Im Juni war ich auf einem kleinen Roadtrip mit ganz viel Wandern in Südnorwegen unterwegs. Und neben vielen tollen Dingen, die ich dort gesehen habe und erleben durfte, zählte diese Wanderung definitiv zu meinen Highlights. Tiefblaues Meer, zerklüftete Felsenlandschaften, Schafe und die Höhlen von Brufjell ganz für mich allein.


Werbehinweis: Meine Reise nach Südnorwegen fand in Zusammenarbeit mit Visit Southern Norway statt. Meine Meinung und meine Berichte über diese Reise wurden dadurch nicht beeinflusst. Mehr Infos zu meinen Kooperationen gibt’s in diesem Artikel.


Wanderung in Südnorwegen
Südnorwegen bescherte mir auf meiner Reise mehr als einmal strahlend blauen Himmel

Das kleine Örtchen Roligheten lag vor mir wie die personifizierte Seele Südnorwegens.  Rote und weiße Holzhäuschen, die sich in perfekter Farbsymbiose zusammen mit dem tiefblauen Meeresarm und den grünen Wiesen zu einer dieser Ansichtskarten verbinden, die man auch nach 5 Jahren noch am Kühlschrank hat. Dazu ein paar weiße, wollige Schafe, die am Fjord grasen und die zerklüfteten Felsenlandschaften, die steil aus dem Wasser hervorragen – fertig ist der norwegische Traum. Das gleißende Sonnenlicht gab sich alle  Mühe, darüber hinweg zu täuschen, dass es eigentlich erst 8 Uhr morgens ist.

Mein Mietwagen war dennoch das erste Auto auf dem Parkplatz und als ich von dort aus über die Dorfstraße  zum eigentlichen Ausgangspunkt der Wanderung zu den Brufjell Höhlen schlenderte, war noch keine Bewegung hinter den Gardinen des Örtchens erkennbar. Vielleicht waren die aber auch alle längst schon mit ihren Fischerboten auf dem offenen Meer…

Fjord-Schafe
Hallo Postkarte!

Die Boote, die nicht in Benutzung waren, lagen in hölzernen Bootshäusern oder an Stegen angebunden und schwappten mit fröhlichem Glucksen im leichten Wellengang vor sich hin. Nachdem ich innerhalb kürzester Zeit mindestens zehn Häuschen gefunden hatte, in die ich bitte jetzt und sofort unbedingt einziehen wollte, führte mich der Wanderwegweiser einen Hang hinauf und durch reichlich grün bis hin zur Sandvika, einer kleinen versteckten Bucht, die später am Tag sicher eine ganz hervorragende Bademöglichkeit abgegeben hätte. Ich hingegen begnügte mich damit, die Schafsfamilie zu beobachten, die auf den Felsen rund um die Bucht das Gras stutzt.

Brufjell Wanderung Beschilderung
Die Wanderung zu den Brufjell Höhlen ist durchgehend markiert und ausgeschildert
Strand-Schafe
Die Sandvika Bucht auf dem Weg zu den Brufjell Höhlen

Schaf müsste man sein! Allerdings wüsste man dann vermutlich nichts von der Existenz der Gletschertöpfe am Fuße des Brufjell, was auch wiederum schade wäre. Ich jedenfalls wusste von ihrer Existenz und war schon ziemlich gespannt auf die Höhlen mit Meerblick.

Von der Bucht galt es allerdings noch einige Höhenmeter zurückzulegen, nur um diese dann anschließend wieder nach unten zu steigen. Und das war zumindest auf dem letzten Teil des Abstiegs zu den Höhlen gar nicht so einfach! Der Weg führte durch eine relativ steile Rinne voll großer Felsblöcke nach unten, sodass an einigen Stellen die Nutzung in den Stein geschlagener Eisentritte bzw. -griffe notwendig war. So ein bisschen Mut, sich mal kurz hier und da der Kraft seiner Arme und der Trittsicherheit seiner Schuhkappen anzuvertrauen, sollte man da auf jeden Fall mitbringen. Und idealerweise auch den ein oder anderen Mitwanderer, denn Handyempfang gibt es hier keinen und blödes Abrutschen ist nicht ausgeschlossen. Mitwanderer hatte ich leider keinen und ein bisschen mulmig war mir auch zu Mute, wie ich da so an den Felsbrocken herumgekraxelt bin, umgeben von steilen Wänden und mit dem Tosen von Wind und Meer im Ohr, das durch die Rinne nicht gerade leiser wurde.

Blick von unten in die Felsrinne, die zu den Gletschertöpfen führt

Dieses Gefühl wurde aber sofort mit selbigem Wind davon geweht, als ich am Ende der Rinne angekommen war und sich der glatt geschliffene Felsbalkon vor mir ausbreitete, an dessen einer Seite bald die ersten Höhlen zu sehen waren und zu dessen anderer Seite nichts als der Ozean lag. Die letzte Höhle war dabei definitiv die spannendste, denn hier kann man Fotos wie dieses schießen:

Nur fliegen ist schöner!

Nachdem ich mein Stunt-Shooting beendet hatte, kam aber das eigentliche Highlight der Wanderung: Auf dem warmen Stein in der Sonne sitzen und auf die Wellen schauen, zwischenzeitlich fest davon überzeugt, dass gleich ein Piratenschiff am Horizont auftaucht und mich einlädt, an Board zu kommen und ihre Kapitänin zu sein. Passiert ist das letztendlich leider nicht, aber das leicht zerkrümelte Knäckebrot in meiner Hand war auch okay.

Brufjell Felshoehlen
Die Felsen, das Meer und ich…

Irgendwann und mit einiger Überwindung konnte ich mich wieder aus meiner meditativen Glückseligkeit reißen – vermutlich nur, weil ja noch ein weiteres Glück auf mich wartete: Der Ausblick von ganz oben über das Brufjell. Die Rinne war in diese Richtung schnell bezwungen und da kamen mir auch schon die ersten nachfolgenden Wanderer entgegen. Ein Hoch auf mein Timing!

Und während die Kollegen sich dann wohl gerade an den Felsen entlang Richtung Höhlen hangelten stand ich bereits ganz oben auf dem Gipfel und versuchte die unwirkliche Schönheit dieser Landschaft in mich aufzusaugen. Gar nicht so einfach bei diesem Rundblick:

Hoch oben auf dem Brufjell

Anschließend ging es über Fels und durch Wald zurück zum Bilderbuchort am Fjord. Die Gardinen waren mittlerweile zurückgeschoben, Menschen schraubten an Booten und werkelten in Gärten. Die Fjordschafe hatten sich in den Schatten einiger Bäume zurückgezogen und dabei – ähnlich wie ihre Artgenossen an der Bucht – wohl keine Ahnung von den Höhlen am Meer, vor denen man so wunderbar in der Sonne sitzen und einfach mal gucken kann.

Das kleine Örtchen Roligheten ist der Traum eines jeden Norwegen-Fans

Alle Infos zur Wanderung zu den Brufjell Höhlen in Südnorwegen

Es gibt unterschiedliche Routen, die auf und um den Brufjell führen. Empfehlenswert ist die Rundwanderung gegen den Uhrzeigersinn, also Parkplatz > Sandvika > Felshöhlen > Brufjell > Parkplatz. Auf diese beziehen sich auch die folgenden Infos.

Länge: ca. 5-6 km
Höhenmeter: ca. 400 hm
Dauer: ca. 3-4 Stunden einplanen
Schwierigkeit: mittel (eigentlich unschwierige Wanderung, die aber stellenweise Trittsicherheit erfordert und etwas rutschig sein kann, wenn es geregnet hat; der Abstieg hinunter zu den Felshöhlen ist nicht ganz ohne – man muss man ein paar leichten Kraxelstellen mit Hilfe von Metalltritten-/griffen überwinden und über ein paar größere Felsblöcke klettern)
Kinder- / Hundetauglichkeit: der Abstieg zu den Felshöhlen ist nur für größere Kinder geeignet und für Hunde nicht machbar
Orientierung: durchgehend ausgeschildert/markiert ab Parkplatz
Ausgangspunkt: ausgeschilderter Parkplatz in Roligheten (25 min. mit dem Auto von Flekkefjord entfernt)

Brufjell Wanderung


Warst Du auch schon mal in Südnorwegen und hast weitere Tipps für schöne Wanderungen dort? Oder warst Du sogar schon mal am Brufjell? Ich freu mich auf Deinen Kommentar!

3 Comments

  1. Liebe Kathrin,
    ich lese jetzt erst seit einer Woche mit. Gefunden habe ich deinen Blog über den Beitrag zum ersten Alleinzelten. Und jetzt will ich unbedingt auch ein solches Schnuffeltierchen haben. 🙂
    Warst du in Norwegen auch alleine unterwegs, oder nur bei dieser Wanderung?
    Sag mal, wie machst du die Bilder von dir? Mit Selbstauslöser musst du da ja ziemlich spurten oder machst du das mit Fernbedinung?
    Liebe Grüße
    Mia

    • Fräulein Draußen Reply

      Hi liebe Mia,

      schön, dass Du den Weg hierher gefunden hast und geblieben bist. 🙂 In Norwegen war ich komplett allein unterwegs. Die Bilder mache ich auf solchen Reisen und Wanderungen entweder mit Fernauslöser oder – noch besser – mit der Intervallaufnahme. Dabei nimmt die Kamera solange Bilder in einem bestimmten Intervall (z.B. alle 2 Sekunden) auf, bis man wieder auf „Stop“ drückt. So ist auch das „Flug“bild vorm Höhleneingang entstanden.

      Liebe Grüße,
      Kathrin

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