Verliebt in Tasmanien

„Kann ich bitte für immer hier bleiben?“
Als ich diesen Satz unter eines meiner liebsten Fotos klebte und raus in die Weiten von Facebook schickte, meinte ich es voll und ganz ernst. Eingekuschelt in einer Ecke meines rollenden Zuhauses, mit dem Rauschen des Meeres im Ohr und dem australischen Sternenhimmel vor Augen. Gerade zurückgekommen von einer zweitägigen Trekkingtour durch die allerschönste Bergwelt Tasmaniens, die Beine schmerzten noch, obwohl die Schokokekse alles gaben. In diesem Moment wäre mir alles andere sinnlos vorgekommen. Wieso ein Leben jenseits dieser Insel, jenseits dieses Vans, jenseits dieser Kekse verbringen? Wieso sollte man so etwas tun?
Und jetzt, gerade mal 10 Tage nach meiner Rückkehr, fühlt es sich schon wieder wie eine Ewigkeit an. Mein kleines Paradies irgendwo südlich von Australien scheint unerreichbar. Und es fiel mir wirklich noch nie so schwer, mich von einer Reise loszureißen. Ständig bin ich müde, verwirrt, schlecht drauf. Und kann gar nicht so richtig begreifen, wie schön alles war und dass es jetzt schon wieder vorbei ist. Das ist kein Jetlag, das ist waschechter Trennungsschmerz. Denn ich bin verliebt. Verliebt in Tasmanien.
Die Fotos für diesen Artikel rauszusuchen war schön und schrecklich zugleich. Aber ich hab es durchgestanden. Und präsentiere Dir jetzt mit einem lachenden und einem weinenden Auge die Highlights meiner dreiwöchigen Reise nach Australien und Tasmanien:

Känguruhs im Morgengrauen

Nachdem ich im Sommer in Alaska nicht so richtig viele Bären gesehen habe, hatte ich vor meiner Reise schon ein bisschen Angst, dass es mir in Australien vielleicht  ähnlich ergehen würde. Da konnte ich aber nun wirklich auch noch nicht ahnen, dass ich schon bald von Känguruhs quasi überrannt werden sollte. Eigentlich sind wir ja um halb 5 aufgestanden, weil wir den Sonnenaufgang über dem Meer sehn wollten. Doch dann wurde es der Sonnenaufgang über zahlreichen Känguruhs! Große Känguruhs, kleine Känguruhs, grasende Känguruhs, dösende Känguruhs, Känguruhs in Beuteln, Känguruhs die über Zäune hüpfen… hachja.

Känguruh mit Nachwuchs an der Great Ocean RoadKänguruhs im Morgengrauen

Vanlife

Bisher habe ich meine Roadtrips immer mit normalem PKW und Zelt bestritten, aber nun stand in Tasmanien endlich meine Campervan-Premiere an. Und ich kann jetzt endlich voll und ganz verstehen, warum so viele Menschen (wie zum Beispiel Elisa von „take an adVANture“ oder Carina von „Travel Run Play„) diese Art des Reisens so sehr lieben. An unserem ersten Tag in Tasmanien habe ich etwas gekränkelt und so standen wir einfach nur den ganzen Tag mit offener Heckklappe direkt am Meer, haben gelesen, gedöst und dem Rauschen der Wellen gelauscht. Trotz Erkältung und der Ungewissheit, wie diese unsere Pläne beeinflussen würde, eine der schönsten Erinnerungen an die gesamte Reise! Unser rollendes Zuhause hatte alles dabei, was wir brauchten, aber ohne übertriebenen Schnickschnack. In einem größeren wohnmobilähnlichen Gefährt würde ich mir glaub ich nach wie vor zu komisch vorkommen, aber dieser kleine Van war einfach genau richtig.

[Tipps zum Thema „Mit dem Campervan durch Tasmanien“ kommen bald in einem eigenen Artikel]

Unser Campervan direkt am Meer

Chillen im Campervan am Meer

Zelten am Strand (Freycinet)

Auch wenn ich den Sand am und im Zelt bis zum Ende der Reise nicht mehr losgeworden bin: Für diesen Zeltspot hat sich das alles definitiv gelohnt! Sogar der nächste Tag, an dem uns das Trinkwasser ausging und an dem meine Füße viel zu lange laufen mussten und (…).

[Fortsetzung folgt]

Zelten am Cooks Beach im Freycinet Nationalpark

Große Muschel im Freycinet Nationalpark

Sternenhimmel und türkisblaues Meer an der Bay of Fires

So ein schöner Ort! An den dicken Felsbrocken, die zahlreich auf dem weißen Strand der Bay of Fires verteilt sind, wächst eine rote Flechte, die einen mega Kontrast zum türkisblauen Meerwasser bildet. Und dann noch der grüne Urwald im Hintergrund!! Wow. Zu allem Überfluss hatten wir in dieser Nacht (der Van stand natürlich wieder direkt am Strand) dann noch endlich mal freie Sicht auf alle Sterne. Und davon gibt es echt verdammt viele an diesem australischen Himmel.

Türkisblaues Meer an der Bay of Fires in Tasmanien

Campervan unter dem tasmanischen Sternenhimmel

Chillen mit Wombats

AAAAAH! Der vielleicht schönste Moment der ganzen Reise und definitiv die allerbeste Art, ein Jahr abzuschließen und ein neues zu beginnen. In der Neujahrsnacht waren wir im Narawntapu Nationalpark an der Nordküste Tasmaniens, und das nicht ohne Grund. Denn dieser Park ist bekannt dafür, dass sich in den Morgen- und Abendstunden zahlreiche Wallabys, Känguruhs und WOMBATS auf den Wiesen tummeln und grasend die ersten bzw. letzten Sonnenstrahlen genießen. Und das taten sie dann tatsächlich auch! Und das war so toll!! Wenn ich daran zurückdenke schwebe ich immer noch im 7. Wombat-Himmel.

Leider waren auch ein paar traurige Anblicke dabei, denn seit 2013 treibt hier eine Milbenerkrankung ihr Unwesen, die unter anderem Haarausfall und starken Juckreiz hervorruft. Manche Wombats scheinen dagegen immun zu sein, andere leider nicht. Und das sieht man dann auch. Der Park tut aber sehr viel dafür, die Krankheit zu erforschen und zu bekämpfen – somit ist Hoffnung in Sicht.

[Tipps zur Wombat-Beobachtung auf Tasmanien folgen.]

Ein Wombat im Narawntapu Nationalpark in Tasmanien

Tiere beobachten im Narawntapu Nationalpark in Tasmanien

Alles… aber auch wirklich ALLES im Cradle Mountain NP

Wenn ich mich für den schönsten Fleck in Tasmanien entscheiden müsste, würde meine Wahl definitiv auf den Cradle Mountain Nationalpark fallen. Der glücklicherweise entgegen aller Befürchten selbst zur australischen Ferienzeit erstaunlich leer war, zumindest wenn man die üblichen Wanderrouten für Tagestouren hinter sich gelassen hat. Zerklüftete Berge und weites karges Land, dann wieder dichter Urwald unterbrochen von versteckten Seen und Tümpeln. Unsere 2-Tagestour einmal rund um und auf den Namensgeber dieses Parks zeigte mir Tasmanien genau so, wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Da wurde ich schon ein bisschen wehmütig, als ich auf dem Rückweg die „Overland-Track“-Wanderer traf, die von hier zu ihrer 6-tägigen Tour durch diese wunderbare Landschaft aufbrachen…

[Der Bericht zur Tour kommt bald.]

Trekkingtour im Cradle Mountain Nationalpark in Tasmanien

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Auf Bäume klettern am Shadow Lake

Nachdem uns die Begegnung mit einer unverschämt großen Tiger Snake schon fast spontan zum umkehren bewegt hatte, haben wir unser Zelt dann doch noch am Shadow Lake im „Lake St. Clair“-Nationalpark aufgeschlagen. Und schön blöd wären wir gewesen, wenn wir das nicht getan hätten. Spätestens als ich am nächsten Morgen mit der Kaffeetasse am spiegelglatten See in der Morgensonne saß, hätte ich mit bloßen Händen dieses Plätzchen gegen die olle Schlange verteidigt! Achso, und Crocs sind übrigens sehr gute Kletterschuhe. Das wollte ich nochmal gesagt haben. Testbericht folgt. Nicht. 🙂

[Aber der Bericht zur Tour folgt!]

Am Shadow Lake im Lake St. Clair Nationalpark

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Luxusleben in Melbourne

Das erste Mal, dass es eine Stadt in meine Reisehighlights geschafft hat! Aber Melbourne war einfach zu cool. Und das Luxusding, in das wir uns nach drei Wochen Leben on the road einquartiert hatten, zu perfekt. Badewanne, Room Service, Minibar – und der Ausblick über die Lichter der Stadt aus dem Eckzimmer mit bodentiefen Fenstern im 28. Stock!! Chrchr. Ich meinem nächsten Leben werde ich Luxus-Reiseblogger.

Einen „24-Stunden-Guide“ für Melbourne wird es von mir übrigens trotzdem nicht geben, denn wir verbrachten den ganzen nächsten Tag einfach nur essend, trinkend und im Park faulenzend im Hipsterviertel Fitzroy. Ein Stadtteil voller Vintage-Läden, Street Art und… Nachos. 🙂 Genau die richtige Art, sich auf einen 26-Stunden-Flug vorzubereiten, der um halb 4 Uhr nachts beginnt.

Blick über Melbourne vom Grand Hyatt Hotel

Hipsterviertel Fitzroy in Melbourne

Und dann waren da natürlich noch die ganzen kleinen Dinge, wie zum Beispiel Minty und Gipsy, die zwei lustigen Hunde, die mit uns Kaffee am See getrunken haben. Sie gehörten einer Australierin in Rente, die mit ihrem Van und den zwei Hunden durch das Land tourt und mit der wir uns ewig unterhalten haben. Und natürlich die zahlreichen Sprünge ins türkisblaue Meer. Und das Nickerchen in der Sonne auf dem Gipfel des Quamby Bluff. Und das kleine Baby-Wallaby, welches wohl gerade erst seinen Beutel verlassen haben muss. Und die Tatsache, dass ich am Ende der Reise doch noch einen Plüsch-Wombat gefunden habe, der NICHT scheiße aussieht.

Wie lange braucht es nochmal, bis Liebeskummer nachlässt?


Ach, ich könnt gleich wieder hin. Und Du? Würdest Du am liebsten auch gleich in Richtung Känguruh-Land aufbrechen? Dann hab ich eine gute Nachricht: Auch für das andere Ende der Welt gibt es immer mal wieder super Flugschnäppchen, günstige Mietwagenangebote und mehr. Eine praktische Seite für das Finden solcher Schnäppchen ist www.urlaubsguru.de. Die Macher der Seite durchforsten das Internet ständig nach günstigen Reiseangeboten und geben dir über die Webseite Bescheid, sobald es was neues gibt. Regelmäßiges Vorbeischauen lohnt sich!


Werbehinweis: Dieser Beitrag wurde von Urlaubsguru.de unterstützt. Der Inhalt des Artikels blieb davon natürlich unbeeinflusst und Du kannst Dir sicher sein, dass ich Dir nur von Angeboten berichte, die ich auch guten Gewissens weiterempfehlen kann.


Warst Du auch schon mal in Tasmanien? Was waren Deine Highlights? Und falls nicht – was würdest Du dort gerne sehen und erleben? Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

 

5 Kommentare

  1. Wieder mal ein toller Bericht !
    Habe Dir ja schon geschrieben, dass ich selbst nächsten Monat in Australien bin. Deine Tour macht auf jeden Fall Lust drauf.
    War das alles selbst organisiert oder auch mal eine guided tour ?
    Der Cradle Mountain NP sieht sehr interessant aus, wie war es denn da mit Mücken/Moskitos/Fliegen ?
    Ich würde auf jeden Fall gerne die Bay of Fires oben an der Nordost-Spitze sehen wollen, wenn ich da mal hin komme.
    Freue mich schon auf weitere Berichte zu Tasmanien !

    • Fräulein Draußen Reply

      Danke Dir! Nee, das war alles selbst organisiert. Kann Dir den Tasmanien-Wanderführer von Rother empfehlen, der ist gerade auch in einer neuen Auflage erschienen. Fliegenplagen wie auf dem australischen Festland gibt’s auf der Insel nicht. Mücken schon, aber da war das Ausmaß bei uns auch sehr erträglich. Nur einmal haben wir uns mit einfachem Moskitospray aus dem Supermarkt eingesprüht, der hat dann aber auch geholfen.

      Gute Reise!! 🙂
      Kathrin

  2. „Ich meinem nächsten Leben werde ich Luxus-Reiseblogger.“

    Das glaubst du doch selbst nicht! 😉

    Aber ab und an, ist so ein Luxus-Dingens ganz fein. Hab unlängst die Quietscheente aus dem Hilton mitgehen lassen, die nehme ich dann mit, wenn ich wieder in eiskalte Bergseen springen muss, um mich zu waschen und denke dann dabei an den Zimmerservice. Doch bei allem Luxus hilfts nix, der Ausblick aus deinem Campervan ist einfach besser, als jedes ***** Hotel der Welt! 😉

  3. Deine Verliebtheit kann ich so gut nachvollziehen. Ich war im Dezember 3 Wochen auf Tasmanien unterwegs und bin auch immer noch verliebt!
    Ich könnte sofort dorthin auswandern. Die Ruhe, die Entspanntheit der Einwohner, die Farben….. Ich hatte so Glück mit dem Wetter – fast nur Sonnenschein und meist 26-29 Grad. Selbst an der Westküste, die so berüchtigt ist für „four seasons a day“ – ich konnte die drei anderen Seasons nicht finden.
    Ich möchte auch sofort wieder nach Tasmanien. Ich habe noch längst nicht alles gesehen.

    Auch für mich war der Cradle Mountain NP DAS Highlight der Reise. Obwohl ich auch vom Tahune Airwalk im Süden sehr begeistert war oder vom Freycinet NP. Hobart konnte ich nicht ganz soviel abgewinnen, aber das liegt wahrscheinlich daran, weil ich Großstädte gerne meide. Interessanter fand ich da Launceston.
    Und die Bay of fires… und und und…. ich kann stundenlang davon schwären. Meine Freunde belächeln mich schon, aber wenn sie die Fotos sehen, blicken sie sehr sehnsüchtig und neidvoll darauf.

    Sydney, Melbourne und die Grampians waren auch sehenswert, aber kein Vergleich mit dem Rand der Welt. Das Gefühl hatte ich besonders am Hauy Cape.
    Wann sagtest du, geht der nächste Flug? 😉

    • Fräulein Draußen Reply

      Das freut mich, dass ich da nicht die einzige bin! 🙂 Wobei das auch nur schwer vorstellbar ist bei dieser Insel.

      Hachjaaaaa… ich hoffe ja, der nächste Flug geht bald. 🙂

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