Thailand, Mexiko oder zumindest die Kanaren… Hauptsache Sonne, T-Shirt-Wetter und weit weg von Weihnachtstrubel und Schneematsch. Viele Reisende nutzen die Feiertage über Weihnachten und Neujahr für eine Flucht in ferne Länder.

Nun… so richtig fern ist Finnland ja nicht, die Sonne habe ich während meiner 2,5-wöchigen Winter-Roadtrip nur ein einziges Mal gesehen, T-Shirt-Wetter war maximal vorm Kamin und als Flucht würde ich meine Reise auch nicht unbedingt bezeichnen, denn eigentlich mag ich die Weihnachtszeit in Deutschland schon ganz gern. Aber ich war auf der Suche. Nach einem echten Winterwunderland, nach Ruhe und Stille, nach einer anständigen holzbefeuerten Sauna und einem lauschigen Plätzchen, an dem ich meine Bücher lesen kann. Kurzum: Nach allem, was man sich für einen entspannten Jahresabschluss nur wünschen kann.

Finnland im Winter zu sehen stand zudem schon ewig und erst recht, nachdem ich vor zwei Jahren schon mal für einen Kurzbesuch im Januar dort war, auf meiner Wunschliste. Deswegen habe ich mir nun auch extra viel Zeit genommen und mich ganz ohne große Pläne oder Ziele auf die Reise Richtung Norden gemacht.


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Ein Mökki am Meer

Es gibt wohl wenig, das so sehr für die finnische Kultur steht wie das Mökki. Rund 1,8 Millionen dieser kleinen Sommerhäuschen gibt es in Finnland – eine ganz schöne Menge, wenn man bedenkt, dass das Land nur rund 5,5 Millionen Einwohner hat! Elektrizität oder fließendes Wasser sucht man in den typisch finnischen Sommerhäuschen oft (aber längt nicht immer) vergeblich, dafür gehört eine Sauna zur Pflichtausstattung und eine Lage direkt am See (oder in meinem Fall am Meer) quasi zum guten Ton.

Vieler dieser Häuschen sind vor allem für die Nutzung im Sommer ausgelegt, aber dank Dingen wie Kamin und Elektroheizung oft auch für den Winter geeignet. Mein Mökki am Meer, das ich wie die meisten meiner Unterkünfte über Airbnb* gebucht habe, bestand sozusagen gleich aus zwei Mökkis. Eines beherbergt die Küche und einen Esstisch, das andere einen kleinen Wohn- sowie Schlafbereich und die Sauna. Und in letzterem trennt mich nur eine große Glasscheibe von der winterlichen Ostsee, die ganz ohne Wellen eher wie ein ziemlich großer See anmutet.

Von der Couch aus kann ich den Eisschollen bei ihrem Treiben zusehen. Ab und an ziehen ein paar der zu dieser Jahreszeit eher spärlich vorhandenen Wasservögel ihre Bahnen über der Wasseroberfläche. Sie scheinen sich in Zeitlupe zu bewegen, genauso wie der Rest der Welt da draußen. Nur das Knistern des Kamins durchbricht die Stille, oder mein Stapfen im Schnee auf meinen Spaziergängen durch den Wald. Anschließend eine Tasse Kaffee am Lagerfeuer vorm Haus, während die Sauna langsam auf Betriebstemperatur kommt. Und plötzlich bin ich mitten drin in meinem finnischen Wintertraum.

Schneeschuhwandern im Syöte Nationalpark

Schon bei meinem ersten Besuch im Syöte Nationalpark vor zwei Jahren habe ich mich in diesen Ort und insbesondere seine mit Eis und Schnee dick bepackten Bäume verliebt. Leider war ich damals im Rahmen einer Pressereise dort und wir hatten nicht viel Zeit, um den Park in Ruhe zu entdecken. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie mein Blick über die winterliche Taigalandschaft wanderte und ich mir vorgestellt habe, wie toll es sein muss, einfach die Schneeschuhe anzuschnallen und durch diese Landschaft zu stapfen. Und genau das habe ich bei meinem zweiten Besuch gemacht!

Vom Besucherzentrum des Nationalparks aus geht es auf dem 6 km langen Teerivaaran Schneeschuh-Trail mitten rein in die südlichste Fjällregion Finnlands. Obwohl noch etwas südlich des Polarkreises gelegen, ist Syöte Lappland-Feeling pur. Abgesehen von einigen Langläufern ist nichts los im Park, nur der Lift des nahegelegenen Skigebietes brummt und summt leise vor sich hin. Ansonsten höre ich nur das Klackern meiner Schneeschuhe, das Knarzen des Schnees und meinen eigenen Atmen, der sich bei den für Finnland eher ungewohnten Anstiegen durchaus etwas beschleunigt. Die Landschaft um mich herum schläft und ich versuche, möglichst leise zu sein, um sie nicht zu wecken, während ich stumm den rosablassblauen Himmel anbete, der zwischen den weißen Bäumen hervorblitzt.

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Ausrüstungstipp für Den Winter in Finnland

Im Norden Finnlands kann das Thermometer im Winter schnell mal auf -20 Grad und darunter fallen. Da ist nicht nur das berühmte Zwiebelprinzip, sondern auch eine ausreichend warme Außenschicht essenziell. Ich war auf meiner Reise mit dieser Jacke unterwegs und sehr zufrieden:

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Die Außenhülle der Jacke ist winddicht und wasserabweisend und die bei mittlerer Größe rund 200 Gramm Down-Codex-zertifizierter Gänsedaune mit mind. 800 cuin Bauschkraft halten kuschlig warm. Viele weitere praktische Dinge in Sachen Winterausrüstung findest Du bei den Bergfreunden*.

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Langlaufen in Ruka-Kuusamo

Ruka am Polarkreis ist eines der beliebtesten Wintersport-Gebiete in Finnland und in der Weihnachtswoche herrscht entsprechender Andrang beim Ausrüstungsverleih. Ich habe schon seit langem den Wunsch, endlich mal wieder auf Langlaufskiern zu stehen und es gibt wohl keinen besseren Ort dafür als Finnland = das Land, in dem quasi jeder Einwohner diese Sportart lernt, sobald er/sie laufen kann.

Rund 88 km Loipen gibt es in Ruka, im benachbarten Kuusamo ganze 170 km. Leider ist der Winter aber bisher nicht besonders schneereich ausgefallen, auch wenn die Temperaturen mit -20 Grad durchaus ziemlich winterlich sind. Daher haben nur wenige Loipen geöffnet, aber für mich als Quasi-Anfängerin ist der große zugefrorene See mit seinem 5 km langen Rundkurs sowieso mehr als ausreichend. Die ersten Kilometer lege ich noch ziemlich unbeholfen zurück und meine armen Arme erledigen die Hauptarbeit. Bald aber habe ich die diagonale Arm-Bein-Bewegung zumindest ein bisschen raus und auch die Beine leisten nun ihren Beitrag. Und schon gleite ich wie ein echter Finne über die perfekt gespurte Loipe dem Sonnenuntergang entgegen, der hier oben ziemlich lange andauert, immer viel zu früh kommt und einfach wunderschön ist.

Wandern im Oulanka Nationalpark

Immer wieder taucht die Wasseramsel ins eiskalte Wasser kurz vor den Stromschnellen des Oulankajoki. Die Tage sind kurz und die Tiere, die hier oben auf dem 66. Breitengrad überwintern, müssen jede Minute davon nutzen, um die in dieser Kälte so notwendige Energie aufzunehmen. Bei ihrem Anblick ziehe ich den Reißverschluss meiner Jacke gleich noch ein wenig weiter nach oben, quasi meine Version des hoch isolierenden und imprägnierten Gefieders der Wasseramsel.

Im Sommer kommen viele Touristen für Kanu- und Raftingtouren in den Oulanka Nationalpark. Oder für eine Wanderung auf der 82 km langen Bärenrunde, Finnlands beliebtester Mehrtageswanderroute. Ich entscheide mich für die Kurzversion der Bärenrunde, den Pieni Karhunkierros, der auf 12 km vorbei an reißenden Stromschnellen und Wasserfällen, über Hängebrücken und zu einigen tollen Aussichtspunkten führt. Und als ich nach einigen Stunden wieder an den Stromschnellen unweit des Ausgangspunktes der Rundwanderung ankomme, ist die Wasseramsel immer noch damit beschäftigt, sich in die eisigen Fluten zu stürzen, um auf dem Grund nach Insekten, kleinen Fischen und anderen Leckerbissen zu suchen.

Weihnachten in Finnland

Das Lagerfeuer knistert, der Weihnachtsbaum erleuchtet das Innere des Holzhauses gerade so viel wie nötig und draußen fällt der Schnee in kleinen Flocken unaufhörlich vom Himmel. In der einen Hand eine Tasse Glöggi, die skandinavische Version unseres Glühweins, stilecht mit Rosinen und Mandeln garniert. In der anderen Hand das obligatorische Buch.

Irgendwann unterbreche ich die Beschaulichkeit für einen Spaziergang im tief verschneiten Wald der kleinen Insel in einem zugefrorenen See, auf der ich die Feiertage verbringe. Nur um anschließend zurückzukehren, das rote Häuschen zu sehen und zu wissen: Nirgendwo würde ich gerade lieber sein.

Wer Weihnachten wie aus dem Bilderbuch erleben will, der ist in Finnland bestens aufgehoben. Natürlich ist das Angebot an Häuschen über die Feiertage aber eingeschränkt, da viele Finnen selbst in ihren Häusern feiern. Daher solltest Du vor allem für diese Zeit lieber etwas früher im Voraus buchen.

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Huskyschlittenfahren in Lappland

Ich muss zugeben, dass ich etwas skeptisch war, als während meines ersten Finnland-Besuchs im Winter im Rahmen einer Pressereise Huskyschlittenfahren auf dem Programm stand. Zu groß die Sorge, dass die Tiere nicht richtig gehalten und/oder zur Unterhaltung von Menschen falsch behandelt werden. Johanna, die Besitzerin der Huskyfarm unweit des Syöte Nationalparks, hat diese Bedenken aber schon bei der Einweisung schnell zerstreut. Und spätestens als sie uns nach der Schlittentour bei Tee und Keksen im Tipi mit leuchtenden Augen von ihrer Arbeit und den Hunden erzählt, wird klar, dass ihr nichts ferner liegen würde, als ihren Hunden zu schaden oder sie zu etwas zu zwingen, das sie nicht tun möchten. Und auch den Hunden selbst merkt man ihre Zufriedenheit und Begeisterung fürs Vor-dem-Schlitten-rennen an.

Auf so einem Schlitten zu stehen und durch die winterliche Landschaft zu brausen ist jedenfalls eine ziemlich tolle Erfahrung. Und schwer ist das übrigens auch nicht, denn die Hunde kennen die Strecke genau und laufen quasi „wie von selbst“. Man selbst muss sich lediglich gut festhalten und mit dem Fuß die Bremse betätigen, wenn der Hund langsamer wird oder langsamer werden soll. Die größere Herausforderung ist da schon, sich nach der Tour wieder von diesen wunderschönen Tieren zu verabschieden, die hier oben in der eisigen Kälte Nordfinnlands im Gegensatz zu vielen anderen ihrer Artgenossen ein Leben führen dürfen, dass ihren Bedürfnissen entspricht.

Besuch auf einer Rentierfarm

In Lappland gibt es fast ebenso viele Rentiere wie Einwohner und die Tiere stellen auch heute noch eine wichtige Einkommensquelle für die Menschen im hohen Norden dar (wenn auch nicht mehr so wichtig wie in früheren Zeiten). Viele von ihnen streifen das ganze Jahr über wild durch die Landschaften und werden nur zwei- bis dreimal im Jahr zusammengetrieben, um sie zu zählen und zu markieren. Im Norden Finnlands kann man den Tieren quasi überall begegnen. Und an einigen Orten kann man ihnen sogar besonders nahe kommen.

Während meiner ersten Finnland-Winterreise haben wir die Rentierfarm Poro-Panuma besucht, eine knappe Stunde Autofahrt nordöstlich von Oulu gelegen. Hier durften wir Rentiere mit ihrer winterlichen Hauptmahlzeit (Moose und Flechten) füttern, eine Runde auf dem von Rentieren gezogenen Schlitten durch den Wald drehen (das wichtigste bzw. einzige Fortbewegungsmittel der Samen, bevor die Motorschlitten kamen) und im Anschluss am Feuer einige hausgemachte, traditionelle Speisen probieren.

Finnland im Winter – Reisetipps

Finnland im Winter zu bereisen ist wunderschön, und das nicht nur wegen der Klassiker wie Nordlichtern und Huskyschlitten. Falls Du nun auch Lust auf einen Trip ins Winterwunderland bekommen hast, kommen hier die wichtigsten Reisetipps für den Winter in Finnland.

Reisezeit

Eines direkt vorneweg: Der Dezember ist nicht unbedingt die ideale Jahreszeit, um Finnland im Winter zu erleben, denn die Tage sind zu dieser Zeit am kürzesten, der Schnee eventuell noch nicht überall für Wintersport ausreichend angekommen und Unterkünfte vor allem über Weihnachten und Neujahr ausgebucht bzw. von den Besitzern selbst belegt. Ich fand aber auch meine Reise im Dezember wunderschön, nicht zuletzt wegen der dezent und stimmungsvoll beleuchteten Häuser, die überall am Straßenrand und inmitten verschneiter Wälder aufblitzen. Auch über Schneemangel konnte ich mich nicht beklagen (von Helsinki abgesehen).

Grundsätzlich beginnt die Wintersaison im Norden des Landes im November und dauert mindestens bis Mai. In Süd- und Mittelfinnland fällt der erste Schnee in der Regel Anfang Dezember und schmilzt Ende März und April.

Planst Du so wie ich eine Rundreise durch das gesamte Land, ist der Februar wohl der beste Monat, denn dann sind die Tage schon wieder länger und die Chance auf Schnee ist auch in südlicheren Gefilden noch hoch.

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Autofahren

In Finnland werden nur viel befahrene Straßen – vor allem rund um größere Städte – akribisch geräumt und vor allem gesalzen. Auf den anderen Straßen fährt man oft auf einer Schicht aus Eis und Schnee. Daher sind in Finnland die Winterreifen grundsätzlich mit Spikes (hervorstehende „Knöpfe“ aus Metall im Reifengummi) ausgestattet, mit denen man auch auf glatter Fahrbahn (den Umständen entsprechend) sicher unterwegs ist. Dank dieser Reifen unterscheidet sich das Fahrgefühl auf den verschneiten Straßen kaum von Asphalt, allerdings ist diese Sicherheit ist ein bisschen trügerisch. Der Bremsweg und das Verhalten des Autos, wenn man zum Beispiel plötzlich einem Hindernis ausweichen muss, sind natürlich trotzdem ganz anders. Und in die Kurve sollte man lieber auch nicht so schnell fahren wie auf trockener Asphaltstraße.

Eine weitere Besonderheit finnischer Autos ist die Steckdose im Kühlergrill. Per Stromkabel kann so der Motor während längerer Standzeiten warm gehalten werden, damit er dann am nächsten Morgen auch wieder anspringt. Auch die Scheiben und das Scheibenspritzwasser bleiben eisfrei. Viele Hotels, Ferienhäuser usw. verfügen über entsprechende Steckdosen, an denen man das Auto anschließen kann.

Neben Eis und Schnee geht beim Autofahren im finnischen Winter vor allem Gefahr von Rentieren und Elchen auf der Fahrbahn aus, die die Straße überqueren. Vor allem mit letzteren kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen, da die Tiere mit ihrem Gewicht von 500 kg erheblichen Schaden anrichten können.

Falls Du mit sehr kalten Temperaturen rechnest, solltest Du mit der Autovermietung abklären, ob ein Stromkabel beim Mietauto dabei ist oder ansonsten eines von zuhause mitnehmen. Daneben solltest Du natürlich auch checken, ob das Auto mit Eiskratzer und Handbesen ausgerüstet ist.

Reiseroute

Grundsätzlich musst Du Dich entscheiden, ob Du lieber den Süden und ggf. die Mitte Finnlands sehen oder (auch) nach Lappland willst. Ich war insgesamt zwei Wochen unterwegs und meine Reiseroute war grob wie folgt:

  1. Start in Helsinki
  2. Weiterfahrt Richtung Tampere (Mumin-Museum!) mit Zwischenstopp in einem kleinen Haus am See  in der Nähe der Nationlaparks Torronsuo und Liesjärvi
  3. Mökki am Meer an der Westküste etwas nördlich von Vaasa
  4. Oulu
  5. Syöte Nationalpark
  6. Ruka und Oulanka NP
  7. Fahrt Richtung Süden durchs Landesinnere mit div. Unterkünften und Wanderungen im Southern Konnevesi Nationalpark und Repovesi Nationalpark
  8. Südküste und Helsinki

Größtenteils habe ich mich dabei nicht an Sehenswürdigkeiten oder anderen Hotspots orientiert, sondern an schönen Unterkünften und der Nähe zu Nationalparks. Denn letztendlich wollte ich einfach abschalten und die finnische Natur genießen, und das geht in Finnland so ziemlich überall ziemlich gut.

outdooraktivitäten

Finnland ist ein Paradies für Outdoor-Aktivitäten aller Art, denn das Draußensein ist tief in der finnischen Kultur verwurzelt. Im Winter trifft das vor allem aufs Ski-Langlaufen zu. Gespurte Loipen findet man in vielen Städten und Orten, Skigebieten und Nationalparks. Eigentlich braucht man die aber dank der vielen zugefrorenen Seen auch gar nicht. Die Ausrüstung kann man sich in Wintersportgebieten, Hotels, Sportgeschäften usw. leihen und auch für Anfänger ist der Einstieg in die Sportart nicht allzu schwer.

Auf den winterlichen Seen ebenfalls beliebt ist das Nordic Skating, also Schlittschuhlaufen mit Stöcken und extralangen Kufen.

Obwohl Finnland nicht gerade für seine Bergwelt berühmt ist, gibt es einige klassische Gebiete für Skifahren und Snowboarden mit Liftanlagen und allem drum und dran,wie zum Beispiel im Syöte Nationalpark oder in Ruka-Kuusamo. Ausrüstung kann hier ebenfalls vor Ort geliehen werden.

Und natürlich ist auch das Wandern eine beliebte Outdoor-Aktivität, je nach Schneelage entweder mit oder ohne Schneeschuhe. Hierfür bieten sich insbesondere die finnischen Nationalparks an, die man überall im Land findet und die meist über ausgeschilderte Routen fürs (Schneeschuh-)Wandern verfügen. Dort finden sich oft unterwegs auch kleine Hütten mit Feuerstellen und Brennholz. Detaillierte Informationen dazu sind übersichtlich auf der Webseite des jeweiligen Nationalparks aufbereitet. Eintritt und Parken in den Nationalparks kostet übrigens nichts.

Unterkünfte

Von einfachen Pensionen über stylische Hotels bis hin zum Glas-Iglu findet man in Finnland jegliche Form von Unterkünften. Am tollsten sind aber immer noch die urigen finnischen Ferienhäuschen. Und die findet man zahlreich und in allen Formen und Farben auf Airbnb*, wo ich fast alle meine Unterkünfte gebucht habe. Informiere Dich aber vor der Buchung am besten nochmal beim Vermieter, ob das jeweilige Häuschen auch wirklich für den Winter geeignet ist und die Anfahrt dorthin auch bei Schnee möglich ist.

Ich habe einige meiner Unterkünfte übrigens erst relativ spontan und nur ein oder zwei Tage im Voraus gebucht und das hat immer gut geklappt. Einige meiner Wunschhäuschen waren allerdings auch schon Wochen im Vorhinein ausgebucht.

Nordlichter

Kurze Tage bedeuten zwar wenig Tageslicht, dafür aber umso größere Chancen, Nordlichter zu sehen. Grundsätzlich gilt: Je weiter nördlich und entfernt von größeren Städten Du bist, desto größer diese Chance. Auch hier ist die Sichtung der Aurora Borealis aber nicht selbstverständlich, zumal das Wetter mitspielen und der Himmel klar sein muss.Ich habe leider während den gesamten Reisezeit keine Nordlichter gesehen, denn der Himmel war meistens bedeckt und Aktivität an meinem Standort zu gering bis nicht vorhanden.

Wenn Du die tanzenden grünen Lichter sehen möchtest, solltest Du auf jeden Fall zumindest einige Tage im Norden Finnlands verbringen. Vorhersagen zur aktuellen Ausbreitung und Intensität der Polarlichter findest Du zum Beispiel auf dieser Webseite oder mit Hilfe einer Aurora-Smartphone-App.

Bei Inka vom Blog Blickgewinkelt kannst Du übrigens lesen, wie Nordlichter wirklich aussehen und wie Du sie fotografieren kannst.

Ausrüstung und Kleidung

In Sachen Kleidung solltest Du in Finnland im Winter wie sonst auch auf das Zwiebelprinzip setzen: Ein Set lange Unterwäsche, zum Beispiel aus Merinowolle, darüber je nach Temperatur eine Wander- oder Schneehose* sowie mindestens eine wärmere Schicht, zum Beispiel in Form einer Fleecejacke. Dazu darf eine warme und wasserabweisende Jacke* nicht fehlen, ansonsten nehmen die Schichten irgendwann überhand. Bei der Kleidung solltest Du übrigens darauf achten, dass vor allem die isolierenden Schichten wie Daunenjacke und Skihose nicht zu eng am Körper sitzen, damit sich unter der Kleidung eine warme Luftschicht bilden kann. Gleichzeitig sollten Jacke und Hose aber auch nicht zu locker sitzen.

An die Hände gehören natürlich warme Handschuhe* – Fäustlinge halten besser warm, während Fingerhandschuhe praktischer sind. Für Kopf und Hals ist eine Sturmhaube* ideal, die man bei Bedarf bis über Mund und Nase ziehen kann, damit selbige nicht einfrieren. Als Schuhe eignen sich gefütterte Stiefel* bzw.Wanderschuhe* in Verbindung mit warmen Socken. Für diese solltest Du zudem ein paar einfache Grödel dabei haben, denn Wanderwege und auch Gehwege in Städten (selbst in Helsinki) können ziemlich vereist sein.

Insbesondere fürs Schneeschuhwandern solltest Du auch Stöcke (mit Schneetellern) dabei haben, die Schneeschuhe selbst nehmen ebenfalls nicht viel Platz im Gepäck mit und machen flexibel in Sachen Aktivitäten – denn Schneeschuhwandern geht quasi überall! Dinge wie Langlaufski oder Schlittschuhe kann man sich unterwegs vielerorts leihen oder am Startpunkt (in Helsinki z.B. hier) für den gesamten Reise-Zeitraum mieten.

Und – vielleicht am allerwichtigsten: Die mit heißem Tee oder Kaffee gefüllte Thermoskanne für alle Lebenslagen! Ich nutze dafür meine GSI Microlite 500, die Getränke selbst bei eisigen Temperaturen über viele Stunden warm hält.


Warst Du auch schon mal im Winter in Finnland und hast noch weitere Tipps? Oder hast Du noch Fragen? Ich freu mich auf Deinen Kommentar!

 

 

14 Comments

  1. Hei! Das ist ein richtig gut recherchierter Artikel. Ich bin ja öfters in Finnland und kann dir eigentlich in allem nur zustimmen. Februar ist definitiv die sicherste Reisezeit, um das Winterwunderland erleben zu können. Im Süden ist der Dezember nicht selten noch ziemlich schneelos…
    Liebe Grüße, Heike

  2. Ich war letztes Jahr mit einer geführten Reise in Finnland über Silvester. Wir hatten wider Erwarten relativ viel Schnee, der aber recht nass war, weil die Temperaturen nur knapp unter Null lagen. Dementsprechend schwer war der und führte dann indirekt zu täglichen Stromausfällen, weil Bäume under der Schneelast wohl auf Leitungen fielen oder die Leitungen auch so abrissen, bzw. dann wohl das Stromnetz für Reparaturarbeiten „abgeschaltet“ wurde. Der längste Stromausfall ging fast 12 Stunden. Dementsprechend wäre es ein Vorteil, eine Taschen- oder Stirnlampe, Batterien, Kerzen und Zündhölzer, etc. zur Hand zu haben und je nach Ausstattung des Hauses (nur E-Herd oder auch Holzofen?) vielleicht noch ein kleiner Gaskocher, damit man sich was warm machen kann. In unserem Camp gab es während der Stromausfälle auch kein Wasser, weil das wohl über Pumpen gefördert wurde, die dann natürlich auch nicht gingen. Es ist also sinnvoll, sich einen Eimer Wasser abzufüllen, wenn man Wasser hat, so für den Notfall. Und sonst kann man sich ja immer noch nen Topf Schnee kochen ;-)
    Ich persönlich fand die Stromausfälle nicht schlimm, im Gegenteil. Sogar das Duschen nach der Sauna kann man prima durch ne Hand voll Schnee ersetzen!

    • Fräulein Draußen Reply

      Ui, das hört sich.. abenteuerlich an!! :D Aber so hat man wenigstens was zu erzählen… ;-) Ja, so eine Notfallausrüstung macht auf jeden Fall Sinn in abgelegeneren Gefilden oder/und bei sehr kalten Temperaturen. Auch im Auto (warme Decke, Taschenlampe usw.).

      Liebe Grüße,
      Kathrin

  3. Oh wie schön. Danke für den Bericht. Ich habe viele Winter in Montana und in Minnesota verbracht und habe jetzt wieder richtig Lust auf Kälte bekommen.
    Danke und ein gutes neues Jahr.
    Elli

    • Fräulein Draußen Reply

      Ui, da wars wahrscheinlich noch „ein bisschen“ Kälter als meine -25 Grad. :-)

      Viele Grüße und ebenso!
      Kathrin

  4. Was für schöne Bilder! Da kommen Erinnerungen an meine letzte Wintertour in Finnland hoch, auch wenn wir etwas südlicher unterwegs waren. Jetzt habe ich durch deine Fotos auf jeden Fall wieder Fernweh :-) Vielen lieben Dank!

    • Fräulein Draußen Reply

      Hey Dennis,

      das freut mich! Selbst bei mir kommt das Fernweh schon wieder, wenn ich die Bilder sehe. Dabei war ich doch gerade erst da. :D

      Viele Grüße,
      Kathrin

  5. Hallo,
    auch von mir erst einmal ein Lob für den schönen und informativen Bericht. Ich bin selber großer Finnland-Liebhaber und reise seit Jahren dorthin (ob Sommer oder Winter – hier ein Reisebericht von letztem Jahr: https://www.umdiewelt.de/Europa/Nordeuropa-oder-Skandinavien/Finnland/Reisebericht-9154/Kapitel-0.html – , mal für zwei Wochen, mal für ein halbes Jahr als Student in Rovaniemi).
    Ich stimme dir in fast allen Dingen zu. Besonders die Einschätzung, dass Dezember nicht die ideale Reisezeit im Winter ist (im Februar ist es kälter/klarer, die Tage sind deutlich länger und die Schneesicherheit ist höher). Zwei Kleinigkeiten würde ich jedoch gerne bemerken:
    1. Dass die Straßen nicht geräumt werden liegt an mehreren Gründen: Zum einen bekommt der klassische Schneeschieber das Eis nicht restlos von den Straßen gekratzt und zum anderen hat Streusalz bei Temperaturen unter -10°C keinen Effekt mehr. Das Eis würde also nicht schmilzen. Darüber hinaus wird auf Salz in Finnland grundsätzlich verzichtet, da verhindert werden soll, dass Rentiere vermehrt auf die Straßen laufen, um das Salz abzulecken und somit eine Gefahr für den Verkehr darstellen.
    2. Deine Aussage „Je weiter nördlich und entfernt von größeren Städten Du bist, desto größer die Chance auf Nordlichter“ ist nicht ganz richtig. Klar, je weiter man von Ortschaften und der dort herrschenden Lichtverschmutzung entfernt ist, desto dunkler ist es und desto besser können Nordlichter zu sehen sein. Allerdings kann man sehr wohl zu nördlich sein! Im äußersten Nordnorwegen (oder gar auf Spitzbergen) ist die Wahrscheinlichkeit auf Aurora Borealis zu stoßen deutlich geringer als im Süden Lapplands. Darüber hinaus habe ich in meinen bisher zusammengerechneten vier Wintermonaten in Lappland erst zwei Mal Polarlichter gesehen. Daher: wenn man sie sieht, super! Aber ich würde jedem davon abraten extra für Polarlichter in den Norden zu reisen. Die Chance enttäuscht zu werden, ist da einfach zu hoch!

    Ich freue mich schon sehr auf meine nächste Lapplandreise in vier Wochen.

  6. Wow, das macht selbst mir als Winter-Muffel Lust auf so eine Tour :)! Mit was für einem Auto warst du genau unterwegs?

    Grüße von Henning | Weltreise.jetzt

    • Fräulein Draußen Reply

      Hi Henning, dann hab ich mein Ziel ja erreicht! :) Ich hatte einen VW Tiguan mit Allrad.

      Viele Grüße,
      Kathrin

  7. Hallo Kathrin, was für ein toller Bericht über Finnland im Winter! Das ist mal ein ganz anderes Programm als Skifahren in Österreich. Tolle Bilder und ein Mökki am Meer hört sich wirklich verlockend an.
    Vielen Dank für die vielen Tipps. Das werde ich gleichmal teilen ; )

    Liebe Grüße Britta

  8. Wie schöööööön :) wir planen einen Trip nach Finnland für Anfang Juni, ich freu mich schon! Kannst du mir verraten wie dein Mökki in der nähe von Vaasa heißt? Das sieht so toll aus…ist am Meer und hat ne Sauna…hach! Liebe Grüße aus Kiel :)

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