Staubige Straßen, endlose Wüste, rote Felsen und Temperaturen von 40 Grad und mehr: Nach 1,5 Wochen Roadtrip im Campervan durchs westaustralische Outback mit all seinen Schätzen war ich sowas von bereit für ein bisschen blaues Wasser und eine ordentliche Brise salzige Luft! Zum letzten Mal hatte ich das Meer rund 1.600 km weiter südlich in Albany gesehen, wo ich meine 1.000 km lange Fernwanderung auf dem Bibbulmun Track beendet hatte. Und das fühlte sich an, als wär es eine Ewigkeit her.

Auch wenn es hier an der Küste nicht wirklich kälter war als im Inland: Allein der Anblick der türkisen Wellen kühlte mich gefühlt 10 Grad nach unten. Ich wäre am liebsten gleich vom Autositz direkt ins Meer gesprungen, aber erst musste ich noch einen Stop am Besucherzentrum in Exmouth einlegen und mich mit dem ausstatten, was man hier am allerdringendsten benötigt: Schnorchel und Taucherbrille! Immerhin war ich hier am nördlichen Ende des Ningaloo Reef, einem der großartigsten Unterwasserparadiese in ganz Australien.


Werbehinweis: Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit STA Travel und enthält Werbung für diesen Kooperationspartner. Mehr zum Thema Werbung auf diesem Blog kannst Du hier nachlesen. 


schnorcheln am ningaloo reef in westaustralien

Da war dann nur noch eine Sache: Ich bin noch nie in meinem Leben geschnorchelt. Zumindest nicht jenseits der heimischen Badewanne oder des örtlichen Freibads. Und die Vorstellung, da jetzt einfach so in eine völlig unbekannte, fremde Welt einzutauchen war mir auch gar nicht so ganz geheuer. Glücklicherweise ist das Ningaloo Reef bestens für Schnorchelanwärter wie mich geeignet, und so stand ich schon bald in voller Montur in den Wellen und tauchte zum ersten Mal meinen Kopf unter Wasser.

Irgendwie ist das ja oft so mit den fremden, unbekannten Welten: Betrachtet man sie von außen, fühlt man sich unbehaglich und unsicher, aber ist man erst einmal eingetaucht in diese Welt, fühlt es sich plötzlich ganz natürlich an und man wird schnell ein Teil davon. Ganz genauso ging es mir mit der Unterwasserwelt. Und die ließ nicht lange auf sich warten!

Direkt am Ufer begrüßte mich der erste Sandrochen, kurz danach war ich umringt von ziemlich großen, ziemlich silbrig glänzenden Fischen. Ein paar Schwimmzüge weiter tauchten die ersten Korallen auf, die ersten knallbunten Fische, die erste Seeschnecke. Und ich, ich konnte mein Glück kaum fassen beim Anblick all dieser wundersamen Wesen. Und das war erst der Anfang…

Schnorcheln am Ningaloo Reef in Westaustralien

sandrochen am ningaloo reef in westaustralien Schnorcheln am Ningaloo Reef

Das Ningaloo Reef in Westaustralien

Der Ningaloo Marine Park, seines Zeichens UNESCO Weltnaturerbe, ist die Heimat des größten Saumriffes der Erde. Über 300 km lang erstreckt es sich an der westaustralischen Coral Coast und ist ein wahres Paradies für Schnorchler und Taucher. Die wichtigsten Punkte entlang der Küste, an der das Riff liegt, sind Exmouth im nördlichen und Coral Bay im südlichen Teil. Ich habe während meines 4-wöchigen Roadtrips durch Westaustralien beide besucht und einige wunderbare Tage inmitten von Korallen, Schildkröten, Mantarochen, Riffhaien, bunten Fischen und anderen Wasserbewohnern verbracht. Dass ich dabei den Kopf mehr unter als über Wasser hatte, versteht sich natürlich von selbst.

Unbekanntes Gegenstück zum Great Barrier Reef

Der große Bruder des Ningaloo Reefs, das weltbekannte und weltgrößte Korallenriff Great Barrier Reef, liegt auf der anderen Seite des Landes, rund 5.000 Autokilometer entfernt. Die große Popularität des Riffs und die Beliebtheit der australischen Ostküste sorgen dafür, dass es hier an Besuchern nie mangelt. Das Ningaloo Reef hingegen ist verglichen damit noch ein richtiger Geheimtipp und dementsprechend entspannt und ruhig geht es hier zu.  Dabei muss es sich vor dem großen Verwandten mit über 200 Korallenarten, 500 verschiedenen Fischarten und vielen anderen Spezies keinesfalls verstecken!

Das perfekte Riff für Schnorchelanfänger

Saumriff bedeutet übrigens im Wesentlichen, dass das Korallenriff nah an der Küste verläuft – und zwar so nah, dass man es vielerorts direkt vom Ufer aus mit ein paar Schwimmzügen erreichen kann. Damit ist das Ningaloo Reef der perfekte Ort für Schnorchelanfänger! Man muss nämlich nicht erst mit einem Boot irgendwohin raus aufs Meer fahren und dort dann ins große Unbekannte springen, sondern kann sich langsam rantasten und jederzeit wieder schnell ans rettende Ufer schwimmen.

Strand im Cape Range Nationalpark in Westaustralien

Schnorcheln im Cape Range Nationalpark

Der Cape Range Nationalpark befindet sich an der Nordspitze der westaustralischen Coral Coast. Zum Parkeingang sind es ca. 30 Minuten mit dem Auto von Exmouth aus.

Die besten Schnorchelspots bei Exmouth

Theoretisch kann man an vielen Stellen am Ningaloo Reef ins Wasser gehen und drauf los schnorcheln. Im Cape Range Nationalpark gibt es allerdings drei Orte mit besonders beeindruckender Unterwasserwelt und schnorchelfreundlicher Strömung. Diese Snorchelspots sind auch extra ausgeschildert und in den Übersichtskarten vermerkt.

  • Lakeside: Der perfekte Ort für Schnorchelanfänger, denn hier gibt es keine nennenswerten Strömungen. Vom Parkplatz aus läuft man ca. 500 m über den Strand, um zum spannendsten Teil des Riffs zu kommen.
  • Oyster Stacks: Ebenfalls besonders gut für Anfänger geeignet, allerdings kann man hier nur während der Flut und damit in relativ kurzen Zeitfenstern von wenigen Stunden (und das auch nur an manchen Tagen) schnorcheln, da das Wasser ansonsten zu flach ist. Die aktuellen Zeiten findet man in den Besucherzentren in Exmouth und im Milyering Discovery Center innerhalb des Nationalparks.
  • Turquoise Bay: An diesem Schnorchelspot treten vermehrt stärkere Strömungen auf, weshalb man für die ersten Schnorchelgänge lieber auf Lakeside und Oyster Stacks ausweichen sollte. Für geübtere Schnorchler und Schwimmer ist Turquoise Bay aber großartig, denn hier kann man mit der Strömung „driften“ und gleitet so von ganz allein langsam über die Korallenwelt. Ganz außer Acht lassen sollte man die Außenwelt dabei aber nicht, denn wenn man den Ausstieg verpasst, kommt man in einen Bereich mit starken und potenziell gefährlichen Strömungen. Das klingt jetzt aber dramatischer als es ist: Wo die Grenze ist, ist gut sichtbar und und es gibt vor Ort detaillierte Informationen dazu.

Schnorcheln am Ningaloo Reef in Westaustralien

schnorcheln im cape range nationalpark in westaustralien

schnorcheln im cape range nationalpark in westaustralien schnorcheln im cape range nationalpark in westaustralien

Schnorcheln mit Walhaien bei Exmouth

Schnorcheln bei Exmouth ist das ganze Jahr über toll, aber von März bis September (wobei die beste Zeit zwischen März und Mitte Juli liegt) ist es NOCH toller, denn dann ist Walhai-Saison! Walhaie können bis zu 20 Meter lang werden und sind die größten Fische der Welt. Und auf geführten Schnorcheltouren rund um Exmouth kann man diesen riesen ganz nah kommen.

Ich war Ende Oktober in Exmouth, weshalb ich diese Gelegenheit leider verpasst habe. Meine Bloggerkolleginnen von Black Dots White Spots und Viel Unterwegs hatten da ein besseres Walhai-Timing und dort findest Du viele Infos und Eindrücke.

Camping im Cape Range Nationalpark

Die Campingplätze im Cape Range Nationalpark bei Exmouth sind einfach großartig und zudem die perfekten Ausgangspunkte für Schnorchelgänge – entweder direkt vom Campground aus oder in Verbindung mit einer kurzen Autofahrt. Es gibt insgesamt zehn Campingplätze entlang des Küstenstreifens im Nationalpark, alle sehr klein und naturbelassen gehalten. Strom oder fließendes Wasser sucht man hier vergeblich, dafür gibt’s aber tollstes Campingfeeling direkt in den Dünen mit Blick aufs Meer und direktem Zugang zum Strand.

Diese Standplätze sind vor allem zur Hauptreisezeit sehr begehrt, früher gab es jeden Morgen lange Schlangen an den Eingängen zum Nationalpark. Mittlerweile wurde auf ein Online-Buchungssystem umgestellt, welches die Sache sehr vereinfacht. Das muss man jetzt allerdings auch nutzen, denn die Platzvergabe läuft nur noch darüber.

camping im cape range nationalpark

Meeresschildkröten im Cape Range Nationalpark

Zwei Nächte lang bin ich im Dunkeln auf den Sanddünen gesessen- muxmäuschenstill und mit möglichst wenig Bewegung – in der Hoffnung, vielleicht einer Meeresschildkröte bei der Eiablage zuzusehen. Schildkrötenspuren im Sand und die charakteristischen Hügel der Nester gab es genug, aber eine Schildkröte auf frischer Tat zu ertappen ist mir leider nicht gelungen. Aber allein schon die Vorstellung, dass es ja passieren könnte, war ziemlich abenteuerlich!

In etwa von November bis März hat man im Cape Range Nationalpark die Möglichkeit, dieses Schauspiel zu bewundern. Entweder eigenständig oder im Rahmen einer geführten Tour des Department of Parks & Wildlife. Einige Plätze sind besonders dafür geeignet – vor allem die um das Jurabi Turtle Center herum. Hier und im Visitor Center gibt es dann auch nochmal genaue Instruktionen, wie man sich dabei zu verhalten hat, um die Schildkröten nicht zu stören.

Geschlüpft wird dann übrigens in etwa zwischen Januar und März, und auch hier kann man natürlich mit etwas Glück dabei sein. Mehr Infos zur Schildkrötenbeobachtung am Ningaloo Reef gibt’s hier.

Meeresschildkröte am Ningaloo Reef

Schnorcheln in Coral Bay

Der kleine Ort Coral Bay liegt ca. 150 km südlich von Exmouth ebenfalls direkt am Ningaloo Reef und ist sozusagen die zweite Anlaufstelle für Deine Reise zum Riff.

Die besten Schnorchelspots in Coral Bay

Auch in Coral Bay gibt es tolle Schnorchelspots, die teilweise direkt vor den Toren des kleinen Ortes liegen.

  • Bills Bay: Das ist der Strand, der direkt an „Promenade“ von Coral Bay liegt. Auf die ersten Korallen und Fische stößt man hier nach ca. 50 – 100 Metern Schwimmen. Bills Bay ist perfekt für Anfänger geeignet.
  • Purdy Point: Purdy Point liegt ein paar hundert Meter südlich von Bills Bay, die Du aber einfach ganz gemütlich am Strand entlang schlendern kannst. Hier musst Du etwa 500 Meter vom Strand rausschwimmen, bis Du zu den wirklich interessanten Dingen kommst. Im warmen Wasser rund um Coral Bay ist das aber gar kein Problem.
  • Five Finger Reef: Dieser Schnorchelspot liegt ca. 5 km südlich von Coral Bay und ist nur mit einem 4WD oder Quad erreichbar. Alternativ werden auch Touren dorthin angeboten.
  • Oyster Bridge und The Lagoon: Beide Spots liegen im Bateman Sanctuary, ca. 20 Minuten Fahrzeit außerhalb von Coral Bay, die allerdings ebenfalls nur per Allrad-Fahrzeug erreichbar sind.

Schnorcheln in Coral Bay

SchnorchelTour mit Mantarochen in Coral Bay

Nachdem ich den küstennahen Teil des Riffs bei Exmouth schon mehrere Tage lang erkundet hatte, wollten ich in Coral Bay vor allem nochmal raus ans äußere Riff. So toll es sich nämlich am Ningaloo Reef direkt vom Strand aus auch schnorcheln lässt und auch wenn man selbst hier ganz nah an der Küste Riffhaien oder sogar Mantarochen begegnen kann: Weiter draußen ist das Riff insgesamt nochmal ein paar Nummern beeindruckender und auch die Chance auf Begegnungen mit größeren Meerestieren steigt. Einmal mit Mantarochen schwimmen – das wärs! Glücklicherweise ist Coral Bay dank seiner großen, das ganze Jahr über anwesenden Manta-Population einer der besten Spots, um diesen Tieren zu begegnen.

Unterwegs mit Ningaloo Marine Interactions – Meine Erfahrungen

Nach etwas Recherche habe ich mich für meine Mantarochen-Schnorcheltour für den Anbieter Ningaloo Marine Interactions entschieden. Hier hat man zum einen den Vorteil, dass reine Schnorcheltouren angeboten werden, während es bei anderen Anbietern teils auch gemischte Touren für Schnorchler und Taucher gibt, was dann letztendlich natürlich für keine Gruppe von beiden ideal ist. Zudem ist Ningaloo Marine Interactions der einzige, CO²-neutrale Anbieter in Coral Bay.

Für 195 AUD (rund 120 EUR) bekommt man hier eine ca. 7-stündige Schnorcheltour auf einem kleinen Boot inklusive mehrerer Schnorchelgänge (wir hatten 2 „normale“ und durften ganze drei Mal mit den Mantarochen ins Wasser, allerdings jeweils nur für wenige Minuten), Burgern zum Mittagessen (auch in einer vegetarischen Variante) und der nötigen Ausrüstung inklusive Wetsuits, Schnorcheln und Taucherbrillen. Es gibt auch etwas günstigere, kürzere Touren, allerdings buche ich persönlich bei solchen Unternehmungen (wie z.B. auch meiner Whale Watching-Tour in Alaska) immer die längste mögliche Tour, weil man dann einfach die größten Chancen auf tolle Begegnungen mit Tieren hat und alles ein bisschen weniger stressig ist.

Frazer, der Skipper an Bord, ist gleichzeitig der führende Forscher für Mantarochen in Westaustralien und studiert die Mantas am Ningaloo Reef seit über 10 Jahren. Ein ziemlich cooler Typ, der jede Frage beantworten kann und sein Wissen bereitwillig weiter gibt. Zusätzlich waren zwei Schnorchel-Guides an Bord, von denen einer gleichzeitig professioneller Unterwasserfotograf ist und mir dankenswerterweise einige seiner Bilder von unserem Schnorcheltag für diesen Artikel zur Verfügung gestellt hat. (Viele weitere tolle Fotos von ihm gibt’s auf seiner Webseite und auf Instagram!)

Das ganze Team und der Tag waren großartig und – für mich bei allen Aktivitäten, die wilde Tiere beinhalten – besonders wichtig: Das Wohl der Tiere stand immer an erster Stelle! Abstände und Zeiten wurden eingehalten und alle Teilnehmer mehrfach auf das richtige Verhalten hingewiesen.

Schnorcheltour in Coral Bay am Ningaloo Reef Schnorcheltour in Coral Bay am Ningaloo Reef

schnorcheltour in coral bay

Riffhaie und Meeresschildkröten: Besuch bei den Waschanlagen des Meeres

Die erste Station der Schnorcheltour am Ningaloo Reef war eine Putzstation für Riffhaie. Jap! Du hast richtig gelesen. Es ist quasi eine Autowaschanlage für Fische, an dem viele kleine Putzerfische nur darauf warten, Parasiten & Co. von den den Haien zu knabbern. Und die kommen hier gerne täglich vorbei, mindestens einer ist quasi immer vor Ort.  Gefährlich sind die Riffhaie übrigens nicht und zeigen höchstens aggressives Verhalten gegenüber Menschen, wenn man sie allzu sehr bedrängt. Und was es für Riffhaie gibt, gibt es natürlich auch für Meeresschildkröten! Wie großartig ist das bitte?! … dachte sich wohl auch die mindestens 100 Jahre alte und dementsprechend große Schildkröte, die plötzlich und wie aus dem Nichts vor uns erschien und seelenruhig ihre Kreise zog. Da gerieten sogar unsere Guides ein bisschen aus dem Häuschen, denn so ein großes und altes Exemplar haben sie selten gesehen.

Schnorcheltour in Coral Bay am Ningaloo Reef
© www.alexkyddphoto.com
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Schnorcheltour in Coral Bay am Ningaloo Reef
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Schnorcheln mit Mantarochnen: Auge in Auge mit den schwarzen Riesen

So toll die Korallen und und ihre Bewohner hier am äußersten Rand des Riffs auch waren – eigentlich warteten alle Menschen auf dem Boot vor allem auf eine Begegnung: Bis zu 9 Meter Flügelspannweite können Mantarochen haben, auch wenn sie hier in Küstennähe in der Regel nicht breiter als 4 Meter werden. Das ist aber auch schon eine ganz schöne Menge, wenn man direkt über so einem etwas seltsam, aber wunderschön anmutenden Wesen paddelt, während das Tier unter einem quasi mühelos durchs Wasser „fliegt“. Und das taten wir, nachdem die Mantas endlich gefunden und wir das Zeichen bekommen hatten, uns in zwei Gruppen aufgeteilt vom Heck des Bootes ins Wasser zu lassen.

Aufgeregt tauchten wir unsere mit Schnorchel und Taucherbrille bewaffneten Köpfe unter Wasser und da war es auch schon: Ein großes schwarzes Wesen wie aus einem anderen Universum, das in Begleitung seiner treuen Putzerfischkolonne wie der heimliche König der Meere aussah. Die schwarzen Flügel bewegten sich wie in Zeitlupe im Wasser und doch war der Manta so viel schneller als wir armen Landkreaturen an der Oberfläche, die wir uns die Seele aus dem Leib paddelten, um zumindest ein Stückchen mit ihm mithalten zu können. Dabei bleiben wir in einem Halbkreis immer ein bisschen hinter dem Rochen, um ihn nicht in Stress zu versetzen.

Nachdem ich ja eh schon von jedem noch so kleinen Fisch begeistert war, kannst Du Dir vielleicht ansatzweise vorstellen, was diese Begegnung mit den Mantarochen mit mir gemacht hat. Die Schnorcheltour war definitiv eines meiner schönsten Erlebnisse in Westaustralien und ganz sicher auch eine meiner schönsten Reiseerinnerungen überhaupt!

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Schnorcheln für Anfänger – Tipps für den Einstieg

Abgesehen davon, dass ich als Kind Schnorchel und Taucherbrille besaß, mit denen ich in der heimischen Badewanne oder dem örtlichen Freibad unterwegs war, hatte ich bei meinem ersten Schnorchelgang in Westaustralien keinerlei Schnorchelerfahrung. (Wie auch, wenn man quasi immer nur in Länder reist, in denen es kalt und stürmisch ist?!)

Glücklicherweise ist Schnorcheln gar nicht schwer und erfordert wenig Können und spezielle Ausrüstung. Das ist umso toller wenn man bedenkt, dass man quasi einfach so in diese komplett fremde Welt abtauchen kann! Ein paar Dinge solltest Du aber trotzdem beachten, um einen guten Start ins Abenteuer Schnorcheln zu haben.

Die richtige Schnorchelausrüstung

Schnorchelausrüstung für den Gelegenheitseinsatz ist schnell gekauft bzw. ausgeliehen und muss auch gar nicht teuer sein. Auf ein paar Dinge solltest Du aber trotzdem achten.

Der Schnorchel

Schnorchel gibt es in unterschiedlichsten Varianten von ganz einfach bis zu solchen mit Spritzwasserschutz, Ausblasventil und anderen Features. Grundsätzlich sagen viele mittlerweile: Je einfacher desto besser. Ich hatte allerdings an meinem Schnorchel ein Ausblasventil und das hat ziemlich gut funktioniert, falls doch mal etwas Wasser in den Schnorchel kam. Es geht aber sicher auch ohne! Grundsätzlich kann man beim Schnorchelkauf allerdings wenig falsch machen. Ich würde als Anfänger getrost auf ein günstiges Exemplar zurückgreifen.

Die Taucherbrille

Die Wahl der richtigen Taucherbrille ist deutlich komplizierter als die des Schnorchels, denn mit der Taucherbrille steht und fällt der Spaß am Schnorcheln. Nichts ist nerviger als eine Taucherbrille, die die ganze Zeit voll Wasser läuft. Daher muss die Brille vor allem eins: Gut passen. Am besten probierst Du ein paar Brillen durch, indem Du sie ohne das Band über den Kopf zu ziehen aufs Gesicht setzt und durch die Nase einatmest. Wenn die Brille sich dabei fest saugt und nicht direkt wieder runterfällt, wenn Du sie loslässt, ist das ein gutes Zeichen.

Taucherbrille richtig anlegen

Einer der typischsten Anfängerfehler beim Schnorcheln ist wohl die Annahme, dass die Brille möglichst fest sitzen muss, um das Eindringen von Wasser zu vermeiden. Tatsächlich ist aber genau das Gegenteil der Fall! Wenn die Maske zu fest sitzt, wird die Auflagefläche der Silikondichtung kleiner und so dringt erst recht Wasser in die Maske. Wenn Du nach dem Schnorcheln einen deutlichen Abdruck der Maske im Gesicht hast, solltest Du diese definitiv lockerer einstellen. Genaugenommen ist das Band überhaupt nicht dafür gedacht, die Maske fest am Gesicht zu halten. Dies sollte durch den Unterdruck nämlich von ganz allein geschehen. Sie ist eher ein Schutz gegen das Verlieren der Maske, vor allem auch beim Druckausgleich.

Ich habe diesen Fehler gemacht, bis mir der Schnorchelguide auf der Mantarochen-Tour die Maske zum ersten Mal richtig eingestellt hat. So locker wie sie dann saß dachte ich erst, dass das so auf keinen Fall funktionieren kann. Tat es aber! Und zwar besser denn je.

Tipps gegen das Beschlagen der Taucherbrille

Mindestens so nervig wie Wasser in der Maske ist eine beschlagene Taucherbrille. Vor allem noch neue Masken tun dies gern und häufig. Im Internet kursieren diverse Tipps, wie man das vermeiden kann. Ein häufig erfolgreicher Trick ist scheinbar das behandeln der Maske mit handelsüblicher Zahnpasta, die auf die Innenseite der Scheibe gerieben und nach ca. 15 Minuten wieder ausgewaschen wird. Auch Spucke vor jedem Schnorchelgang soll gegen das Beschlagen helfen. Alternativ kannst Du auch einen speziellen Spray nutzen, den es in Tauchshops gibt.

Zudem solltest Du auf jeden Fall darauf achten, Dein Gesicht vor dem Aufziehen der Maske etwas runterzukühlen, indem Du es für 20-30 Sekunden unter Wasser hältst. Das gilt vor allem auch, wenn Dein Gesicht von Sonne und Hitze stark aufgeheizt ist. So ist der Temperaturunterschied geringer und es bildet sich weniger Kondenswasser.

Die Flossen

Flossen haben entscheidende Vorteile beim Schnorcheln: Zum einen ist das Schwimmen deutlich weniger anstrengend, weshalb man länger im Wasser bleiben und weitere Strecken zurücklegen kann. Zudem macht man beim Schwimmen mit Flossen deutlich kleinere Bewegungen und verschreckt so weniger Fische. Ich hab meinen ersten Schnorcheltag ohne Flossen verbracht und mir erst am zweiten Tag welche ausgeliehen. Und es war ein Unterschied wie Tag und Nacht!

schnorcheln für anfänger tipps

Das richtige Verhalten im Wasser

Ruhig Atmen

Unter Wasser zu atmen ist für Säugetiere und damit auch uns Menschen eigentlich nicht möglich, und das weiß unser Gehirn natürlich ganz genau. Damit Du unter Wasser ganz normal durch den Schnorchel weiter atmest, solltest Du Dir am besten schon vor dem Untertauchen einige ruhige Atemzüge durch den Schnorchel nehmen und Dich an das Gefühl gewöhnen. Anschließend hältst Du den Kopf ins Wasser und konzentrierst Dich darauf, ganz normal weiterzuatmen. Manche Schnorchelanfänger haben mit der ruhigen Atmung am Anfang Probleme, aber das ist einfach nur Gewöhnungssache.

Die korrekte Körperhaltung

Je weniger Du beim Schnorcheln machst, desto besser. Am besten liegt Du einfach flach im Wasser, die Arme locker  am Körper liegend oder vor der Brust verschränkt, und benutzt nur die Flossen zur Fortbewegung. Beim Flossenschlag werden die Knie nicht angewinkelt, sondern die Beine bleiben möglichst ausgestreckt. So sparst Du am meisten Kraft und verschreckst am wenigsten Fische. Außerdem solltest Du darauf achten, den Kopf und Nacken locker zu lassen und wann immer möglich einfach direkt nach unten und nicht nach vorne zu schauen. Sonst verspannt der Nacken zu sehr und Schmerzen bzw. Muskelkater sind vorprogrammiert.

Rücksicht auf Tiere und Natur nehmen

Achte beim Schnorcheln darauf, dass Du Tiere nicht unnötig störst und fasse nichts an. Nicht nur zum Schutz der Unterwasserwelt, sondern auch zu Deinem eigenen Schutz. Speziell bei Korallen solltest Du wissen, dass diese sehr empfindlich und schnell beschädigt sind. Vor allem in flacherem Wasser solltest Du darauf achten, dass Du mit den Flossen nicht gegen die Korallen stößt, während Du zum Beispiel auftauchst und Dich durch die Flossenschläge an der Oberfläche hältst. Auch auf Sonnencreme vor dem Schnorchelgang solltest Du verzichten, denn das kann den Korallen ebenfalls schaden. Dass man nichts aus dem Meer mitnimmt, versteht sich natürlich von selbst – egal wie schön die Muschel auch sein mag.

den Rückweg nicht vernachlässigen

Weil man beim Schnorcheln neben leichten Flossenschlägen nicht viel zu tun hat, ist es theoretisch gar kein Problem, eine Stunde oder mehr im Wasser zu bleiben. Dabei solltest Du trotzdem immer den Rückweg und Strömungen, die diesen erschweren könnten, im Hinterkopf behalten und Deine Kräfte gut einteilen.

Strömungen nutzen

Strömungen können zwar eine Gefahr beim Schnorcheln sein, sind aber wie im Falle der Turquoise Bay bei Exmouth oft auch Dein bester Freund. Grundsätzlich solltest Du versuchen, Dich falls möglich mit der Strömung treiben zu lassen und nicht die ganze Zeit gegen sie anzuschwimmen. Vergiss nur nicht, zwischendurch den Kopf aus dem Wasser zu heben und Deine Lage zu checken, damit Du nicht zu sehr abtreibst.

Abtauchen

Irgendwann kommt bei jedem Schnorchelgang der Punkt, an dem man gerne untertauchen würde, um sich die Höhle im Riff oder die Meeresschnecke am Grund noch ein bisschen genauer anzusehen. Und im Prinzip ist das Untertauchen mit dem Schnorchel gar nicht so schwer. Du solltest es allerdings am besten einige Male in Ruhe üben, damit es dann im „Ernstfall“ auch gut klappt.

Hierzu holst Du durch den Schnorchel Luft und versucht anschließend möglichst senkrecht mit dem Kopf und Körper hinunter ins Wasser zu tauchen. So kommst Du möglichst schnell mit den Flossen unter Wasser, wo sie dann auch ihre Arbeit verrichten können. Versuche dabei nicht so viel zu strampeln, sonst geht Dir die Atemluft schneller wieder aus als Dir lieb ist. Lass auch beim Untertauchen die Beine möglicht gestreckt und führe die Bewegungen aus der Hüfte aus. Und keine Sorge: Der Schnorchel läuft zwar voll Wasser, aber das läuft nicht direkt weiter in Deinen Mund, solange Du nicht durch den Schnorchel einatmest, sondern die Luft anhältst.

Beim Untertauchen wirst Du relativ schnell merken, wie sich Druck auf den Ohren aufbaut. Diesen musst Du mit einem Druckausgleich wieder loswerden, indem Du Deine Nase zuhältst und vorsichtig Luft gegen Deine Nase presst. Am Anfang ist das natürlich alles so ungewohnt, dass man sich gar nicht mehr auf die Umgebung konzentrieren kann. Aber schon nach wenigen Versuchen wird es sehr viel einfacher gehen.

Wenn Du wieder auftauchst, legst Du den Kopf idealerweise leicht nach hinten und bläst Du nun einfach 1-2 Mal kräftig in den Schnorchel. Dann ist das Wasser, das sich im Schnorchel angesammelt hat, wieder draußen.

Schnorcheltour in Coral Bay am Ningaloo Reef

Gesundheitsrisiken beim Schnorcheln

Damit Du auch mehrere Tage hintereinander problemlos schnorcheln kannst, solltest Du vor allem folgende beiden Risiken vermeiden.

Sonneneinstrahlung

Die Gefahr für Sonnenbrand ist beim Schnorcheln sehr groß, denn Du liegst über einen längeren Zeitraum direkt an der Wasseroberfläche. Die Zeit vergeht wie im Flug und dank des kühlen Wassers ist einem die Hitze und der vielleicht schon entstehende Sonnenbrand nicht so bewusst. Die Reflektion des Wassers und der Lupeneffekt tun ihr übriges.

In Schnorchelgebieten mit Korallen solltest Du zum Schutz dieser auf Sonnencreme vor dem Schnorchelgang verzichten. Ansonsten solltest Du Dich mit einer wasserfesten Sonnencreme mit möglichst hohem Lichtschutzfaktor ca. eine halbe Stunde vor dem Schnorchelgang gründlich eincremen.

Ansonsten helfen spezielle Shirts aus UV-undurchlässigen Materialien mit Abstand am besten gegen Sonnenbrand. Hier solltest Du auf jeden Fall darauf achten, dass das Shirt einen Kragen hat, damit auch der Nacken geschützt ist. Genauso sind kurze Hosen aus speziellem Material eine sinnvolle Anschaffung. Einen Wetsuit brauchst Du in den warmen Gewässern des Ningaloo Reef und unter der australischen Sonne theoretisch nicht, aber ansonsten ist der natürlich auch ein hervorragender Sonnenschutz.

Entzündung des Gehörgangs

Gerade lange Schnorcheltage können schnell zu einer Entzündung des Gehörgangs führen. Um das zu vermeiden solltest Du nach jedem Schnorchelgang das Wasser aus den Gehörgängen entfernen, indem Du mit schief gelegtem Kopf auf der Stelle hüpfst, bis das Wasser abläuft.


Weitere Infos für Deine Westaustralien-Reise

Weitere Reiseinfos und -tipps rund um Westaustralien, günstige Flüge, Camper und vieles mehr findest Du hier bei den Reiseexperten von STA Travel.

Aktuelle Infos zum Ningaloo Reef sowie zu Exmouth und Coral Bay gibt’s auf visitningaloo.com.au. Hier kannst Du auch nach Touren wie z.B. Schnorcheln mit Mantarochen oder Walhaien, Whale Watching und vieles mehr suchen und direkt buchen.

Und meine gesammelten Artikel zu Westaustralien findest Du hier.


Warst Du auch schon mal schnorchelnd am Ningaloo Reef in Westaustralien unterwegs? Oder kennst Du noch weitere gute Schnorchelspots in Australien? Ich freu mich auf Deinen Kommentar!

1 Comment

  1. Wow, was für ein toller Artikel! Ich war im Dezember in Westaustralien und träume mich gerade zurück ;-) Der Text hätte mir bei der Vorbereitung sehr geholfen, nun leistet er das hoffentlich für andere! Liebe Grüße, Birte

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