[enthält Werbung] Zum ersten Mal bin ich so wirklich bewusst auf meinen Reisen in den USA mit dem Thema Naturschutz in Berührung gekommen. In den großen Nationalparks wie Yosemite, Arches oder Grand Canyon, wo Ranger in Uniform interessierten Besuchern am Lagerfeuer die Natur erklären, über Dinge wie Weißnasensyndrome bei Fledermäusen oder die Entstehung eines Canyons sprechen.

In Deutschland ist das Thema Naturschutz irgendwie zumindest gefühlt weniger präsent und offensichtlich. Was aber nicht bedeutet, dass es weniger vorhanden ist! Doch was macht zum Beispiel  einen Nationalpark in Deutschland eigentlich aus? Was macht ein Ranger (ja, die gibt es auch hier) dort so den ganzen Tag? Was für andere Formen geschützter Gebiete gibt es? Und wie sieht Naturschutz in Deutschland allgemein aus?

Diesen Fragen bin ich im schönen Saarland auf den Grund gegangen, wo es mit dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald nicht nur den jüngsten Nationalpark in Deutschland gibt, sondern mit dem Naturpark Saar-Hunsrück auch einen der größten Naturparks. Ich durfte eine/n Mitarbeiter/in des National- bzw. Naturparks jeweils einen Tag bei ihrer Arbeit begleiten und einen Blick hinter die Kulissen von aktivem Naturschutz in Deutschland werfen. In diesem Artikel nehme ich Dich mit in die Natur des Saarlands.


Werbehinweis: Dieser Beitrag entstand in bezahlter Zusammenarbeit mit der Tourismus Zentrale Saarland und enthält daher Werbung für diesen Kooperationspartner. Meine persönliche Meinung sowie die Inhalt dieses Artikels wurden dadurch nicht beeinflusst. Mehr zum Thema Werbung auf diesem Blog kannst Du hier nachlesen. 


Naturschutz in Deutschland – Eine Übersicht

In Deutschland gibt es drei Kategorien für großflächig geschützte Gebiete: Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks, die jeweils unterschiedliche Ziele verfolgen und Maßnahmen dafür anwenden. Nationalparks, Biosphärenreservate, Naturparks und Wildnisgebiete sind dabei unter der Dachmarke Nationale Naturlandschaften organisiert. Daneben gibt es noch die flächenmäßig kleineren Naturschutzgebiete sowie Landschaftsschutzgebiete.

Nationalparks

Nationalparks sind die wichtigsten großflächigen Schutzgebiete für die Natur.  Das Ziel dieser Parks ist stets, eine möglichst unberührte Wildnis herzustellen, wo die Natur Natur sein und ihre eigenen Regeln entwickeln darf. So wird zumindest auf kleineren Räumen das Gleichgewicht der Natur wieder hergestellt und viele wildlebende Pflanzen- und Tierarten erhalten notwendige Rückzugsgebiete. Gleichzeitig sollen Nationalparks natürlich auch dazu deinen, „echte“ Natur für den Menschen erlebbar zu machen und Wissen sowie Begeisterung für Tiere und Pflanzen sowie den Schutz dieser zu vermitteln.

Biosphärenreservate

Bei den Biosphärenreservaten, der zweiten Art der Großschutzgebiete, geht es im Unterschied zu Nationalparks nicht mehr nur allein um die Natur, sondern viel mehr um das Zusammenspiel zwischen Mensch und Natur. Sie sollen als Vorbild für nachhaltige Landschaftsentwicklung dienen, vom Menschen geprägte Natur- und Kulturlandschaften und damit natürlich auch die vorhandene Artenvielfalt bewahren und nachhaltiges Wirtschaften fördern. Sowohl Biosphärenreservate als auch Nationalparks unterliegen neben nationalen auch internationalen Bestimmungen.

Im Saarland ist der Bliesgau ein Beispiel für ein solches Biosphärenreservat. Die Region ist ein wichtiges Refugium für viele seltene Tier- und Pflanzenarten – vom Steinkauz bis zum Biber, vom Bocks-Riemenzunge bis zum Klappertopf. Außerdem kann man hier fast die Hälfte der in Deutschland vorkommenden Orchideenarten finden.

Naturparks

Die dritte Kategorie der Großschutzgebiete sind die Naturparks, die wie auch Biosphärenreservate Mensch, Kulturlandschaft und Naturschutz vereinen, im Vergleich aber den Tourismus noch sehr viel stärker mit einbeziehen.  Natur soll geschützt und erhalten werden, um dem Menschen in all ihren Facetten zur Erholung und auch als Kulturgut dauerhaft zur Verfügung zu stehen. In Deutschland gibt es aktuell 105 Naturparks, die zusammen etwa 27 Prozent der Gesamtfläche einnehmen.

Naturschutzgebiete

Naturschutzgebiete gehören zusammen mit den Nationalparks zu den am strengsten geschützten Gebieten, sind allerdings im Vergleich dazu deutlich kleinflächiger. In Naturschutzgebieten dürfen in der Regel keine Veränderungen vorgenommen werden. Die Nutzung ist nur in Ausnahmefällen erlaubt und dann, wenn sie sich Schutzziel nicht entgegenwirkt.

Landschaftsschutzgebiete

Landschaftsschutzgebiete dienen im allgemeinen der Erhaltung und Entwicklung der Natur und sollen vor allem die Eigenheiten und die Schönheit einer Landschaft bewahren. Oft umgibt ein Landschaftsschutzgebiet ein Naturschutzgebiet, sozusagen als Pufferzone. Die Schutzvorschriften sind jedoch deutlich weniger streng. So ist zum Beispiel die land- und forstwirtschaftliche Nutzung unter bestimmten Auflagen erlaubt.

Urwald im Saarland – Unterwegs im Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald wurde erst 2015 eingeweiht und ist damit der jüngste der insgesamt 16 Nationalparks in Deutschlands. Er liegt teilweise im Saarland, teilweise auch in Rheinland-Pfalz und umfasst insgesamt rund 10.000 Hektar Fläche – das sind etwa 14.000 Fußballfelder. Teils alte Buchenwälder mit eingestreuten Hangmooren sind auf der Hälfte der Fläche typisch. Dazu kommen Fichtenbestände, die un Zukunft naturnahen Wäldern weichen sollen. Denn die Fichten sind in diesem Gebiet nicht heimisch, sondern vom Menschen gepflanzt worden, um schnell nachwachsendes Holz als Rohstoff zu liefern. Dabei stehen bzw. standen sie teilweise auch auf Flächen, wo einst Moore waren, die entwässert wurden.

Der Nationalpark nennt sich selbst auch „Urwald von morgen“, und einen solchen Urwald entstehen zu lassen und den Wald dabei zu unterstützen ist das erklärte Ziel des überwiegend bewaldeten Nationalparks. Hierfür ist das Gebiet des Nationalparks  in drei Zonen mit jeweils unterschiedlichem Schutzstatus unterteilt:

  • Wildnisbereiche: Hier darf Natur das tun, was Natur eben tut – ganz ungestört und ohne jegliche Eingriffe des Menschen. Momentan wird auf einer Fläche von ca. 30 Prozent des Nationalparks der Wald komplett sich selbst überlassen. Und es ist die Aufgabe der Nationalparkverwaltung, diese Fläche in den nächsten 25 Jahren auf insgesamt 75 Prozent zu vergrößern.
  • Entwicklungsbereiche: Das sind die Teile des Nationalparks, die Schritt für Schritt zu Wildnis werden sollen. Auf dem Weg dorthin aber noch etwas Hilfe bekommen, sodass die natürliche Entwicklung des Waldes zurück zu seiner natürlichen Form unterstützt wird. Das geschieht zum Beispiel durch den aktiven Verschluss von Gräben, die einst angelegt wurden, um die Moore zu entwässern oder durch die gezielte Fällung von Fichten, damit sich die dort ursprünglich beheimateten Laubbäume wieder ansiedeln können.
  • Pflegezonen: In diesen Zonen sind Eingriffe in größerem Maße und langfristig möglich. Diese sollen in erster Linie dem Erhalt wertvoller Biotope wie zum Beispiel den Arnikawiesen dienen.

Mit dem Ranger beim Borkenkäfer-Monitoring

28 Ranger arbeiten aktuell im Nationalpark Hunsrück-Hochwald, die meisten davon sind gelernte Forstwirte. Und das macht in einem Nationalpark, der überwiegend aus Wald besteht, auch ziemlich viel Sinn. Denn auch wenn die Arbeit eines Rangers sehr vielfältig ist und von Waldarbeiten und Umweltbildung über Verkehrssicherung bis hin zur Führung von Rangertouren oder Öffentlichkeitsarbeit reicht – ein nicht ganz kleiner Teil dieser Tätigkeit dreht sich rund um den Borkenkäfer, und das nicht erst seit diesem Jahr, in dem das kleine Krabbeltier wegen seiner massiven Ausbreitung in aller Munde ist.

Borkenkäfer sind Insekten, die sich unter der Rinde von Bäumen entwickeln.  Dort fressen sie Gänge in weichen Rindenbast und unterbrechen so den Saftstrom innerhalb des Stamms, was bis zum Absterben des Baumes führen kann. Denn der Zucker, der in den Nadeln und Blättern eines Baumes produziert wird, kann dann nicht mehr ausreichend in die Wurzeln transportiert werden, wodurch die Wurzeln wiederum nicht ausreichend Wasser aufnehmen können.

Gesunde und befallene Bäume können sich gut gegen Borkenkäfer wehren, indem sie den Käfern mit vermehrter Harzproduktion zu Leibe rücken. Gefährlich werden die Käfer für die Bäume erst, wenn sie sich stark vermehren und in größerer Zahl angreifen und/oder wenn der Baum durch äußere Faktoren wie zum Beispiel Hitze und Trockenheit geschwächt ist.

Borkenkäfer befallen Laub- und Nadelbäume auf der ganzen Welt. Der im Nationalpark Hunsrück-Hochwald am weitesten verbreitete Borkenkäfer ist der Buchdrucker. Seine Wirtspflanze: Die Fichte. In den Naturzonen des Nationalparks ist der Borkenkäfer trotz seiner Zerstörungskraft geduldet, ja geradezu erwünscht. Denn er gehört nun mal zum natürlichen Kreislauf und das Sterben von Bäumen, insbesondere auch von den ursprünglich nicht in diesem Gebiet vorherrschenden Fichten, kann langfristig gesehen sogar sehr Vorteilhaft für das Entstehen eines natürlichen und widerstandsfähigen Waldes sein.

Allerdings müssen die Ranger des Nationalparks darauf achten, dass der Borkenkäfer sich nicht zu sehr vom Nationalparksgebiet auf den angrenzenden Wirtschaftswald ausbreitet. Deswegen wird insbesondere in den Randgebieten des Parks regelmäßig Borkenkäfer-Monitoring betrieben, um zu starken Befall rechtzeitig erkennen und entsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen zu können, wie zum Beispiel die Entrindung oder der Abtransport von Totholz.

Artenvielfalt im Moor

Aber nicht nur Bäume bilden die Pflanzenwelt des Nationalparks. Auch fleischfressende Pflanzen wie der Sonnentau sind dort zu finden, genauso wie zum Beispiel Orchideen oder das bekannte Heilkraut Arnika. Diese lassen sich auf einer geführten Rangertour am Thranenweier bewundern, wo einst Krimhild aus dem Nibelungenlied um ihren Siegfried geweint haben soll. Die Tour führt teils auf Holzstegen durch ein renaturiertes Moorgebiet mit umgebenden Mager- und Borstgraswiesen.

Entlang des circa zwei Kilometer langen Rundwegs, der übrigens barrierefrei ist, kann man viel über die Entstehung, den Erhalt und die Artenvielfalt dieses ganz besonderen Lebensraums lernen. Der Borstgrasrasen beherbergt eine Vielzahl von spezialisierten und häufig stark gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Neben Arnika und dem namensgebenden Borstgras blühen hier beispielsweise der Teufelsabbiss, der Flügelginster oder das Waldläusekraut. Auch ist hier mit etwas Glück der seltene und gefährdete Lilagold-Feuerfalter zu finden, der als empfindlicher Indikator für eine ungestörte Wiesenlandschaft gilt. Ebenso sind seltene Vogelarten wie zum Beispiel Schwarzkehlchen oder Neuntöter zu beobachten. Mein Highlight war aber der wilde Thymian , der nur an einem bestimmten Hang wächst, und dort nur auf alten Ameisenhügeln. Auf diesen Hügeln herrscht nämlich ein mediterranes Mikroklima, das der Thymian zum Wachsen benötigt. Sachen gibt’s!

Im Namen der Wildkatze

Ein ganz besonderer Bewohner des Nationalparks Hunsrück-Hochwald ist die Wildkatze, die auch das Logo des Parks ziert. Die Tiere sind in Deutschland sehr selten geworden, da der Mensch ihren Lebensraum zerstört und sie früher fast bis zur Ausrottung gejagt hat. Heute gibt es in Deutschland schätzungsweise 5.000 bis 7.000 Exemplare, doch ihr Fortleben ist weiterhin in Gefahr. Der Straßenverkehr fordert viele Opfer, die bebauten und vielfältig genutzten Landschaften lassen wenig Raum für geeignete Reviere. Gebiete wie der Nationalpark Hunsrück-Hochwald, in denen die Katzen ungestörte Waldgebiete vorfinden, sind essenziell für den Schutz dieser Art. Denn die Tieren brauchen naturnahe Waldgebiete, die möglichst zusammenhängend, artenreich und wenig vom Menschen beeinflusst sind. So dient ihnen zum beispiel Totholz als Unterschlupf und Versteck für Jungtiere und ruhige, naturbelassene Lichtungen und Wiesen als Jagdrevier.

Die Wildkatze sehr scheu, nur selten bekommt man ein Exemplar zu Gesicht. Das Monitoring der Katzen im Nationalpark geschieht mit Hilfe von Lockstöcken, die angeraut und mit Baldrian präpariert wurden. Die Wildkatzen Katzen werden vom Duft angezogen und reiben sich an dem Holz, an dem Haare hängen bleiben, die anschließend genetisch ausgewertet werden können. 2017 konnten so rund 100 Individuen im Gebiet des Nationalparks nachgewiesen werden.

Immerhin in der neu eröffneten und sehr schön gestalteten Ausstellung des Nationalparks im Besucherzentrum am Erbeskopf kann man die Wildkatze erleben und mehr über sie erfahren. Hier werden in einer multimedialen Ausstellung die Themen des Nationalparks mit seinen vielfältigen Aufgaben, seinen Wäldern und Mooren sowie den unterschiedlichen Landschaften und Lebensräumen erklärt. Projektionen und Experimentierstationen geben Einblicke und Ausblicke in die Natur und ihre Bewohner.

Natur trifft auf Kultur – Der Naturpark Saar-Hunsrück

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald liegt inmitten des Naturparks Saar-Hunsrück. Und der erstreckt sich über 2.055 km² im Saarland und Rheinland-Pfalz, von den Höhen des Hunsrück bis zu den Weinbergen an Mosel, Saar, Ruwer und Nahe. Ziel des Naturparks Saar-Hunsrück ist es, dass sich die dort lebenden Menschen mit ihrer Region identifizieren und im Einklang mit der Natur wirtschaften. Die landschaftliche Schönheit, Vielfalt und Eigenart des der Kulturlandschaft als Lebens- und Wirtschaftsgrundlage soll auf Dauer erhalten werden. Und diese Landschaft zeichnet sich im Gebiet Saar-Hunsrück durch besonders vielfältige, abwechslungsreiche Natur- und Kulturlandschaft sowie den kleinräumigen Wechsel der Gegebenheiten aus.

Von Magerrasen und Streuobstwiesen

Eine Besonderheit dieser Landschaften sind die verschiedenen Wiesentypen. Denn das niederschlagsreiche und kühle Klima des Hunsrücks sowie die kargen, nährstoffarmen Böden sind für den Ackerbau im Allgemeinen eher weniger. Um rentablen Ackerbau betreiben zu könnten, müssten sehr viel gedüngt werden. Aus diesem Grund werden weite Teile des Hunsrücks neben der Forstwirtschaft vor allem als Grünland genutzt.

Ein wichtiger Teil der Arbeit des Naturparks ist es, durch eine nachhaltige Landschaftspflege und -nutzung die wertvollen Lebensräume der im Naturpark heimischen Tier- und Pflanzenarten zu bewahren. So arbeitet der Naturpark zum Beispiel an einem Schutzprojekt für die „echte“ Arnica (Arnica montana bzw. Berg-Wohlverleih),  die mageren Borstgrasrasen zum Wachsen benötigt, die jedoch zunehmend durch Verbuschung und die intensive Düngung von Weideflächen gefährdet sind.

Die Arbeit des Naturparks besteht darin, geeignete Standorte ausfindig zu machen, die Arnika dort wieder anzusiedeln und in ihrem Wachstum zu fördern – zum Beispiel durch die Herstellung offener, sprich wenig überwucherter Böden und bei besonderer Trockenheit auch mal mit Hilfe einer „Gieskanne“.

Neben Magerrasen stellen zum Beispiel auch Streuobstwiesen einen wichtigen Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen dar, und zudem eine traditionelle Wirtschaftsform für die Mittelgebirgsregion. Initiativen des Naturpark Saar-Hunsrück wollen die Bedeutung diese Streuobstwiesen wieder mehr ins Bewusstsein bringen. Zum Beispiel durch das Projekt Streuobstwiesen-Rucksack, bei dem Schülerinnen und Schüler, Kinder und Familien alles rund um die Streuobstwiese mit Hilfe von anschaulichen Materialien und Anleitungen erleben können.

Dabei lernen sie zum Beispiel die verschiedenen Obstarten kennen, die in Supermärkten oft kaum noch zu finden und dadurch vielen gar nicht mehr bekannt sind. Auch die Tier- und Pflanzenwelt des Lebensraums Streuobstwiese spielt eine große Rolle – von der Orchidee bis zur Fledermaus. Zudem kann praktischer Naturschutz beim Bau von Insektenhäusern oder in Baumschnittkursen praktiziert werden.

Auf FLedermaus-Safari im saarland

Ein ähnliches Projekt gibt es auch für das Erleben von Fledermäusen, mit einem eigenen Konzept sowohl für Schulgruppen als auch für Familien und andere Interessierte. Die können sich an verschiedenen Stationen einen Fledermausrucksack ausleihen, der mit allem bestückt ist, was für eine erfolgreiche Fledermaussafari notwendig ist – inklusive Bestimmungsbuch und Fledermausdetektor, mit dem man die für menschliche Ohren unhörbaren Ruf der Tiere aufspüren und die Art dank eines MP3-Players mit Beispielrufen bestimmen kann.

Der saarländische Teil des Naturpark Saar-Hunsrück verfügt über drei Fledermaus-Hotspots: im Südwesten die Muschelkalkgebiete vom Saar-Niedgau bis zum Moselgau, im Süden und Südosten das Prims-Blies-Hügelland und im Norden das Hochwald-Vorland und den Hochwald.

Die wohl spektakulärste Art im Naturpark ist die Große Hufeisennase, eine der seltensten Säugetierarten Deutschlands mit rund 200 erwachsenen Tieren im ganzen Land. Die Große Hufeisennase hat ein bedeutendes Winterquartier an der Nied und eine große Wochenstube an der Mosel. Dazwischen liegen viele bekannte Jagdreviere vom Wolferskopf bis zum Leukwald.

Eine weitere der im Saarland ansässigen Arten ist das Große Mausohr, ist eine der größten und kräftigsten Fledermäuse. Für ihre Jagd auf Laufkäfer im Laub benötigt sie Buchenhallenwälder mit möglichst wenig Unterholz. Rund um den Schaumberg liegen sowohl die größte Kolonie im Saarland mit etwa 350 Muttertieren bei Dirmingen als auch ein wichtiges Winterquartier bei Tholey.

Die Mopsfledermaus lebt überwiegend in großen Wäldern und macht dort Jagd auf kleine Falter. Ihre Jungen kann sie sogar hinter der Rinde von abgestorbenen Fichten großziehen großziehen. Die erste Brutstätte der Art im Saarland wurde im Hochwald gefunden.

Das war nur ein kleiner Einblick in die unglaublich vielfältige Arbeit der Schutzgebiete. Es war spannend, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und zu sehen, wie Naturschutz in Deutschland organisiert ist und funktioniert.

Aber „vor den Kulissen“ in diese Welt einzutauchen ist mindestens genauso spannend, und das Saarland bietet jede Menge tolle Naturerlebnisse, die oft sogar kostenlos sind und sich toll mit einem kleinen oder auch großen Ausflug ins Grüne verbinden lassen.


Hast Du Dich schon mal aktiv mit dem Thema Naturschutz in Deutschland auseinandergesetzt? Hast du vielleicht sogar schon mal an einer Führung in einem Nationalpark oder einem anderen Schutzgebiet teilgenommen? Ich freu mich auf Deinen Kommentar.

 

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