Das große Wombats-Wie-Wo-Was

7Für viele sind die überdimensionalen Meerschweinchen, die seltsamerweise alle den Namen Willi tragen, wohl der geheime Hauptgrund, die Reise auf diese Insel irgendwo im Süden Australiens anzutreten. Und das zu recht. Der Gedanke an meine erste Begegnung mit einem Wombat lässt mich immer noch zufrieden grinsen, weil es einfach kaum zu fassen ist, dass solch putzige Tierchen auf dieser Erde grasen.

Und nun sitze ich hier auf der heimischen Couch, streichle mit einer Hand meinem Plüsch-Wombat über die Ohren und tippe mit der anderen Hand diesen Artikel, in dem Du lesen wirst, wer diese Wombats eigentlich sind und was Du tun musst, um ihnen eines Tages persönlich Hallo zu sagen.

Inhalt

Wer sind diese Wombats eigentlich?
Wo kann man Wombats sehen?
Sind Wombats zutraulich?
Wo gibt es das schönste Wombat-Plüschtier?
Ist Wombat-Poop wirklich würfelförmig?

Wombats beobachten auf Tasmanien
Vorsicht beim Autofahren – vor allem nach Einbruch der Dunkelheit!

Wer sind diese Wombats eigentlich?

Auch wenn Wombats aussehen wie zu groß geratene Meerschweinchen oder zu klein geratene Bären, sind sie, wie es sich eben für ein anständiges australisches Tier gehört, Beuteltiere und somit mit Kängurus und Koalas verwandt. Es gibt drei Arten: den Nacktnasenwombat, den nördlichen Haarnasenwombat und den südlichen Haarnasenwombat. Alle Arten verbringen viel Zeit unter der Erde, sind nachtaktiv und kommen erst abends hervor, um Gräser und andere Pflanzen zu fressen und zu tun, was Wombats eben so tun (also vor allem süß aussehen). In freier Wildbahn werden Wombats etwa 5 Jahre alt, können in Gefangenschaft aber auch deutlich älter werden. Dabei erreichen sie eine Körperlänge von 70-120 cm und werden 20-40 kg schwer. Und auch wenn Wombats eigentlich sehr gemütlich aussehen und das meistens auch sind – sie können bis zu 40 km/h schnell rennen, wenn es sein muss! Huiuiui!!

Wombat im Cradle Mountain Nationalpark auf Tasmanien
„Hallo, ich bin Willi, und wer bist Du?“

Wo kann man Wombats sehen?

Wombats leben zwar auch vereinzelt in Südostaustralien und im Inneren von Queenslands, vor allem findet man sie aber auf Tasmanien. (Wo man übrigens auch noch aus einer Vielzahl von anderen Gründen unbedingt hinsollte.)

Grundsätzlich hat man natürlich die Wahl zwischen einer Wombatsichtung im Zoo bzw. einer Auffangstation und in feier Wildbahn. Für mich persönlich kommt immer nur letzteres in Frage, da die Beobachtung von Tieren in Freiheit einfach am allerallerschönsten ist und alles andere für mich nicht zählen würde. Zoos sind für mich sowieso ein absolutes NoGo, eine Auffangstation wäre aber natürlich theoretisch auch eine Option, wenn es denn anders nicht klappen sollte. Hier sollte man sich allerdings im Vorhinein genau informieren, dass es sich dabei auch wirklich um eine Einrichtung handelt, die Tieren in Not hilft und diese nach Möglichkeit wieder freilässt und nicht einfach nur das Einsperren von Wildtieren mit diesem Begriff schönredet.

Wenn Du Wombats in freier Wildbahn sehen möchtest, hast Du theoretisch an vielen Orten auf der Insel Gelegenheit dazu, jedoch nur mit einer großen Portion Glück. Es gibt jedoch auch Orte, an denen Du ziemlich sicher auf Wombats treffen wirst, und das sind folgende:

Ein Wombat im Narawntapu Nationalpark in Tasmanien
Willi Wombat genießt die Abendsonne

Wombats im Narawntapu Nationalpark

Dieser kleine, eher unbekannte Nationalpark liegt an der Nordküste Tasmaniens, ca. 40 km von Devonport oder eine 1-stündige Fahrt von Launceston entfernt. Berühmt ist der Park vor allem für die vielen Tiere, die hier kreuchen und fleuchen, und wird deshalb auch die „Serengeti Tasmaniens“ genannt. Wallabys, Känguruhs, Wombats und mit etwas Glück auch Tasmanische Teufel kann man hier hautnah und oft ganz für sich allein erleben. Man muss einfach nur in den Abendstunden oder am frühen Morgen über die großen Wiesen rund um den Campground wandern und weiß gar nicht, wo man zuerst hingucken soll. Achja, und einen tollen Strand gibt es auch um die Ecke.

Einziger Wehmutstropfen: Seit 2013 treibt hier eine Milbenerkrankung unter Wombats ihr Unwesen, die unter anderem Haarausfall und starken Juckreiz hervorruft. Manche Tiere scheinen dagegen immun zu sein, andere leider nicht. Und das sieht man dann auch. Der Park tut aber sehr viel dafür, die Krankheit zu erforschen und zu bekämpfen – somit ist Hoffnung in Sicht.

Tiere beobachten im Narawntapu Nationalpark in Tasmanien
In der „Serengeti Tasmaniens“
Wallabys im Narawntapu Nationalpark auf Tasmanien
Bennett-Wallabys und Forester-Kaengurus im Narawntapu Nationalpark

Wombats im Cradle Mountain / Lake St. Clair Nationalpark

Ein absoluter Hotspot und Touristenmagnet Tasmaniens – wovon sich die Wombats jedoch offensichtlich nicht abschrecken lassen. In der Gegend um den Cradle Mountain ist es sehr wahrscheinlich, in den Abendstunden auf den ein oder anderen Wombat zu treffen. Ein guter Ort hierfür ist die große Wiese an der Shuttlebus-Haltestelle „Ronny Creek“. Von hier muss man in den Abendstunden (den letzten Bus nicht verpassen!) einfach nur ein Stück auf den Holzplanken des Overland Track entlangspazieren und gut die Grasbüschel in der Umgebung im Auge behalten. Als ich dort war, haben sich hier zahlreiche Wombats ebenjene Büschel schmecken lassen.

Grundsätzlich nutzen Wombats übrigens auch immer sehr gerne Wanderwege! Beim Wandern hat man also gute Chancen, dass einem plötzlich einer gegenübersteht, wenn man sich ruhig verhält.

Wombat im Cradle Mountain Nationalpark in Tasmanien
Ein jüngeres Exemplar der Wombat-Familie

Sind Wombats zutraulich?

Alle Wombats, die ich getroffen habe, waren zwar alles andere als scheu, hielten aber doch immer einen gewissen Sicherheitsabstand ein.  Wenn man sich ruhig verhält, keine lauten Geräusche macht, den Wombat nicht bedrängt (!!!) und einfach abwartet, hat man gute Chancen, dass sich der ein oder andere auf der Suche nach dem saftigsten Grasbüschel auch relativ nah an einen herantraut.

Wo gibt es das schönste Wombat-Plüschtier?

Es war kaum zu glauben, welch hässliche Stofftiere man aus solch einer possierlichen Vorlage zaubern kann! Kein Visitor Center, kein Souvenirshop hatten auch nur annähernd brauchbare Plüschwillis im Sortiment. Aber dann, am Flughafen von Hobart, fand ich ihn! Meinen Plüschwilli! Er ist von der Marke „Australian Toys by Windmill“ und Du solltest gut nach ihm Ausschau halten, wenn Du auch einen Wombat zum Kuscheln mit nach Hause nehmen willst. (Und das wirst Du wollen!!)

Blick über Melbourne vom Grand Hyatt Hotel
Willi, der Plüschwombat im 28. Stock des Grand Hyatt Melbourne

Ist Wombat-Poop wirklich würfelformig?

Ja!!! 🙂 Manche mehr, manche weniger schön geformt, aber immer irgendwie eckig. Und es ist eine wahre Qual, wenn man beim Wandern immer wieder auf die quaderförmigen Hinterlassenschaften trifft, aber weit und breit kein Wombat zu sehen ist.

Wombat-Kacke
… und hier der Beweis! :-)

Und wenn Du jetzt immer noch nicht davon überzeugt bist, dass Du unbedingt und sofort nach Tasmanien auf Wombat-Besuch fahren solltest (was ich mir kaum vorstellen kann), dann guck Dir dieses Video an:

Na? Hat’s funktionert? 🙂


Hast Du auch schon mal Wombats gesehen und weitere Tipps für Wombat-Hotspots? Und falls nicht, auf welchem Platz Deiner Bucket List steht eine Wombat-Sichtung? Ich freu mich auf Deinen Kommentar!

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5 Kommentare

  1. Krümelmonsterchen Reply

    Hallo Fräulein Draußen,

    du schreibst aber selbst wie ein Plüschtier 🙂

    Schade, dass Australien nicht um die Ecke liegt, sonst würde ich am Wochenende die Willies besuchen.

    Wo geht es bei dir als nächstes hin?

    • Fräulein Draußen Reply

      Hehe, ich fasse das jetzt mal als Kompliment auf. 😉

      Im April geht es zwei Wochen nach Gran Canaria, entspannen und so durch die Gegend wandern. Und.. für danach gibt’s auch schon Pläne, aber die sind noch geheim. 🙂

      Viele Grüße
      Kathrin

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