[enthält Werbung] Egal ob sportliche Ausfahrt oder gemütliche Bummel-Runde, ob ausgeschilderte Radroute oder Erkundungstour über Schleichwege, ob Sightseeing oder ganz viel Natur: Für Radfahrer gibt es am und rund um den Ostseefjord Schlei ziemlich viele tolle Möglichkeiten für eine Tour. Und das Fahrrad, das ist definitiv eine ganz besonders gute Möglichkeit, diese Region zu entdecken.

Dort, wo die Ostsee rund 42 Kilometer weit ins Landesinnere ragt, wartet ganz viel ländliche Idylle, dazu mal verträume Dörfchen, dann wieder geschäftige Hafenstädte, und natürlich jede Menge Wasser in Form von Schlei und Ostsee. Es gibt viel zu entdecken, aber auch ganz viel unspektakuläre Schönheit und entspanntes Landleben. Die hier vorgestellten Radtouren enthalten viel von letzterem, aber auch das “Sightseeing” kommt nicht zu kurz.

Ich war eine Wochen lang in der Schlei-Region unterwegs, per Fahrrad und auch wandernd (hier geht’s zu meinen Wandertipps für die Schlei). Und habe dabei versucht, möglichst viele verschiedene Ecken in dieser Region zu erkunden. Dabei war das übrigens gar nicht mein erster Besuch an der Schlei! Als ich klein war, haben wir mehrere Familienurlaube dort verbracht. Und an die erinnere ich mich noch heute ziemlich gern (was eventuell auch damit zusammenhängen könnte, dass damals jede Menge Ponyreiten auf einem Bauernhof involviert war).


Werbehinweis: Dieser Artikel entstand in bezahlter Zusammenarbeit mit der Tourismus-Organisation der Schlei-Ostsee-Region. Außerdem enthält der Artikel Werbung für meinen Kooperationspartner Komoot. Mehr zum Thema Werbung auf diesem Blog kannst du hier nachlesen.


In diesem Artikel gibt’s meine gesammelten Tipps für Radtouren an Schlei und Ostsee. Weil ich mein Gravelbike dabei hatte und kleine, versteckte Wege einfach mein Ding sind, habe ich mich dabei vor allem an die Schleichwege gehalten: Das sind vom Tourismusverband entwickelte Radrouten, die meistens über kleine Nebenstraßen, oft aber auch über mitunter sogar recht holprige Wald- und Feldwege führen. Fürs Rennrad sind die meisten hier vorgestellten Routen daher nicht bzw. nur mit Anpassungen geeignet, fürs Gravelbike aber umso mehr (auch wenn die Touren keine reinen Offroad-Gravel-Abenteuer sind). Mit “normalem” Trekkingrad sind die Rundtouren ebenfalls machbar, eventuell muss man hier und da mal absteigen und ein kurzes (!) Stück schieben.

Auf den Spuren der Wikinger: Eriktörn (mit Haithabu)
  • 59 Kilometer
  • Startpunkt: Eckernförde oder Schleswig (beide per Zug erreichbar)
  • zur Tour auf Komoot (Hinweis: Kurz vor Missunde habe ich die Originalroute leicht abgewandelt und einen kleinen Abstecher durch ein schönes Waldgebiet mit eingebaut.)
  • Geeignet für: alle Arten von Fahrrad (inkl. Rennrad, dann aber besser ohne den Abstecher)

Der Eriktörn verbindet auf einer Rundtour die Wikingerstadt Schleswig mit der über 700 Jahre alten Hafenstadt Eckernförde. Dabei führt sie nicht nur zu den Spuren jener Wikinger, sondern auch durch idyllische Dörfer und immer wieder direkt an die Schlei – inklusive diverser Bademöglichkeiten. Zum Baden war es in meinem Fall leider noch ein bisschen kalt, auch wenn ich strahlendsten Sonnenschein hatte und die ruhig und glitzernd vor mir liegende Schlei doch sehr verlockend aussah.

Für die Erkundung von Schleswig und Eckernförde sollte man ein bisschen Zeit einplanen – noch mehr allerdings für die Wikinger-Siedlung Haithabu: An den Ufern der Schlei lag rund um das 10. Jahrhundert nämlich das größte Handelszentrum Nordeuropas. Heute ist Haithabu Weltkulturerbe und das wirklich sehr schön gestaltete Museum zeigt viele originale Fundstücke. Mir als ehemaliger Skandinavistik-Studentin, die sich jahrelang mit Dingen wie Runologie und Altnordisch „herumgeschlagen“ hat, ging da ziemlich das Herz auf. Deswegen habe ich auch mal direkt diverse Stunden dort verbracht. Neben dem Museum selbst gibt es nämlich draußen auch noch eine nachgebaute Wikingersiedlung (und zu der muss man erstmal ein bisschen hinwandern). Außerdem kommt noch eine weitere Stunde für den Verzehr des (natürlich alkoholfreien) Radlers und einer gigantischen Backkartoffel in Odins Biergarten nebenan dazu!

Haithabu war definitiv mein Highlight dieses Tages, aber auch der Rest der Runde war ziemlich schön, abwechslungsreich… und dazu erstaunlich hügelig! (Von wegen Norddeutschland = flach…) Die Tour führt überwiegend über Asphalt und etwas harmlosen Schotter.

Kleine Runde zu Schleidörfern und Landarzthaus
  • 23 Kilometer
  • Startpunkt: Süderbrarup (per Zug erreichbar)
  • zur Tour auf Komoot
  • Geeignet für: Gravelbike, Trekkingrad, MTB

Die Schleiregion von ihrer vielleicht entspanntesten Seite: Trubel sucht man auf dieser kleinen Radrunde nämlich vergeblich. Und findet ihn, wenn überhaupt, nur in „Deekelsen“, einem fiktiven Ort, in dem die langjährige Fernsehserie „Der Landarzt“ gespielt hat. Bei uns in der Familie hat die früher zum Pflichtprogramm gehört – Grüße gehen an dieser Stelle raus an Hinnerk Hinnerksen!

Deekelsen besteht zwar aus vielen verschiedenen Drehorten, aber einem der prominentesten kann man auf dieser Tour begegnen: Dem Landarzthaus, heute ein schönes Café, welches ziemlich große und leckere Kuchenstücke serviert.  Abseits dieser beliebten Pilgerstätte rollt man oft ziemlich einsam über Schleichwege durch Wald und Flur und Feld und immer wieder auch durch kleine, charmante Schleidörfer. Mal auf ruhigen Nebensträßchen, mal etwas holpriger über teils schmale Wald- und Feldwege. Eine schöne Bademöglichkeit gibt es mit dem Badestrand Schneiderhaken in Lindaunis auf halber Strecke auch!

Große Runde um Kappeln (mit Maasholm)
  • 52 Kilometer
  • Startpunkt: Maasholm oder Kappeln (nicht per Zug erreichbar)
  • zur Tour auf Komoot
  • Geeignet für: Gravelbike, Trekkingrad, MTB

Diese Tour konnte ich von meiner temporären Haustür aus starten, denn Gut Oehe, wo ich eine kleine Ferienwohnung (mit Ostseeblick!) bezogen habe, liegt direkt an der Strecke. Wenn man die Tour an anderer Stelle startet (Kappeln würde sich zum Beispiel anbieten), sollte man in dem kleinen Café dort unbedingt einen Stopp einlegen.

Von Gut Oehe aus ist es nicht weit nach Maasholm, einem kleinen Fischerort am Wormshöfter Noor, in dem ich als Kind bei einigen Familienurlauben Windsurfen gelernt (oder es zumindest halbherzig versucht) habe. Obwohl ich gerade erst losgeradelt bin, mache ich eine kleine Pause am Hafengelände und lasse die Erinnerungen durch meinen Kopf ziehen. Der Hafenimbiss, an dem es früher nach dem Surfen immer Currywurst und Pommes mit der durchaus berühmten selbstgemachten Currysoße von Udo gab, hatte allerdings leider noch – ich glaube wegen der Nebensaion – geschlossen.

Nach einer halben Umrundung des Noors (ein Noor bezeichnet übrigens eine fast vollständig abgetrennte Buchten von großen Gewässern – wie in diesem Fall der Schlei) geht es über Feldwege und kleine Landstraßen in Richtung Kappeln, wo ich einige Tage zuvor schon auf meiner Wanderung ab Rieseby vorbeigekommen bin. Deswegen rausche ich quasi nur durch, ansonsten lohnt es sich natürlich, das Fahrrad abzustellen, um über das Hafengelände und durch die Altstadt Kappelns zu schlendern.

Der Charakter der Route vor / nach Kappeln führt vor allem über kleine Nebenstraßen durch landwirtschaftlich geprägtes Gebiet. Der zweite Teil der Route beinhaltet einige Abschnitte der spaßigeren Sorte, die über naturnahe und teils holprige Feld- und Waldwege führen. 

Radfahren an der Waabser Steilküste
  • 26 Kilometer
  • Startpunkt: Parkplatz nahe Waabs (nicht per Zug erreichbar)
  • zur Tour auf Komoot
  • Geeignet für: Gravelbike, Trekkingrad, MTB

Von all meinen Radtouren an der Schlei hat mir diese wohl am besten gefallen. Das liegt maßgeblich an dem tollen kleinen Weg, der sich eine ganze Weile an der Waabser Steilküste entlangschlängelt. Und die ist mitunter tatsächlich ziemlich steil! Zumindest für Ostsee-Maßstäbe.

Den ein oder anderen Campingplatz muss man entlang der Küste passieren, dazwischen warten aber viele ruhige Abschnitte inklusive höchst idyllischer Pausenplätzchen. Man sollte hier unbedingt auch mal das Fahrrad abstellen und runter ans Ufer gehen: Auf den naturbelassenen Stränden an der Eckernförder Bucht lassen sich mitunter allerlei schmucke Steine, Muscheln und andere Meeresdinge bestaunen.

Der Teil abseits der Küste führt über Alleen und kleine Landstraßen durch ländliches Gebiet. Für eine Pause eignet sich auf etwa halber Strecke das gemütliche Hofcafé mit Hofladen von Gut Ludwigsburg mit seinem stattlichen Herrenhaus, welches dort steht, wo sich einst eine mittelalterliche Wasserburg befand.

Noch mehr Radfahrtipps

… findest du (unter anderem) hier:

Alle meine Touren mit GPX-Tracks zum Nachradeln und noch mehr Bilder zu den Touren gibt es in meiner Schlei-Komoot-Collection.

Und natürlich muss man das eigene Rad nicht mitbringen! Es gibt in so gut wie jedem (größeren) Ort an der Schlei einen Fahrradverleih. Teilweise kann man sich das Rad sogar an die Unterkunft liefern lassen! Egal ob Tourenrad, E-Bike oder Mountainbike.


Unterkunftstipp für die Schlei

Ich hatte zwei verschiedene Basislager an der Schlei, die ich beide sehr weiterempfehlen kann und die sich gut als Ausgangspunkt für Wanderungen, Radtouren und andere Ausflüge in der Region eignen:

  • Gut Oehe bei Maasholm ist ein schöner alter Gutshof direkt an der Ostsee, auf dem es verschiedene Ferienwohnungen zur Miete gibt. Auf dem Gelände befinden sich auch ein kleines Café und Restaurant, in der Nähe gibt’s einen (ebenfalls zum Gut gehörenden) Campingplatz mit Pizzeria und kleinem Shop.
  • Gut Büchenau bei Rieseby ist ein bisschen ab vom Schuss – und genau das macht einen Aufenthalt auf dem Gelände des alten Bauernhofs so besonders. Es gibt drei tolle Ferienwohnungen im Nebengebäude, drumherum nichts als Natur.

Außerdem gibt es auch zahlreiche Campingplätze in der Schlei-Region.


Bist du eine der vorgestellten Touren selbst schon mal gefahren oder hast noch weitere Tipps für Radtouren in der Schlei-Region? Ich freu mich auf deinen Kommentar.

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