So weit das Auge reicht… Ein Ausflug in den Denali Nationalpark

20 vor 7. Ich bin der erste Mensch am Parkplatz des Besucherzentrums im Denali Nationalpark. Das Aufstehen war nicht besonders schwer. Nicht nur wegen der Vorfreude, sondern auch weil es im Sommer in Alaska sowieso quasi die ganze Nacht hell ist.

Ich hieve meinen eventuell etwas zu großen Rucksack aus dem Mietwagen, den ich so sorgfältig wie es in ständiger Begleitung des viel zu neugierigen Ground Squirrels eben ging, gepackt hatte. Gehe in Gedanken nochmal durch, ob ich alles dabei habe. Schließe das Auto ab, gehe zur Bushaltestelle, gehe wieder zurück und überprüfe nochmal, ob ich das Auto richtig abgeschlossen habe. Überflüssig wohl zu sagen, dass es natürlich abgeschlossen war.

Als ich zurück zur Bushaltestelle komme, sind die ersten Mitreisenden da. Drei Mädels aus Anchorage, die mir am Abend im Bear Locker sagen werden, wie mutig sie das fänden, dass ich alleine hier bin. Ein langhaariges Ehepaar aus Kanada, das normalerweise nur mit dem Motorrad reist und nicht mit einem Camperbus. Zwei Österreicher, die der Busfahrer später zur Schnecke machen wird, weil sie beim Wildlife Viewing viel zu laut sind. Ein Typ in meinem Alter, der ebenfalls alleine unterwegs ist und den wir später an irgendeiner Brücke absetzen werden. Und Bob aus Minnesota, dessen Tochter im Besucherzentrum ein Praktikum macht und mit dem ich am nächsten Abend Spaghetti teilen werde, während um uns herum die Welt untergeht.

Hier kommst Du direkt zu den Tipps und Hinweisen rund um Deinen Ausflug in den Denali Nationalpark.
... hauptsächlich mit Essen gefüllt. :-)
… hauptsächlich mit leckerem Essen gefüllt.

Der Busfahrer nimmt mir den Rucksack ab und fragt wo ich hin will. Zum Wonderlake will ich. Wonderlake Campground.

Ich fühle mich wie eines von diesen klugen, aber nicht sehr gut aussehenden Kids, als ich mich direkt auf die Bank hinter dem Busfahrer fallen lasse. Der Bus ist grün und wurde extra für Leute wie mich umgebaut. Leute, mit größerem Gepäck, die nicht nur einen Tagesausflug in den Denali Nationalpark machen, sondern länger an diesem wunderbaren Ort bleiben wollen. Leute die auf einem der wenigen Campingplätze im Park bleiben, eine der Permits für das Backcountry ergattert haben oder früh genug dran waren, um ein Bett in den wenigen, viel zu teuren Lodges reservieren zu können.

Das Innenleben des Camperbusses, der uns tief in den Denali Nationalpark bringt.
Das Innenleben des Camperbusses, der uns tief in den Denali Nationalpark bringt

Schon während der Fahrt von Anchorage zum Nationalpark konnte ich die mächtigen Berge der Alaska Range bestaunen und jetzt endlich in diesem Bus zu sitzen und damit voll in das Abenteuer Alaska einzusteigen, macht mich auf feierliche Art und Weise stolz. Ich rutsche auf der alten Lederbank herum, bis ich eine bequeme Position gefunden habe, hole die Käsecracker aus dem Rucksack und blicke zufrieden aus dem Fenster, während sich der alte Bus erstaunlich agil in Bewegung setzt. Wohl wissend, dass dieser Tag etwas ganz besonderes werden würde.

Mit dem Camperbus in den Denali Nationalpark
Auf dem Weg zum Polychrome Pass

Der Busfahrer stellt sich als die Art von Amerikaner heraus, die ich besonders mochte: Freundlich und offen, mit einem herrlichen trockenen Humor und dem klaren Geist eines Menschen, der einen Großteil seiner Zeit in der Natur verbringt und selbst die Pflanze am Wegesrand zu schätzen weiß. Er wird uns nicht die ganze Zeit die Ohren abkauen, verspricht er uns. Aber er wird uns erzählen, was wir wissen müssen. Und selbstverständlich wird er sein bestes geben, um uns die Bewohner des Parks zu zeigen. Dass er damit vor allem die Bären meint, die sich im Denali Nationalpark wie in einem Tierpark tummeln, versteht sich von selbst.

Schon nach wenigen Kilometern bekomme ich eine erste Ahnung davon, wie der Tag werden würde. Die Landschaft ist endlos weit und selbst hier, wo wir das eigentliche Nationalparkgebiet noch gar nicht betreten hatten, schon endlos schön.

Ausblick auf die Alaska Range
Bei Anblicken wie diese, geht auch die längste Busfahrt schnell rum
Der Shuttlebus ist der einzige Zugang zum Denali Nartionalpark
An dieser Brücke ist Schluss für private Fahrzeuge
Die Straße, die tief in den Park führt
Die knapp 150km lange Parkstraße schlängelt sich tief in den Denali Nationalpark
Karibu im Denali Nationalpark
Erste Tiersichtungen…

Nicht so endlos schön sind lediglich die Menschenansammlungen an den Pausenstationen. So sehr nicht-schön, dass sich unser Busfahrer sogar persönlich bei uns dafür entschuldigt. „I feel like I have to say sorry for this.“ Nun. Man kann es ihnen nicht verübeln. Und verglichen mit anderen bekannten Nationalparks der USA, in denen man im Sommer vor lauter Menschen und Blechlawine kaum noch Park sieht, war das Besucheraufkommen im Denali immer noch sehr überschaubar. Zudem wusste man ja, dass so gut wie alle von ihnen spätestens am Eielson Visitor Center wieder umdrehen würden. Und dass noch viel weniger von ihnen die Nacht im Park verbringen würden. Das ist mir und meinen Mitfahrern und denen in den wenigen Camperbussen, die später noch starten sollten, vorbehalten. Yay us.

Touristen posieren für Fotos im Denali Nationalpark
Kein Kommentar
An den Pausenstationen reiht sich Bus an Bus.
An den Pausenstationen reiht sich Bus an Bus
Am Eielson Besucherzentrum im Denali Nationalpark
Vom Eielson Besucherzentrum könnte man theoretisch den Mount Denali (McKinley) sehen…. theoretisch!

Und irgendwann ist dann auch das da, worauf wir alle schon gewartet hatten. Der erste (und leider einzige) Grizzly des Tages. Oben am Hang. Der freundliche Busfahrer macht für mich sogar die Tür auf, damit ich nicht durch die Glasscheibe fotografieren musste. Ein Hoch auf unseren Busfahrer.

Grizzlybär im Denali Nationalpark
Der erste und einzige Grizzly, der mir während der ganzen Zeit begegnet ist

Nach ca. 7 Stunden allerschönster Busreise erreichen wir den Wonderlake Campground tief im Inneren des Nationalparks, kurz vor Ende der Parkstraße. Ich hatte mir bereits vorher auf dem groben Übersichtsplan herausgesucht, wo die schönsten, sprich abgelegensten, Stellplätze sind und tatsächlich waren die auch alle frei. Ich baue mein Zelt auf, koche mir einen Kaffee und platziere mich zufrieden auf der obligatorischen Sitz-Ess-Bank auf meinem Stellplatz. Vor mir sehe ich nichts außer endlosen Taigawald und irgendwo in der Ferne die schneebedeckten Gipfel der Alaska Range. Irgendwo da musste auch er sein. The one and only Mount Denali, damals noch offiziell Mount McKinley. Der höchste Berg der USA und neben den vielen Tieren definitiv der Star des Nationalparks. All die Leute, die heute für Tagesausflüge in den Park gekommen sind, werden ihn am Ende des Tages nicht gesehen haben. Er versteckte sich den ganzen Tag schon wie so oft in einer dichten Wolkendecke. Aber für mich gibt es noch Hoffnung. Ich hatte drei ganze Nächte auf dem Wonderlake Campground reserviert.

Wonderlake Campground im Denali Nationalpark
Hallo Nachbar!

Am nächsten Morgen ist von „dem Großen“, wofür der Name Denali steht, weit und breit nichts zu sehen. Aber ich habe sowieso ganz andere Dinge im Kopf, denn heute stand meine erste kleine Wanderung alleine in Grizzly-Gebiet an. Leider sollte diese kürzer werden als geplant werden, denn meine Sehnenentzündung, die ich mir pünktlich zur Reise zugezogen hatte, ist noch nicht so richtig gut verheilt und so muss ich schon nach zwei Stunden wieder zum Campground zurückkehren.

Wandern im Denali Nationalpark
Einfach mal drauf los laufen…
Ein hilfreicher Begleiter mit vielen Tages- und Mehrtagestouren (Link weiter unten)
Ein hilfreicher Begleiter mit vielen Tipps für Tages- und Mehrtagestouren (Link weiter unten)

Dennoch zufrieden mit der Welt und mir selbst verbringe ich den Rest des Tages in der Sonne sitzend und vor riesigen Bremsen flüchtend. Glücklicherweise gibt es während des Sommers im Denali viele Vögel, denen Bremsen sehr gut schmecken…

Camping im Denali Nationalpark
Mit Regenhose gegen die Mücken – hat funktioniert!
Bear Locker am Wonderlake Campground
Bear Locker und geschützte Sitzgelegenheiten auf dem Wonderlake Campground

Irgendwann gegen Abend aber verstummen diese Vögel plötzlich, und als ich zum Himmel sah, wusste ich warum. Dunkle Wolken hatten sich rund um das Gebiet des Wonderlake angesammelt und machen das Loch, durch welches die Sonne nach wie vor auf mich scheint, immer kleiner. Donner beginnt zu grollen, Blitze zucken über der Bergkette. Ich denke an die Bergsteiger auf dem Mount Denali – und schon kommt der Regen.

Wonderlake Campground im Denali Natioanlpark
Auf dem Wonderlake Campground genießt man unverbauten Blick auf die Berge der Alaska Range
Kurz bevor sich die Himmelsschleusen öffneten...
Kurz bevor sich die Himmelsschleusen öffneten…

Dieser Regen war es wohl, der mir am nächsten frühen Morgen den allerschönsten, wolkenfreien Blick auf den Mount Denali bescherte. Denn die Luft am nächsten Tag ist kristallklar, es sind nur wenige Wolken am Himmel – und keine davon über DEM Berg. Nicht zuletzt wohl weil der Waldbrand, der in der Nähe (im alaskanischen Sinne) getobt hatte, durch den starken Regen in der Nacht wohl endgültig erloschen war. Danke danke lieber Regen.

Blick auf den Mount McKinley vom Wonderlake Campground aus
Früh morgens: Mein Zelt und DER Berg!
Wonderlake mit Mount Denali im Hintergrund
Spiegelung des Mount Denali im Wonderlake

Ich entscheide wegen meines Fußes schon einen Tag früher wieder in den Bus zurück zu steigen. Als der Bus nach einiger Zeit wieder am Eielson Visitor Center ankommt, wo bebilderte Tafeln anzeigen, welchen Blick man von hier haben könnte, lächle ich – zugegebenermaßen ein bisschen schadenfroh – in mich hinein. Herr Denali hat sich nämlich in der Zwischenzeit schon wieder in einer dicken Wolkendecke verkrochen und all die Menschen, die uns auf unserer Rückfahrt begegneten, werden den Park heute wohl ohne einen Blick auf den Riesen wieder verlassen. Nur ich nicht. Ich hatte ihn gesehen. Und war nun wild auf viele weitere Abenteuer in Alaska. Denn der Denali Nationalpark war erst der Anfang.

Fireweed und die Berge der Alaska Range
Fireweed am Wegesrand gabs reichlich…
Karibu im Denali Nationalpark, Alaska
… und Karibus auch!

Praktische Tipps für den Denali Nationalpark

Inhalt
1. Reservieren
2. Anreise
3. Fortbewegung im Park
4. Übernachten
5. Wissenswertes zum Wonderlake Campground
6. Kosten
7. Wandern im Denali Nationalpark
8. Wildlife und Bärensichtungen

Muss man vorher reservieren?

(Leider) ja! Die Busse in den Park, die Campingplätze im Park und am besten auch die Unterkunft am Denali für die Nacht vor dem Ausflug in den Park müssen reserviert werden. Je nach Reisezeit und Unterkunft auch schon so früh wie möglich.

Bustouren, Shuttlebusse und Campingplätze am und im Park können zentral über diese Website reserviert und bezahlt werden. Hier findet man auch alle weiteren Informationen sowie einen Kalender, der die Verfügbarkeiten anzeigt. Im Besucherzentrum des Parks kann man sich dann nach Ankunft die Tickets für den Bus abholen.

Eigentlich ist alles sehr unkompliziert – das einzige Manko ist eben, dass man überhaupt reservieren und sich damit zeitlich festlegen muss. Ich würde empfehlen, den Denali direkt am Anfang der Reise nach Ankunft in Anchorage zu besuchen, damit man für den Rest der Reise flexibel sein kann.

Für die Lodges im und um den Park gibt es übrigens kein zentrales Buchungssystem, da alle privat betrieben sind! Hier muss man sich für eine Buchung an den jeweiligen Betreiber wenden.

Wie kommt man zum Denali Nationalpark?

Von Anchorage aus erreicht man den Denali Nationalpark in ca. 5-6 Stunden mit dem Mietwagen.

Da man sich aber im Park selbst sowieso nicht mit dem Auto fortbewegen darf, lohnt sich die Anreise auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Hier stehen Bus und Zug zur Auswahl. Mehr Informationen zur Anreise gibt’s hier.

Wie kommt man in den Denali Nationalpark?

Der Zugang zum Park mit dem eigenen Auto verboten –  außer für diejenigen, die in einer der wenigen Lodges im Park reserviert haben. Lediglich ein kurzes Stück der Parkstraße darf man noch mit dem eigenen PKW fahren, dann ist Schluss. Eine Bus-Reservierung ist also absolut notwendig.

Bezüglich der Busse hat man zwei Optionen: Entweder man reserviert einen der Shuttlebusse, die von der Nationalparkverwaltung betrieben werden oder eine geführte Bustour. Ich würde auf jeden Fall zu ersterem raten, denn die sind deutlich günstiger, deutlich authentischer und charmanter und nach meiner Erfahrung mit der angenehmeren Sorte Mensch bestückt, wenn man selbst zur Gattung der freiheitsliebenden Individualtouristen gehört. Der Busfahrer in den Shuttlebussen erklärt und erzählt während der Tour genauso viel wie jeder andere. Und dass alle Busse nach Bären & Co. Ausschau halten und bei geglückter Sichtung für Fotosessions anhalten, ist sowieso selbstverständlich. Und da es nur eine Straße gibt, die durch den Park führt, wird sich auch die Route nicht unterscheiden. Zudem hat man bei den Shuttlebussen keine Bindung an einen bestimmten Bus! Man kann also unterwegs einfach irgendwo aussteigen, wo es einem gefällt, die Gegend ein bisschen zu Fuß erkunden und später wieder in den nächsten Bus mit einem freien Plätzchen einsteigen.

Muss man sich nur noch überlegen, wie weit man fahren möchte! Die Parkstraße ist knapp 150 Kilometer lang und die Busse können nicht sehr schnell fahren. Hinzu kommen Foto- und Pausenstopps, weshalb man mindestens 13 Stunden unterwegs ist, wenn man in einem Tag bis zum Ende der Parkstraße nach Kantishna und zurück möchte. Dennoch würde ich dringend empfehlen, diese Version zu wählen! Sonst verpasst man viele schöne Blicke auf den Mount Denali (falls er sich denn zeigt), die Alaska Range, den Wonderlake und überhaupt den ganzen Park. Mindestens sollte man bis zum Eielson Visitor Center fahren (ca. 8 Stunden hin und zurück). Die Zeit im Bus vergeht dank der redseligen Busfahrer, den tollen Ausblicken, dem ständigen Ausschauhalten nach Tieren und den Fotostopps wie im Flug. Nur ausreichend Proviant sollte man nicht vergessen!

Noch viel besser (und deutlich entspannter) ist es aber, mindestens eine Nacht im Park zu bleiben! (Mehr dazu im nächsten Punkt.) Dann, und nur dann, kann man auch die Camperbusse benutzen, die speziell dafür umgebaut wurden und über eine große Ladefläche für Gepäck verfügen.

Wo kann man im Denali Nationalpark übernachten?

Im Park hat man die Wahl zwischen Wildcamping, Campingplätzen und einigen wenigen Lodges.

Für das Wildcamping / Trekking muss man sich im Vorhinein eine Genehmigung holen. Der Park ist in verschiedene Sektionen unterteilt und pro Sektion sind nur wenige Menschen über Nacht erlaubt. Die Permits können nicht im Vorhinein reserviert werden, sondern werden erst vor Ort vergeben. (Mehr dazu unter dem Punkt „Wo kann man wandern?“)

Campingplätze gibt es insgesamt fünf im Park und einen am Parkeingang. Die Campgrounds „Savage River, „Sanctuary River“, „Igloo Creek“ und „Teklanika River“ liegen alle eher am Anfang des Parks und sind gut als Ausgangspunkt für Wanderungen geeignet (evtl. verbunden mit kurzer Fahrt in einem der Busse). Aber nur ein Campground hat direkten Blick auf den Mount Denali (Mount McKinley) – und das ist der Wonderlake Campground (mehr Info im nächsten Punkt).

Nicht vergessen sollte man, auch für die Nacht vor der Reise in den Denali eine Unterkunft zu reservieren. Direkt am Parkeingang gibt es den Riley Creek Campground und ein paar Hotels und Lodges. Falls man nicht auf dem Riley Creek Campground bleiben möchte (der für einen Campingplatz dieser Größe sehr schön angelegt ist), kann man sich auch im nahe gelegenen Örtchen Healy nach einer Unterkunft umschauen.

Copyright: www.reservedenali.com
Copyright: www.reservedenali.com

Was muss man über den Wonderlake Campground wissen?

Neben dem riesigen Vorteil der großartigen (!!!!) Lage mit (potenziellem) Blick auf den Mount Denali und die Alaska Range hat der Wonderlake Campground leider auch zwei Nachteile:
Zum einen ist das Gebiet von Juni bis Ende August äußerst beliebt bei Moskitos, weshalb DEET und ein Moskitonetz für den Kopf unbedingt im Gepäck sein sollten. Ich hatte Glück und habe das Jahr mit der laut Busfahrer kleinsten Mückenpopulation, die er je gesehen hat, erwischt. Auf sein Glück verlassen sollte man sich aber definitiv nicht.
Zum anderen ist die nähere Umgebung des Wonderlake nur bedingt gut zum Wandern geeignet, da die Vegetation relativ dicht und sumpfig ist. Möglich ist es trotzdem, und auch schön! Aber der vordere Teil das Parks eignet sich definitiv besser hierfür. Das Gute ist aber, dass man einfach in einen der Busse hüpfen und sich woanders wieder absetzen lassen kann! Abends kehrt man dann mit einem anderen Bus zum Wonderlake zurück und genießt die Aussicht.

Ansonsten gut zu wissen:

  • Übernachten nur im Zelt möglich
  • Fließendes Wasser (trinkbar) und Toiletten sind verfügbar
  • Picknick-Tische an allen Stellplätzen sowie zwei überdachte Sitzmöglichkeiten mit Tischen sind vorhanden
  • Bear Locker sind vorhanden und müssen auch unbedingt genutzt werden! (mehr Infos zum Thema Campen in Bärengebieten gibt’s hier)
  • es gibt jeden Abend einen Ranger Talk zu verschiedenen Themen
  • Eine Rangerstation ist in der Nähe und der Campground wird von einem sog. Camp Host betreut

Mit Abstand am schönsten ist es am Wonderlake Campground übrigens im kurzen alaskanischen Herbst von Ende August bis Mitte September, wenn das Heidekraut blüht. Diese Zeit ist allerdings auch meinst schon relativ früh ausgebucht – also schnell sein!

Was kostet ein Ausflug in den Denali Nationalpark?

Übernachten:
– 12$ – 22$ / Nacht  für Campgrounds (Wonderlake: 16$)
Busfahrt:
– Camperbus: 34$ (Hin- und Ruckfahrt sowie Hop-on/Hop-offfür den gesamten Zeitraum)
– normaler Shuttlebus bis Kantishna: 55$ (Hin- und Ruckfahrt sowie Hop-on/Hop-offfür den gesamten Zeitraum)
– geführte Bustour bis Kantishna: 194$ (also zu viel!! 🙂 )
Nationalpark-Gebühr: 10$

Wo kann man im Denali Nationalpark wandern?

Überall und nirgendwo! Es gibt so gut wie keine Wanderwege im Park, dafür ist man überall herzlich eingeladen, einfach im Bus „Stop“ zu rufen, herauszuspringen und loszulaufen. Wenn man keine Lust mehr hat, kann man wieder zur Parkstraße gehen und den nächsten freien Bus anhalten. Verlaufen kann man sich dabei nur schwer, denn die Parkstraße ist weithin gut sichtbar.

Möchte man für mehr als einen Tag zu Fuß im Park unterwegs sein, braucht man wie schon oben kurz erwähnt eine spezielle Erlaubnis für Backpacking-Touren für die jeweiligen Sektionen, durch die man wandern bzw. in denen man übernachten möchte. Diese Backcountry Permits sind nicht reservierbar und können erst vor Ort und maximal einen Tag vor Start der Tour beantragt werden. Da es pro Sektion nur eine sehr begrenzte Anzahl an Permits gibt, kann es sein, dass man die Erlaubnis für seine Wunschsektion nicht bekommt. Man sollte also immer (mindestens) eine Alternative im Kopf haben. Verpflichtend für alle, die im Park Backcountry Backpacking machen möchten, ist zudem die Teilnahme an der Vorführung eines 40-minütigen Infofilms. Alle Infos zur Vergabe der Permits, Quellen für die Recherche der Tour, Tipps für die Packliste und mehr gibt’s hier.

Für Tourenvorschläge (Tages- und Mehrtagestouren) im Park, auch für die Region rund um Wonderlake, ist dieses Buch empfehlenswert. Leider ist es in Deutschland aktuell nicht verfügbar, aber zum Beispiel in Anchorage im REI oder eventuell auch im Visitor Center am Denali (vorher besser nachfragen!).

Tipps zum Wandern und Campen in Bärengebieten gibt’s übrigens hier in einem eigenen Artikel!

Wie groß ist die Chance, Bären im Denali Nationalpark zu sehen?

Der Denali Nationalpark wird nicht umsonst als „Zoo Alaskas“ bezeichnet. Die Dichte an wilden Tieren, inklusive Bären, ist enorm und es vergeht wohl keine Busfahrt, auf der man nicht wenigstens ein Karibu sieht. Dennoch darf man nicht vergessen, dass der Denali riesige Ausmaße hat und dass selbst hier zu Bärensichtungen noch ein bisschen Glück gehört.

Ich habe auf der ganzen Fahrt nur einen gesehen, und dass auch nur relativ weit entfernt. Dazu ein paar Karibus, Bergziegen und Vögel – das war’s im Wesentlichen. Dennoch hat man im Denali wohl neben ein paar anderen Orten die besten Chancen auf Bären zu treffen, ohne viel Geld für irgendwelche Touren zu zahlen. Die Busfahrer kennen den Park alle sehr genau und wissen, an welchen Stellen es sich besonders lohnt, die Augen offen zu halten. Und nicht selten passiert es, dass eine Mutter mit Bärenjungem direkt am Bus vorbei latscht. Also: Augen offen halten und Daumen drücken!


Steht der Denali Nationalpark auch auf Deiner Wunschliste? Hast Du noch Fragen? Oder warst Du schon mal dort und hast noch weitere Tipps? Ich freu mich auf Deinen Kommentar!

 

11 Kommentare

  1. Wahnsinn!! Wenn die Fotos schon so schön sind, wie schön es erst vor Ort sein muss!! Unglaublich cooler Bericht!
    (Kleiner Fehler bei den Buspreisen glaub ich, 551$?)

    • Fräulein Draußen Reply

      Ups 🙂 55$ sinds. Danke für den Hinweis und das Lob!!

  2. Wie immer grandios, meine Liebe :-).
    Einen Bericht von dir zu lesen ist, wie live dabei zu sein. Und man wird nicht nur bestens unterhalten, nein obendrauf bekommt man noch eine Schippe super wertvoller Tipps!
    Meinen Glückwunsch zu diesem absolut gelungenen Beitrag!
    LG, Steffi und ich hoffe, du hörst nie auf zu reisen und diesem Blog zu schreiben 😉

  3. Die Landschaft sieht ein wenig so aus wie eine Kreuzung aus Island und finnisch Lappland, finde ich. Das genialste Bild ist definitiv das Foto mit der tollen Spiegelung. Was für ein grandioser Berg! Und was für ein Glück du hattest! Ich habe es ja nichtmals geschafft, in 3 Wochen Ecuador die Anden zu sehen, die es dort gerüchteweise geben soll…
    Alaska war bislang ein schneeweißer Fleck auf meiner Landkarte – so langsam kommt Farbe ins Spiel 🙂 Danke dafür!

    • Fräulein Draußen Reply

      Das stimmt!! Gute Kombi, würde ich sagen. Das mit der Spiegelung war wirklich toll. Es ist ja auch so gar nicht selbstverständlich, dass der Berg zu sehen ist UND dass es dann noch so windstill ist, dass er sich im See spiegelt. Da war ich echt mega dankbar, das hab ich mir soo gewünscht, als ich vorher Fotos davon gesehen hab. 🙂

      …und die Anden laufen ja nicht davon. 😀

  4. Ist das Fräulein Draußen mittlerweile von einem Bärchen gefuttert worden oder ist es momentan ein Fräulein Zuhause?

    Der Denali kommt auf deinen Fotos sehr plastisch heraus. Was hast du denn für einen Fotoapparat?
    Mit meiner alten und sehr kompakten Sony bin ich nicht mehr zufrieden, Smartphone taugt nix und ich bin am überlegen, mir sowas wie die Sony Alpha 6000 oder 5100 zuzulegen. Ist aber halt schon ein Größen- und Gewichtsunterschied zu meiner bisherigen Kamera und die werden nicht mehr so einfach in Jacken- und Hosentaschen wohnen können.

    Herzliche Grüße aus Heidelberg,
    Dirk

  5. Wunderschöne Fotos! Vor allem die Spiegelung des Mount Denali im Wonderlake und das zweite Foto aus dem Bus heraus haben mir sehr gefallen 🙂

Und was hast Du dazu zu sagen?

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