Zuletzt aktualisiert am 18. Mai 2026
(enthält Werbung) Ein unterschätzter Weitwanderweg in der Mitte von Deutschland: Der Hochrhöner überquert auf rund 140 Kilometern der Länge nach die komplette Rhön – jenes Mittelgebirge, das im Dreiländereck von Bayern, Hessen und Thüringen liegt.
Die Rhön ist eine ganz besondere Landschaft und für ihre unbewaldeten Höhenzüge bekannt, von denen sich wunderbar weite Blicke über das grüne Land eröffnen. Daneben führt der Hochrhöner aber auch viel durch oft wunderschöne Buchenwälder, zu idyllisch gelegenen Städtchen und zahlreichen sehenswerten Orten der Region.
Ich habe den kompletten Hochrhöner (Kuppenrhön-Variante) in zwei Abschnitten erwandert. In diesem Artikel berichte ich von meiner fünftägigen Tour auf der südlichen Hälfte der Wanderroute und gebe Tipps für die eigene Tourenplanung.
Werbehinweis: Diese Tour auf dem Hochrhöner fand in bezahlter Zusammenarbeit mit der Rhön GmbH statt. Meine Schilderungen und Tipps beruhen ausschließlich auf persönlicher Erfahrung. Mehr zum Thema Werbung auf diesem Blog kannst du hier nachlesen.


5 Tage auf dem Hochrhöner von Schwarzbach nach Bad Kissingen
Zurück auf dem Hochrhöner! Vor einiger Zeit war ich schon mal hier – damals im tiefsten November. Die herbstliche Stimmung war durchaus wunderbar, nur von den Weitblicken, für die die Rhön und der Hochrhöner gleichermaßen berühmt sind, habe ich damals oft nicht so viel gesehen. Umso toller war es, die Region und den Weg nun auch im Frühling zu erleben. Auf fünf Etappen, 82 Kilometern und etwa 2.500 Höhenmetern geht es von Schwarzbach zum südlichen Ende des Hochrhöners in der Kurstadt Bad Kissingen.


Etappe 1: Schwarzbach – Enzianhütte
Distanz: 17,1 km
Aufstieg / Abstieg: 710 hm / 390 hm
Übernachtung: Enzianhütte (waschechte DAV-Hütte mit nettem Personal, gutem Essen inkl. vieler vegetarischer und veganer Optionen und bestem Ausblick – Hüttenschlafsack nicht vergessen!)
Verpflegung: kleiner Supermarkt in Schwarzbach; mehrere Einkehrmöglichkeiten entlang der Route, u.a. Lothar-Mai-Haus und Milseburghütte); Abendessen und Frühstück in der Enzianhütte
GPX-Track: zur 1. Etappe auf Komoot
Ich starte meine Tour im kleinen Ort Schwarzbach, den man von Fulda aus in rund 30 Minuten per Bus erreichen kann. Hier habe ich meine Tour von Norden kommend beim letzten Besuch beendet. Nun nehme ich also die südliche Hälfte des Hochrhöners in Angriff. Mein Proviant habe ich extra nicht in Fulda besorgt, weil die Menschen im kleinen Supermarkt von Schwarzbach beim letzten Mal so nett waren (und dieses Mal waren sie ganz genauso nett).
Mit einem netten Supermarkt-Pläuschchen und allerlei Snacks im Gepäck geht es aus Schwarzbach hinaus und hinauf auf die Hügel. Es dauert nicht lange, bis ich die erste Wanderliege erspähe, und ich kann einfach nicht anders, als zumindest ein paar Minütchen in der Sonne zulegen und die Atmosphäre auf mich wirken zu lassen. Dann geht es über einen typischen Hochrhöner-Wegemix – meist breit, manchmal schmal, mal Weitsicht, mal Waldsicht – dem kleinen Ort Langenberg entgegen. Fast schenke ich dem örtlichen Wurstautomaten gar keine Beachtung, doch aus dem Augenwinkel erspähe ich im Vorbeigehen, dass sich zwischen den Würsten auch gekühlte Getränke tummeln. Eine Apfelschorle reicher (immerhin bin ich ja schon ganze 3,5 Kilometer gewandert, da kann man schon mal Durst haben!) geht es weiter leicht bergan und bald in den Wald hinein.
Auf der anderen Seite des Waldes wartet der erste Blick auf die Wasserkuppe auf mich – höchster Gipfel der Rhön und auch höchster Gipfel in Hessen, den ich jedoch erst auf der morgigen Etappe erklimmen werde. Heute erklimme ich aber immerhin die Milseburg, zu der mich meist weitsichtreiche Wege führen – unter anderem vorbei am schön gelegenen Lothar-Mai-Haus (Einkehrtipp!) und der Oberbernhardser Höhe mit seinen Magerrasen und Wacholdergewächsen.
Die Milseburg ist ein ganz besonderes Fleckchen Erde in der Rhön – oder besser gesagt Fleckchen Fels, denn ausnahmsweise geht es hier ziemlich steinig zu. Auf dem markanten Basaltkegel befinden sich Reste einer keltischen Ringwallanlage und einer stadtähnlichen Siedlungsanlage, die auf eine Besiedlung in der Eisenzeit hinweisen. Die Aussicht von diesem Gipfel(chen) ist grandios und dementsprechend wird man dort wohl auch meist auf andere Wanderer treffen. Direkt unter dem Gipfel gibt es auch eine Einkehrmöglichkeiten – die Milseburghütte wurde gerade wieder aufgebaut und frisch eingeweiht.
Nach dem Abstieg führen die restlichen Kilometer vor allem durch Wald und mit einem letzten kleinen Anstieg hinauf zur Enzianhütte, meiner heutigen Unterkunft. Die Hütte der DAV-Sektion Fulda ist toll gelegen und bietet alles, was eine waschechte Berghütte bieten muss: beste Aussicht, nette Hüttenwirte, kühles Radler, leckeres Essen (auch mit toller veganer / vegetarischer Auswahl), uriges Ambiente und gemütliche Zimmer und Lager.








Etappe 2: Enzianhütte – Gersfeld
Distanz: 17,1 km
Aufstieg / Abstieg: 430 hm / 680 hm
Übernachtung: Hotel Krone Post (zentral am Marktplatz gelegen mit guter Küche)
Verpflegung: Einkehrmöglichkeiten auf der Wasserkuppe; Haus am Roten Moor (einen kurzen Abstecher vom Moorsee entfernt); viele Einkehr- und Einkaufsmöglichkeiten in Gersfeld
GPX-Track: zur 2. Etappe auf Komoot
Nach einem ausgiebigen Frühstück in der Enzianhütte bin ich bereit für Tag 2 meiner Hochrhöner-Wanderung. Bei strahlendem Sonnenschein und zum lauten Gesang einer Feldlerche hoch über meinem Kopf mache ich mich auf den Weg. Nach einem gemächlichen Abstieg über Wiesen und durch Wäldchen geht es – mitunter sogar ein bisschen steil – hinauf auf die Wasserkuppe, dem mit 950 Metern höchsten Berg der Rhön (und Hessens).
Am bekanntesten ist der Berg aber für seine Rolle, die er für den Segelflugsport in Deutschland gespielt hat und bis heute spielt. Auf dem „Berg der Flieger“ wurde der modernde Segelflug erfunden und es herrschen hier beste Bedingungen in Sachen Thermik und Hanglage. Alle paar Minuten steigt ein neues Segelflugzeug vom Flugplatz nahe des Gipfels auf, auf dem sich ein markantes Denkmal für im ersten Weltkrieg gefallene Flieger und natürlich die große weiße Kugel befindet – eine Radarkuppel, die während des kalten Krieges der Luftraumüberwachung diente und so etwas wie das Wahrzeichen der Rhön.
Zugegeben: Naturidylle sucht man auf der Wasserkuppe eher vergebens (auch wenn hier durchaus versucht wird, Naturschutz mit Freizeitnutzung zu vereinen). Langweilig wird es dafür zwischen Kulturdenkmälern, Segelfliegern und Pommesbuden garantiert nicht. Und abseits des Gipfels bin ich bald schon wieder ziemlich allein auf den Pfaden des Hochrhöners unterwegs…
Beim Abstieg treffe ich auf die Quelle der Fulda. Ein kleines Stückchen folge ich dem Fluss, der hier noch Rinnsal ist und treffe etwas später im Wald auf die Fuchssteine: basaltsteinernes Relikt aus längst vergangenen Zeiten, in denen hier noch Vulkane das Sagen hatten.
Bald darauf wird die Landschaft wieder offener, es lohnt sich ein Blick zurück auf die Wasserkuppe in der Ferne. Nun befinde ich mich am Roten Moor, von dem ich bald auch ein Stück auf hölzernen Wegen durchqueren kann. Wobei es hier nicht durchs Moorgebiet selbst geht, sondern durch die umliegenden Karpatenbirkenwälder. Die sind allerdings ein mindestens genauso faszinierender Anblick. (Hinweis: An der Renaturierung und Wiedervernässung des durch den Torfabbau bis in die 80er Jahre weitestgehend trockengefallenen Moores wird gearbeitet.)
Nach einem Abstecher zum und Pause am hübschen kleinen Moorsee verlasse ich den Hochrhöner, um durch die Kaskadenschlucht abzusteigen. Ein idyllischer Abschluss für eine der Königsetappen des Hochrhöners, der mit einem wohlverdienten Eis im Kurstädtchen Gersfeld endet.












Schon gewusst? Seit 2014 ist die Rhön von der International Dark Sky Association als Sternenpark anerkannt. Durch die relativ dünne Besiedlung ist die Lichtverschmutzung sowieso schon gering, zusätzlich wird vielerorts aktiv versucht, diese so weit wie möglich zu reduzieren.
Das führt nicht nur dazu, dass hier in mondlosen, klaren Nächten einige tausend Sterne, die Milchstraße, das Zodiakallicht (…) sichtbar sind, sondern schützt auch dämmerungs- und nachtaktive Arten.
Für die Sternenbeobachtung kann man die speziellen Himmelsschauplätze aufsuchen – Orte, die besonders dafür geeignet sind und Dinge wie einen Polartsternfinder, eine drehbare Sternenkarte und bequeme Liegen haben. Außerdem kann man an geführten Sternenwanderungen teilnehmen.
Etappe 3: Gersfeld – Kloster Kreuzberg
Distanz: 15,8 km
Aufstieg / Abstieg: 780 hm / 400 hm
Übernachtung: Kloster Kreuzberg (Übernachtung direkt im Klostergebäude oder im benachbarten Berggasthof)
Verpflegung: kleiner Selbstbedienungs-Hofladen in Oberweißenbrunn, u.a. mit Eis, kalten Getränken; Abendessen und Frühstück im Kloster Kreuzberg
GPX-Track: zur 3. Etappe auf Komoot
Der Morgen meines dritten Hochrhöner-Wandertages besteht daraus, von Gersfeld aus wieder hinauf auf die Höhenzüge der Rhön zu kommen. Hierfür folge ich der beschilderten „Extratour Gersfeld“ auf schönen Wegen durch Wiesen und Weiden mit vielen blühenden Bäumen. An einer Wanderliege treffe ich dann wieder auf den Hochrhöner.
Nach einem Päuschen folgt der letzte Rest des längeren Anstiegs auf die 894 Meter hohe Hohe Hölle – und auf SO einen Weitblick wie von dort oben war ich irgendwie nicht vorbereitet. Weitblicke gab es in den letzten Tagen ja schon einige für mich, aber dieser hier hat irgendwie etwas Besonders. Genauso wie der vom benachbarten und nur etwas niedrigeren Himmeldunkberg, dessen Gipfel mit einem riesigen (für meinen Geschmack fast schon etwas zu riesigen) Gipfelkreuz markiert ist.
Ich befinde mich nun an der Grenze zwischen Hessen und Bayern – früher verlief hier die Grenze zwischen den damaligen Königreichen Bayern und Preussen. Alte Grenzsteine zeugen noch von damaligen Besitzansprüchen auf das Land. Über kleine Wiesen- und Wirtschaftswege folgt ein schöner Abstieg nach Oberweißenbrunn. An einem kleinen Selbstbedienungsladen gibt‘s (u.a.) Eis und kalte Getränke – und die sind auch notwendig, denn auf der anderen Seite des Ortes geht es direkt wieder bergauf.
Entlang der Hänge des Arnsberges findet man (u.a.) weitläufige Magerrasenflächen mit seltenen Pflanzen wie Silberdisteln. In der Rhön wird sie auch „Rhöndistel“ genannt und ist eine der auffälligsten und bekanntesten Pflanzen der Region. Mehrmals im Jahr werden die Flächen mit Schafen beweidet, um die Wiesen offen zu halten. Und das ist für Pflanzen wie die Silberdistel quasi überlebensnotwendig. Sie wächst nämlich sehr langsam und könnte sich nicht schnell genug regenerieren, um noch im selben Jahr zu blühen, wenn man die Wiese einfach mähen würde. Schafe und Ziegen hingegen fressen um die stachelige Pflanze drumherum.
Mit den Rhönschafen hat die Rhön übrigens auch ihre eigene Signature-Schafsrasse! Rhönschafe sind eine sehr alte Landschafrasse, die einst fast ausgestorben war. Heute sind wieder rund 5.000 Exemplare in der Rhön als Landschaftspflegerinnen im Einsatz – für den Erhalt der Silberdistel und vielen anderen mitunter seltene Tier- und Pflanzenarten. Beim Wandern auf dem Hochrhöner kann man den wolligen Tierchen mit etwas Glück begegnen. (Ich bin allerdings leider noch keinen begegnet. Vermutlich ist es noch ein bisschen zu früh im Jahr.)
Auf breiten, schönen Wegen geht es erst mit Weitblick, später bewaldet hinauf auf den Kreuzberg, wo das gleichnamige Kloster auf mich wartet. Seit dem 18. Jahrhundert leben hier Franziskanermönche, heute immerhin noch eine Handvoll. Das Kloster mit Brauerei auf 928 Metern Höhe ist ein bedeutender Wallfahrtsort mit Biergarten und Übernachtungsmöglichkeiten. Der vielleicht größte Vorteil, wenn man hier übernachtet: Man kann vom nur ein kurzes Treppen-Workout entfernten Gipfel des Kreuzbergs ganz hervorragend den Sonnenuntergang bewundern!












Etappe 4: Kloster Kreuzberg – Stralsbach
Distanz: 21,9 km
Aufstieg / Abstieg: 310 hm / 880 hm
Übernachtung: Zum Weißen Rössl (schöner kleiner Landgasthof mit sehr guter Küche)
Verpflegung: kleiner Selbstbedienungshofladen mit selbstgemachten Eis und Bäckerei in Langenleiten (Bäcker nur bis mittags geöffnet)
GPX-Track: zur 4. Etappe auf Komoot
Nachdem mich die letzten drei Etappen über einige der höchsten Gipfel der Rhön geführt haben, geht es heute bergab auf dem Hochrhöner. Allerdings auch nur, was das Höhenprofil angeht. In Sachen Wandervergnügen wartet eine vielleicht nicht ganz so spektakuläre, aber „trotzdem“ sehr lohnende vorletzte Wanderetappe auf mich.
Morgens wimmelt das Kloster Kreuzberg nur so vor Wochenendausflüglern, die im Kloster übernachtet haben und sich nun zu ihren Wanderungen aufmachen. Ich stelle mich schon auf ein paar wenig einsame erste Kilometer ein, sollte jedoch schnell eines besseren belehrt werden. Die Tageswanderer scheint es in andere Himmelsrichtungen zu ziehen, ich habe die lauschigen Waldwege an diesem Morgen ganz für mich allein. Einen längeren, aber gemächlichen Abstieg später kann ich von unten nochmal den ein oder anderen Blick auf den Kreuzberg werfen, der anhand des Funkmastens auf dem Gipfel bestens erkennbar ist.
Über Wiesen gelange ich ins kleine Langenleiten, jedoch leider ein paar Minuten zu spät, um beim Bäcker meinen vormittäglichen Kaffeedurst zu stellen. Sei‘s drum!
Es folgt ein sehr schöner Abschnitt über Wald- und Wiesenwege, später über ein kleines Sträßchen durch ein Bachtal bis nach Premich (wo allerdings auch kein Kaffee zu holen ist). Anschließend führt der Hochrhöner durch wunderschöne Buchenwälder, teils auch auf kleinen Pfaden über einen Hügel. Der einzige halbwegs merkbare Anstieg dieses Tages.
Hinter Frauenroth (man ahnt es: kein Kaffee!) führt der Weg mich quasi querfeldein über Wiesen, dann durch ein Bachtal zu meinem Etappenziel Stralsbach. Für Kaffee ist es mir nun zu spät, dafür wird die Spargelsaison gebührend eröffnet.






Etappe 5: Stralsbach – Bad Kissingen
Distanz: 10,3 km
Aufstieg / Abstieg: 100 hm / 200 hm
GPX-Track: zur 5. Etappe auf Komoot
Gemütliches Auslaufen auf dem Hochrhöner steht heute an. Wobei es gar nicht mal so gemütlich losgeht – zumindest wenn man die steile Aufstiegsvariante hinauf zur kleinen Kriegergedächtniskapelle bei Stralsbach wählt. Der Vorteil: Die Beine sind im Anschluss wach! Und sonderlich lang fällt der Anstieg auch nicht aus.
Ein kurzes Stück geht es über die Wiese, dann führt der Hochrhöner über entspannte Waldpfade bis zum Aussichtspunkt Hermannsruh, wo man nochmal einen letzten Blick auf die Hügel der Rhön werfen kann. Von dort geht es waldreich weiter, vorbei am Wildpark bis zum Kaskadental kurz vor Bad Kissingen. Ein je nach Wasserstand plätscherndes oder rauschendes Bächlein, kleine Brücken, dichtes Grün, kreuz und quer liegende Baumstämme – ein wahrer Wandergenuss.
Nach dem Tal erreiche ich bald die Fränkische Saale und somit auch die Ausläufer der Kurstadt Bad Kissingen. Immer am Fluss entlang, unter anderem vorbei am Gradierwerk (welches gerade renoviert wird), einem großen Bismarchdenkmal und historischem Pumpwerk geht es dem Stadtzentrum entgegen. Auch einen Bootsanleger streift man – hier könnte man, wenn das Timing passt, auch aufs kleine Boot hüpfen und sich ins Zentrum schippern lassen.
Auch zu Fuß ist der Weg aber bald geschafft. Bad Kissingen begrüßt mich mit prunkvollen Bauten, hohen Fontänen und blühenden Blumen. Am Bahnhof endet meine Tour.






Ist der Hochrhöner empfehlenswert? – mein Fazit
Der Hochrhöner ist meiner Meinung nach einer dieser Wege, die komplett zu Unrecht eher unbekannt sind. Und die Rhön eine dieser Regionen, die vielleicht auf zu vielen “Bucket Lists” fehlen.
Es sind diese weiten Blicke und die oft offene, abwechslungsreiche Landschaft. Die Möglichkeit, von einem Hügel zurückzublicken und zu sehen, wo man am noch Vortag stand. Die Tatsache, dass der Weg nicht endlos viele Schlenker macht, sondern dass man wirklich Strecke zurücklegt. Die Wege, die zwar schön zu gehen sind, aber bei denen man nicht ständig auf seine Füße achten muss und umso mehr durch die Gegend gucken kann. Ein gewisses Auf und Ab für Abwechslung und schöne Ausblicke, ohne dass man mit den Gedanken ständig nur beim nächsten Anstieg ist. Das Wissen, in einer besonderen Naturlandschaft unterwegs zu sein. Die Ruhe. Die gute, aber nicht übertriebene Infrastruktur am Wegesrand. Und am Ende dieses Gefühl, dass man eigentlich noch weiter gehen möchte.
Manch einem sind die Wege vielleicht zu breit, die Hügel zu niedrig, die Landschaft zu wenig felsig. Aber wo kämen wir denn auch hin, wenn jeder Weg jedem gefallen würde…
Müsste ich mich für eine Hälfte des Hochrhöners entscheiden, würde ich wohl die hier vorgestellte Tour wählen. Auch die nördlichen Etappen haben mir aber wirklich gut gefallen und sind im Prinzip ähnlich. Wer Zeit für den gesamten Hochrhöner – in der Kuppenrhönvariante etwa acht Etappen – aufbringen kann, sollte das definitiv tun.


Tipps für die Wanderplanung zum Hochrhöner
Falls du nun Lust bekommen hast, der Rhön einen Besuch in Wanderschuhen abzustatten, kommen hier meine gesammelten Tipps für deine Mehrtageswanderung auf dem Hochrhöner.
An- und Abreise
Meine hier vorgestellte Tour startet in Schwarzbach, der Ort ist in rund einer halben Stunde ab Fulda per Bus erreichbar. Wer den kompletten Hochrhöner wandern möchte, starten am Bahnhof in Bad Salzungen am nördlichen Ende des Hochrhöners. Das südliche Ende in Bad Kissingen ist ebenfalls gut per Regionalbahn angeschlossen.
Schwierigkeit
Der überwiegende Teil des Hochrhöners führt über breitere, einfache Wege. Ab und an gibt es auch schmale, selten auch steilere Pfade, die aber keine großen Ansprüche stellen. Die An- und Abstiege sind meist wenig steil und angenehm zu gehen.
Die Orientierung entlang des Weges ist ebenfalls einfach, der Hochrhöner ist zusätzlich zur allgemein guten Wanderbeschilderung in der Region bestens mit einem gelben “Ö” auf weißem Grund markiert. Etwas Vorsicht ist dort geboten, wo der Hochrhöner sich in seine beiden Varianten (s.u.) aufteilt: bei Theobaldshof bzw. am Roten Moor.
Unterkünfte
Neben den üblichen Hotels, vor allem in größeren Orten, gibt es entlang des Hochrhöners viele kleine Pensionen und auch einige Hütten. Je nach Etappe hat man mal mehr, mal weniger Auswahl, alles in allem ist es aber nicht weiter kompliziert, Übernachtungsmöglichkeiten zu finden. Notfalls kann man immer auch per Bus auf umliegende Orte ausweichen – Straßen mit Busverbindung passiert man regelmäßig.
Hochrhöner mit Zelt?
Es gibt einige Campingplätze am bzw. in der Nähe des Hochrhöners, allerdings nicht an jedem Etappenziel. Eine Mischung aus Zelt und Unterkünften ist gut machbar.
Verpflegung
Die Verpflegung entlang des Hochrhöners ist nicht weiter schwierig, der Weg führt allerdings durchaus viel durch dünner besiedeltes Gebiet, man sollte also schon etwas vorausdenken.
Varianten
Der mittlere Abschnitt des Hochrhöners teilt sich in zwei Varianten auf: die Kuppenrhön-Variante (rund 140 km) und die Lange Rhön-Variante (rund 125 km). Die Kuppenrhön-Variante führt über die höchsten Erhebungen der Rhön, die Lange Rhön-Variante etwas flacher über weite Hochebenen. Zusätzlich gibt es auch noch die Hochrhön-Runde, die die beiden Varianten zu einer rund 90 km langen Rundtour verbindet.
Ich wandere immer gern von A nach B und bin auch dem ein oder anderen Aussichtsgipfel nicht abgeneigt, daher hat mich die Kuppenrhön-Variante am meisten angesprochen.
Beste Jahreszeit
Der Hochrhöner ist grundsätzlich ganzjährig begehbar. Die hier vorgestellte Tour habe ich im Frühjahr Ende April gemacht und fand das Wandern inmitten der blühenden Landschaft schon besonders schön. Auch im Herbst ist der Hochrhöner aber toll. Hier kommen noch ein paar Bilder vom nördlichen Teil, den ich Mitte November gewandert bin:








Mehr Infos zum Hochrhöner
Weitere praktische Infos für die Wanderplanung gibt es auf der Webseite der Rhön. Auch Wanderführer zum Hochrhöner (Werbelink) sind erhältlich.
Warst du auch schon mal auf dem Hochrhöner unterwegs und möchtest von deinen Erfahrungen berichten? Oder hast du noch Fragen zur Tour? Hinterlass gern einen Kommentar unter diesem Artikel.
