[enthält Werbung] Ziemlich genau fünf Jahre ist es nun her, dass ich meine 3-monatige Wanderung durch Großbritannien beendet habe. Diese Tour war nicht nur meine erste lange Fernwanderung, sondern auch mein Startschuss in ein ganz neues Leben: Ab sofort wollte ich nicht mehr als Marketing- und Produkt-Managerin bei einem großen Konzern mein Geld verdienen, sondern als Outdoor-Reisebloggerin.

Dass das theoretisch, ganz vielleicht und eventuell möglich wäre, oder überhaupt einen realistischen Versuch wert, daran hätte ich bei der Gründung meines Blogs im Jahr 2013 im Traum nicht gedacht. Ich hatte diese Webseite und dazugehörige Facebook-Seite lediglich ins Leben gerufen, weil ich irgendwo meine damals frisch entfachte Outdoor- und Reiseleidenschaft teilen und einen Platz haben wollte, an dem ich mich kreativ austoben konnte.

Wie man damit Geld verdienen könnte? Dass man damit überhaupt Geld verdienen könnte? Daran hab ich keinen einzigen Gedanken verschwendet. (Zumal die ganze Sache mit den Blogs damals noch ziemlich in den Kinderschuhen steckte. Von Dingen wie Instagram ganz zu schweigen.)

Und heute sitze ich hier, nach einem anstrengenden, aber ziemlich schönen Sommer voller Aufträge, und schreibe diesen Rückblick auf fünf Jahre Solo-Selbstständigkeit. Wie es damals überhaupt zu meiner Selbstständigkeit kam, wie es mir dir letzten Jahre damit erging, was gut lief, was ich in Zukunft anders bzw. besser machen möchte und wie ich meine Zukunft sehe, das erfährst du in diesem Artikel.


Werbehinweis: Dieser Artikel entstand in bezahlter Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und enthält bezahlte Werbung für diese Kooperationspartner. Meine persönliche Meinung und meine hier geschilderten Erfahrungen wurden dadurch nicht beeinflusst. Mehr zum Thema Werbung auf diesem Blog erfährst du hier


© Titelbild: © Carsten Riedl / Edeka Südwest

Aller Anfang ist schwer (und manchmal leichter, als man denkt)

Die Entscheidung, mich als Bloggerin selbstständig zu machen, entstand letztendlich aus einer Mischung von Faktoren. Zum einen war da diese immer größer werdende Gewissheit, dass ich für einen “normalen” 40-Stunden-Bürojob einfach nicht gemacht war. Auch wenn ich meinen Job selbst, meinen Arbeitgeber und meine Kolleginnen und Kollegen durchaus ziemlich cool fand. Zum anderen war da dieses immer größer werdende Verlangen, mehr von der Welt zu sehen, und vor allem so viel Zeit wie möglich in der Natur zu verbringen. Und je mehr Leser:innen den Weg zu meinem Blog fanden, je mehr Kooperationsanfragen von Unternehmen in mein Postfach trudelten, desto größer wurde auch der Wunsch, dem Ganzen eine echte, ehrliche Chance zu geben. Und die Angst, diese vielleicht ziemlich einmalige Gelegenheit ungenutzt verpuffen zu lassen.

Diese Angst war letztendlich immer größer als die vor dem, was kommen könnte. Zumal ich zu diesem Zeitpunkt eigentlich nichts zu verlieren hatte: Geringe Fixkosten, keine Verantwortungen außer der für mich selbst, Familie und Freunde, die mich im Notfall von der Straße aufgesammelt und für eine Weile durchgefüttert hätten. Mein Versuch der Selbstständigkeit wäre noch nicht mal eine dieser berühmt-berüchtigten Lücken im Lebenslauf gewesen, denn ich habe auch zuvor im Bereich Online-Marketing, Social Media und Content-Erstellung gearbeitet, und könnte es im Anschluss bestimmt jederzeit wieder tun. Außerdem startete ich nicht bei Null, sondern hatte mir in den drei Jahren zuvor – ganz nebenbei und anfangs ohne es überhaupt zu wissen – eine gute Grundlage für meine berufliche Zukunft geschaffen. Hatte ein regelmäßiges (wenn auch kleines) passives Einkommen durch Affiliate-Links, einige wichtige und hilfreiche Kontakte geknüpft und ein grundsätzliches Verständnis dafür entwickelt, wie das mit dem Bloggen so funktioniert.

Ziemlich gute Voraussetzungen also, die mir den Start in dieses neue Leben zweifelsohne sehr erleichtert haben und die ganz und gar nicht selbstverständlich sind. Aber hätte ich den Schritt auch ohne gewagt? Ich glaube schon. Weil ich die Entscheidung dazu schon lange bevor ich den Aufhebungsvertrag unterschrieb, unterbewusst getroffen hatte.  Und eigentlich gar keine anderen Möglichkeit hatte, als “ja” zu diesem Weg – meinem Weg – zu sagen.

Rückblickend betrachtet habe ich zu Beginn meiner Selbstständigkeit einiges falsch gemacht. Ich glaube, das geht allen Selbstständigen so. Weil da einfach in den meisten Fällen niemand ist, der einem sagt, wie’s richtig geht. Und bei solchen schwer definierbaren und neuartigen Berufen wie “Bloggerin” erst recht nicht. Außerdem ist es zu Beginn einer Selbstständigkeit oft das Ziel, erstmal irgendwie an der Wasseroberfläche zu bleiben (oder überhaupt erst dorthin zu kommen), bevor man sich Gedanken über eine gute Schwimmtechnik macht.

Es hätte bestimmt geholfen, wenn ich mich zu Beginn nochmal richtig mit Webseitenoptimierung auseinandergesetzt hätte. Wenn ich direkt jemanden für ein anständiges Logo und einen professionellen IT-Check beauftragt hätte (und nicht erst zwei Jahre später). Wenn ich meine Honorare angemessener angesetzt hätte. Und nicht jahrelang meine Fotos auf ziemlich umständliche Art und Weise bearbeitet hätte.

Rückblickend betrachtet habe ich aber auch ein paar entscheidende und grundlegende Dinge richtig gemacht. Und ich glaube, dass die maßgeblich dazu beigetragen haben, dass ich heute bin, wo ich bin. Und dass ich vor allem  immer noch Spaß an dem habe, was ich tue.

Zu Beginn hatte ich nämlich noch den Plan, einen Teil meiner Selbstständigkeit mit Freelancer-Tätigkeiten als Social Media-Beraterin zu füllen, um ein zweites Standbein zu haben und nicht nur von meinen Blogeinnahmen abhängig zu sein. Die waren damals nämlich noch überschaubar, sehr schwer planbar und lagen in vielerlei Hinsicht auch gar nicht in meiner Hand. Nach einigen Aufträgen habe ich aber zum Glück schnell gemerkt, dass das nicht der richtige Weg ist. Dass mir die Freelancer-Geschichte immer noch zu viel Zeit und vor allem Flexibilität raubt. Dass ich mich für eine Weile wirklich ganz auf Fräulein Draußen und auf alles, was drumherum geschieht, konzentrieren muss, wenn ich mir damit längerfristig eine Zukunft aufbauen will. Da war viel unbezahlte Arbeitszeit dabei (noch viel mehr als heute). Viele kleine und große Aufgaben, die vielleicht einzeln betrachtet erstmal wenig sinnvoll erschienen, in der Summe und über die Zeit hinweg aber das Fundament bilden, auf dem meine Selbstständigkeit heute steht.

Trotz dieses Drucks bin ich den Start in meine Selbstständigkeit aber fast schon erstaunlich locker angegangen und habe nicht ständig überlegt, was mir wieviel genau bringt. Obwohl das mein Beruf, meine Lebensgrundlage (in spe) war, habe ich zum Beispiel viele Artikel geschrieben und Social Media-Beiträge erstellt, die ich wirklich schreiben wollte. Und nicht solche, die besonders gute Chancen auf Google & Co. gehabt hätten oder die sich besonders gut monetarisieren ließen. Ich habe die Reisen und Touren gemacht, auf die ich wirklich Lust hatte, und nicht solche, die ich besonders gut hätte verkaufen können. Ich habe in den ersten ein bis zwei Jahren quasi jeden verdienten Euro in diese Reisen und Touren investiert, und in die Ausrüstung, die ich dafür brauchte.

Mir war von Anfang an wichtig, eine gewissen Unabhängigkeit zu bewahren, eigene Projekte umzusetzen und nicht nur noch Werbeplattform zu sein. Außerdem war mir von Anfang an wichtig, nur solche Aufträge anzunehmen, mit denen ich mich wirklich wohl fühle, auf die ich Lust habe und hinter denen ich voll und ganz stehen kann. Oder anders gesagt: Ich habe geschätzt 95% aller Kooperationsanfragen ablehnt (und tue das bis heute).

Der Status Quo

Damals wie heute habe ich das große Glück, dass die restlichen 5% der Anfragen richtig cool sind. Und dass ich mehr denn je die Möglichkeit habe, mir mit relativ großer Freiheit auszusuchen, mit welchen Marken und Organisationen ich für welche Reiseziele oder Produkte zusammenarbeiten möchte (oder eben nicht). Dabei spielen natürlich gewisse Grundsätze eine Rolle: So achte ich zum Beispiel bei Outdoorbekleidung und -ausrüstung darauf, dass diese mit gewissen Standards in Sachen nachhaltiger, umweltschonender, tier- und menschenfreundlicher Produktion einhergehen. Bei Kooperationen im Reisebereich ist mir wichtig, dass diese wirklich zu mir passen und dass es sich um Reisen und Touren handelt, die ich so (oder zumindest so ähnlich) auch privat machen würde. Auch wenn das bedeutet, dass ich auf mögliche Einnahmen verzichte. Kurzfristig gedacht vielleicht nicht immer klug, aber langfristig auf jeden Fall: Nur so kann ich mir in meinen Augen meine Glaubwürdigkeit bewahren. Und die Freude an meiner Arbeit.

Ich glaube der ständige Versuch, mir selbst und meinen Prinzipien treu zu bleiben und mich stets in die richtige Richtung weiterzuentwickeln, ist die größte Konstante in meiner Selbstständigkeit. Die gelingt mir natürlich nicht immer, aber sie gelingt mir in meinen Augen erstaunlich oft. Und darauf bin ich ziemlich stolz. (Wobei ich letztendlich wohl einfach zu idealistisch veranlagt bin, um irgendetwas anderes als das auf Dauer akzeptieren zu können.)

Aber natürlich gibt es auch Dinge, an denen ich arbeiten möchte.  Vor allem habe ich das Gefühl, dass ich die Weiterentwicklung meiner Persönlichkeit und meines Mindsets, aber auch meines “Handwerks” (also vor allem das Fotografieren und Schreiben) in den letzten Jahren manchmal etwas zu weit hinten angestellt habe. Mal hatte ich nicht das Geld dafür, mal nicht die Zeit, und mal einfach nicht den Kopf oder die Muße. Auch sind viele Komponenten meiner Arbeit mittlerweile ein Stück weit Routine geworden, was einerseits gut ist, andererseits aber in gewisser Weise betriebsblind macht. Mir mehr Input und auch Hilfe von außen zu holen, mir mehr Freiräume dafür zu schaffen, ist eines meiner erklärten Ziele für die nächsten Monate (und Jahre).

Tipp: Staatlich bezuschusste Weiterbildung mit der Bildungsprämie

Eine der größten Herausforderungen für mich als Selbstständige war (und ist) es, in meine eigene Weiterbildung zu investieren. Vieles von dem, was ich heute tagtäglich mache – Schreiben, Fotografieren, Pflege der Webseite, Buchhaltung (…) – habe ich mir größtenteils selbst beigebracht. Das war ein spannender Prozess, aber auch einer, der viel Zeit und Nerven (und Fehler) gekostet hat.

Aber auch mit einer Festanstellung liegt es oft an einem selbst, die persönliche Weiterbildung in die Hand zu nehmen. Weil der Arbeitgeber nicht genug Möglichkeiten dazu gibt, weil man sich zum Beispiel nochmal beruflich umorientieren möchte oder weil man einfach den Wunsch danach hat.

Die gute Nachricht: Mit der Bildungsprämie, einem Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, kann man die eigene Weiterbildung mit bis zu 500 Euro staatlich bezuschussen lassen, sofern man bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Dazu zählen insbesondere:

  • mind. 15 Stunden Erwerbstätigkeit pro Woche, egal ob selbstständig oder fest angestellt (Eltern- bzw. Pflegezeit zählt auch!)
  • ein zu versteuerndes (!) Einkommen von max. 20.000 Euro pro Jahr

Ob du einen Prämiengutschein erhalten kannst, kannst du in diesem Vorab-Check ganz schnell herausfinden.  Mehr Infos gibt es auch hier in den FAQs zu Bildungsprämie.

Wichtig: Den Prämiengutschein gibt es nur noch bis Ende 2021, also am besten gleich informieren (und ggf. direkt bei einer Beratungsstelle melden).

Ein Blick in die Kristallkugel

Ja, eigentlich läuft schon alles ziemlich gut gerade. Ich habe einen Sommer voll spannender Kooperationen hinter mir. Mein erstes Buch stand insgesamt 14 Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste. Selbst Corona konnte mir erstaunlich wenig anhaben, auch wenn die letzten 1,5 Jahre Pandemie natürlich in vielerlei Hinsicht auch für mich eine ziemliche Herausforderung waren. Und ich freu mich auf die kommenden Monate, die ich mir für eigene Projekte und Touren freigehalten habe.

Ich bin an einem Punkt, an dem ich vermutlich / vielleicht einfach noch ein paar Jahre genauso weiter machen könnte (auch wenn ich ehrlich gesagt auch nach fünf Jahren noch jeden Tag damit rechne, dass ab morgen alles vorbei ist). Vielleicht bin ich auch an einem Punkt, an dem ich einfach aufhören sollte, denn bekanntlich soll man das ja machen, wenn’s am schönsten ist. Allerdings möchte ich weder das eine noch das andere tun.

Ich gehe in meiner Arbeit nach wie vor sehr auf, auch wenn (oder gerade weil) sie mich immer wieder vor neue Herausforderungen stellt. Ich liebe meine Selbstständigkeit für das, was sie ist und  für das, was sie mir ermöglicht:

Viel Zeit in der Natur. Selbstbestimmtes und flexibles Arbeiten. Die Möglichkeit zur kreativen Selbstverwirklichung und dass ich über Themen sprechen kann, die mir wichtig sind. Die Chance, vielleicht den ein oder anderen Menschen da draußen dazu inspirieren und ermutigen zu können, das mit dem Draußensein auch mal zu versuchen und die Natur (wieder) mehr schätzen zu lernen.  Kontakte zu spannenden und inspirierenden Menschen. Das gute Gefühl, etwas ganz Besonderes ganz allein geschafft und geschaffen zu haben. […]

Dass ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe, habe ich bisher noch kein einziges Mal bereut. Oder zumindest nicht so richtig, denn natürlich gibt es da diese Tage, an denen ich mir wünsche, einfach irgendeinen “normalen” Job zu haben, den ich einfach vor der Haustür abstreifen kann und an den ich bis zum nächsten Morgen nicht mehr denken muss. In den ich nicht so ein riesigen Teil von mir selbst stecken muss.

Aber gibt es den überhaupt? Für mich zumindest wahrscheinlich nicht. Ich glaube, selbst als Brotbackautomateninstallateurin würde ich noch irgendwie versuchen, mich selbst zu verwirklichen und irgendwelche größeren Ziele zu verfolgen. Es kann anstrengend sein, dieses Bestreben zu haben. Aber vor allem anderen ist es auch eine große Hilfe dabei, wirklich das Leben zu führen, das man selbst führen möchte (egal ob die Wahl letztendlich auf Brotbackautomateninstallateurin, Bloggerin oder etwas ganz anderes fällt). Ob ich das tue, hinterfrage ich regelmäßig. Ehrlich gesagt so oft, dass ich mir manchmal für eine Weile verbiete, über die großen Fragen des Lebens nachzudenken (funktioniert allerdings meistens nur so semi-gut).

Es ist also auf keinen Fall mein Ziel für die Zukunft, mir diese Frage(n) noch öfter zu stellen. Aber es ist mein Ziel, mir mehr Raum und Zeit zu geben, diese zu beantworten. Auch wenn es die eine Antwort darauf wohl nicht gibt, denn so gern ich das alles gerade mag, so gern würde ich es bestimmt auch mögen, irgendwo in der Wüste ein Restaurant zu betreiben, das ausschließlich vegane Kartoffelgerichte anbietet. (Und ja, das ist einer meiner erklärten Lebensträume! ;-) )

Wird es Fräulein Draußen auch in 5 (oder gar 10) Jahren noch geben?

Irgendwie bin ich mir da ziemlich sicher. Zumindest in irgendeiner Form. Ob ich das dann noch hauptberuflich machen werde? Keine Ahnung. Vielleicht ist hier in fünf Jahren alles noch genauso wie heute (nur noch viel besser natürlich). Vielleicht gibt es in fünf Jahren aber auch schon das Kartoffelrestaurant und ich veröffentliche hier nur noch Kurzgeschichten aus der Wüste.

In gewisser Weise mag ich es ja schon sehr, mich ab und an neu zu erfinden. Oder zumindest die Gewissheit zu haben, dass ich theoretisch die Möglichkeit dazu hätte. Was auch immer passiert: Ich glaube, ich werde so schnell nicht aufhören, meine Geschichten von da draußen zu erzählen. Denn der Wunsch danach ist der Hauptgrund, warum dieser Blog überhaupt existiert. Es ist der Hauptgrund, warum ich jetzt, acht Jahre nach seiner Gründung, immer noch hier am Laptop sitze und diese Zeilen tippe. Und es soll der wichtigste Grund für mich bleiben, der mich dazu antreibt, all diese Dinge zu tun.

Wenn es einen “guten Vorsatz” gibt, den ich mir für die nächsten 5+ Jahre vornehmen möchte, dann ist es der: Mir (wieder bzw. noch) mehr Zeit zu schaffen, in der ich echte Geschichten erleben kann. Und in der ich sie mir anschließend frei von der Seele schreiben kann. Solange ich das hinbekomme, könnte ich mir ganz gut vorstellen, auch im betagten Rentenalter noch “Fräulein Draußen” zu sein.

 

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