Nicht mit dem Auto, nicht mit dem Fahrrad, auch nicht mit dem Hundeschlitten oder auf dem Dreirad. Nein, Simon hat das wunderschöne Norwegen tatsächlich zu Fuß durchquert! Und was von West nach Ost (oder umgekehrt) noch ziemlich unspektakulär wäre, ist von Süd nach Nord schon eine ganz andere Nummer.ndlcoverbildkleinfb

Norwegen ist ziemlich seltsam geformt. An schmalsten Punkt ist das Land nur sage und schreibe sechs Kilometer breit, aber auch die größte Breite des Festlandes mit 430 Kilometern haut einen nicht gerade vom Hocker. Bei der Länge sieht das schon ganz anders aus. 1.752 Kilometer Luftlinie beträgt die Entfernung vom südlichsten Punkt, Kap Lindesnes, bis zum nördlichsten Punkt, dem Nordkap. Das entspricht in etwa der Entfernung von Oslo bis nach Rom!

Genau um diesen südlichen bzw. nördlichsten Punkt, oder viel mehr um das, was dazwischen liegt, geht es auch bei der „Norge på Langs„-Wanderung. 3.000 Kilometer zu Fuß bis zum Nordkap. Ein Wandertraum, der für Simon 2013 in Erfüllung gegangen ist und den man seit neuestem in einem wunderbar gelungenen Buch nachlesen kann.

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Darum geht es bei „Norwegen der Länge nach“

Simon ist (oder besser gesagt war – jetzt ist er ja berühmt und so!) ein ganz normaler Typ irgendwo aus dem Ruhrpott. Er mag (pardon – vergöttert!) den BVB, hängt gerne im Outdoor-Forum rum, geht jeden Tag brav in die Arbeit und tut, was man eben so tut. Aber da ist noch was. Etwas, das wohl viele von uns in sich tragen, aber dann doch irgendwie die wenigsten so richtig ausleben. Die Abenteuerlust. Der Drang, etwas außergewöhnliches zu tun. Der Wunsch, mehr aus dem eigenen Leben zu machen. Über sich hinauszuwachsen. Auszubrechen aus dem besagten „was man eben so tut“.

Ich bin es leid, immer im Konjunktiv zu leben und auf irgendwelche Chancen zu warten oder sie zu verpassen. Ich möchte nicht hinter irgendwas hertrauern und mich ärgern, weil ich es nicht gemacht habe. Ich will mit mir zufrieden sein und das Leben mit dem großen Löffel kosten.“

Und Simon schnappt sich den großen Löffel, packt ihn mit ein paar anderen Dingen in den 85l Deuter AirContact (die komplette Ausrüstungsliste gibt’s hier) und macht sich auf zum südlichsten Punkt Norwegens. Das Ziel: Nordkap.

Der Aufwand und die Organisation der Tour zuvor war enorm – für „Norge på Langs“ gibt es nämlich keine vorgefertigten Routen oder detaillierte Tourenbeschreibungen. Norwegen der Länge nach zu durchwandern – das macht jeder anders. Und überhaupt machen das nicht sonderliche viele, schon gar nicht außerhalb von Norwegen.

Das macht natürlich einerseits den besonderen Reiz dieser Wanderung aus, sorgt aber auch gleichzeitig immer wieder für Schwierigkeiten auf der Wanderung. Von schlechtem Wetter, unwegsamem Gelände, ständigem Hungergefühl und vielen anderen Dingen mal ganz abgesehen. Da gibt es jedoch auch die Menschen, die Simon unterwegs trifft. Die lauschigen Hüttenabende am Kaminfeuer. Die unglaublich gigantische norwegische Natur. Und die vielen kleinen und großen Glücksmomente, die Simon immer wieder zum Durchhalten motiviert haben.

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Wanderführer, Abenteuerbericht, Roman?

Kurz und knapp: Alles und nichts! Simon ist es gelungen, für sein Buch seine ganz eigene Mischung zu finden. Einerseits ist das Buch chronologisch aufgebaut und enthält allerlei praktische Tipps rund um die Tour – egal ob es darum geht, wohin man sich Versorgungspakete liefern lassen kann oder wie das mit den norwegischen Hütten eigentlich so abläuft.

Daneben geht Simon erzählt Simon aber auch viel von seinem Gefühlsleben während der Wanderung. Man erfährt, wie ihn das Abenteuer nach und nach verändert. Man liest von Höhen und Tiefen, davon was ihm zu schaffen macht und wie er sich doch immer wieder motiviert. Davon, was Begegnungen mit bestimmten Menschen in ihm auslösen. Man versteht, warum er diese Wanderung angetreten hat und wie er sich am Ende fühlt.

Großartig sind aber auch die begeisterten Beschreibungen der norwegischen Natur, Lebensweise und der Norweger selbst. Man merkt in jeder Silbe, dass Simon das norwegische „Friluftsliv“ liebt – und das ist ziemlich ansteckend.

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Fazit: Absolute Leseempfehlung für alle Draußen-Menschen

Simons Buch „Norwegen der Länge nach“ ist authentisch, sympathisch, humorvoll und ehrlich. Er erzählt von seiner Wanderung so, wie er sie wirklich erlebt hat. Mit allen Höhen und Tiefen – ohne romantische Verklärung der Tatsachen, wie es ja in der Outdoorwelt gerne mal der Fall ist. Der Leser hat es leicht, sich gedanklich mit auf die Reise zu machen und zusammen mit Simon noch einmal durch Norwegen zu wandern.

Das Buch „Norwegen der Länge nach“ ist eine gelungene Mischung aus einer Art Wanderführer mit vielen praktischen Tipps, Abenteuerbericht und Roman. Simon nimmt den Leser nicht nur auf eine Reise durch das wunderschöne Norwegen mit, sondern auch durch seine Gefühlswelt und persönliche Entwicklung. Dadurch ist das Buch nicht nur für Menschen interessant, die selbst Fernwanderungen machen oder vielleicht sogar über eine „Norge pa Langs“-Tour nachdenken, sondern einfach für alle, die sich für skandinavische Länder und das Draußensein begeistern können. Und ich wette, dass selbst der ein oder andere notorische 5-Sterne-Karibik-Urlauber nach der Lektüre den Drang verspüren wird, im norwegischen Regen durch den Schlamm zu stapfen. :-)

Simon ist der lebende Beweis dafür, dass man nicht Bear Grylls heißen muss, um große Abenteuer zu erleben. Und dass man nicht Jack London heißen muss, um großartige Abenteuerbücher zu schreiben. Ganz gemäß dem norwegischen Spruch (und Simons Motto) „det ordner seg“, zu Deutsch: „Das wird schon.“

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Na? Willst Du jetzt auch gleich eintauchen ins Abenteuer „Norwegen der Länge nach“? Simons Buch kannst Du hier* als E-Book oder Taschenbuch bestellen.

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Veranstaltungstipp: Bildervortrag zum Buch

Aktuell zieht Simon auch mit einem Bildervortrag durch Deutschland. Ich war kürzlich beim Auftakt der Vortragsreihe im „Geobuch“ in München dabei. Und ich kann Dir sagen – egal ob Du das Buch schon gelesen hast oder nicht: Es lohnt sich! Nicht nur, weil man viele tolle Bilder rund um die Wanderung zu sehen bekommt. Simon erzählt sehr lebendig und aus neuen Perspektiven von seinem Abenteuer. Gepaart mit seinem trockenen Ruhrpott-Humor wird das Ganze zu einer unschlagbaren Mischung.

Man kann mitfiebern, mitlachen, mitleiden, mitweinen (natürlich vor Freude und Sehnsucht!) und einen Abend ist es ein bisschen so, als wäre man selbst dabei gewesen.

Und außerdem hat man natürlich bei solchen Vorträgen die Chance, alles zu fragen, was man schon immer mal wissen wollte. (Zum Beispiel, wieviel Tonnen Chips er wohl so insgesamt gegessen hat während der Wanderung. :-) ).

Die aktuellen Termine findest Du auf Simons Blog www.simonpatur.de


Anmerkungen:

* Affiliate Link: Wenn Du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich eine kleine Provision für meine Abenteuer-Kasse, ohne dass Du mehr bezahlen musst. Danke!

Das Copyright für die Bilder liegt bei  „Simon på tur„.


Hast Du Simons Buch auch schon gelesen? Und hast Du weitere Lesetipps rund um das Thema (Langzeit-)Wandern und Outdoor-Abenteuer?

Ich freu mich auf Deinen Kommentar.

6 Comments

  1. … eigentlich muss es ja heißen: „Simon hat Norwegen durchlängst.“ ;-) – Charmanter Wander-Buddy, charmantes Buch, charmanter Vortrag!

  2. Bücher kann man nie genug haben. Danke für den Tipp. Ich werde es mir kaufen. So wie ich mich kenne, wird mein nächstes Reiseziel dann Norwegen. ;)
    LG Steffi

    • Fräulein Draußen Reply

      … was nicht die schlechteste Wahl wäre. :-) Viel Spaß beim Lesen!

  3. So ein wenig hin- und hergerissen bin ich bei dem Buch ja schon.
    Romancharakter hat es für mich nicht unbedingt. Und fast ein wenig schnell huscht der Simon da durch sein Abenteuer. Das liegt vielleicht daran, dass das Buch für den spannenden Bericht viel zu kurz geworden ist.
    Der Wunsch, direkt neben ihm in den Bildern, die er uns malt, zu erscheinen und wenn auch nur als unsichtbarer Beobachter mitten drin zu sein, statt nur vor dem Buch, der ist sehr groß!

    Da musste ich bisweilen beim Lesen an Basti und die Unendliche Geschichte denken! :-)

    • Fräulein Draußen Reply

      Hi Alex,

      Romancharakter hat es für mich durch die vielen persönlichen Erzählungen, Schilderungen von Gedankengängen usw. Ein reiner Roman ist es aber natürlich nicht. Und Du hast recht – mit dieser Wanderungen hätte man sicher noch viele Seiten spannend füllen können!

      Einen Fuchur hätte sich Simon zwischendurch sicher auch gewünscht… :D

      lg

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