Es gibt entspannte Dinge, die schnell erledigt sind. Und es gibt die Planung von Winterwanderungen in den bayerischen Voralpen. Wie hoch ist der Schnee wohl wirklich? Hat die Berghütte geöffnet? Komme ich ohne Schneeketten mit dem Auto überhaupt zum Ausgangspunkt? Werden die wahnsinnigen Rodler mich dieses Mal erwischen? 

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Es gilt Fragen über Fragen hellseherisch mit Hilfe von Blogs und Foren und Webseiten zu klären, bis die Vorfreude langsam aber sicher den Tiefpunkt erreicht. Eigentlich wollte man am Vorabend der Tour gemütlich kochen, ein Buch lesen und dann früh ins Bettchen gehen, um am nächsten Tag fit zu sein. Stattdessen ist es dann irgendwie plötzlich schon 23 Uhr, man hat immer noch nichts anständiges gegessen und hängt nach wie vor verzweifelt vorm Bildschirm.

Und oftmals findet man sich dann am nächsten Tag auf einer Tour wieder, die zwar schon irgendwie schön ist, weil man ja draußen ist, und alles ist ja so schön weiß. Aber eigentlich ist sie gar nicht so schön, denn der vereiste Fahrweg zieht sich unendlich in die Länge, die nörgelnden Schlittenkinder nerven und zur Belohnung für all das darf man irgendwann auch einfach wieder umdrehen, weil ohne Schneeschuhe kein Weiterkommen ist. Die Hütte bleibt die letzte Hoffnung, auf der dann aber alle Plätze in der Sonne oder am warmen Kamin natürlich schon besetzt sind. Von den wahnsinnigen Rodlern.

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Aber verzagt nicht – hier kommt die Rettung:

Die Baumgartenschneid! Direkt von Tegernsee aus führt die Wanderung von Anfang an über kleine, idyllische Waldwege. Die Steigung ist immer angenehm und vor allem abwechslungsreich, sodass sich das mitunter anstrengende Schneestapfen bergauf immer mit kleinen Erholungspausen abwechselt. Mit dem Riedersteinhaus gibt es eine äußerst gemütliche Hütte, die auch im Winter durchgehend geöffnet hat. Der darüberliegende Riederstein mit der kleinen Kirche und der großartigen Aussichtskanzel bildet eine akzeptable Alternative, falls der Weg bis ganz nach oben doch zu beschwerlich sein sollte. Der Baumgartenschneid selbst ist dank des relativ flachen Gipfelanstiegs über einen Grassattel auch bei Schnee und Eis gut zu erreichen. Und: Keine Rodler weit und breit!

Grundsätzlich ist die Baumgartenschneid auch im Winter ein beliebtes Ausflugsziel. Wenn man allerdings so wie ich früh aufbricht, an einem wolkenverhangenen Tag mit leichtem stetigen Schneefall, dann hat man den kleinen Berg und eine fluffige Schicht Pulverschnee über den Fußspuren der Vorgänger quasi ganz für sich allein.

Das Winterwandern auf die Baumgartenschneid war sogar so schön und angenehm, dass ich momentan sogar (fast) ernsthaft mit dem Gedanken spiele, mir die Wintertourenplanung in Zukunft komplett zu sparen und einfach jede Woche auf die Baumgartenschneid zu rennen.

 

FAKTEN ZUR TOUR:

Start/Ziel: Max-Josef-Straße, Ecke Schützenstraße (Tegernsee) oder direkt vom Bahnhof Tegernsee
Höhenmeter: 650
Aufstieg: gute 2 Stunden
Abstieg: ca. 1,5 Stunden
Einkehr: Riedersteinhaus am Galaun (Dienstag Ruhetag)

Achtung: Bei Schnee und/oder Eis nicht als Rundtour über den Sagfleckl geeignet.

Alle Infos zur Tour gibt’s hier bei hoehenrausch.de

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Warst Du auch schon mal im Winter auf der Baumgartenschneid? Oder hast Du noch weitere Tipps für tolle Winterwanderungen in den Voralpen? Dann raus damit im Kommentarfeld!

5 Comments

  1. Klingt gut, werde ich mir gleich mal vormerken 🙂
    Bin am Wochenende den Gamsreibenweg am Walchensee gelaufen und vor zwei Wochen war ich am Sylvensteinspeicher unterwegs – da ging es einmal um den Rosskopf.
    Hatten zwar zwischenzeitlich jeweils das Gefühl uns verlaufen zu haben – aber sind doch wieder zurückgekommen 🙂 Sind allerdings beides keine Touren mit vielen Höhenmetern. Aber schön war’s.

    LG
    Manuela

    • Fräulein Draußen Reply

      Hi Manuela,
      bin kein Höhenmeterfetischist, daher danke für die Tipps! 🙂

      Viele Grüße
      Kathrin

  2. Schööööön, jetzt hab ich wieder so richtig Lust auf Winter, nachdem ich verzweifelt versucht habe, mich nach diesem mal-wieder-kein-Winter auf den Frühling einzustimmen. 😉
    LG /inka

    • Fräulein Draußen Reply

      Oooohje! 😀 In München gab’s glaub ich etwas mehr Winter als in Berlin, aber immer noch viiiiel zu wenig. Für Frühling bin ich jedenfalls noch lange nicht bereit!! …und am Sonntag ist schon 1. März. Aaaaaaaah.

  3. Hihi, “… bis die Vorfreude langsam aber sicher den Tiefpunkt erreicht …” – das kommt mir sehr bekannt vor …
    Habe gerade erst deine kleine Tour entdeckt. Da du fragst: Ja, zumindest bis zum Riederstein sind wir Anfang Januar auch gelaufen, guck mal – hier: http://www.kulturnatur.de/2015/01/19/winterwanderung-zum-riederstein/
    Bisher (13 Jahre lang) habe ich die Galaun immer ignoriert. Komplett zu Unrecht. Ich geb’ dir Recht – auch ich könnte da (zumindest im Winter) immer wieder hoch. Der Blick über den See, in die Berge – hach … Eine Alternative ist natürlich gleich vis à vis die Neureuth.
    In diesem Sinne: Planst du noch? Oder freust du dich schon (wieder)? … Bis bald am Berg. 😉

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