Was für 1 verrücktes Jahr! Ich habe meinen Job verlassen, bin 3 Monate und 1.500 km alleine durch Großbritannien gewandert, habe mich selbstständig gemacht, bin endlich in eine richtige (= mit mehr als einem Zimmer) Wohnung gezogen…

Und während all diese Dinge so unterschiedlich sind, haben sie doch einiges gemeinsam: Sie haben mir dabei geholfen, ein riesiges Stück mehr bei mir selbst anzukommen. Und zu erkennen, was mich wirklich glücklich und zufrieden macht. Und jetzt, am Ende des Jahres, spüre ich ganz deutlich: Genau so will ich weiter machen! Und das fühlt sich ziemlich gut an.

Aber bevor ich mich endgültig in neue Abenteuer stürze, will ich noch ein letztes Mal zurückblicken. Auf die schönsten Reisemomente in diesem Jahr. Denn diese Momente sind es, die mich überhaupt erst zu dem machen, was ich bin.

1. Das erste Mal Wombats sehen

Genau genommen war es ja noch der Abend des 31. Dezembers, aber wir wollen das jetzt mal nicht so genau nehmen. Jedenfalls habe ich den Jahreswechsel 2016 mit einigen plüschigen Freunden verbracht. Es war im Narawntapu Nationalpark an der Nordküste Tasmaniens. Und es war das erste Mal, dass ich Wombats sehen durfte. Sie waren überall! Und Wallabys auch. Und Kängurus. Und (…). Ich saß auf dem Boden der einer großen, steppenähnlichen Graslandschaft und überall um mich herum grasten sie, während die Sonne langsam unterging und das trockene Gras wie ein Meer aus Gold schimmerte. Wenn ein Jahr so beginnt, dann muss es einfach ein gutes Reisejahr werden. …und das wurde es auch.

>> Hier gehts zu meinem Wombat-Artikel <<

2. Den Gipfel des Cradle Mountain in Tasmanien erklimmen

Ganz schön viel Arbeit war das, da hoch zu kommen! Zumal das so von unten irgendwie gar nicht ersichtlich war und wir, ohne groß nachzudenken, einfach unsere großen Trekkingrucksäcke hinter das nächste Gebüsch legten und losmarschierten. Mit Wasserflasche in der Hand und Kamera um den Hals lässt es sich aber gar nicht so gut die großen Feldbrocken, aus denen der Gipfelaufbau des Cradle Mountain besteht, hinaufkraxeln. Wer hätte das gedacht?! Wir wollten schon fast umdrehen, weil wir die Wasserflasche auf halbem Weg zurücklassen mussten und ohne Wasser nicht weitergehen wollten, da kamen uns Bekannte von der Hütte der letzten Nacht entgegen und boten uns etwas von ihrem Wasser an. So schafften wir dann auch noch das restliche Stück auf den Gipfel – und dafür bin ich so dankbar!! Denn der Ausblick von da oben ist einfach unbeschreiblich.

>> Hier geht’s zum Artikel über die 2-Tages-Wanderung im Cradle Mountain Nationalpark <<

Auf dem Gipfel des Cradle Mountain

3. Der erste Morgen auf Gran Canaria

Ganz schön nervenaufreibend war das, als wir vom Flughafen auf Gran Canaria aus in völliger Dunkelheit die 2,5 Stunden bis zu unserem kleinen Haus im Inland der Insel zurücklegen mussten. Enger, kurviger und ausgesetzter können Straßen wohl kaum sein, und als wir dann endlich da waren, fielen wir noch ins Bett. Ich hatte abgesehen von den paar Bildern auf Airbnb also KEINE Ahnung, wie es dort wohl aussehen würde, wo wir angekommen waren.

Umso spannender war der erste Blick vor die Tür am nächsten Morgen. Unser Häuschen lag am Hang einer Schlucht, eingebettet in ein kleines weißes Bergdorf. Der Hang gegenüber war bewaldet und sah aus wie ein dichter Urwald. Auf einer Seite aus konnte man durch die Berge hindurch bis zum Teide auf der Nachbarinsel Teneriffa blicken. Es gab einen Olivenbaum auf der großen Veranda. Und Kakteen. Ich ging die Küche des umgebauten Höhlenhauses und kochte mir einen Kaffee. Das war alles einfach zu schön um wahr zu sein.

4. Sonnenuntergang an meinem Hausberg auf Gran Canaria

Und gleich hinter dem Haus, da fangen die Berge an! Also… sie waren ja eigentlich eh überall. Aber direkt hinter dem Haus begann ein Wanderweg. Und wenn man diesen ein Stück entlang ging, dann kam man an eine Stelle. An eine sehr schöne Stelle. An eine Stelle, die ein Felsvorsprung war, von dem aus man den allerbesten Blick auf die untergehende Sonne hatte. Hier zu sitzen, sich von den letzten Sonnenstrahlen wärmen zu lassen und währenddessen einfach an nichts zu denken, das war einfach nur wunderbar.


Hast Du auch mal Lust auf eine schöne Unterkunft mitten in den Bergen Gran Canarias? Auf Airbnb gibt es viele tolle Unterkünfte überall auf der Welt. Und mit diesem Link bekommst Du Deine erste Airbnb-Übernachtung sogar 30 Euro günstiger.


5. Der schönste Zeltplatz an den Klippen Cornwalls

Es war die erste Woche meiner 1.500 km langen Wanderung durch Großbritannien und nachdem der erste Schock darüber, dass es jetzt wirklich losgeht, überwunden war, war ich ziemlich schnell voll eingetaucht in die wunderbare Küstenwelt an der Südküste Englands und das Abenteuer Weitwandern. Aber erst nach dieser Nacht im Zelt wusste ich, dass ich wirklich ALLES richtig gemacht hatte. Denn allein schon für diesen Zeltplatz hätten sich all die Strapazen der Planung und all die Zweifel gelohnt.

6. Erreichen der schottischen Grenze

Der wichtigste Meilenstein meiner gesamten Wanderung! Denn dieser Grenzzaun bedeutete nicht nur, dass ich schon einen großen Teil meines Vorhabens geschafft hatte, sondern auch, dass ich den Pennine Way, die abgesehen von den Highlands größte Herausforderung der gesamten Tour, erfolgreich hinter mich gebracht hatte. Um das gebührend zu feiern, hatte ich mir schon einige Tage zuvor ein neues Paar Wanderschuhe bestellt und diese seit dem im Rucksack mit mir herumgetragen. Auch wenn es mir ziemlich schwer fiel, dem Pennine Way den Rücken zuzukehren: Dieses Gefühl, an der nächstbesten Mülltonne nach zwei Wochen Matsch in frische, flauschige Socken und trockene Schuhe schlüpfen zu können ist einfach unbezahlbar!

7. Rückkehr ans Ufer des Loch Ness

Hier hatte alles begonnen. Und damit meine ich vor allem mein Leben als Reisende. Es war meine erste Solo-Reise gewesen und das kleine Hostel am Loch Ness war meine erste Station auf meinem Roadtrip durch die nördlichen Highlands gewesen. Oft habe ich an diesen Ort gedacht und in den letzten Tagen meiner Wanderung saß ich dann tatsächlich genau dort auf einem Stein am Ufer des Loch Ness, wo ich vor drei Jahren auch gesessen hatte. Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass ich in ein paar Jahren wieder hier sitzen würde – nachdem ich 1.500 Kilometer alleine durchs Land gewandert war – ich hätte ihn für verrückt erklärt. Und dann wäre ich ihm glücklich in die Arme gefallen.

8. Auf dem Gipfel das La Maroma in Andalusien stehen

Die schönste Wanderung meiner Reise nach Andalusien! Da war es dann auch fast schon egal, dass das breite Gipfelplateau des rund 2.000 Meter hohen La Maroma komplett in Wolken gehüllt war und der Wind einem so um die Ohren pfiff, dass man sich nur noch hinter einen der Steinhaufen verkrümeln konnte.

>> Hier geht’s zum Artikel über die Wanderung auf den La Maroma <<

Auf dem Gipfel des La Maroma in Andalusien

9. Endlich wieder Nordseeluft atmen

Als Kind war ich in den Sommerferien so gut wie jedes Jahr mit meinen Eltern an der Nord- oder Ostsee. Und ich hab den Norden Deutschlands schon damals fest in mein Herz geschlossen. Viel zu lange war mein letzter Besuch hier oben her, als ich kurz vor Weihnachten endlich wieder Gummistiefelkontakt mit dem Wattenmeer hatte. Und ich liebeliebeliebe die Nordsee im Winter!! Lange Hundespaziergänge an menschenleeren Stränden, das endlose Wattenmeer in zart-rosa-blass-grauem Schimmer, jede Menge Ostfriesentee (manchmal auch mit Rum), Bücher, Eintöpfe, Sauna, Massagen…

Reiseerinnerung 2016: Mit Hund am Nordseestrand Schillig

10. Deine Kommentare, Nachrichten, Likes (…)

Viel mehr als nur >ein< Moment. So viele Momente waren es dieses Jahr, in denen ich mir dachte: „Ich hab die besten Leser der Welt.“ Vielen Dank, dass Du mit dabei bist! Es macht SO viel Spaß mit Dir.

…und was steht in 2017 so an?

Meine ersten Reisen im neuen Jahr stehen schon fest: Mitte Januar geht es für eine Woche nach Finnland, wo ich im Rahmen der „Nordic Bloggers Experience“ Helsinki und Oulu bzw. den Syöte Nationalpark erkunden werde. Ich freu mich sehr darauf, wo doch eine Winterreise nach Finnland schon auf meiner Reisewunschliste für 2015 stand. Drückt mir bittebitte die Daumen für Nordlichter!

Direkt von Helsinki aus werde ich nach London fliegen, um die Adventure Travel Show zu besuchen. Dort gibt’s jede Menge Vorträge, Filme und Workshops von und für Leute(n), die so wie ich gerne abenteuerlich in der Welt unterwegs sind. Anschließend werde ich noch ein paar Tage in London bleiben. Immerhin war ich zum letzten Mal vor 14 Jahren dort!

Und im Februar, da wird ein großer Wunsch von mir wahr. Ich werde nach Island fliegen! Im Winter!! Aaaaaaah!!! Ich hab zwei megamäßige Häuschen auf Airbnb gefunden, eine auf Snæfellsnes und eine direkt am Þingvallavatn und ich freu mich SO sehr, endlich wieder nach Island zu kommen. Mein langes Wochenende damals war doch ein bisschen sehr kurz für dieses wunderschöne Wunderland.

Jaaa, und dann hab ich da noch so ein paar andere Ideen. Und eine davon wird mich, sofern ich das wirklich mache, wieder auf eine längere Fernwanderung schicken. Eigentlich hatte ich mir ja gesagt, dass ich dieses Jahr nur ein paar kleinere Trekkingtouren machen möchte. Aber irgendwie… gefällt mir meine Idee einfach zu gut, als dass ich damit noch bis 2018 warten wollen würde. Und wie das immer so ist mit mir und meinen Ideen… wenn sich einmal eine von diesen kleinen, anhänglichen Dingern in meinem Kopf eingenistet hat, kann ich in der Regel gar nicht anders, als sie in die Tat umzusetzen. Du darfst also gespannt sein!


So, und jetzt bin ich sehr gespannt auf Deine schönste Reiseerinnerung aus 2017! Hinterlass mir doch einen Kommentar und erzähl mir ein bisschen davon. 

 

 

 

 

11 Comments

  1. Wow, vielen lieben Dank für den schönen Schnellrückblick! Du hast so ein aufregendes Jahr hinter Dir und es hat so viel Spaß gemacht Dir dabei auf den Social Kanälen und hier zu folgen. Vielen Dank dafür!!
    Fürs neue Jahr bin ich mit Dir voller Vorfreude auf die Winterurlaube, vor allem auf Island!!! Ich bin jetzt schon neidisch! Genieße es und lass uns Nordlichter sehen <3
    Bis zur nächsten ITB, meine Liebe!

  2. Hui ui, das wird ja ein sehr spannender Jahresbeginn bei dir! Daumen sind gedrückt 🙂

    Lg Manu

    PS: Ich arbeite nun direkt um die Ecke deiner Wohnung 😉

  3. Wow. KATHRIN. ich hätte ja nicht geahnt, dass du deinen Job mal kündigst, als wir damals auf der Krähe lagen. Aber es klingt wundervoll, was du alles erlebst und ich freue mich für dich, dass es dir großen Spaß bereitet. Immerhin profitieren wir ja auch davon, dass deine Lieblingsmomente alle umgeben von unglaublichen Naturspektakeln liegen, weil es auch mein Herz höher schlagen lässt. Mach weiter so. Alles Gute! Simone

  4. Liebe Kathrin,

    ich folge dir noch nicht so lange, aber ich war direkt begeistert! Im März fahre ich auch für ein verlängertes Wochenende nach Finnland, nördlich des Polarkreises, und freue mich wahnsinnig drauf! Ich drücke dir wie mir die Daumen für Nordlichter :).
    Und vielleicht werde ich durch dich doch noch zur Alleinreise animiert, bisher habe ich mich noch nicht getraut. Irland würde mich wirklich mal reizen.

    Liebe Grüße
    Marileen

  5. Hui das klingt gut, es gibt Zeiten, da ist man ja viel zu beschäftigt für einen normalen Job 😉 Lieblingsmomente gabs bei mir viel zu viele zum Aufschreiben. Das Jahr in Thailand anzufangen, durch Pompeji laufen, auf dem Großglockner stehen, am Feierabend im Weitsee baden, in Lanzarote über die Vulkane hüpfen, in Norwegen Waffeln essen… Auf ein frohes und glückliches 2017!

  6. Vielen Dank fuer den einzig wahren Jahresrueckblick 2016 Kathrin!
    Welch wunderbare Abenteuer du erlebt hast, danke fuers mitnehmen 🙂
    Ich freu mich schon riesig auf deine Berichte ueber deine Winterreisen.

    Mein groesstes Abenteuer von 2016 dauert immernoch an:
    Ich bin allein nach Kanada, um in Vancouver zu arbeiten.

    Mittlerweile habe ich schon ein bisschen was vom Garibaldi Nationalpark, von
    Banff und Vancouver Island gesehen. Nicht zu vergessen die vielen Trails um Vancouver.
    Bald gehts nochmal nach Alberta und dann in den Osten nach Montreal.

    (Stay tuned: https://traveltoniblog.wordpress.com/)

    Viele Gruesse,

    Antonia

  7. Wow! Da hast Du ja einiges erlebt im letzten Jahr! Und das neue Jahr geht auch schon gut los.
    Ich liebe den Norden ebenso wie Du und wünsche Dir ganz viel Spaß in Finnland. Dort war ich auf meiner Hochzeitsreise hoch zum Nordkap und Finnland hat mir von allen skandinavischen Ländern am besten gefallen.
    Mein Reisejahr 2016 war sehr vollgepackt: Harz, Hamburg, Berlin, Amsterdam, Campingtrip durch Schweden, Sankt Peter-Ording, Nürnberg, die Buchmessen in Leipzig und Frankfurt und Wochenendtrips in die Umgebung.
    Da ich Vollzeit arbeiten gehe, mache ich eher viele kleinere Urlaube. Aber auch ein Wochenende ist für mich schon Urlaub.
    In dieses Jahr habe ich direkt hineingeurlaubt beim Wintercamping im Thüringer Wald, bald stehen Hamburg und Köln an, dann Polen und Korsika, zwischendurch die Lüneburger Heide…..und dann schauen wir mal.
    Meinen Jahresrückblick findest Du übrigens auf meinem Blog.

    Dir ein tolles Reisejahr 2017!

    Herzliche Grüße von
    Kerstin

  8. Wow, das sind einfach tolle Geschichten, die du hier erzählen kannst! Ich freue mich schon auf die, die noch kommen 🙂 Bei mir geht es jetzt erstmal in den Winterurlaub in Sölden! Liebe Grüße und großes Lob! 🙂

  9. Hallo Kathrin,
    Ich finde es einfach super was du machst und alleine auf die Beine stellst! Im wahrsten Sinne des Wortes!
    Ich werde im Juni zu meiner ersten Fernwanderroute aufbrechen, und zwar zum OFFA’S DYKE PATH. Ich suche quasi täglich deinen Blog auf, um mir noch ein paar Tipps mehr zu holen, nochmal nachzulesen, mir die Fotos anzuschauen… Kurz gesagt ich bin voller Vorfreude aber… mach mir auch ein bißchen ins Höschen seitdem ich auf deinen Blog gestoßen bin und von deiner Megawanderung durch Großbritannien gelesen habe, ist meine Angst auch gesunken! Zur Zeit ist mein Rucksack schon gepackt! Ja…! Ja!, gepackt, alles sorgfältig gewogen, ExcelTabelle angelegt (super Tipp übrigens die ExcelTabelle, ich Tuppes hatte zuerst alles handschriftlich ausgerechnet, bis dann diverse Änderungen kamen…) Das ist die unbesiegbare Vorfreude die ich eben auf diese Weise auslebe, weil ich sonst platzen würde…
    Vielen Dank für deinen Blog
    Schöne Grüße aus Belgien
    Steffi

Write A Comment