[enthält Werbung] Ich bin kürzlich in die Niederlande gezogen. Und um so richtig in den Niederlanden anzukommen, muss man selbstverständlich ans Meer fahren. Zumal das für mich als bisherige Alpenlandbewohnerin doch etwas ziemlich besonderes ist, meine geliebte Nordsee plötzlich so nah vor der Haustür zu haben. 

Für meine Einstand habe ich mir die Schoorlser Dünen (auf Niederländisch: Schoorlse Duinen) ausgesucht, ein weitläufiges Naturschutzgebiet an der Westküste Nordhollands. Rund eine Stunde Fahrzeit waren es dorthin von meinem neuen Zuhause südlich von Amsterdam aus, und diese Fahrt war größtenteils nicht gerade von Naturidylle geprägt (um es mal vorsichtig auszudrücken). Das sollte sich jedoch ziemlich schnell ändern, nachdem ich erstmal am Ausgangspunkt für meinen Ausflug ans Meer angekommen war. 


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Vom kleinen Örtchen Schoorl aus ist das Meer allerdings immer noch einige Kilometer entfernt. Und das ist auch gut so! Denn der Küstenabschnitt hier ist unverbaut und nicht mit dem Auto zugänglich. Um zum Strand zu kommen, muss man entweder die Wanderschuhe schnüren oder aufs Rad steigen. Ich hab mich für ersteres entschieden.

Von Schoorl aus wanderte es erstmal steil bergauf ging . Zumindest für niederländische Verhältnisse: Immerhin circa 50 Meter hoch ist die Düne am Ortsrand, und damit eine der höchsten in den Niederlanden. Da ich zuletzt in der Schweiz gewohnt habe, hatte ich jedoch eine gehörige Portion Bergausdauer mit in den flachen Norden gebracht, und so war der große Haufen Sand schnell und mühelos erklommen.

Dahinter breiteten sich Pinienwälder aus, die in leicht nebliges, warmes Morgenlicht getaucht waren. Wunderschön anzuschauen, und dennoch nicht (mehr) wirklich willkommen: Die Bäume wurden vor knapp 100 Jahren angepflanzt, um die Bewohner der Küstenregion vor dem Sand zu schützen. Exoten wie die korsische und die österreichische Kiefer kamen zum Einsatz, aber auch die einheimische Waldkiefer ist hier verbreitet.

Mittlerweile hat ein Umdenken stattgefunden und die Landschaft soll Stück für Stück wieder renaturiert werden. Heimische Tier- und Pflanzenarten werden unterstützt, indem Bäume und die oberste Bodenschicht stellenweise entfernt werden. Auch werden dem Meer Schneisen gegraben. Sand, Wind und Wasser sind wieder willkommen und werden maßgeblich dabei helfen, wieder eine dynamische, gesunde und widerstandsfähige Dünenlandschaft herzustellen.

Ein Teil der Wälder soll aber erhalten bleiben, und damit auch die zahlreichen Wander- und Radwege bzw. Mountainbike-Trials, die sich durch die Landschaft der Schoorlser Dünen ziehen.

Irgendwann gingen die Baumlandschaften in sandiges Dünengebiet über, das Meer rückte spür- und hörbar näher, blieb jedoch noch gut hinter der vordersten Dünenreihe verborgen. 

Umso großartiger war es, diese Dünen zu erklimmen und ganz plötzlich den weiten Sandstrand und die endlose See zu Fußen zu haben. Diesen Anblick musste ich erstmal bei einem Päuschen im Sand und einem kräftigen Schluck Kaffee aus der Thermoskanne sacken lassen! Alles erinnerte mich an meine wunderschöne einwöchige Wanderung auf dem Nordseewanderweg in Dänemark, die ich vor einigen Jahren unternommen habe und an die ich so gern zurückdenke.

Eine Weile lang wanderte ich entlang der Brandung, beobachtete Möwen, die Seesterne im ganzen verschlangen und bewunderte die Flinkheit der Sandläufer, die nach etwas schnabelgerechterer Nahrung suchten. Ein paar Spaziergänger waren unterwegs, Radfahrer machten sich den feuchten, festen Sand zu nutze, ansonsten waren da nur die Dünen auf der einen und das Meer auf der anderen Seite. Schöner kann die Nordsee kaum sein.

Irgendwann musste ich ihr trotzdem wieder den Rücken zukehren und mir durch das Labyrinth an kleinen Wegen meinen Weg  zurück nach Schoorl suchen, durch wehendes Dünengras und dichtes Heidekraut,  und vorbei am Vogelmeer, einem idyllischen kleinen See mitten in der Dünenlandschaft. Benannt ist er nach den vielen Möwen, die hier früher brüteten (die aber mittlerweile durch die vermehrt auftretenden Füchse vertrieben wurden). 

Fast fühlte ich mich ein bisschen wehmütig. Die Art von Wehmut, die unweigerlich immer auftritt, wenn man das Meer verlässt. Doch dann viel mir wieder ein, dass ich ja jetzt gar nicht so weit weg wohnte, und eigentlich jederzeit ans Meer konnte, wenn mir danach war. Ob ich mich jemals an diesen Gedanken gewöhnen werde? Ich bezweifle es.

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Warst du auch schon mal in den Schoorlser Dünen unterwegs? Oder hast du noch weitere Tipps für schöne Wanderungen an der niederländischen Nordsee? Ich freu mich auf deinen Kommentar.

2 Comments

  1. Ich finde Dünen zwar keinen Ersatz für Berge, aber für ein oder zwei Tage ist es mal eine schöne Abwechslung.

    Die Fotos erinnern mich an die Kurische Nehrung in Litauen, dort sieht die Landschaft ähnlich aus. Dazwischen gibt es kleine Orte mit Häusern aus buntem Holz. Sehr putzig!

  2. Ich kann die Mischung aus trockenem Nadelgeruch und salziger See förmlich riechen…
    Schöner Bericht und wunderbare Bilder!

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