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[enthält Werbung] Dieses Jahr feiert die Bergwacht Bayern 100-jähriges Bestehen. 100 Jahre, in denen Menschen freiwillig ausrücken, teils unter widrigsten Bedingungen und Gefährdung des eigenen Lebens, um in Not geratene Wanderer, Skifahrer und andere Bergsportler aus brenzligen oder gar lebensgefährlichen Situationen zu retten. Allein in den Sommermonaten 2019 gab es über 3.000 Einsätze – das entspricht nahezu einer Verdopplung verglichen mit den Zahlen von zwölf Jahren zuvor.

Dank zunehmend besserer Ausrüstung geht die Wahrscheinlichkeit, in den Bergen tödlich zu verunglücken, immer weiter zurück. Gleichzeitig steigen die Zahlen der Such- und Rettungsaktionen aber stetig an.

Der nach wie vor mitunter schwierigste Teil an der Arbeit von Bergretter*innen ist die Suche nach (potenziell) verunfallten Personen, die schnell viele Stunden oder gar Tage in Anspruch nehmen kann. Wertvolle Zeit für alle Beteiligten, die nicht zuletzt auch über Leben und Tod entscheiden kann.

Glücklicherweise gibt es immer mehr Technik und Ausrüstung, die den Retter*innen das Leben vereinfachen und das Überleben von verunfallten Personen sichern kann. Dinge wie GPS-Notfallsender, Lawinensuchgeräte oder auch das Recco-System, das ich in diesem Beitrag ein bisschen genauer vorstellen möchte.


Werbehinweis: Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Tatonka und enthält bezahlte Werbung für diesen Kooperationspartner. Mehr zum Thema Werbung auf diesem Blog kannst du hier nachlesen.


Auf den ersten Blick „nur“ ein unscheinbarer Wanderrucksack – doch der kann noch mehr!

Kleiner Reflektor, große Wirkung

Das Recco-Rettungssystem basiert auf einem passiven Reflektor, der in Kombination mit einem aktiven Suchgerät funktioniert. Das Suchgerät sendet Funksignale aus, die von dem Recco-Reflektor, einem kleinen Metallchip, zurückgeworfen werden. Mithilfe dieses Systems kann eine verunfallte Person sehr genau lokalisiert werden. Entwickelt wurde das System schon vor über 30 Jahren in Schweden, hat sich jedoch seitdem nochmal deutlich verbessert: Bei der Suche kann ein mit dem Suchgerät ausgestatteter Helikopter heute bis zu einem Quadratkilometer Gelände innerhalb von sechs Minuten absuchen – und das ist eine ganze Menge.

Das Tolle an dem System ist, dass der Recco-Reflektor sehr klein, leicht (weniger als vier Gramm!) und auch kostengünstig ist. Er fällt also in keinerlei Hinsicht ins Gewicht, ist immer mit dabei, braucht keine Batterien oder irgendeine Form von Aktivierung. Er funktioniert quasi immer und überall, muss nicht gewartet werden und hat eine schier unbegrenzte Lebensdauer.

Aktuell ist das Recco-System bei uns vor allem im Alpenraum verbreitet, aber auch abseits der Berge kommen immer mehr Rettungsdienste hinzu, die über ein Suchgerät verfügen. Eine aktuelle Übersicht über alle Regionen weltweit, in denen das Recco-System aktuell zum Einsatz kommt, gibt es auf der Webseite von Recco.

Klein, leicht und kostengünstig, aber ein großer Vorteil im Ernstfall: der ins Deckelfach integrierte Recco-Reflektor

Der deutsche Outdoor-Hersteller Tatonka hat die Vorteile des Recco-Systems erkannt und bringt den Reflektor in immer mehr Produkten unter: Neben Wander- und Trekkingrucksäcken (wie meinem Tagesrucksack Storm 25 Recco) auch in Hardshell-Jacken und Outdoorhosen. Alles essenzielle Dinge, die man beim Wandern so gut wie immer dabei hat – Vergessen unmöglich! Der Reflektor ist dabei nach offiziellen Vorgaben von Recco so platziert, dass er immer auf die Ortung durch das Suchgerät anspricht, wobei Hindernisse die Wirkungsweise des Reflektors natürlich negativ beeinflussen können. Daher gilt grundsätzlich aber auch: Je mehr Reflektoren man an unterschiedlichen Stellen des Körpers trägt, desto besser!

Hier findest du eine Übersicht über alle Produkte fürs Wandern mit Recco-Reflektor von Tatonka. Darunter zum Beispiel auch der Skill 30 Recco, ein mit 800 Gramm fast schon ultraleichter Rucksack, den ich ebenfalls bereits erfolgreich bei Mehrtagestouren mit leichtem Gepäck im Einsatz hatte. Oder auch der Yukon X1 65+10, ein robuster Trekkingrucksack für längere Touren, mit dessen Vorgänger ich zum Beispiel meinen 11-tägigen Trek über das höchste Gebirge Südafrikas bestritten habe.

Ich habe bisher nur gute Erfahrungen mit Ausrüstung von Tatonka gemacht und mag die große Auswahl an Produkten für unterschiedlichste Einsätze. Hinzu kommt, dass Tatonka ein bayerisches Familienunternehmen ist, das sich sowohl in Sachen fairer Produktion als auch in Sachen Nachhaltigkeit engagiert. So sind zum Beispiel manche Recco-Produkte zusätzlich mit dem Green-Label ausgezeichnet, was bedeutet, dass bei diesen Produkten vorrangig umweltfreundlichere Materialien zum Einsatz kommen.

Das sagt die Bergwacht

Bernd Zehetleitner ist staatlich geprüfter Berg- und Skiführer, Ausbilder und  Einsatzleiter der Bergwacht Bayern und Inhaber der Bergschule Oberallgäu. Für ihn ist das Recco-System eine große Erleichterung bei der Rettung:

„Das Hauptproblem bei Vermisstensuchen ist, dass die Personen häufig nicht „suchbar“ sind, da sie nicht technisch geortet werden können. Neben der Handyortung und aktiven Notsendern ist das Recco-System derzeit das einzige technische System, mit dem vermisste und verunfallte Personen effektiv und schnell vom Hubschrauber aus geortet werden können – vorausgesetzt, sie führen irgendwo in der Bekleidung oder am Rucksack einen Recco-Reflektor mit.

Wir hatten Sucheinsätze wo wir zunächst zwei Tage und eine Nacht im Dauersucheinsatz waren. Danach haben wir an zwei Wochenenden weitergesucht. Teilweise werden vermisste Personen gar nicht mehr gefunden. Wenn vermisste Personen mit einem Recco-Reflektor ausgestattet sind und sich im Suchstrahl des Hubschraubers befinden können diese sofort und direkt geortet werden.“

Auf die Frage, ob er sich wünschen würde, dass in Zukunft einfach alle Rucksäcke und Bekleidungsstücke wie Regenjacken mit einem Recco-Reflektor ausgestattet wären, antwortet Bernd Zehetleitner:

„Ja, das wäre natürlich der Optimalfall. Dass vermisste Personen schnell gefunden werden können, ist ja im Sinne aller Beteiligten: der Bergretter, der Familien und vor allem der vermissten Person selbst.“

Bleibt zu hoffen, dass es irgendwann dazu kommt (und dass natürlich auch noch viel mehr Rettungsdienste irgendwann über ein entsprechendes Ortungsgerät verfügen.) Denn das hilft im Zweifelsfall nicht nur den verunfallten bzw. vermissten Personen, sondern auch denjenigen, die sich für deren Rettung einsetzen:

„Der Vorteil für den Verunfallten bzw. Vermissten ist natürlich, dass er schneller gefunden wird. Für die Bergretter bedeutet ein schnelles Auffinden zusätzlich weniger Zeit- und Kostenaufwand (übrigens auch für unsere Arbeitgeber, die die Retter ehrenamtlich für Einsätze freistellen), weniger Risiko und natürlich auch ein höheres Erfolgserlebnis.“

Vergessen unmöglich: Der Recco-Reflektor ist fester Bestand des Wanderrucksacks (in meinem Fall des Tagesrrucksacks Storm 25 Recco)

Die wichtigsten Tipps für sicheres Wandern

Kein Recco-Reflektor, kein LVS- oder GPS-Gerät sollte dazu führen, dass wir uns leichtfertiger in Gefahrensituationen begeben. Nicht zuletzt weil Such- und Rettungsaktionen immer bedeuten, dass andere Menschen mitunter ihr eigenes Leben für uns aufs Spiel setzen. Natürlich kann es immer zu unvorhergesehenen Notfällen kommen, doch durch eine gute Vorbereitung und verantwortungsvolles Verhalten bei Outdoor-Aktivitäten könn(t)en viele Not- und Unfälle vermieden werden.

Vorbereitung und Planung

  • Kenne deine Route: Versuche während der Planung insbesondere potenzielle Gefahrenstellen oder andere Hindernisse zu identifizieren.
  • Achte auf passende Ausrüstung: Diese sollte unbedingt an die Bedingungen vor Ort und Deine Bedürfnisse angepasst sein.
  • Bereite dich körperlich auf die Tour vor: Gezieltes Training vor anspruchsvolleren Wandertouren führt nicht nur dazu, dass du fitter bist und dich dadurch weniger quälen musst, sondern hilft auch, Verletzungen zu vermeiden.
  • Triff Vorkehrungen für den Ernstfall: In deinen Wanderrucksack gehört unbedingt ein gut ausgestattetes Erste-Hilfe-Set, welches die wichtigsten Verletzungen und Maßnahmen abdecken sollte. Bei Tatonka findet du eine breite Auswahl an Erste-Hilfe-Sets für unterschiedliche Ansprüche – von der kurzen Solo-Tagestour bis zur mehrwöchigen Wanderung in einer Gruppe.
  • Überschätze dich nicht: Gerade wenn Du noch nicht viel Erfahrung mit dem Wandern hast und nicht einschätzen kannst, wie dein Körper auf unterschiedliche Belastungen, sowohl physisch als auch psychisch, reagiert, solltest du deine Route eher konservativ planen.
  • Verlass dich nicht allein auf Technik: So hilfreich moderne Technik wie Smartphone, GPS-Gerät & Co. auch sein mögen – für die Navigation und deine Sicherheit solltest du dich nie allein darauf verlassen.

Sicher unterwegs

  • Behalte das Wetter im Auge: Einer der größten Risikofaktoren auf jeder Trekkingtour und Wanderung ist das Wetter. Insbesondere die Anzeichen von drohenden Gewittern und Stürmen solltest du kennen.
  • Achte auf ausreichend Energiezufuhr: Als Faustregel solltest du dir vornehmen, spätestens alle zwei Stunden zumindest eine kurze Pause einzulegen, um etwas zu essen – und trinken am besten noch öfter!
  • Habe Mut zum Plan B: Es ist nicht schlimm und schon gar kein Zeichen von Schwäche, auf einen Plan B zurückzugreifen oder gar eine Tour abzubrechen. Denn letztendlich geht Sicherheit immer vor!

Mehr Tipps findest Du auch in meinem Artikel zum Thema „Sicherheit beim Trekking und Wandern“.

Unersetzbar: Ein gut ausgestattetes Erste-Hilfte-Set, mit dem man im Notfall nicht nur sich selbst versorgen, sondern auch Ersthilfe bei anderen leisten kann.

Wie sorgst du für deine Sicherheit auf Berg- und Wandertouren? Hast du noch weitere Tipps? Ich freu mich auf deinen Kommentar.

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