5 Lieblings-Mädels, 1 uriges Cottage am Meer und die geballte Schönheit von Wales direkt vor der Haustür. Das sind die perfekten Zutaten für die perfekte kleine Auszeit.

Wir haben die Insel Angelesey mit ihren verschlafenen Orten, verstecken Buchten und verträumten Leuchttürmen erkundet, sind auf dem Wales Coast Path gewandert und haben jede Menge Tee in unserem gemütlichen Wohnzimmer getrunken, während der Regen an die Fensterscheiben geprasselt ist. Wir haben Sonnenunteränge bewundert, Kühe gezählt und manchmal sogar ein bisschen gearbeitet.

Und natürlich haben wir dem vielleicht eindrucksvollsten Ort in ganz Wales einen Besuch abgestattet: Dem Snowdonia Nationalpark mit seinem gleichnamigen Gipfel, der alle anderen in Wales überragt.


Werbehinweis: Meine Reise von Wales fand im Rahmen einer unbezahlten Pressereise in Kooperation mit Visit Wales statt. Außerdem werden in diesem Artikel Affiliate-Links verwendet. Wenn Du etwas über einen dieser Links kaufst, erhalte ich eine kleine Provision, ohne dass Du mehr bezahlen musst. Dies dient der Erhaltung meines Blogs. Mehr zum Thema Werbung auf diesem Blog kannst Du hier nachlesen.


Per Zahnradbahn auf den Gipfel von Mount Snowdon…

Eigentlich bin ich ja eher so veranlagt, dass ich jene Berggipfel meide, auf die Seilbahnen oder ähnlich bequeme Wege führen. Für mich gehört die Anstrengung des Anstiegs einfach zum Gesamterlebnis dazu und die Belohnung aka Gipfelaussicht dafür teile ich mir dann auch am liebsten mit solchen Menschen, die die selbe Anstrengung auf sich genommen haben.

Aber für manche Gipfel mache ich da schon mal eine Ausnahme, und im Falle von Mount Snowdon sowieso. Immerhin sprechen wir hier vom höchsten Berg in Wales! Und auf seinen Gipfel führt auch nicht irgendeine Otto-Normal-Bahn, sondern die ihres Zeichens einzige Zahnradbahn in Großbritannien. Einige Wagen und Lokomotiven der Snowdon Railway sind bereits seit der Eröffnung im Jahr 1896 in Betrieb und diese charmante Altertümlichkeit ist dann auch für jemanden wie mich schon fast wieder verlockend.

Nachdem wir uns langsam in Bewegung gesetzt und die ersten (Höhen-)Meter hinter uns gelassen haben, habe ich allerdings ziemlich schnell wieder sehnsüchtig auf die Wanderer geblickt, die sich auf der anderen Seite der Fensterscheiben ihren Weg zu Fuß Richtung Gipfel bahnen. Die vorbeiziehende, raue Bergwelt, die ich an Großbritannien so sehr liebe, war einfach viel zu schön. Ich wollte sie ohne trennende Glasscheibe betrachten, mich in alle Richtungen umdrehen, die Luft atmen und die Schafe fotografieren können.

Glücklicherweise ging es dem Rest meiner Wales-Reise-Gang da ganz ähnlich, sodass wir ziemlich schnell und einheitlich beschlossen, den Weg zurück ins Tal mit Füßen statt Zahnrädern zurück zu legen. Mit diesem Wissen im Hinterkopf konnte ich die restliche Fahrt nach oben dann doch auch noch ziemlich genießen, zumal der Weg zum Gipfel auf dieser Seite des Berges zugegebenermaßen auch nicht so spektakulär ist, dass man ihn unbedingt zweimal laufen muss.

An der Gipfelstation auf knapp unter 1.085 Metern Höhe drängten wir uns durch eine nicht gerade kleine Menge an Menschen, um raus und zum tatsächlichen Gipfel zu gelangen. Wie es sich für ein waschechtes, britisches Gipfelerlebnis gehört, hatten allerdings kurz vor unserer Ankunft dichte Nebelschwaden vom höchsten Berg in Wales Besitz ergriffen, sodass wir ziemlich genau gar nichts sahen. Bis… ja bis der Nebel sich von einer Sekunde auf die andere plötzlich wieder lichtete (Stichwort waschechtes, britisches Gipfelerlebnis) und dann doch noch den Blick auf die umliegenden Gipfel und Bergseen freigab. Was für ein Glück! Was für ein Anblick!

Eisig kalt und ziemlich windig war es allerdings trotzdem, sodass wir relativ schnell den Rückweg antraten.

… und zu Fuß wieder ins Tal

Erstmal hieß es, den richtigen Weg zurück nach Llanberies zu finden, denn viele Wege führen nach Rom – oder in diesem Fall auf den Gipfel des Snowdon. (Hier gibt es eine praktische Übersicht über alle Routen.) Da unsere Route allerdings eine der meist begangenen ist und zudem grob den Schienen folgt, war das Finden nicht allzu schwer. Einmal verlaufen haben wir uns allerdings trotzdem (ups).

Der Wanderweg nach Llanberies ist zwar landschaftlich nicht unbedingt der schönste der Wanderwege auf den Snowdon, allerdings der längste und damit bergab am wenigsten steile und zudem der einzige, der (auf direktem Wege) wieder zu unserem Auto führt. Weil der Weg keine Schwierigkeiten bereithält, hat man von hier aus zudem die beste Möglichkeit, der Landschaft zu huldigen, ohne sich zu sehr auf das Wandern konzentrieren zu müssen. Und von dieser Route aus hat man die besten Blicke auf die doch kleine Zahnradbahn, die sich in regelmäßigen Intervallen langsam Richtung Gipfel und wieder zurück hangelt.

Wandern im SNowdonia Nationalpark – weitere Tipps

Der Snowdonia Nationalpark ist einer der berühmtesten und beliebtesten Nationalparks in Großbritannien und dementsprechend gibt es viele Wanderwege und andere Infrastruktur wie Wegweiser und Parkplätze für wandernde Besucher.

Dramatische Bergkulisse  im Gletscherkar Cwm Idwal

Eine wunderschöne, relativ einfache und wenig anstrengende Rundwanderung um den Bergsee Llyn Idwal im gleichnamigen Gletscherkar. Der See ist umringt von schroffen Berghängen, die man vom südlichen Ende des Sees auch noch besteigen kann, wenn man die Wanderung verlängern und erschweren möchte. Ansonsten ist aber auch die Rundwanderung selbst schon mehr als zufriedenstellend und ein toller Ausflug in die wilde Bergwelt von Wales.

Der Klassiker: Snowdon Horseshoe

Eine der bekanntesten Routen unter britischen „Hill Walkern“ ist der Snowdon Horseshoe. Die Wanderroute ist rund 11 km lang und führt mit rund 1.000 Höhenmetern im Auf- und Abstieg über insgesamt sechs Gipfel, drei davon über 3.000 Fuß (914 m) hoch – die magische Grenze für Berge in Großbritannien. Damit ist die Wanderung Snowdon Horseshoe im Prinzip für einigermaßen fitte Wanderer gut machbar, allerdings nur für solche, die schwindelfrei sind. Der ein oder andere Grat, der überquert werden muss, ist nämlich relativ schmal.

Die Wanderung beinhaltet (natürlich) auch den Gipfel von Mount Snowdon selbst und ist somit eine tolle Alternative für eine Rundwanderung über den höchsten Berg von Wales. Hier gibt es eine Übersichtskarte über die gesamte Route und hier einen ausführlichen Bericht zur Wanderung.

Fernwandern und Trekking im Snowdonia Nationalpark

Zu allererst: Es gibt keine ausgewiesenen Fernwanderwege im Snowdonia Nationalpark. Wer auf einem solchen unterwegs sein will, muss zum Beispiel auf den Wales Coast Path an der Küste oder den Offa’s Dyke Path, der einmal komplett entlang der englisch-walisischen Grenze entlang führt, ausweichen.

Immerhin gibt es mit dem Snowdonia Way aber seit 2017 einen Routenvorschlag für eine Mehrtageswanderung, die ähnlich wie meine 8-tägige Trekkingtour durch den Lake District in eine „Low Route“ und eine „High Route“ unterteilt ist. Erstere beträgt rund 156 km und ist in 6 Etappen unterteilt, die Route über die Gipfel umfasst knapp 200 km und 9 Etappen.

Ansonsten ist im Snowdonia Nationalpark Selberplanen angesagt, wobei in diesem Kontext erwähnt sei, dass Wildcamping hier theoretisch nicht erlaubt es, wenn es auch – die nötige Vernunft vorausgesetzt – in der Praxis nicht zu Problemen führt (hier gibt’s mehr Infos zum Thema Wildcampen in Großbritannien).

Praktisch für die Planung und fürs Wandern selbst sind, wie eigentlich überall in Großbritannien, die Karten von Ordnance Survey im Maßsstab 1 : 25.000. Für einen geringen Preis kann man auch online auf die Karten zugreifen –  in allen Maßstäben und von unterwegs per App. Zur Inspiration sind zudem Wanderführer für Wales hilfreich, deren Tageswanderungen man zum Beispiel per Karte verbinden kann.

Mehr über unseren Kurztrip nach Wales

Weitere Reiseberichte über unsere kleine Auszeit in Wales kannst Du bei meinen lieben Reisebegleiterinnen nachlesen:


Weitersagen auf Pinterest


Bist Du auch schon mal auf den Gipfel von Mount Snowdon gewandert oder hast Du noch weitere Wandertipps für Wales? Ich freu mich auf Deinen Kommentar!

4 Comments

  1. Michael Schäfer Reply

    Vielen Dank für den schönen Bericht aus meinem Lieblingsurlaubsland :-). Ich liebe die Möglichkeit, nach einer alpinen Bergtour abends noch zum Strand gehen zu können. Dazu kommen die wunderschönen Halbinseln Llyn und Angelsey. Schade, dass Euer Wetter eher durchwachsen war, bei meinem dritten Besuch vor drei Jahren habe ich zum ersten mal den Snowdon ohne Wolken gesehen :-)
    Hoffentlich bist du bald mal wieder in GB. Viele Grüße und danke für die Anregung, mal wieder ein Fährticket zu buchen :-)
    Michael

  2. Hallo Kathrin, das ist eine sehr schöne Gegend, auch wenn es zum Teil höher frequentiert ist.
    Wir sind von Rhyd Ddu über den gleichnamigen Pfad hinauf und den Snowdon Ranger Path zurück. Hinauf Nebel, auch am Grat und als wir wieder runter sind, ein paar Minuten nach dem Gipfel: aufgerissen, na dann sind wir nochmal hoch ;-).
    Danach ein Erlebnis, knapp unterhalb der Stelle wo die Bahn den Weg kreuzt: Ein ca. 6-8-jähriger schmeißt Steine den Abhang hinunter. Als ich im zurufe, er solle das lassen, stürmt der Vater des Jungen auf mich zu, geht mir fast an die Gurgel und erklärt mir: „I’m the only one speaking to my children!“ Zum Glück waren da noch zwei andere zur Stelle, die ihn dann beruhigt haben…puh.

    Kleiner Tipp: Unterkunft in Harlech (Pen y garth, sehr nette Gastgeber) und abends noch eine Runde im Meer planschen…

    Habt ihr euch eigentlich mit den Leggings abgesprochen? Die bunten gefallen mir am besten (ist das Anidenkt?).

    PS: der Link zum Blog von Anidenkt führt zur Homepage vom Cottage – war wohl nicht so gedacht ;-)

  3. Grüß Dich Freulein D.
    Schöner Blog! Ich bin Vater von Ulligunde und war mal auf dem Snowden. Mit dem Fahrrad von Dover aus, am Fuß des Berges. Oben hab ich im Zelt genächtigt. War windig und toll. Waliser dort oben meinten, der Abstieg sei gefährlich und banden mich mit ins Seil (um den Bauch). Dann rasten sie abwärts mit mir und dem schweren Rucksack mitten in der Seil-Kette. Dabei war der Pfad mehr ein simpler Bergrücken. Es war eine fröhliche Sache in einer wunderbaren Gegend.

  4. Eine nette Alternative zu Schottland. Regnet es in Wales auch so oft und viel?

    Aber was du in Berlin machen willst …tststs *kopfschüttel*

Write A Comment