Zuletzt aktualisiert am 20. Januar 2026
Der Northumberland Coast Path ist ein Küstenwanderweg in Nordengland, der für gut 100 Kilometer der kompletten Küste von Northumberland folgt. Das nördliche Ende liegt an der schottischen Grenze in der Stadt Berwick-upon-Tweed, das südliche Ende im Örtchen Cresswell bei Newcastle.
Die Landschaft ist geprägt von weiten Sandstränden und Dünen, unterbrochen durch felsige Küstenabschnitte und kleine Küstenorte. Hinter den Dünen liegt meist Weide- und Farmland. Außerdem ist Northumberland für seine eindrucksvollen Burgen und Ruinen bekannt, von denen einige entlang der Route zu finden sind.
Ich bin diesen eher einfachen Küstenwanderweg in England Anfang Dezember, also zur besten Vorweihnachtszeit, gewandert. Es wurde eine wunderschöne Tour mit ganz viel Ruhe, gemütlichen Unterkünften, rauem Küstencharme und (für britische Winterverhältnisse) viel Wetterglück.
In diesem Artikel gibt’s meinen ausführlichen Wanderbericht zum Northumberland Coast Path sowieso meine gesammelten Tipps und Infos für deine eigene Wanderplanung.


Northumberland Coast Path wandern in 6 Etappen
Für mich beginnt das Abenteuer Northumberland Coast Path bereits mit der Anreise – hierfür habe ich nämlich die Fähre von Amsterdam nach Newcastle gewählt, die über Nacht fährt. Auch wenn ich eigentlich noch lieber (da umweltschonender und mit geringerem Risiko für Seekrankheit) mit dem Zug nach Großbritannien fahre, ist die Anreise übers Meer doch immer etwas Besonderes. Und wenn einen ein Schiff schon mal (fast) direkt zum Wanderweg bringt, dann muss man es vielleicht auch einfach nehmen…
Von der Seekrankheit bleibe ich zum Glück dieses Mal verschont und nach einem ausgiebigen (zweiten) Frühstück in Newcastle fahre ich weiter mit dem Zug in weniger als einer Stunde zum nördlichen Startpunkt des Northumberland Coast Path, wo ich am nächsten Tag meine Wanderung beginne.
Etappe 1: Berwick-upon-Tweed – Fenwick
Distanz: 21,6 Kilometer, 230 Höhenmeter
Verpflegung: keine Einkehrmöglichkeiten unterwegs; kleines Café in Fenwick
Unterkunft: Fenwick B&B
GPX: zur ersten Etappe auf Komoot
Die nördlichste Stadt Englands liegt auf einer Halbinsel an der Mündung des Flusses Tweed, der in dieser Gegend die englisch-schottische Grenze bildet. Obwohl die Stadt auf der nördlichen Seite des Flusses liegt, gehört sie noch zu England, da die Grenze um Berwick herum verläuft. Vom Zentrum aus wandere ich über die ältere der beiden Brücken über den Tweed, dann am Hafengelände entlang bis zur Flussmündung, die an der gegenüberliegenden Seite von einem kleinen roten Leuchtturm markiert wird. Am Spittal Beach kann man sich gut vorstellen, wie es hier an einem warmen Sommertag zugehen muss – jetzt im Dezember hingegen versprühen die bunt angemalten, aber geschlossenen Strandimbisse eine andere Art von Charme.
Bald geht es ein Stück hinauf und auf den kleinen Klippen – natürlich – immer am Meer entlang. Irgendwann später wechsle ich auf den Strand, der abgesehen von vereinzelten Hundespaziergängern menschenleer ist. Wo hört Strand auf, wo fängt Himmel an? Man weiß es nicht so ganz. Später schließe ich wieder zum Coast Path auf, der hier mitten durch die Dünenlandschaft führt. Ich begrüße die Schafe, beobachte die Schwarzkehlchen… das Wandern fällt abgesehen von der ein oder anderen matschigeren Stelle ganz leicht.
Erst hinter einer Schleuse, beim Pfad rund um Beal Point, muss ich mich etwas konzentrieren. Der hohe Wasserstand lässt nicht viel Platz für Wanderfüße. Bei Flut und windigem Wetter sollte man das Stück wohl lieber durchs Inland umgehen. Nun habe ich besten Blick auf Lindisfarne – die Holy Island. Ich weiß nicht mehr viele Jahreszahlen aus meinem Skandinavistik-Studium, aber 793 habe ich nie vergessen. Der Überfall auf das Kloster von Lindisfarne, der den Beginn des Wikinger-Zeitalters markiert. Die Insel ist nur bei Ebbe über eine Straße bzw. Zu Fuß über den Strand zu erreichen. Dass das Naturreservat rund um Lindisfarne eine der besten Birdwatching-Gegenden in Northumberland ist, kann man aber auch vom Festland aus ziemlich gut feststellen.
Ein Stück hinter der Straße nach Lindisfarne biegt der Coast Path ins Inland ab und führt mich über teils matschige Wiesen- und Feldwege bis in das kleine Örtchen Fenwick. Viel gibt es dort nicht, aber immerhin ein sehr empfehlenswertes B&B – bei Bedarf bringt einen die Gastgeberin sogar mit dem Auto bis zum nächsten Pub. Ich habe vorgesorgt und mir Instant-Asia-Nudeln mitgenommen. Einen Wasserkocher gibt es ja glücklicherweise in wirklich jeder Unterkunft in Großbritannien. (Und das ist nur einer von vielen Gründen, warum ich das Wandern auf der Insel so sehr mag.)













Etappe 2: Fenwick – Belford
Distanz: 13,5 Kilometer, 290 Höhenmeter
Verpflegung: kleines Café / Dorfladen in Fenwick, ansonsten keine Verpflegung unterwegs; Einkehrmöglichkeiten und größerer Supermarkt in Belford
Unterkunft: Blue Bell Hotel
GPX: zur zweiten Etappe auf Komoot
Der Großteil des Northumberland Coast Path führt direkt an der Küstenlinie entlang – meine heutige zweite Etappe ist eine Ausnahme. Vom kleinen Fenwick aus führt die Route über ein Sträßchen sanft bergauf, dann entlang eines durchaus ansprechenden Mischwäldchens mit einem Saum aus alten Bäumen und weitem Blick über Weiden bis zum Meer.
Später taucht der Coast Path in dunkleren Nadelwald ein. Große Farne, kleine Bäche und (für Dezember erstaunlich) viele Pilze säumen den Wegesrand. Es dauert nicht lange, bis sich der Wald wieder lichtet und ich abermals weite Blicke über die Küstenregion und auf Holy Island erhaschen kann. Dann geht es nochmal ein Stück weiter Richtung Inland und über weite Schafsweiden dem Highlight des Tages entgegen: Der Blick auf die Berge der Cheviots vom felsigen Vorsprung am höchsten Punkt der Etappe ist nämlich ganz besonders schön – und zu meinem Glück kommt hier sogar die Sonne raus, sodass ich diesen in aller Ruhe bei einem ausgedehnten Päuschen genießen kann.
Unweit der Felsen etwas weiter unten am Hang treffe ich dann auf St. Cuthberts Cave (Abzweig nicht verpassen!), eine beeindruckende Sandstein-Höhle in hübschem alten Wald. Der Legende nach sollen im 9. Jahrhundert Mönche hier kurz den Leichnam des heiligen Cuthbert hier versteckt haben, als sie vor Wikingerüberfällen von Holy Island flohen.
Ein Stück folge ich dem Waldrand mit Blick auf die Berge, dann geht es größtenteils über Farmland auf kleinen Wegen und (recht matschig) über Wiesen dem Etappenziel Belford entgegen. Ich hab von dieser Etappe aufgrund der Routenführung nicht allzu viel erwartet, aber sie hat mir tatsächlich ziemlich gut gefallen. Morgen dann aber wieder ab ans Meer!












Etappe 3: Belford – Seahouses
Distanz: 16,4 Kilometer, 200 Höhenmeter
Verpflegung: Einkehrmöglichkeiten in Bamburgh auf etwa halber Strecke; viele Einkehr- und Einkaufsmöglichkeiten am Etappenziel
Unterkunft: Olde Ship Inn
GPX: zur dritten Etappe auf Komoot
Dafür, dass es heute nicht regnen sollte, hat es heute doch erstaunlich viel geregnet! Aber immerhin immer nur leicht und nie so viel, dass ich die Regenhose hätte auspacken müssen. Von Belford aus geht es für die ersten Kilometer so semi-ansprechend durch Industriegebiet und Farmland.
An der Budle Bay, wo sich bei Ebbe besonders viele Vögel tummeln, ist das Meer dann wieder erreicht. Ein kurzes Stück geht es an der Straße entlang, dann führt der kleine Wanderweg mit schönen Weitblicken über‘s Meer durch die Dünen bis zu einem Golfplatz. Hinter dem Golfplatz kann ich zum ersten Mal Bamburgh Castle erspähen – quasi das Wahrzeichen von Northumberland. Die beeindruckende Burg thront über der rauen See in den Dünen und lockt viele Besucher an (zu dieser Jahreszeit aber verhältnismäßig wenig).
Auch die Farne Islands draußen im Meer hat man von hier aus gut im Blick – ein Refugium für Seevögel und Robben, die sich im Sommer per Bootstour von Seahouses besuchen lassen. Von der Burg aus würde der Northumberland Coast Path etwas weiter durchs Landesinnere führen, ich würde hier definitiv empfehlen, dem England Coast Path zu folgen (auch beschildert). Oft ist der Wegverlauf der beiden Routen gleich, an manchen Stellen (wie hier) unterscheidet er sich aber. Der England Coast Path führt ab der Burg immer durch die Dünen bis nach Seahouses. Für den letzten Abschnitt bin ich direkt auf dem Strand gewandert.









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Tipp: Wanderhose für die Nebensaison
Wechselhaftes Wetter, kühlere Temperaturen, raue Umgebung – die Wander- und Trekkinghose Lana Slim von Maier Sports ist seit mehreren Jahren meine Wahl für Touren im Frühling, Herbst und (milden) Winter. Dieses Jahr hat sie mich nicht nur entlang der Küste von Northumberland begleitet, sondern u.a. auch auf meiner dreiwöchigen Trekkingtour durch Nordnorwegen im Herbst. Die Hose ist aus einem etwas robusteren Stoff gefertigt, der trotzdem jede Menge Bewegungsfreiheit bietet. Wind und leichte Nässe hält das Material gut ab, die Hose ist aber dennoch atmungsaktiv und nicht zu warm. Zudem trocknet sie sehr schnell.
Etappe 4: Seahouses – Embleton
Distanz: 14,3 Kilometer, 160 Höhenmeter
Verpflegung: Einkehrmöglichkeit in Beadnell und am Dunstanburgh Golf Course; kleiner Dorfladen und Pubs in Embleton
Unterkunft: Dunstanburgh Castle Inn
GPX: zur vierten Etappe auf Komoot
Am kleinen Hafen von Seahouses kann ich nochmal einen Blick auf die Farne Islands und Bamburgh Castle in der Ferne werfen, dann umrunde ich die kleine Landspitze mit Goldplatz und sie sind außer Sicht. Ich bekomme an diesem Morgen ein bisschen Sonne ab und wandere bis nach Beadnell direkt auf dem Strand (während der Northumberland Coast Path durch die Dünen führen würde).
Auch hinter Beadnell wähle ich den breiten, weitläufigen Sandstrand, bevor mich eine Meeresmündung wieder auf den Coast Path (Sand dazugehöriger Brücke über den Fluss) zwingt. An diesem Morgen sind viele Spaziergänger unterwegs – so viele Menschen habe ich bisher nur rund um Bamburgh Castle gesehen. Aber kein Wunder, es ist ja auch Sonntag und das Wetter für einen Dezembertag ziemlich gut.
Ein Stückchen wandere ich hinter der Brücke durch die Dünen – hier lichten sich die „Besucherströme“ auch schon wieder. Rund um die Landspitze Newton Point fühlt sich die Küste von Northumberland besonders abgelegen an. Vulkanisches Basaltgestein sorgte hier für eine ganz besondere Felsküste mit Säulen und Felsblöcken entstehen – quasi eine Miniversion des Giant‘s Causeway in Irland. Nun kann ich auch die markanten Überreste von Dunstanburgh Castle in der Ferne erkennen. Bevor ich die Burgruine erreiche, biege ich aber rechts in Richtung Embleton, meinem Übernachtungsziel, ab.







Etappe 5: Embleton – Alnmouth
Distanz: 17,8 Kilometer, 290 Höhenmeter
Verpflegung: Einkehrmöglichkeiten in Craster; relativ viele Restaurants / Cafés und kleiner Dorfladen in Alnmouth
Unterkunft: The Sun Rooms
GPX: zur fünften Etappe auf Komoot
Die heutige Etappe ist die vielleicht schönste (und abgelegendste) des gesamten Northumberland Coast Path – und glücklicherweise darf ich heutige den ganzen Tag bei strahlendem Sonnenschein, wenn auch gepaart mit eisigem Südwind, verbringen.
Von meiner Unterkunft in Embleton folge ich der kleinen Straße wieder bergab zur Küste. Dann geht es erstmal eine Weile über den hiesigen Golfplatz – ein Erlebnis, das man auf dem Northumberland Coast Path öfter hat. Golf spielen mit Blick auf Wellen, Dünen und die Burgruine von Dunstanburgh Castle? Bestimmt schön (wenn man‘s mag). Wandern inmitten dieser Kulisse? Besser geht‘s kaum!
Die Burgruine hat jetzt in der absoluten Nebensaison leider nur am Wochenende geöffnet, ist aber auch ohne sie zu betreten ein ziemlich beeindruckender Anblick. Dahinter eröffnen sich weite grüne und mit Schafen bestückte Wiesen, der eisige Wind weht mir um die Nase, die Sonne scheint mir ins Gesicht… nur Fliegen kann schöner sein!
Im süßen Örtchen Craster angekommen kehre ich erstmal im örtlichen Café (Shoreline Café) ein. Es gibt veganen Bananen-Zimt-Kuchen frisch aus dem Ofen und Capuuccino mit Hafermilch – da muss man mich nicht zweimal bitten (Großbritannien ist aber übrigens sowieso ein Paradies für alle, die sich bevorzugt von Pflanzen ernähren).
Frisch gestärkt geht es immer weiter auf dem kleinen Küstenpfad entlang der hier überwiegend felsigen Küste. Ab und zu sollte man nicht vergessen, sich umzudrehen und so den ein oder anderen schönen Blick auf Dunstanburgh Castle in der Ferne zu erhaschen.
Ab Boulmer macht sich so langsam wieder ein Gefühl von Zivilisationsnähe breit, welches in der Durchquerung eines weiteren Golfplatzes gipfelt – der Alnmouth Golf Club ist aber immerhin der viertälteste in England! Dahinter liegt der charmante Küstenort Alnmouth, den ich pünktlich zum Sonnenuntergang erreiche.











Etappe 6: Alnmouth – Cresswell / Ellington
Distanz: 28,6 Kilometer, 330 Höhenmeter (kann auf zwei Etappen aufgeteilt werden)
Verpflegung: Einkehr- und Einkaufsmöglichkeiten in Amble und am Etappenziel in Ellington
Unterkunft: The Plough Inn
GPX: zur sechsten Etappe auf Komoot
Meine letzte Etappe auf dem Northumberland Coast Path fiel besonders entspannt aus …nicht! Nach viel Wetterglück in den letzten Tagen war für diesen Tag authentisches, englisches Winterwetter angesagt. Und die Vorhersage sollte sich bewahrheiten. Bei reichlich Wind (von vorne natürlich) und Regen verlasse ich das kleine Alnmouth. Möglichst früh morgens, um noch vor Einbruch der Dunkelheit die knapp 30 km bis an mein Ziel zu schaffen (auch wenn ich zur Sicherheit natürlich eine Stirnlampe eingepackt hatte – das würde ich bei Wintertouren immer empfehlen). Ich muss einen kleinen Umweg einlegen, um um die Bucht herum zu wandern. Von der anderen Seite hat man einen sehr schönen (wenn auch in meinem Fall sehr verregneten) Blick auf Alnmouth, dann geht es zurück in die Dünen.
Auf dem Weg treffe ich eine Schleiereule, von denen es relativ viele in Großbritannien gibt. Vor allem in den Wintermonaten kann man sie mit etwas Glück auch mal tagsüber beim Jagen beobachten. Bei Warkworth mit seiner alten Burg muss ich ein weiteres mal eine Bucht umwandern, dann geht es ein Stück entlang der Straße bis nach Amble. (Wer keine solch lange Etappe wandern möchte, kann diese Etappe mit Übernachtung in Amble auch auf zwei Tage aufteilen.)
Nach einem schnellen zweiten Frühstück im Café bin ich bereit für die letzten rund 18 Kilometer. Der Weg führt durch den Hafen von Amble – im Frühjahr / Sommer kann man von hier aus Bootstouren zu nahegelegenen Papageientaucher-Kolonien machen. Hinter Amble wandere ich noch ein Stück durch die Dünen, dann wechsle ich auf den langen, breiten Sandstrand, der sich entlang der kompletten Bucht bis nach Cresswell, dem Endpunkt des Northumberland Coast Path, zieht.
Ab und an hole ich mir beim Durchqueren einer Fluss-/Bachmündung nasse Füße – aber jetzt ist das ja auch schon egal. Und immerhin: Irgendwann ebbt der Regen ab, sodass ich die letzten Kilometer noch im (halbwegs) Trockenen genießen kann. Und pünktlich zum Zieleinlauf in Cresswell kommt dann sogar kurz die Sonne (inklusive doppeltem Regenbogen) hervor. In Cresswell selbst gibt es keine Unterkünfte, aber im ca. zwei Kilometer landeinwärts gelegenen Ellington, wo ich meine Wanderung beende.











Ist der Northumberland Coast Path empfehlenswert?
Ich fand Northumberland und seinen Coast Path äußerst charmant und für mich war es die perfekte Wahl für ein entspanntes Winterwander-Abenteuer mit (meist) recht kurzen (und oft menschenleeren) Etappen, gemütlichen Unterkünften, viel Zeit zum Vogelgucken und für Besuche im Pub.
Der raue, bodenständige Charakter Nordenglands hat es mir einfach angetan – und die Küste von Northumberland macht hier keine Ausnahme. Der Mix aus wilder Küste, weiten Schafsweiden, urigen Küstenorten und beeindruckender Geschichte ist hier definitiv ganz besonders gut gelungen. Sicherlich ist die Küste hier nicht ganz so spektakulär wie z.B. in Cornwall oder Wales, aber mir hat das Gesamtpaket wirklich richtig gut gefallen.
Northumberland Coast Path: Tipps für die Wanderplanung
An- und Abreise
Das nördliche Ende des Northumberland Coast Path, Berwick-upon-Tweed, ist von Newcastle und Edinburgh bestens per Zug in jeweils rund 45 Minuten erreichbar. Auch von London (King’s Cross) gibt es eine direkte Zugverbindung (Fahrzeit 3,5 Stunden). Das südliche Ende des Northumberland Coast Path, Cresswell, ist über den Nachbarort Ellington per direkter Busverbindung an Newcastle-upon-Tyne angeschlossen (Fahrzeit eine gute Stunde). Es gibt auch einen Bus von Cresswell nach Ellington.
Nach Northumberland kann man natürlich per Flugzeug reisen, aber auch sehr gut ohne: Zum einen gibt es eine direkte Fährverbindung ab Amsterdam (so bin ich angereist). Und auch die Anreise über London per Zug / Eurostar ist verhältnismäßig unkompliziert.
Beste Jahreszeit
Der Northumberland Coast Path lohnt sich zu jeder Jahreszeit und ist grundsätzlich auch für eine Wanderung im Winter bestens geeignet, da hier an der Küste eher selten Schnee fällt und die Wege selbst dann begehbar wären. Gerade in den Wintermonaten muss man aber natürlich mit rauem Wetter rechnen, wobei das Wetter auch das restliche Jahr über für Nordengland typisch sehr eigenwillig sein kann. Oft ist es dennoch besser als sein Ruf!
Wie so oft sind der Frühling und Herbst dank milderem Klima und weniger Touristen wohl die insgesamt beste Zeit fürs Wandern in Großbritannien. Dafür kann man im Sommer unter Umständen Badewetter und geöffnete Strandcafés genießen.
Freund*innen der Vogelbeobachtung sei der Frühling und Frühsommer ganz besonders ans Herz gelegt – dann lassen sich nämlich auf den vorgelagerten Inseln brütende Papageientaucher beobachten (neben vielen anderen spannenden Vogelarten).
Routenführung
Der Northumberland Coast Path führt größtenteils auf Wanderpfaden, Feldwegen und Sträßchen nah an der Küste entlang durch die Dünen und über das dahinterliegende Farmland. Nur eine Etappe (Fenwick – Belford) macht einen (schönen) Schlenker durchs Inland. Immer wieder kann man auch (etwas abseits der Route) direkt über die Strände wandern, wobei hier felsige Abschnitte und Flussmündungen für Hindernisse sorgen können.
Etappenaufteilung
Man kann den Weg gut auf sechs bis sieben (meist) recht entspannte Etappen aufteilen. (Meine Routenaufteilung weicht teils von der offiziellen Empfehlung ab.) Vor allem im Frühjahr / Sommer sollte man aber am besten ein bis zwei Tage mehr für Ausflüge zu den vorgelagerten Inseln einplanen – zum Beispiel zur Gezeiteninsel Lindisfarne / Holy Island mit seiner weitreichenden Geschichte oder zu den Farne Islands, wo sich (unter anderem) Papageientaucher und Trottellummen sowie Robben beobachten lassen.
Übrigens ist der Northumberland Coast Path auch Teil des England Coast Path, der hier an der Küste schon komplett ausgeschildert (und insg. etwa zur Hälfte fertiggestellt) ist. Wem die Route also zu kurz ist, der kann einfach noch ein paar tausend Kilometer weiter immer entlang der Küste Englands wandern.
Schwierigkeit und Orientierung
Der Northumberland Coast Path ist insgesamt einfach zu gehen. Im Gegensatz zu anderen Küstenwanderwegen in UK, z.B. dem South West Coast Path, sind kaum Höhenmeter zu überwinden, sodass man den Weg auch ohne übermäßige Trittsicherheit und Ausdauer angehen kann. Im Gegensatz zu manch anderem Weitwanderweg in Großbritannien ist der Northumberland Coast Path vorbehaltlos auch für Anfänger*innen in Sachen Weitwandern geeignet.
Ausgeschildert ist der Weg ebenfalls bestens in beide Richtungen. Meist verläuft der Northumberland Coast Path auf gleicher Strecke wie der England Coast Path, teilweise weicht die Routenführung aber auch mal etwas ab. Meiner Erfahrung lohnt es sich meist, dann eher der Beschilderung des England Coast Path zu folgen, da dieser teils naturnaher verläuft als die offizielle Routenführung des Northumberland Coast Path. Wirklich falsch machen kann man diesbezüglich aber nichts.
gehrichtung
Der Northumberland Coast Path ist grundsätzlich in beide Richtungen gut begehbar und ausgeschildert. Ich bin die Route von Nord nach Süd gewandert, da ich am Anreisetag relativ früh vor Ort war und es in Berwick-upon-Tweed mehr zu tun gibt als im kleinen Cresswell / Ellington. Die offizielle Empfehlung ist allerdings, von Süd nach Nord, also von Cresswell nach Berwick zu gehen – so hat man die Sonne und oft auch den Wind im Rücken.
Übernachten und Verpflegung
Die Infrastruktur ist mal mehr, mal weniger ausgeprägt, aber immer ausreichend vorhanden. Es gab auch in der absoluten Nebensaison an jedem Etappenziel mindestens eine gemütliche Unterkunft und bis auf eine Ausnahme auch Einkehr- und Einkaufsmöglichkeiten. (Infos zu meinen Übernachtungen und den Verpflegungsmöglichkeiten habe ich oben bei jeder Etappe angegeben – alle meine Unterkünfte kann ich wärmstens weiterempfehlen.)
Fürs Wandern mit Zelt ist der Northumberland Coast Path eher weniger gut geeignet. Campingplätze gibt es nur verinzelt, das Wildcampen ist in England nicht egal und entsprechende Plätze eher rar – zumal ein Großteil der Küstenlinie Natur- und Vogelschutzgebiet ist.
Kosten
Ich habe pro Übernachtung zwischen 70 und 110 Euro für ein Einzelzimmer bzw. Einzelbelegung gezahlt, ein ausgiebiges Frühstück inklusive. Teilweise hätte es auch noch etwas günstigere Optionen gegeben. Für ein Essen im Pub kann man mit 15 bis 20 Euro rechnen,
Mehr Infos zum Northumberland Coast Path
Es gibt eine gut gepflegte offizielle Webseite zum Northumberland Coast Path. Hier kann man sich unter anderem auch über aktuelle Streckensperrungen (sofern vorhanden) informieren.







Warst du auch schon mal auf dem Northumberland Coast Path wandern, hast noch weitere Wandertipps für die Region oder Fragen zur Tour? Hinterlass gern einen Kommentar unter diesem Artikel.