Hostels sind toll. Und dabei zählt für mich gar nicht so sehr der „andere Leute kennenlernen“-Aspekt. Der ist in der Nebensaison in Ländern wie Irland oder Schottland sowieso nicht so wirklich vorhanden. Vielmehr mag ich die Reduzierung aufs Wesentliche. Für wenig Geld viel zu bekommen. Das Gefühl von Gemeinschaft. Die einmalig gute Lage, die viele Hostels (egal ob Stadt oder Land) haben. Und Persönlichkeit – egal ob in der Einrichtung oder am Empfang. Hostels sind toll!

2 Wochen Roadtrip durch Irland – 16 Nächte, 9 davon in verschiedenen Hostels, der Rest im Zelt. Quer durch’s Land verteilt, von Kerry bis Donegal. Drei von diesen neun Hostels haben mir besonders gut gefallen. Wobei jedes seine ganz eigenen Vorzüge hatte.

1. Ben Lettery Hostel, Connemara

Das ideale Hostel für alle, die Natur und Berge lieben und möglichst wenig „drumrum“ wollen. Das Ben Lettery liegt wunderschön am Fuße der sogenannten „Twelve Bens“ (oder „Twelve Pins“), einem malerischen Gebirgszug  im County Connemara. Besonders beliebt ist diese Unterkunft bei Wanderern und Bergsteigern, weil es als Start und Ziel für den „Glencoaghan Horseshoe“, die berühmteste (und anstrengendste!) Wanderung in den Twelve Bens dient. (Ich hab mir hier einen etwas kleineren Horseshoe vorgenommen – mehr dazu bald!) Das Hostel ist einfach eingerichtet, aber gemütlich und sauber und sogar mit Kaminzimmer! Auf der Wiese vor dem Haus kann man auch zelten. Eine weitere Besonderheit des Hostels ist, dass es komplett von Freiwilligen geführt wird. Das sind meist Rentner, die für ein oder zwei Wochen das Hostel hüten und sich mit viel Liebe um Haus und Gäste kümmern. Ich wurde hier super lieb empfangen und erinnere mich an einen gemütlichen Abend mit Spaghetti vor’m Kamin nach 1300 Höhenmetern in den Twelve Bens. Unschlagbar.

Lage:                ✿✿✿✿✿

Sauberkeit:     ✿✿✿✿

Zimmer:          ✿✿

Betreiber:        ✿✿✿✿✿

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2. Ballyeamon Barn, Nordirland

Das Ballyeamon Barn hat einen ganz besonderen Eindruck bei mir hinterlassen. Nicht nur, weil der Nebel so dicht war, dass es kaum auffindbar war, sondern vor allem auch wegen Liz, der guten Seele des Hostels. Als wir (wundert Euch nicht, dass ich „wir“ sage, ich habe unterwegs eine Mitfahrerin gefunden. Aber das ist eine andere Geschichte.) nach langer Suche endlich fündig wurden, waren wir noch nicht ganz zur Tür rein (gefolgt von etwa 100 Midges – trotz Nebel und Nieselregen, die Mistviecher!), da wurden wir schon gefragt, ob wir Tee oder Kaffee wollen. Und ruckzuck saßen wir in der Wohnküche am Tisch, mit einer Kanne schwarzem Tee und Schafstischdecke (<3), umringt von Liz, einem Freund von Liz und einer WWOOFerin aus den USA, die in dem Hostel arbeitet. Und wir hatten noch nicht ganz den Tee getrunken, da waren wir schon eingeladen zum Pubabend unten im Dorf. Liz würde fahren. Da sagten wir natürlich nicht nein.

Lage:                ✿✿✿

Sauberkeit:     ✿✿✿

Zimmer:          ✿✿

Betreiber:        ✿✿✿✿✿

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Nach der rasantesten Autofahrt meines Lebens durch den dichtesten Nebel meines Lebens waren wir in Cushendall, wo schon ein weiterer Freund von Liz auf uns wartete. Die andern gingen schon mal in den Pub, Raymond wollte uns aber erst noch aktuelle Hauptattraktion des Ortes zeigen, die Höhle von Cushendun (für „Game of Thrones“-Gucker: Der Ort an dem Melisandre das unheimliche Schattenbaby zur Welt bringt). Im dichten Nebel und Dämmerung gleich doppelt gruselig. Mit etwas Verspätung kamen wir dann auch zum Pub, wo schon fleißig musiziert und gesungen wurde. Schnell ein Guiness und mitschunkeln. Anschließend wurde der Pub nochmal gewechselt und dann wurde noch mehr Guiness getrunken und es kamen immer mehr Dorfbewohner dazu und… Guiness gab’s auch. Irland pur abseits jeglicher Touristen und mit ganz viel lieben Menschen – das war zu schön um wahr zu sein. (Leider habe ich vor lauter Schönheit am nächsten Morgen meinen treuesten Reisebegleiter vergessen – aber Liz hat ihn mir zum Glück per Royal Air Mail wieder zukommen lassen. 🙂 ) Liz veranstaltet im Hostel selbst übrigens auch oft Musikabende und ähnliches – Ihr müsst sie unbedingt besuchen!)

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3. Corcreggan Mill Hostel, Donegal

Ich weiß gar nicht mehr, wie ich so genau auf dieses Hostel gekommen bin. Plötzlich war es einfach da. Deshalb war ich wohl auch besonders überrascht, als mir der Besitzer den EISENBAHNWAGGON präsentierte, in dem man nächtigt. In jedem Abteil gibt es zwei Stockbetten und Waschbecken, dahinter gibt es einen Wohnbereich mit supertollem Lesezimmer, Esszimmer und Küche. Auch dem gleichen Areal gibt es auch noch einen Platz zum Zelten und ein etwas feudaleres B&B. Alles mit größtmöglicher Liebe hergerichtet und die Umgebung ist toll. Ich hab noch nie ein Hostel gesehen, bei dem sich jemand so viel Mühe gegeben hat. Wenn Ihr einmal in einem Zug ganz ohen Gerüttel schlafen oder in dem vielleicht gemütlichsten Lesezimmer der Welt lesen wollt – auf ins Corcreggan!

Lage:                ✿✿✿

Sauberkeit:     ✿✿✿✿

Zimmer:          ✿✿✿✿

Betreiber:        ✿✿✿✿

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Könnt Ihr weitere Hostels in Irland empfehlen? Oder wart ihr gar schon mal in einem dieser Hostels? Ich war sicher nicht zum letzten Mal in Irland – also her mit Euren Tipps!

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