Zuletzt aktualisiert am 8. Juni 2026

(enthält Werbung) Wenn man von Mannheim nach Basel radeln will, kann man ganz gemütlich knapp 300 km immer am Rhein entlang radeln. Oder… ja, oder man wählt das Naturparke-Gravel-Crossing in Baden-Württemberg und macht mehr als doppelt so viele Kilometer (und noch sehr viel mehr Höhenmeter) draus!

Das Naturparke-Gravel-Crossing ist eine noch relativ neue Bikepacking-Route, die auf knapp 700 km und 15.000 hm einmal längs durch Baden-Württemberg führt. Dabei durchquert sie auf naturnaher Strecke mit viel Steigung und Abenteuerfaktor vier der insgesamt sieben Naturparke des Bundeslandes. 

Ich bin die komplette Route am Stück gefahren und berichte in diesem Artikel von meinen Erfahrungen. Außerdem gibt’s Tipps für alle, die  mehrtägige Gravelroute in Deutschland ebenfalls fahren möchten. 


Werbehinweis: Meine Reise fand in bezahlter Zusammenarbeit mit der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg statt und enthält Werbung. Alle Infos und geschilderten Erlebnisse in diesem Artikel beruhen auf persönlicher Erfahrung. Mehr zum Thema Werbung auf diesem Blog kannst du hier nachlesen.

Was man über das Naturparke-Gravel-Crossing wissen sollte

Über die Route:
… sehr naturnah und oft “ab vom Schuss”
… viel Schotter von smooth bis holprig, der ein oder andere einfache Singletrail, hier und da ein wenig Asphalt. 
… Infrastruktur stellenweise dünn, aber insgesamt sehr gut.
… regelmäßiger Bahnanschluss, sodass man auch gut nur einen Teilabschnitt fahren kann.

Was man mitbringen sollte:
… geländegängiges Rad mit bergtauglicher Schaltung
… starke (oder leidensfähige) Beine
… Motivation für Höhenmeter 
… ein Navi (die Route ist nicht ausgeschildert)
… Kleingeld für Hofläden & Co.

Für wen die Route geeignet ist:
Man sollte wissen, dass die Anstiege nicht nur körperlich, sondern auch mental eine Herausforderung sein können. Denn nicht selten würde einen auch ein deutlich einfacherer Weg ans Ziel bringen. Manch ein Anstieg fällt zudem etwas steiler aus, auch wenn der Großteil schon ganz gut fahrbar ist. Wer aber gerne auch mal den ein oder anderen Höhenmeter fährt und in dieser Hinsicht etwas trainiert ist, wird diese Tour auf jeden Fall genießen können. Praktisch: Bei Bedarf können Anstiege und Trail-Abschnitte je nach Tagesform und Wetter oft leicht umfahren werden.

Naturparke-Gravel-Crossing in 12 Etappen

Offiziell ist das Naturparke-Gravel-Crossing in elf Etappen aufgeteilt, ich habe eine davon halbiert und zusätzlich auf halber Strecke einen Pausentag eingelegt, um die ganze Sache etwas entspannter zu gestalten.

Die ersten beiden Etappen führten mich mal durch die weite Wald- und Wiesenlandschaft des Naturpark Neckartal-Odenwald, ab und an auch ganz entspannt am Ufer des Neckar entlang. Auch das schöne Heidelberg liegt hier an der Route, genauso wie zahlreiche hübsche Fachwerk-Städtchen.

Hinter Heilbronn ging es auf der dritten Etappe im Naturpark Stromberg-Heuchelberg durch Weinberge, Streuobstwiesen und wilde Wälder. Mit dem Kloster Maulbronn kommt man hier auch an einem Stück Weltkulturerbe vorbei: einer der besterhaltenden Klosteranlagen aus dem Mittelalter nördlich der Alpen.

Auf der restlichen Route wird der Schwarzwald der Länge nach durchquert, der sich in zwei Naturparke (Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord und Naturpark Südschwarzwald) aufteilt. Man fährt durch ausgedehnte Wälder und blühende Bergwiesen, vorbei an rauschenden Bächen und Wasserfällen, idyllisch gelegenen Karseen und großen Moorgebieten. Und natürlich auch über den Feldberg, den mit 1.493 Metern höchsten Gipfel des Schwarzwalds, Baden-Württembergs und jenseits der Alpen auch Deutschlands.

Auf der letzten Etappe erreicht man dann den Rhein und kann gemütlich am Fluss entlang immer bis nach Basel ausrollen.

Etappe 1: Mannheim – Heidelberg

Distanz / Höhenmeter (Anstieg): 52,6 km / 950 hm
Einkehrtipp: Bäckerei Riegler am Marktplatz von Ladenburg (mit großer veganer Auswahl!)
Übernachtung:
Hotel Vier Jahreszeiten (perfekte Lage direkt am Fluss in der Altstadt; Abstellmöglichkeit fürs Rad im abgeschlossenen Innenhof)


Los geht‘s noch ganz gemütlich mit ein paar entspannten Kilometern immer am Neckar entlang. Bei Ladenburg wechsle ich die Flussseite und lege eine erste Kaffee- und Kuchenpause in der hübschen Altstadt ein. Energie sammeln für den Rest der Etappe, die deutlich hügeliger ausfallen wird.

Ein paar weitere flache Kilometer später geht es bergauf! Kurz auf einer Straße, dann bald über Waldwege und zwischendurch über Wiesen mit wunderschönen Weitblicken. Ab und an kreuze ich einen kleinen Ort, ansonsten bin ich meist allein in grüner Landschaft unterwegs. 

Auf dem Schriesheimer Kopf findet man mit dem Teltschik-Turm eine tolle Aussichtsmöglichkeit mit 360-Grad-Rundumblick über den Odenwald und darüber hinaus. Kurz danach ist dann auch der höchste Punkt des Tages erreicht – ab hier warten abgesehen von zwei kurzen Gegenanstiegen nur noch herrliche Abfahrten über Waldwege, Sträßchen und einige (sehr einfache) schmale Wege. 

Über mehrere Aussichtspunkte mit Blick auf mein Etappenziel Heidelberg und mit Kurzbesuch an der Thingstätte Heidelberg spuckt mich der Wald bald am Neckar nahe der wunderschönen Altstadt aus. Entlang des Flusses hätte man hierhin auch deutlich einfacher und schneller gelangen können! … ein Satz, den ich auf dieser Tour vermutlich noch öfter denken werde. ;-) Aber wer will schon schnell irgendwo hingelangen, wenn der Umweg so viel Spaß macht wie diese erste Etappe?!

Etappe 2: Heidelberg – Bad Wimpfen

Distanz / Höhenmeter (Anstieg): 81,7 km / 1.770 hm
Verpflegung: Achtung – wenig Verpflegungsmöglichkeiten auf einem Großteil der Strecke!
Übernachtung:
Gasthaus Krone in Eutingen (einfach, aber auch günstig; mit Garage fürs Fahrrad und sehr herzlichen Betreibern)


Ich beginne meine heutige Tourbeschreibung, wie ich die letzte beendet habe: Entlang des Flusses hätte man hierhin auch deutlich einfacher und schneller gelangen können!

Dann würde man aber zum Beispiel den Gipfel des Königstuhls verpassen, seines Zeichens der mit 567,8 Metern höchste Berg des Kleinen Odenwalds. Die rund 400 Höhenmeter dort hoch waren so ganz ohne Aufwärmen schon eine kleine Ansage am frühen Morgen, bis auf das letzte steilere Stück ließ es sich aber eigentlich ganz gut klettern. Und am Aussichtspunkt, wo auch die historische Standseilbahn hält, gibt es zur Belohnung direkt ein zweites Brezel-Frühstück.

Bergab führt die Route des Naturparke-Gravel-Crossings über einige Trails, ich entscheide mich aber nach dem anstrengenden Start für entspannten Fahrgenuss auf glatten Waldwegen. Am Ende der Abfahrt wartet das schöne Örtchen Neckargemünd. Von hier aus könnte man ganz entspannt und easy entlang des Flusse… ach, lassen wir das. ;-)

Zwischen Neckargemünd und Guttenbach führt das Gravel-Crossing herrlich einsam und abgelegen über Waldwege, zwischendurch auch offene Wiesen mit schönem Blick über den Naturpark Neckertal-Odenwald. Es geht mal bergauf, dann auch mal steiler bergauf, manchmal aber auch bergab – und man muss schon sagen, dass eine Gravelroute besser kaum sein kann. Nur die Verpflegungslage ist eher dünn, weshalb ich mich in Guttenbach angekommen leicht ausgehungert über den örtlichen kleinen Snackautomaten hermache. (Danke an dieser Stelle an den Aufsteller!)

Mit aufgefüllten Energiereserven fahre ich die folgenden Kilometer entspannt und flach immer am Neckar auf dem Neckartal-Radweg entlang. Dieser Abschnitt kommt mir von meiner 7-Summits-Bike-and-Hike-Tour durch Baden-Württemberg doch noch sehr bekannt vor.

Ab Obrigheim ist es dann kurzzeitig nochmal vorbei mit der entspannten Fahrerei: Es geht ein letztes Mal für heute ordentlich aufwärts, weiter oben dann durch schönste hügelige Wald- und Wiesenlandschaft, bevor ich kurz vor Bad Wimpfen wieder auf den Neckar treffe. 

Bad Wimpfen ist eine malerische Kurstadt am Neckar, bekannt für ihre gut erhaltene mittelalterliche Altstadt. Die weithin sichtbare Burg von Bad Wimpfen diente einst als bedeutende Residenz der römisch-deutschen Kaiser am Neckar. Und heute Nacht werde ich hier im Ort (wenn auch nicht auf der Burg) residieren.

Etappe 3: Bad Wimpfen – Pforzheim

Distanz / Höhenmeter (Anstieg): 86,7 km / 970 hm
Verpflegung: relativ viele Verpflegungsmöglichkeiten entlang der Route, u.a. mehrere Restaurants am Kloster
Übernachtung:
Hotel Herberge zur Traube (Bett & Bike-Unterkunft mit sehr netter Betreiberin; direkt an der Altstadt von Bad Wimpfen)


Nach der gestrigen Tour fühlt sich die heutige Etappe fast nach Pausentag an! Aber auch nur fast…

Los geht‘s mit ein paar weiteren entspannten Kilometern auf dem Neckartal-Radweg bis nach Heilbronn. Dort biege ich in Richtung Naturpark Stromberg-Heuchelberg ab, den ich heute einmal komplett durchqueren werde. Mein zweiter Naturpark von vier baden-württembergischen Naturparken, die auf dieser Route liegen. Mit rund 40.000 ha Fläche ist der einer der kleineren – aber mit seinen markanten Höhenzügen und der Mischung aus Wein, Wald und wilden Wiesen ein ziemlich schöner.

Nach einer steilen Rampe hinauf auf den ersten Weinberg führen mich kleine Wege mal durch Wald, mal an den Hängen entlang mit wunderschönen Weitblicken über Reben und Landschaft. Am in grüne Landschaft eingebetteten Stausee Ehmetsklinge treffe ich dann später auf das Besucherzentrum des Naturparks. Ein Storchenpaar brütet direkt daneben, dahinter blüht ein Wildkräuterbeet neben dem neu errichteten Fledermausquartier. Im Inneren gibt es aktuell (unter anderem) eine liebevoll gestaltete Ausstellung zum Thema Fledermaus: Der Naturpark Stromberg-Heuchelberg ist mit seiner vielfältigen Landschaft ein Insektenparadies – und damit auch ein wertvoller Lebensraum für Fledermäuse. Über die Hälfte der in Baden-Württemberg vorkommenden Fledermausarten wurden hier bereits nachgewiesen!

Im Anschluss geht es aus dem Tal durch die Weinberge wieder nach oben und abermals durch idyllische Kulturlandschaften und alten Wald. Kurz bevor ich den Naturpark wieder verlasse, statte ich noch dem Kloster Maulbronn einen Kurzbesuch ab. Die beeindruckende Anlage ist eine der besterhaltenen Klosteranlagen aus dem Mittelalter nördlich der Alpen und UNESCO Weltkulturerbe.

Ein paar kleine Anstiege und eine entspannte Anfahrt später treffe ich in Mühlacker auf die Enz und folge dem Enztal-Radweg bis nach Eutingen vor den Toren von Pforzheim.

Etappe 4: Pforzheim – Bad Wildbad

Distanz / Höhenmeter (Anstieg): 42,7 km / 1.000 hm
Verpflegung: Je nach Tag und Uhrzeit mehr oder weniger Einkehrmöglichkeiten entlang der Route – ich habe mein Proviant beim Bäcker in Würm für den Rest der Etappe besorgt.
Übernachtung:
Gästehaus Kühnle (direkt im Zentrum von Bad Wildbad; unkomplizierter Checkin per Schlüsselbox; abschließbarer Fahrradraum)


Eine Wanderung auf dem Westweg steht ja bis heute noch bei mir aus. Nun überquere ich den Schwarzwald aber immerhin schon mal per Fahrrad!

Pforzheim liegt am nördlichen Ende des Mittelgebirges – und von dort geht es auch ziemlich ohne Umschweife hinauf auf die ersten Höhenzüge. Gerade noch in der Stadt bin ich schnell nur noch von Bäumen umgeben und fahre auf besten Waldwegen und begleitet vom morgendlichen Vogelgesang in den Tag hinein.

Die Anstiege werden ab jetzt länger – das merke ich spätestens auf der zweiten Hälfte dieser verhältnismäßig kurzen Etappe. Eigentlich liegt mir das aber auch mehr als ständiges Auf und Ab (zumindest rede ich mir das gerade so ein ;-) ). Einige Anstiege sind steil, einige Wege schmal, einer so wenig befahren, dass ich den Kampf gegen Brennesseln und Zecken kurzzeitig verliere. Vor allem aber ist das Naturparke-Gravel-Crossing auch heute wieder ein ziemlicher Gravel-Genuss.

Mit dem Schwarzwald erreiche ich heute auch den dritten (von vier) Naturparken auf dieser Route: Der Naturpark Schwarzwald Mitte / Nord ist einer der größten Naturparke in Deutschland. Er umfasst ausgedehnte Wälder, tiefe Täler, rauschende Bäche und blühende Weiden und Wiesen. All das finde ich auch auf dieser heutigen Etappe, die mich bis in die Kurstadt Bad Wildbad bringt.

Nachdem ich die letzten Tage immer erst gegen Abend in meiner Unterkunft angekommen bin, erreiche ich sie heute bereits am frühen Nachmittag. Meine Beine freuen sich über ein paar Stunden mehr Erholung, denn morgen steht wieder eine lange Etappe an!

Etappe 5: Bad Wildbad – Baiersbronn

Distanz / Höhenmeter (Anstieg): 64,3 km / 1.230 hm
Verpflegung: u.a. Grünhütte (Blaubeerpfannkuchen!) und Bäckerei in Enzklösterle
Übernachtung:
Hotel Rose (größeres Hotel mitten im Ort; Fahrradgarage war zu dem Zeitpunkt nicht verfügbar, aber ich konnte das Rad mit aufs Zimmer nehmen)


Ganz große Schwarzwaldliebe heute! Trotz – oder vielleicht gerade wegen der dunklen Wolken, die mich den ganzen Tag lang begleiten und gegen Ende auch noch dafür sorgen, dass ich meinen einzigen alleinigen Joker einsetzen muss.

Der Start der Etappe fackelt mal wieder nicht lange, bevor er zeigt, dass das Naturparke-Gravel-Crossing kein entspannter Flussradweg ist (von denen es in Baden-Württemberg übrigens auch so einige gibt). Gefühlt senkrecht geht es ab Bad Wildbad bergauf! …naja… gut, vielleicht nicht ganz. Aber für unaufgewärmte Muskeln und einen Kopf, der vielleicht doch gerne noch eine zweite Tasse Kaffee gehabt hätte, fühlt es sich ein bisschen so an.

Die ersten hundert Höhenmeter wird daher erstmal standesgemäß geschoben, bevor der Anstieg etwas abflacht und ich mich voller Elan (nicht) aufs Rad schwinge. Nachdem die Beine auf Betriebstemperatur gekommen sind, macht der erste von drei längeren Anstiegen auf dieser Etappe aber durchaus viel Freude. Zumal sich immer wieder mal tolle Blicke über den Schwarzwald eröffnen und man so auch ein Gefühl für die Höhe bekommt, die man mit all der Treterei gewinnt.

Von der in wilde Wiesen eingebetteten Grünhütte, die für ihre Heidelbeer-Pfannkuchen bekannt ist, weht ein verlockender Geruch herüber, aber ich habe heute noch einiges vor und bleibe stark. Dann befinde ich mich auf dem Gebiet des Hochmoors Kaltenbronn, seines Zeichens eines der letzten intakten Hochmoorgebiete Mitteleuropas. Der Moorsee Wildsee ist ganz besonders schön – davon konnte ich mich vor einigen Jahren bei einer Mehrtageswanderung hier oben im nördlichen Schwarzwald überzeugen.

Zum See führt ein hölzerner Steg, in rund einem Kilometer könnte man vom Forstweg dorthin gelangen (ist ausgeschildert). Das Rad muss allerdings zurückgelassen oder geschoben werden. Wer noch nie dort war, sollte diesen Abstecher durchaus in Erwägung ziehen!

Vor lauter Vorfreude auf die nahende Abfahrt fahre ich blöderweise am Abstecher zum Hohloh-Turm vorbei, von dem aus man hervorragende Weitblicke erhaschen könnte. Daher nochmal als Hinweis für alle Nachfahrer*innen: Der befindet sich kurz hinter der Passstraße, der GPX-Track führt euch aber nicht direkt dort vorbei! Und ein Stück dahinter liegt auch nochmal ein Moorgebiet nah an der Route, dem man einen kleinen Besuch abstatten könnte.

Dann geht es bald auf feinstem Schotter bergab und vorbei am Wildgehege gen Enzklösterle. Dort ist es für mich dann doch Zeit für ein kleines Päuschen im örtlichen Bäcker, bevor direkt der nächste Aufstieg auf mich wartet – dieses Mal aber etwas sanfter und etwas kürzer als der erste.

Die Route führt heute immer wieder an lauschigen Schutzhütten vorbei und ich mache mehrmals von einer Gebrauch, um mich vor dem nächsten Regenschauer zu verstecken. Nach einer abermals grandiosen Abfahrt öffnet sich der Blick kurz vor Besenfeld – weite blühende Wiesen, wohin das Auge reicht!

Während des finalen Downhills Richtung Huzenbach wird der Regen stärker, ich verzichte daher auf den im oberen Bereich recht zugewachsenen Trail und fahre über etwas einfachere beschilderte Mountainbike-Routen ins Tal. Der Regenradar auf meinem Handy zeigt übrigens weiterhin keinen Niederschlag an, die Realität ist da allerdings anderer Meinung…

Ich beschließe also, das zu tun, was jeder Mensch mit freiem Willen an dieser Stelle tun würde und entscheide mich gegen einen verregneten letzten langen Anstieg und für die entspannte Variante entlang des Flüsschens Murg bis nach Baiersbronn. .. hatte ja fast schon vergessen, wie einfach Radfahren sein kann! Nur den idyllisch gelegenen Karsee Huzenbachsee bekomme ich so leider nicht zu Gesicht.

(Blöderweise hatte ich mir für diese Tour eigentlich nur einen Joker erlaubt und wollte den theoretisch nicht schon an Tag 5 verwenden. Aber mal gucken… vielleicht finde ich ja unterwegs rein zufällig irgendwo noch einen! ;-) )

Etappe 6: Baiersbronn – Wolfach

Distanz / Höhenmeter (Anstieg): 62,3 km / 1.460 hm
Verpflegung: u.a. auf der Kniebishöhe an der Schwarzwaldhochstraße; kleiner Selbstbedingungs-Dorfladen (täglich von früh bis spät geöffnet) in Bad Rippoldsau; kalte Getränke am Burgbachwasserfall (etwas abseits der Route)
Übernachtung:
Gasthaus Hotel Hecht (sehr schönes kleines Hotel im Zentrum von Wolfach; Garage für Fahrräder)


Vielleicht… ja vielleicht war das heute meine bisherige Lieblingsetappe auf dem Naturparke-Gravel-Crossing! Liegt eventuell aber auch daran, dass ich einfach langsam, aber sicher meinen Rhythmus auf dieser Tour gefunden habe (und dass meine Flachland-Radl-Beine sich ihrem Schicksal ergeben haben?)!

Wie so oft auf dieser Tour beginnt der Tag mit einem Anstieg. Der fällt dieses Mal allerdings recht gemäßigt aus, führt erst am malerisch gelegenen Sankenbachsee vorbei und dann hinauf zur Aussichtsplattform Ellbachseeblick. Vor einigen Jahren war ich schon mal hier, auch beim zweiten Besuch ist der Ausblick von hier aber nicht weniger beeindruckend.

In einigem Auf und Ab geht es über Waldwege über die Höhen, dann folgt die Abfahrt nach Bad Rippoldsau, wo ein Dorfladen meine Energiereserven füllt. Ein bisschen Verschnaufpause gibt es auf einem schönen kleinen Radweg durchs Wolftal, bevor der nächste, diesmal etwas steilere, aber größtenteils immer noch gut fahrbare Anstieg wartet.

Bevor der so richtig losgeht, kann ich mir aber erst nochmal die Beine vertreten: Ein paar hundert Meter Wanderweg führen zum Burgbachwasserfall samt idyllisch plätscherndem Bachtal. Und der Weg dorthin lohnt sich gleich doppelt, denn auf halber Strecke wartet ein Getränke-„Kühlschrank“ auf durstige Wanderer (und Radfahrer). Und ich persönlich lasse auf dieser Tour ja keine Möglichkeit für eine kalte Apfelschorle aus. (Kleingeld nicht vergessen!)

Der Rest des Anstiegs radelt sich so gut hydriert fast von allein. Während ich bisher immer wieder auf andere Radler und Wanderer gestoßen bin, bin ich ab hier und für den Rest der Etappe so gut wie allein unterwegs. Lediglich ein einsamer Trailrunner und ein paar Locals in den abgelegenen Siedlungen kreuzen meinen Weg, der von ruhigen Waldwegen und dem ein oder anderen Weitblick über blühende Wiesen und geschwungene Täler geprägt ist. 

Hier hat man das wunderbare Gefühl, im „echten“ Schwarzwald unterwegs zu sein, fernab von touristischen Hotspots und Ausflugszielen. Und das kleine Wolfach mit seinem schönen Schloss, historischen Stadttor und Rathaus und den stattlichen Bürgerhäusern ist nicht nur ein hervorragendes Etappenziel, sondern auch ein guter Ort für meinen wohlverdienten Pausentag. 

Etappe 7: Wolfach – Triberg

Distanz / Höhenmeter (Anstieg): 56,8 km / 1.730 hm
Verpflegung: Bäckerei in Lauterbach; wenige weitere Verpflegungsmöglichkeiten entlang der Strecke
Übernachtung:
Hotel Pfaff (Hotel direkt im Zentrum und gegenüber des Eingangs zu den Wasserfällen; keine Abstellmöglichkeit für Fahrräder, aber ich konnte das Rad mit aufs Zimmer nehmen bzw. auf der Terrasse abstellen)


Eine Etappe fürs Auge! Nachdem die bisherigen Schwarzwald-Etappen doch recht waldreich waren, führt die Route heute vermehrt auch durch offene Landschaft und entlang von Waldrändern mit großartigen Weitblicken.

Nach einem entspannten Pausentag in Wolfach geht‘s mit frischen Beinen an den ersten längeren Anstieg. Schon morgens drückt die Wärme, bis zu 28 Grad sind für diesen Tag vorhergesagt. Glücklicherweise begegnet mir nach einigen hundert Höhenmetern ein Baumschrank mit Getränken – nicht gekühlt, aber die Schorle ist in diesem Moment auch lauwarm ein Gedicht.

In einigem Auf und Ab zieht die Route heute eine große Schleife bis nach Hornberg. Auf den abwechslungsreichen Wegen, die neben den üblichen Schotterwegen auch den ein oder anderen Trail und glatten Asphaltabschnitt beinhalten, macht das Fahren heute besonders viel Spaß.

In Lauterbach komme ich zwei Minuten vor Ladenschluss beim Bäcker an – und der Energieschub in Form einer kalten Cola ist für den Anstieg aus Lauterbach hinaus dringend notwendig! Selbst das Schieben fühlt sich hier nach Schwerstarbeit an, allerdings ist der steilste Teil dann nach rund 100 hm auch schon wieder geschafft und der Rest des Anstiegs gut fahrbar.

Nach einer langen Abfahrt Richtung Lauterbach geht es umgehend wieder bergauf – der längste Anstieg des Tages wird dank einiger Brunnen zum Abkühlen dann trotz Nachmittagshitze sehr erträglich. Die letzte Abfahrt nach Triberg fällt gegen Ende etwas steiler aus – hier kann man Schwung nehmen für den letzten kleinen Anstieg in Richtung Ortsmitte.

Nach einer langen, größtenteils einsamen Etappe ist der Trubel in Triberg dann eine Herausforderung für sich. Triberg ist einer dieser Orte im Schwarzwald, die auch viele internationale Touristen anziehen und vom „Schwarzwald-Klischee“ leben. Hier gibt es allerdings durchaus auch einiges zu sehen: Die größte Kuckucksuhr, die höchsten Wasserfälle Deutschlands und das Schwarzwald-Museum zum Beispiel!

Etappe 8: Triberg – Buchenbach

Distanz / Höhenmeter (Anstieg): 53,1 km / 1.400 hm
Verpflegung: u.a. Einkehr an der Donauquelle und kleiner Supermarkt in Simonswald
Übernachtung:
Gasthof Adler (schöne – und einzige – Unterkunft im Ort; keine Fahrradgarage o.ä., aber sichtgeschütztes Abstellen oder ggf. Mitnahme aufs Zimmer möglich)


Der Tag beginnt – wie sollte es anders sein – mit einem Anstieg! Noch dazu in praller Sonne und auf Asphalt. Nicht gerade mein favorisiertes Klima, aber etwas weiter oben weht zum Glück ein kühles Lüftchen und macht das Fahren angenehmer. 

Mittlerweile habe ich den vierten (und somit letzten) Naturpark auf dieser Reise erreicht: Durch für den Naturpark Südchwarzwald typische Landschaften mit weiten blühenden Wiesen gemischt mit Waldabschnitten und vorbei an typischen Schwarzwaldhöfen geht es dem ersten Höhepunkt des Tages entgegen: Jenem Ort, wo an der Martinskapelle auf 1.078 Metern das Flüsschen Breg zutage tritt – und wo sich somit die mündungsfernste Quelle der Donau befindet. Nachdem ich letztes Jahr auf meiner Bikepacking-Tour durch Baden-Württemberg schon dort stand, wo Brigach und Breg zusammenfließen und somit endgültig die Donau formen (komoot.com/de-de/tour/2324384614) ist das jetzt ein echter Full-Circle-Moment. (Naja, gut, eigentlich müsste ich dafür noch zur Mündung fahren, aber das wäre dann ein etwas größeres Unterfangen…) 

Es folgt eine lange und zwischenzeitlich recht steile Abfahrt nach Simonswald, wo der rund 700 hm lange Anstieg in Richtung Gipfel des Kandel (höchster Berg im mittleren Schwarzwald) auf mich wartet. Der wird aufgrund von Hitze und steilen Abschnitten eine jener Herausforderungen, die einen zwischenzeitlich sämtliche Lebensentscheidungen hinterfragen lassen, aber dank einiger Brunnen und kühlendem Bachlauf überlebe ich (knapp ;-) ). 

Die Route des Gravel-Crossings führt nicht ganz auf den Gipfel, eigentlich wollte ich den Umweg dorthin aber noch mitnehmen. Eine Wegsperrung aufgrund von Forstarbeiten hat mich allerdings daran gehindert, weshalb der lange Anstieg nicht von einem Gipfelerlebnis gekrönt werden konnte.

Umso großartiger war dafür die lange Abfahrt in Richtung St. Peter – vielleicht die schönste, auf jeden Fall die aussichtsreichste bisher! Am Marktplatz von St. Peter dann endlich die wohlverdiente Einkehr – mein Etappenziel Buchenbach ist von dort nur noch rund 10 km und einen kleinen Anstieg entfernt.

Etappe 9: Buchenbach – Titisee

Distanz / Höhenmeter (Anstieg): 24,5 km / 800 hm
Verpflegung: einige Gasthäuser entlang der Strecke
Übernachtung:
Action Forest Hotel (zentral, aber etwas abseits vom Trubel; Bett + Bike-Unterkunft mit Fahrradgarage und Reparaturmöglichkeiten)


Nachdem ich meinen Zug für die Rückreise mit etwas Zeitpuffer gebucht habe, habe ich beschlossen, die Etappe zwischen Buchenbach und Muggenbrunn in zwei Teile zu teilen. Für den längeren (und waaaaarmen) Anstieg aus Buchenbach habe ich mir somit jede Menge Zeit gelassen – und für die aussichtsreiche Weiterfahrt nach Titisee auch.

Unterwegs gab‘s nette Gespräche mit anderen Radfahrern, eine große Portion Spargel mit Kartoffeln und ein ausgedehntes Päuschen im Schatten mit Blick auf den Feldberg, den ich am nächsten Tag erklimmen werde (und erst letztes Jahr zu Fuß bestiegen habe). 

Titisee ist ähnlich wie Triberg ein sehr touristischer Ort und eines der bekanntesten und beliebtesten Reiseziele im Hochschwarzwald. So richtig leer ist es hier wohl eher selten, an diesem Pfingstmontag aber platzt der kleine Ort aus allen Nähten. Irgendwie aber auch kein Wunder, denn der Titisee ist schon ein äußerst idyllischer Anblick und bei diesem Wetter auch eine hervorragende Möglichkeit zum Abkühlen. Zudem ist das nächste Stück Schwarzwälder Kirschtorte hier nie allzu weit entfernt. Übrigens ist der Titisee der größte natürliche See im südlichen Schwarzwald und in der letzten Eiszeit entstanden.

Meine Unterkunft liegt zum Glück zwar zentral, aber etwas abseits des Trubels und ich verbringe den Nachmittag entspannt mit Essen und ein paar Instandhaltungsmaßnahmen für mein Rad.

Etappe 10: Titisee – Muggenbrunn

Distanz / Höhenmeter (Anstieg): 23,3 km / 800 hm
Verpflegung: Einkehrmöglichkeiten in Feldberg-Ort und Todtnauer Hütte ein Stück unter dem Gipfel
Übernachtung:
Vitalhotel Grüner Baum (Restaurant, Wellness und Garage für Fahrräder)


Feldberg calling! Bevor es auf den höchsten Gipfel im Schwarzwald geht, wartet aber (ausnahmsweise) erstmal ein entspanntes Warm-Up dank seichtem Bergab über glatten Asphalt. Nach einigen Kilometern dieser Art biege ich dann rechts auf einen Schotterweg ab und bald beginnt der langgezogene Anstieg auf den Feldberg. 

Unterwegs wartet ein kurzer Abstecher zum Feldsee, den man keinesfalls auslassen sollte: der nahezu kreisrunde Karsee am Fuße des Feldbergmassivs ist ein wunderschöner Anblick, und „nebenbei“ auch noch das älteste Naturschutzgebiet Baden-Württembergs! 

Mal mehr, meist weniger steil geht es in einer großen Schleife in Richtung Feldberg-Ort. Neben verschiedenen Einkehrmöglichkeiten findet man hier auch das Haus der Natur mit kleinem Shop, wechselnden Ausstellungen und großem Veranstaltungsangebot.

Nun trennen mich noch rund 200 Höhenmeter vom Feldberg-Gipfel, der nicht direkt an der Route des Gravel-Crossings liegt, den man aber natürlich unbedingt „mitnehmen“ sollte! Auch von etwas weiter unten sind die Panoramen vor blühenden Bergwiesen aber bereits grandios. 

Vom Gipfel geht es dann (fast) nur noch bergab.. An der Todtnauer Hütte sollte man aber nicht vorbeiflitzen – die ist nämlich eine hervorragende Einkehrmöglichkeit mit bester Aussicht.

Nach einem kleinen Gegenanstieg erreicht man noch das wahre Highlight dieser Etappe: Die längste Baumliege der Welt, mit 44 m Liegefläche!!

Über etwas gröberen Schotter und ein Stück Singletrail erreiche ich ein Waldstück, dann das Holzschlagbachtal. Blühende Wiesen und ein plätschernder Bach umrahmt von dunklen Fichten und gekrönt von blauem Himmel – mal wieder denke ich mir, dass es eigentlich fast schon unverschämt vom Schwarzwald ist, dass er so schön ist. Am Ende des Tals liegt das kleine Muggenbrunn, mein Etappenziel.

Etappe 11: Muggenbrunn – Todtmoos

Distanz / Höhenmeter (Anstieg): 38,5 km / 1.380 hm
Verpflegung: Berggasthaus Gisiboden-Alm (Do – So geöffnet) (Wichtig: Sonst keine Verpflegung und auch keine Trinkwasserquellen!)
Übernachtung:
Hotel am Kurpark (Garage für Fahrräder)


Man könnte ja meinen, dass es nach dem Feldberg quasi nur noch bergab geht! Das Naturparke-Gravel-Crossing hat heute allerdings nochmal eindeutig klargemacht, dass es erst vorbei ist, wenn es eben vorbei ist.

Los geht‘s aber immerhin entspannt – zumindest wenn man wie ich die ersten paar hundert Höhenmeter der Route gegen den Besuch beim Todtnauer Wasserfall eintauscht. Eine Variante, die ich durchaus empfehlen kann! Immerhin handelt es sich mit einer Fallhöhe von 97 Metern um Baden-Württembergs höchsten Naturwasserfall. Und wenn man morgens und unter der Woche dort ist, kann man dieses eigentlich beliebte Ausflugsziel sogar ziemlich für sich allein haben. Hoch über dem Wasserfall verläuft übrigens auch die Hängebrücke Blackforestline. Alle, die sich vor luftiger Höhe nicht scheuen, können deren Überquerung auch mit dem Besuch beim Wasserfall kombinieren.

Vom Wasserfall aus habe ich über Schotterwege bald den Ort Todtnau erreicht, wo ich im Supermarkt nochmal Proviant auffüllen kann. Praktisch, denn auf der restlichen Etappe wird es keine (an diesem Tag geöffneten) Verpflegungsmöglichkeiten mehr geben! Das heißt aber auch: Ich bin nun wieder in einsameren Gefilden unterwegs, nachdem auf den letzten Etappen bedingt durchs lange Wochenende und einige beliebte Ausflugsziele doch stellenweise etwas mehr los war.

Ein Stück hinter Todtnau treffe ich wieder auf die Route und folge ihr rund 600 Höhenmeter die Hänge hinauf. Für den Rest des Tages bleibt die Etappe dann in höheren Lagen, wo die warmen Temperaturen dank Wind und viel Schatten durchaus auszuhalten sind.

Obwohl ich heute dann doch etwas gemerkt habe, dass ich nun seit elf Tagen auf dem Rad sitze und bereits rund 12.000 Höhenmeter in den Beinen habe, hat mir diese Etappe in Sachen Panoramen und Fahrgefühl nochmal ganz besonders gut gefallen und ein paar der für mich schönsten Schwarzwald-Anblicke der ganzen Tour beinhaltet. Mein Ziel ist heute der recht beschauliche Kur- und Marienwallfahrtsort Todtmoos.

Etappe 12: Todtmoos – Basel

Distanz / Höhenmeter (Anstieg): 86,4 km / 800 hm
Verpflegung: u.a. Einkehrmöglichkeiten am Gugelturm (Aussichtsturm etwas abseits der Route), am Bergsee, in Bad Säckingen


Der letzte Tag auf dem Naturparke-Gravel-Crossing ist da – und der fällt gar nicht mal so kurz aus! Von Todtmoos aus schlängelt sich ein schöner Waldweg bergauf bis zu einer kleinen Kapelle. Anschließend folgt ein besonders landschaftlich toller Abschnitt durch die Hoch- und Niedermoorlandschaft des Oberen Hotzenwalds. Später lichtet sich der Wald zum ersten Mal, ich kann unterwegs Weitsichten in Richtung Schweiz bewundern, irgendwann weit unten sogar den Rhein erspähen. Nun hat auch die lange Abfahrt hinunter vom Schwarzwald begonnen.

Die heutige Strecke beinhaltet auch nochmal einige holprigere Streckenabschnitte und Trails. Einen Trail-Abschnitt mit S2-Trails (kurz hinter Rüttehof / nach ca. Kilometer 30) umfahre ich, indem ich einfach ein Stück auf der Straße bergab rolle, bis ich wieder auf die Route treffe. Bald darauf ist das Tal erreicht. Ich überquere das Flüsschen Wehra und folge schmalen Wegen am anderen Ufer bis kurz vor den Rhein.

Auf dem Navi ist der spätere Routenverlauf hier schon zum Greifen nah! Das Naturparke-Gravel-Crossing schlägt aber nochmal einen großen Haken, auf dem auch der letzte kleinere Anstieg der Tour wartet – hinauf zum Bergsee Bad Säckingen, dann hinab in das Städtchen, wo ich schlussendlich das Rheinufer erreiche. Die hiesige Holzbrücke über den Rhein, ihres Zeichens die längste, gedeckte Holzbrücke Europas, ist ein besonders schöner Anblick. Noch schöner ist in diesem Moment aber die Gewissheit, dass ich nun 35 Kilometer flach entlang des Flusses nach Basel cruisen darf!  Erfrischendes Sommergewitter inklusive.

Mal ziemlich idyllisch, mal von Industrie geprägt lässt es sich auf diesem abwechslungsreichen Abschnitt hervorragend ausrollen. Gefühlt haben meine Beine nur fast vergessen, wie normales Radfahren geht, nachdem sie es von den letzten zwölf Tagen vor allem gewohnt sind, entweder sehr viel oder gar nicht treten zu müssen. In Basel am Badischen Bahnhof endet die Tour. 

Mein Fazit zum Naturparke-Gravel-Crossing

Landschaftlich wirklichwunderschön, oft herrlich ruhig und abgelegen, aber auch mit der ein oder anderen Sehenswürdigkeit, fahrtechnisch abwechslungsreich und äußerst radfreundlich (sprich: so gut wie keine potenziell unangenehmen Straßenabschnitte u.ä.)… Dazu viele “kleine” Dinge, die das Radtourenleben leichter und schöner machen: Schutzhütten, Wasserquellen, Reparaturstationen, radfreundliche Unterkünfte, kalte Apfelschorlen mitten im Wald… und auch die nächste Brezel ist nie allzu weit entfernt! Für alle, die viel Natur, eine eher abenteuerliche Strecke und dazu sportliche Herausforderung suchen, ist das Naturparke-Gravel-Crossing meiner Meinung nach eine hervorragende Wahl.  

Mehr Infos


Bist du das Naturparke-Gravel-Crossing schon gefahren oder hast noch Fragen zu meiner Tour? Hinterlass gern unten einen Kommentar.

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