber natürlich trotzdem darauf zurückgreifen oder auf Ebbe warten (die Gezeiten kannst Du hier checken).

Orientierung und Beschilderung

Der Bibbulmun Track ist durchgehend mit kleinen gelben Dreiecken markiert, auf denen sich das Logo des Tracks – die Regenbogenschlange („Waugal“) – befindet. Diese befinden sich oft an Bäumen, manchmal aber auch an Steinen, Pfählen usw. und die Spitze des Dreiecks zeigt immer in die Richtung, in die man gehen muss.

Die Markierungen sind relativ eng gesetzt – alles in allem kann man davon ausgehen, dass man falsch ist, wenn man bei normalem Wandertempo für 10 Minuten keine Markierung gesehen hat. Die Markierungen reflektieren übrigens Licht und sind somit auch im Schein der Stirnlampe gut sichtbar!

Oft ist der Weg zudem ziemlich offensichtlich, aber eben nicht immer. Wenn man zum Beispiel auf einer Fortstraße entlang läuft und der Bibbulmun Track plötzlich und relativ unscheinbar irgendwo hin abbiegt, während die Straße geradeaus weiterführt. Damit man nicht die ganze Zeit alle Bäume absuchen muss, ist ein Blick auf die Karte zwischendurch sehr hilfreich, damit man weiß, ob man gleich wieder irgendwo abbiegen muss oder erstmal entspannt dem Wegverlauf folgen kann.

Ich würde Dir auf jeden Fall empfehlen, Dir die acht Karten für für den Bibbulmun Track zuzulegen und auch auf die Wanderung mitzunehmen. Diese enthalten auch alle Infos zu den Etappen, ein Höhenprofil usw. Die Guidebooks sind meiner Meinung nach nicht notwendig. Ich habe sie mir damals zwar als PDF eingescannt und aufs Handy geladen, aber letztendlich so gut wie nie reingeschaut.

Waldbrände

Waldbrände sind auf dem Bibbulmun Track allgegenwärtig – nicht unbedingt in Form tatsächlicher Brände, aber in Form von schwarz verkohlten Waldstücken. Diese sind allerdings oft gar nicht durch unkontrollierte, sondern durch absichtlich erzeugte und kontrollierte Buschbrände entstanden. Solche Brände werden vor allem im Frühjahr durchgeführt, um „richtigen“ Bränden vorzubeugen und ihnen den Zunder zu nehmen.

Falls ein solcher Brand entlang des Bibbulmun Track durchgeführt wird, wird das Gebiet natürlich entsprechend abgesperrt und eine Umleitung ausgeschildert. Zudem wird natürlich darauf geachtet, dass sich zu dieser Zeit keine Wanderer entlang des Weges befinden. Auch deshalb ist es wichtig, sich an jedem Shelter in das Logbuch einzutragen (!).

Unkontrollierte Waldbrände sind vor allem im Sommer ein Problem, können theoretisch aber natürlich auch im Herbst und Frühling (im Winter eher weniger, aber ausgeschlossen ist es auch nicht) auftreten. Diesen fallen auch immer wieder Shelter des Bibbulmun Track zum Opfer. Die mitunter beste Informationsquelle bzgl. aktueller Waldbrände und Brandschäden ist die Facebook-Seite des Bibbulmun Track, auf der relativ zuverlässig und schnell darüber berichtet wird. Zudem findest Du auf dieser Internetseite alle aktuellen Infos zu Buschbränden und Brandwarnungen in Westaustralien.

Infos zum richtigen Verhalten bei einem Waldbrand findest Du hier. Dazu gehört zum Beispiel, möglichst nicht bergauf zu laufen, da sich Feuer nach oben besonders schnell ausbreiten. Die Verhaltenshinweise sind auch in den Sheltern zu finden.

Die australische Tierwelt

Australiens Tierwelt ist berühmt-berüchtigt (und ziemlich faszinierend) – und die gibt es natürlich auch in den Gebieten entlang des Bibbulmun Track. Verglichen mit anderen Teilen des Landes wie zum Beispiel dem tropischen Norden ist der verhältnismäßig kalte Südwesten allerdings einigermaßen moderat, was potenziell tödliche oder zumindest schmerzhafte tierische Bewohner angeht.

Während Deiner Wanderung auf dem Bibbulmun Track wirst Du neben jeder Menge durch und durch ungefährlicher Tiere wie bunten Vögeln (oder auch pechschwarzen Kakadus), meist eher scheuen Kängurus bzw. Wallabys und flinken Emus vor allem auf folgende Tiere treffen.

Schlangen: Südwestaustralien ist wie das ganze Land Heimat von Schlangen, deren Biss theoretisch tödlich sein kann. In der Praxis sind aber auf dem Bibbulmun Track bisher nur einige wenige Schlangenbisse verzeichnet worden und überhaupt passieren die meisten Schlangenbisse nur bei dem Versuch, sie einzufangen oder im Rahmen irgendwelcher Mutproben halbwüchsiger Jünglinge. In aller Regel sind Schlangen nämlich überhaupt nicht aggressiv und hauen ab, sobald sie die Erschütterung von Wanderern auf dem Boden spüren.

Ich habe während meiner Wanderung auf dem Bibbulmun Track insgesamt um die 20 Schlangen gesehen, aber nur eine davon ist neben dem Wegesrand liegen geblieben und hat friedlich weitergeschlafen, während ich an ihr vorbei gegangen bin.

Erhöhte Vorsicht vor Schlangen ist vor allem im späten Winter und frühen Frühling geboten, wenn die Schlangen langsam aus ihrer Winterstarre erwachen und sich zum Aufwärmen in die Sonne legen. Dann nämlich ist ihre Reaktion oft verlangsamt und die Gefahr, ihnen zu nahe zu kommen bzw. auf sie drauf zu steigen (so ist es tatsächlich einer holländischen Mitwanderin von mir am allerletzten Tag passiert – glücklicherweise folgenlos) ist dann relativ groß.

An solchen Tagen und insbesondere wenn dann auch der Weg noch relativ zugewachsen war, habe ich meine bereits weiter oben erwähnten schlangensicheren Gamaschen dann doch lieber getragen, an den allermeisten Tagen war ich aber ohne unterwegs.

Bull Ants: Nicht oft, aber doch immer wieder mal (vor allem entlang von Flussläufen und später an der Küste) bin ich den roten Riesenameisen begegnet, die sich – sollte man die Dreistigkeit besitzen, sich ihnen zu nähern – sofort auf die Hinterbeine stellen und zum Angriff blasen. Tun können sie einem dabei allerdings nichts, außer man wählt seinen Pausenplatz nicht weise und macht es sich ausgerechnet in Reichweite eines solchen Exemplars gemütlich. Der Biss kann dann durchaus mal ein unangenehmes Souvenir für mehrere Tage sein, ist aber weiter nicht gefährlich.

Spinnen: Meine Wanderung auf dem Bibbulmun Track war erstaunlich spinnenfrei, was mit Sicherheit auch daran lag, dass ich zu Beginn des Frühjahrs unterwegs war und es den Spinnen einfach noch zu kalt war. Was größere Exemplare angeht, habe ich tatsächlich nur die eine bereits erwähnte Huntsman Spider im Klohäuschen angetroffen, die dann auch mehr Angst vor mir hatte als ich vor ihr. Ansonsten waren es vor allem kleine „Normalo“-Spinnen, die ihre Netze über den Weg gespannt haben, was nicht weiter schlimm und höchstens ein bisschen nervig war, wenn ich das Pech hatte, sie früh morgens als erste einsammeln zu dürfen.

Vor allem wenn Du Dich irgendwo hinsetzt (was auch für den Toilettenrand gilt), solltest Du vorher aber immer den Spinnencheck machen. Ansonsten muss man sich darum aber eigentlich keine Gedanken machen. Auch wenn (wie es bei etwas wärmeren Temperaturen bestimmt häufiger vorkommt) mal hier und da eine in der Ecke des Shelters sitzt, wird sie Dich wohl kaum nachts besuchen. Selbst bei den größten Vertretern ihrer Art (und so eine Huntsman Spider kann schon echt richtig groß werden) stehen Menschen nämlich nicht auf der Speisekarte.

Moskitos und Bremsen: Deutlich nervenaufreibender als Spinnen, Ameisen und Schlangen zusammen waren die Moskitos, die entlang der Küste mit zunehmender Wärme ziemlich lästig sein können. Vor allem wenn man sie wie ich scheinbar ziemlich anzieht und mit seinem Frühstück in der Hand im Kreis laufen muss, während die Mitwanderer in Ruhe auf der Bank sitzen können. Ich hatte mit dem „Mozzies“ allerdings nur Probleme, wenn ich still stand bzw. saß. Während des Wanderns haben sie mich in Ruhe gelassen. Und es war auch nur an einigen Tagen wirklich schlimm.

Mäuse, Opossums, Wasserratten & Co.: Was in den Hütten des Appalachian Trail fast schon Alltag ist, ist auf dem Bibbulmun Track glücklicherweise und nicht zuletzt dank der örtlichen Schlangen die Ausnahme. Aber auch hier sind manche (wenige) Hütten das Zuhause von proviantklauenden und zeltbodendurchknabbernden Nagern. Hier gibt es dann vor Ort aber Plastikboxen, in denen man sein Essen lagern kann und sollte. Alternativ/zusätzlich kann man den Rucksack auch aufhängen – allerdings dann am besten mit einem Stück Angelschnur, den die Tiere nicht entlang klettern können.

Handyempfang

Was in Deutschland außerhalb der Großstädte immer noch oftmals Mangelware ist, gibt es entlang des Bibbulmun Track erstaunlich viel: Handyempfang! Tatsächlich hatte ich nur relativ wenige Tage, an denen ich nicht zumindest einmal und ein bisschen Handynetz empfangen konnte. Besonders gut geht das natürlich auf allen Erhebungen wie Bergen und Hügeln oder Dünen.

Telstra hat hier wie eigentlich überall in Australien die beste Netzabdeckung (Stand 2017) Der günstigste Anbieter, der zu meiner Zeit das Netz von Telstra genutzt hat, war Boost Mobile. Simkarten gibt es quasi an jedem Kiosk in Perth für wenige Dollar, Anmeldung und Guthaben kann man komplett online erledigen.

Mein Fazit zum Wandern auf dem Bibbulmun Track

Es gibt nicht viele Fernwanderungen auf dieser Welt, auf denen es einem SO einfach gemacht wird, auf einer langen Strecke ohne große Planung oder Umstände in eine solch wilde Natur einzutauchen. Der Bibbulmun Track ist definitiv einer davon.

Er ist bestens organisiert und gepflegt, ohne zu „gezähmt“ zu sein. Er ist herausfordernd, ohne zu anstrengend zu sein. Er ist abwechslungsreich, ohne zu sehr vom Wesentlichen abzulenken. Er hat die allertollste Tier- und Pflanzenwelt, von denen by the way kein einziger Vertreter versucht hat, mich umzubringen.

Ohne auch nur annähernd alle Fernwanderwege der Welt zu kennen glaube ich, dass der Bibbulmun Track einer der Besten seiner Art ist. Und dabei keineswegs nur den „Profis“ zugänglich! Die Abstände zwischen den Hütten sind mit durchschnittlich 20 km (maximal 25 km) Abstand so gewählt, dass auch weniger fitte Menschen den Trail gehen können. Das Terrain ist nie zu schwierig und die Versorgungsmöglichkeiten zwischendurch nie zu weit voneinander entfernt. Außerdem trifft man, solange es nicht gerade Winter ist, auch in gewisser Regelmäßigkeit auf Menschen – seien es Tageswanderer oder andere End-To-Ender. Auch bezüglich zu viel Einsamkeit braucht man also keine Bedenken haben.

Zudem braucht man weder übermäßig viel Zeit für die Planung noch unglaublich viel Geld. Auch wenn ein Flug nach Australien selten ganz günstig ist, gibt es vor allem zur Nebensaison durchaus günstige Angebote. In den Track Towns kann man zudem so gut wie immer günstig in Hostels oder auf Campingplätzen übernachten. Die Verpflegung unterwegs ist zwar vehältnismäßig teuer, weil man meist in kleinen, abgelegenen Dorfläden einkauft, aber auch das dürfte die Ausgaben zuhause kaum übersteigen.

Ich habe fast jeden Moment meiner Fernwanderung auf dem Bibbulmun Track genossen und könnte mir sogar vorstellen, den Trail nochmal irgendwann zu laufen. Wenn Du also mal irgendwann zwei Monate Zeit hast, solltest Du dieses Abenteuer auf jeden Fall in Erwägung ziehen. (Und solltest Du keine zwei Monate Zeit haben, ist es natürlich auch möglich, nur einen Teil des Trails zu gehen!)

Mehr Infos zum Bibbulmun Track

Die Webseite der Bibbulmun Track Foundation ist unglaublich umfangreich und hilfreich mit vielen Infos zu allem, was man wissen muss und netten Dingen wie der End-to-Enders Gallery. Hier kann man zudem die Karten und Guidebooks zum Bibbulmun Track bestellen (was selbst aus Australien erstaunlich schnell ging).

Eine der wichtigsten Anlaufstellen auf der Webseite ist der Section Guide. Hier gibt es viele allgemeine und aktuelle (!) Infos zu den 9 Abschnitten des Trails und eine Übersicht darüber, wann und wo Gruppen an den Campsites eingebucht sind.

Für 40 AUD kann man hier auch eine Jahresmitgliedschaft abschließen, um die Arbeit zu unterstützen. Zudem bekommt man dann 10% auf seine Bestellung im Shop, die Möglichkeit für kostenlose Beratung per E-Mail und diverse andere Vorteile. Das lohnt sich auf jeden Fall (und ist meiner Meinung nach aus so das Mindeste, was man tun kann und sollte, wenn man sich bewusst macht, wie viel Arbeit in diesem Fernwanderweg steckt, den man gänzlich kostenlos benutzen kann).

Darüber hinaus ist auch die Facebook-Gruppe zum Bibbulmun Track eine gute Quelle für aktuelle und generelle Infos. Hier kann man Fragen stellen und per Suchfunktion zu vielen Themen Infos finden.


Weiterlesen: Meine Berichte zum Bibbulmun Track


Na? Wäre der Bibbulmun Track auf was für Dich oder bist Du ihn sogar schon gewandert? Oder hast Du noch Fragen zu dieser Fernwanderung in Westaustralien? Ich freu mich auf Deinen Kommentar!

4 Comments

  1. Hallo, ich liebäugel mit dem Trail. Allerdings kann ich maximal 4 Wochen Urlaub am Stück machen. Ist es von jedem der Orte unterwegs gut möglich wieder zurück nach Perth zu kommen? Wenn das gut geht visiere ich ihn nächstes Jahr Ende August an. LG Kerstin

    • Fräulein Draußen Reply

      Hi Kerstin, alles außer Northcliffe und Peaceful Bay ist meines Wissens nach per Bus von Perth erreichbar bzw. umgekehrt. :-)

      Viele Grüße,
      Kathrin

  2. Pingback: WAS WAR LOS ANNI | DER SCHÖNSTE URLAUB MEINES LEBENS -

  3. So, nun weiss ich auch wo meine nächste Reise hingehen soll. Super inspirierender Beitrag, vielen Dank dafür :)

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