Immer wenn ich im Frühling wieder überall lese, dass „die Wandersaison begonnen hat“, frage ich mich, was diese Wandersaison eigentlich ist. Denn wandern kann man doch eigentlich immer und überall – und im Winter sogar ganz besonders schön! Zugegeben, man kann vielleicht nicht ganz so einfach wie im Sommer in die Wanderschuhe schlüpfen und drauf los laufen. Aber das ist ja noch lange kein Grund, selbige das halbe Jahr über für den Winterschlaf in den Schuhschrank zu verbannen!

Mit der richtigen Ausrüstung und ein paar Grundkenntnissen kann man auch im Winter ganz hervorragend zu Fuß in der Natur unterwegs sein. Und welche das sind, erfährst Du in diesem Artikel.


Werbehinweis: Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit meinem Partner Lowa, weshalb es sich um Werbung handelt. Meine Empfehlungen wurden dadurch nicht beeinflusst.

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Tipp 1: Nützliche Helferlein

Grödel: Bei mir auf Winterwanderung eigentlich immer mit im Gepäck sind diese Grödel, eine einfache Form von Steigeisen, die einem das gehen auf Eis und hart gefrorenem Schnee sehr erleichtern können. Grödel sind leicht, relativ günstig und können quasi unter jeden Schuh getragen werden und daher gibt es eigentlich keinen Grund, sie nicht mitzunehmen.

Gamaschen: Ebenfalls bei mir immer mit dabei, vor allem auch weil ich selbst im Winter meistens in Leggings wandere und sich der Schnee somit besonders leicht seinen Weg in meine Schuhe wandern kann. Aber auch in Kombination mit einer normalen Wanderhose, die über die Schuhe geht, finde ich Gamaschen wie dieser hier sehr sinnvoll. Sie sind schnell angezogen und sitzen sicher am Bein, so dass man fröhlich durch den Schnee springen kann. Wenn Du Dir die Anschaffung von Gamaschen oder das Gewicht sparen möchtest und eine einigermaßen robuste und zumindest wasserabweisende Hose hast, kannst Du sie aber theoretisch auch einfach mit einem Klettband oder Stück Schnur am Schaft des Schuhs festschnüren, sodass sie nicht über die Schuhe rutscht.

Stöcke mit Schneetellern: Stöcke machen das Leben als Winterwanderer sehr viel einfacher und sind zum Beispiel beim Bergaufgehen mit Schneeschuhen quasi unverzichtbar. Aber nur, wenn man auch die richtigen Teller nutzt! Teller fürs Winterwandern sind größer als die klassische Variante und versinken somit weniger im Schnee. Beim Kauf Deiner Stöcke solltest Du also auf jeden Fall darauf achten, dass die Teller austauschbar sind, dann bist Du damit auch im Schnee gut ausgerüstet. So habe ich es zum Beispiel auch bei meinen Stöcken gemacht, die von Haus aus mit sehr kleinen Tellern kommen.

Schneeschuhe: Ob Du Schneeschuhe auf Deiner Wanderung brauchst, hängt natürlich ganz von der Art der Tour und der Schneehöhe ab. Ich finde, man sollte sie lieber einmal zu viel als einmal zu wenig dabei haben. Denn so genau weiß man in der Regel ja nie, wie die Bedingungen vor Ort sind und ohne Schneeschuhe durch tiefen Schnee zu stapfen macht nur in Maßen Spaß. Auch gibt es Schneeschuhe in relativ leichten Varianten, sodass es nicht so schlimm ist, wenn man sie dann doch nicht braucht. Meine Schneeschuhe zählen zwar nicht zu den allerleichtesten Exemplaren, aber dafür sind sie sehr hochwertig, zuverlässig und die einfache und schnelle Bindung ist wirklich Gold wert.

Lawinenset: Diese Sets bestehen aus einem Lawinenverschüttetensuchgerät (ein Hoch auf die deutsche Sprache!) oder kurz LWS, einer Lawinenschaufel und einer Sonde. Ist man in Gebieten unterwegs, in denen Lawinenabgänge möglich sind, solltest Du immer ein solches Set dabei haben und den Umgang damit beherrschen – für Deine eigene Sicherheit genauso wie für die Sicherheit anderer. Bei akuter Lawinenwarnung solltest Du aber natürlich sowie nicht losziehen. Auf der Webseite vom DAV gibt es eine Übersicht über alle Lawinenwarndienste im Alpenraum.

Klein, leicht und äußerst praktisch, wenns glatt ist: Grödel
Spezielle Schneeteller sind breiter und sinken dadurch weniger tief ein

Tipp 2: Die richtigen Schuhe fürs Winterwandern

Wenn es etwas gibt, dass Du bei ausgedehnten Wandertouren im Schnee unbedingt vermeiden solltest, dann sind es nasse und kalte Füße. Die richtigen Wanderschuhe für den Winter sollten also nicht nur über einen längeren Zeitraum wasserdicht sein, sondern auch noch möglichst gut isolieren. Zudem sollten sie auf jeden Fall über den Knöchel gehen und einen guten Seitenhalt bieten.

Nachdem ich mit meinen Lowa Renegade auf schneefreien Touren sehr zufrieden bin, besitze ich mittlerweile das gleiche Modell auch in einer Winterversion. Das nennt sich dann Lowa Renegade Ice GTX Ws und kommt neben einer warmen Fütterung und einem höheren Schaft auch mit einer auf Eis und Schnee ausgelegten Sohle mit speziellen Textileinsätzen. Vor der Anschaffung hatte ich ja die Befürchtung, dass mir das Innenfutter vielleicht auf Tour zu warm werden würde, aber das war bisher überhaupt nicht der Fall.

Eine große Auswahl an unterschiedlichsten Schuhen für die kalte Jahreszeit findest Du hier bei Lowa.

Alternativ und besonders für den Winterwandereinstieg kannst Du natürlich auch normale Bergschuhe verwenden und diese bei Bedarf einfach mit einer warmen Einlegesohle und extra dicken Socken komplettieren.

Welche Schuhe auch immer Du verwendest: Denk daran, sie nach der Wanderung nicht an der Heizung oder am Kamin zu trocknen (das schadet dem Leder) und sie besonders sorgfältig zu pflegen! Mehr Tipps zur richtigen Pflege von Wanderschuhen findet Du hier.

Die Lowa Renegade Ice sind mit speziellen Textileinsätzen in der Sohle schon ziemlich rutschfest, sodass die Grödel nur in Härtefällen zum Einsatz kommen

Tipp 3: Aufwärmen von Innen

Darf in keinem Winterwanderrucksack fehlen: Eine gut isolierende Flasche inklusive Heißgetränk. Denn spätestens in den Pausen merkt man schnell, dass Anstrengung und Schweiß in Kombination mit kalten Temperaturen eine ziemlich fiese Mischung ist. Ein Schluck Tee oder Kaffee wirkt da Wunder und tut ziemlich gut.

Ich packe mir am liebsten morgens einfach ein paar Stücke frischen Ingwer, einige Zitronenscheiben und ein bisschen Honig in die Kanne und lasse die Mischung dann einfach drin. Die Schärfe des Ingwers kurbelt die Durchblutung und den Stoffwechsel dann nochmal extra an.

Tipp 4: Richtig Pausieren

Genug Pausen zu machen ist während Winterwanderungen oft eine ganz schöne Herausforderung, denn ein geeigneter Sitzplatz ist gar nicht so einfach zu finden. Und außerdem kühlt man nach der Anstrengung im Sitzen sehr schnell aus. Um das zu vermeiden, solltest Du im Winter lieber versuchen, mehrere kurze statt weniger langer Pausen machen. Für diese nimmst Du am besten ein leichtes, isolierendes Sitzkissen mit, welches einem Nässe und für eine gewisse Zeit auch die Kälte vom Leib hält.

Der MiniMo von Jetboil im Winter
Im Winter nie ohne heißes Getränk – entweder aus der Thermoskanne oder direkt vom Kocher.

Tipp 5: Zwiebellook

Viele dünnere statt wenige dicke Schichten übereinander – das Zwiebelprinzip ist im Winter wichtiger denn je. Denn während Dir bei anstrengenden Anstiegen selbst bei Minustemperaturen ziemlich warm werden kann, sind in den Pausen und bei Abstiegen wärmende Lagen gefragt. Mit einigen unterschiedlichen Kleidungsschichten zur Auswahl kannst Du Dich dabei gut auf alle Gegebenheiten einstellen.

Meine Standard-Zwiebelhäute für eine Winterwanderung bestehen aus:

  • zwei Longsleeves (eins davon als trockener Ersatz)
  • einem dünnen Fleece mit Kapuze
  • einem dickeren Fleece oder einer dünnen Isolationsjacke
  • einer Hardshell-Jacke gegen Wind und Wetter

Meist packe ich zudem noch eine dickere Isolationsjacke ein, in die man schnell mal während Pausen schlüpfen kann und dann sofort warm ist, ohne dass man erst in alle Kleidungsstücke einzeln steigen muss.

An den Beinen trage ich dickere (aber keine gefütterte oder sonstwie wärmende) Leggings und für die Pausen schlüpfe ich bei Bedarf in meine Regenhose.

Mindestens so wichtig wie die Mitnahme der einzelnen Schichten ist auch, dass man wirklich Gebrauch davon macht. Während man bei wärmeren Temperaturen oft in nur einem Kleidungsstück hoch- und runterwandert und höchstens mal am Gipfel oder während der Pause etwas überzieht, muss man bei Eis und Schnee oft deutlich mehr Stopps dafür einlegen. Und das solltest Du auch wirklich tun, selbst wennDu glaubt, „dass Du die Jacke ja eh gleich wieder ausziehen musst“.

Nur Schneemänner kommen im Winter ohne Zwiebelprinzip aus.
Die Lowa Renegade Ice in ihrem Element auf dem zugefrorenen Pragser Wildsee in Südtirol.

Tipp 6: Sonnenschutz auch im Winter nicht vergessen

Sonnencreme und Sonnenbrille werden im Winter gerne mal vergessen, denn die haben ja eigentlich was mit dem Sommer zu tun. Eigentlich sind sie im Winter aber noch viel wichtiger, denn der Schnee reflektiert das Sonnenlicht und das trifft dadurch mit aller Kraft auf Augen und Haut.

Die Sonnencreme vom letzten Strandurlaub ist allerdings trotzdem nicht die beste Idee, denn diese enthält viel Feuchtigkeit, welche in der Kälte schnell gefriert und die haut schädigen kann. Besser sind spezielle, fetthaltige Cremes für den Wintereinsatz. Und wie immer gilt: Ohren und Lippen nicht vergessen! Für letztere benutzt man am besten sogar einen fetthaltigen Stift mit UV-Schutz.

Und auch in Sachen Sonnenbrille solltest Du nicht unbedingt auf die Reliquien des letzten Sommer zurückgreifen, sondern stattdessen unbedingt eine qualitativ hochwertige Sonnenbrille mit ausreichend UV-Schutz tragen.

Guter Sonnenschutz für Haut und Augen ist im Winter wichtiger denn je!

Tipp 7: Ausreichend Proviant einpacken

Was im Sommer an Proviant reicht, muss im Winter noch lange nicht genug sein. Zum einen ist der Energieverbrauch durch die Kälte grundsätzlich schon mal höher, da der Körper mehr Energie darauf verwenden muss, die Temperatur zu halten. Zum anderen ist das Wandern in Schnee und Eis viel anstrengender und kräftezehrender als im Sommer. Und  zudem haben im Winter je nach Gebiet nicht alle Hütten geöffnet, die im Sommer bewirtschaftet sind – oder sie sind gerne auch einfach mal hoffnungslos überfüllt.

Tipp 8: Augen auf bei der Tourenplanung

Bei der Planung für eine Winterwanderung darfst Du auf keinen Fall den Fehler machen und Strecke, Höhenmeter und Zeitbedarf einfach genauso planen wie im Sommer. Allein schon weil die Bewältigung von Strecken und Höhenmetern im Winter viel mehr Anstrengung und Zeit erfordert. Gleichzeitig sind die Tage auch kürzer, was bedeutet, dass Du weniger Zeit zur Verfügung hast und damit auch weniger Puffer, falls Du doch mal einen falschen Weg einschlagen solltest. Das kann im Winter nämlich ziemlich schnell mal passieren, wenn Pfade und Wegweiser oder Fußspuren von Vorgängern durch Neuschnee nicht mehr erkennbar sind.

Aus diesem Grund solltest Du auf jeden Fall immer auch eine gute Stirnlampe mit im Gepäck haben sowie – je nach Terrain – auch Kompass und Karte oder ein GPS-Gerät. Falls Du bei der Orientierung auf Dein Handy vertrauen willst, solltest Du auf jeden Fall eine Powerbank mit dabei haben, denn durch die Kälte entlädt sich der Akku sehr viel schneller. Gleiches gilt natürlich auch für Kamera & Co.!

Nicht immer sind die Wanderrouten im Schnee so leicht zu finden wie hier in Südtirol.
Jetzt kann der Winter kommen!

Hast Du noch weitere Tipps fürs Wandern im Winter? Dann rein damit ins Kommentarfeld!

3 Comments

  1. Einen Tipp habe ich nicht, aber eine Frage: Kannst Du eine Kaufempfehlung für eine gute Thermoskanne geben? DANKE!

  2. Pingback: Sport- und Fitnessblogs am Sonntag, 26.11.2017

  3. Hi,

    Danke für all deine Tipps!

    Wichtig; bei zu geringen Temperaturen funktioniert das Brennersystem mit Gas nicht. Dazu benötigt ihr ein System, welches mit Benzin läuft.

    😉 Viel Spaß

    Michi

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