Was für andere Leute Sneaker oder High Heels sind, sind für mich Wanderschuhe. Es ist zwar nicht gerade so, als würde ich davon Unmengen besitzen und sie in allen Farben und Formen sammeln, aber ich bin im Laufe meiner „Wanderkarriere“ dazu übergegangen, nicht mehr nach der eierlegenden Wollmilchsau zu suchen, sondern mit lieber mehrere spezielle Schuhe für unterschiedliche Einsatzzwecke zuzulegen.

Bei Wanderschuhen gibt es eine Vielzahl von Faktoren, die über Sinn und Unsinn für jeweiligen Einsatz entscheiden können: Wie steif soll die Sohle sein? Goretex oder Vollleder? Robustes Außenmaterial oder doch lieber leichter Textilschuh? Über den Knöchel reichend oder tief geschnitten? (…) Ja, die Suche nach den richtigen Schuhen für Wandern, Trekking und Bergsteigen ist wahrlich nicht einfach. Ein paar Tipps, die Du beim Wanderschuhkauf beachten solltest, habe ich Dir vor einer Zeit mal in diesem Artikel zusammengeschrieben.

Hier möchte ich Dir einen kleinen Einblick in meinen eigenen Schuhschrank gewähren und Dir erzählen, warum ich mich für welche Schuhe entschieden habe, wann ich sie einsetze und wie sie sich dabei schlagen.


Werbehinweis: Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit meinem Ausrüstungspartner Lowa entstanden. Da mir Lowa regelmäßig Wanderschuhe zur Verfügung steht, enthält mein Schuhschrank natürlich verhältnismäßig viele Schuhe dieser Marke. Meine Meinung darüber ist trotzdem meine eigene und ausgesucht hab ich sie auch selbst.

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Mehr Infos dazu findest Du auch in diesem Artikel


Bergfreund: Lowa Lady III GTX

Mein Stiefel fürs Grobe! Wenn’s richtig in die Berge geht, ist der Lowa Lady III der Schuh meiner Wahl. Die Sohle und der Schuh sind steif genug, um auch anspruchsvolleren Passagen gerecht zu werden und trotzdem nicht zu hart oder schwer oder unflexibel. So lässt sich auch mal eine Forststraße oder gar ein Asphaltstück bequem damit gehen.

Auch für Trekkingtouren mit weglosen und/oder sehr schlammigen, unwegsamen Passagen, wie man sie z.B. in den schottischen Highlands oder Skandinavien findet, würde ich diesen Schuh wählen, denn er hält Matsch und Nässe draußen und gibt einem die nötige Stabilität. Letztes Jahr auf dem Pennine Way habe ich mir diese Schuhe mehr als einmal sehnlichst herbei gewünscht…

Ich besitze den Lowa Lady III in der WXL-Variante, also mit erweitertem Zehenbereich und Rist. Dadurch sind auch lange Touren in dickeren Socken kein Problem. Genauso ist der Schuhe aber auf in einer Standard-Variante sowie mit schmalerem Ballenbereich erhältlich.

Einer für (fast) alles: Lowa Renegade GTX Mid W’s

Der Renegade ist wohl einer DER Klassiker unter den Wanderschuhen und tatsächlich einer der meistverkauften Outdoor-Schuhe Europas. Für mich ist er eine gute Mischung aus Bergschuh und Leichtwanderschuh. Aus robustem Material und mit ca. 880 Gramm bei Schuhgröße 38 trotzdem schön leicht.

Dank Goretex-Membran und Leder hält er den Fuß lange (wenn auch nicht „für immer“) trocken. Trotzdem empfinde ich das Klima im Schuh auch an warmen Tagen sehr angenehm. Der Renegade ist eine gute Wahl für viele Gelegenheiten und wenn Du einen langlebigen Wanderschuhe suchst, mit dem Du ein möglichst breites Spektrum abdecken kannst, solltest Du hier definitiv mal reinschlüpfen.

Auch diesen Schuh gibt’s übrigens in Standardgröße sowie in einer weiten und einer schmalen Variante und zudem hat man ziemlich viele Farben zur Auswahl (wie ich finde ja ein gar nicht so unwichtiger Faktor).

Wenns aufs Gewicht ankommt: Lowa Innox GTX Mid W’s

Mein absoluter Liebling, den ich mit Abstand am häufigsten trage. Der Lowa Innox kommt für mich dem idealen Multifunktionsschuh ziemlich nahe. Er ist schön leicht und flexibel, bietet dabei aber trotzdem einen guten Halt und eine ausreichend robuste Sohle mit gutem Grip. Zudem ist er einfach unendlich bequem und atmungsaktiv. Und vegan noch dazu!

Abstriche muss man beim Innox auf Grund des leichteren, luftigeren Materials natürlich in Sachen Langlebigkeit und Wasserdichte machen. Ein leichter Textilschuh ist da natürlich immer was anderes als ein robuster Lederschuh. Bei mir haben sich nach ca. einem Jahr Nutzung (die allerdings ziemlich intensiv war) erste Nähte gelöst und ich hatte ein kleines Loch im Stoff. Und auch Dauerregen oder gar Matsch hält der Schuh nicht so lange Stand.

Für eine Querfeldein-Tour in den schottischen Highlands würde ich ihn daher eher nicht empfehlen. Für Touren wie meine Wanderung auf dem Nordseewanderweg in Dänemark oder dem South West Coast Path an der Südküste Englands und vielen weiteren war er die ideale Begleitung. Ein neues Paar wird zudem während meiner anstehenden 1.000 km langen Fernwanderung in Südwestaustralien an meinen Füßen sein. Ich bin gespannt, wie sie sich dabei schlagen!

Lulworth Cove

Sportsfreund: Adidas TR 7 GTX

Diesen Schuh hab ich mir ursprünglich für meine Reise nach Tasmanien zugelegt, um eine leichte Alternative zu den schwereren Trekkingschuhen zu haben. Mittlerweile nutze ich für diese Aufgabe den Lowa Innox deutlich häufiger, ziehe die Adidas aber immer noch gerne an, wenn ich zum Beispiel einfach nur mal ein bisschen an der Isar oder im Englischen Garten unterwegs bin. Und auch fürs Gassigehen durch Wald und Feld sind diese Trailrunning-Schuhe super, denn durch Goretex und deutlich mehr Grip sind sie dafür einfach besser geeignet, als normale Sneaker oder Laufschuhe. Trotz der Innox würde ich sie definitiv vermissen, wenn ich sie nicht hätte!

Luftig & leicht: Teva Terra Fi Lite W’s

Praktische Begleiter für Reisen durch wärmere Gefilde und die bessere Alternative zu Flilflops & Co: Die Terra Fi Lite von Teva sind nämlich nicht nur ziemlich bequem, sondern auch funktional!

So kann man darin durchaus auch mal kleinere Wanderungen bestreiten, ohne Probleme mit den Füßen zu bekommen. Das Fußbett ist bequem und rutschfest – genauso wie die Sohle – und die Riemen lassen sich per Klettverschluss passgenau einstellen. Dank Polsterung gibt es keine Blasen oder Scheuerstellen. Zudem finde ich die Terra Fi für eine Outdoorsandale verhältnismäßig gutaussehend und nicht allzu klobig.

Camplife: Crocs Offroad Sport Clog

Wer schon mal eine längere Trekkingtour bestritten hat weiß, dass diese (oder ähnliche) Dinger ziemlich alternativlos sind. Ich weiß das, denn ich habe sie letztes Jahr in letzter Sekunde aus der Packliste für meine 3-monatige Trekkingtour durch Großbritannien gestrichen, um Gewicht zu sparen. Das werde ich nicht wieder tun!

Am Abend nach einem langen Wandertag aus den nassen Schuhen und in die Crocs schlüpfen zu können ist einfach unbezahlbar. Und auch für Flußdurchquerungen sind die eine ziemliche Hilfe. Diese Outdoor-Version der klassischen Crocs hat übrigens den Vorteil, dass die Sohle deutlich rutschfester ist und dass man den Fersenriemen per Klettverschluss individuell einstellen kann.

Spezialfall Eis und Schnee: Lowa Renegade Ice GTX W’s

Der Renegade in einer Winterversion! Mit höherem Schaft, weichem und warmem Innenfuter sowie einer speziellen, wintertauglichen Sohle. Letzere ist dank Textileinsätzen sowie einer speziellen Gummimischung und Struktur besonders rutschfest bei Glätte – das ist bei Wanderschuhen nämlich im Prinzip ganz ähnlich wie bei Autoreifen, die im Winter ja auch ein anderes Profil und Material brauchen, um möglichst sicher auf Eis und Schnee unterwegs zu sein.

Ich besitze die Renegade Ice erst seit letztem Winter und möchte sie seit dem nicht mehr missen.  Theoretisch könnte man im Winter natürlich auch einfach mit normalen Berg- oder Wanderschuhen unterwegs sein und diese mit einer isolierenden Sohle und dickeren Socken komplettieren. Oftmals wird’s dann aber so schon wieder ziemlich eng im Schuh, was sich wiederum negativ auf die Isloation auswirkt, für die es ja eigentlich eine isolierende Luftschicht braucht. Wenn Du viel im Winter draußen bist, solltest Du definitiv mal über die Anschaffung eines speziellen Winterwanderschuhs nachdenken.


Genug von meinen Schuhen! Mit welchen Exemplaren bist zu denn am liebsten da draußen unterwegs? Ich freu mich auf Deinen Kommentar!

7 Comments

  1. Ich liebe meine Hang Sirius II 🙂 Sind zwar ziemlich schwer (D-Schuh), aber laufen sich dafür erstaunlich gut in allen Berglagen. Als Zustiegsschuh fürs Klettern habe ich den Mountain Trainer GTX von Salewa. Letzterer ist ein Halbschuh mit einer richtig guten Sohle.

  2. Wir sind gerade von unserem 4 wöchigen Schweiz-Roadtrip zurück. Natürlich haben wir dort auch mehrere Wanderungen unternommen, wobei ich mit meinen LOWA Vivione’s mühelos jeden Gipfel besteigen konnte 😉 Der Schuh scheint auf den ersten Moment etwas klobig, ich würde ihn aber nicht mehr hergeben. Meist wandern wir auf felsigem oder teils unwegsamen Terrain und dafür ist dieser Schuh einfach nur optimal!
    LG aus Luxemburg

  3. Ich bin ja absoluter Fan der Lowa Mauria GTX. Die sind einfach herrlich bequem und robust, obwohl sie meines Erachtens etwas mehr wiegen als der Lowa Lady III GTX. Den habe ich auch anprobiert – aber meine Füße mochten den Mauria ein klein wenig mehr (und witzigerweise hat sich der Mauria an meinen Füßen leichter angefühlt als der Lady III). Ich trage sie auch schon bei „normalen“ Wanderungen vor der Haustür, weil mir der etwas höhere Schaft guten Halt gibt. Richtig Spaß macht’s mit den Mauria aber besonders dann, wenn das Terrain unwegsamer wird und es nach oben geht – hier sind sie der beste Teampartner, den man sich wünschen kann.

  4. Ich beneide dich um deine Auswahl an Lowa Schuhen! 😀
    Ich trage momentan den Zephyr GTX Mid von Lowa und bin echt zufrieden. Lowa gilt ja nicht umsonst als Pantoffel unter den Wanderschuhen 😀 Da ich nebenbei in einem Sportfachgeschäft arbeite, kriege ich auch relativ viel mit was neue Schuhe angeht. Hab mir den Lowa Aerox GTX Lo als nächsten Schuh ausgeguckt, den ich als Allrounder tragen werden.

    Grüße
    Jannik von Trekkinglife

    • Fräulein Draußen Reply

      Hi Jannik,

      auf den Aerox hab ich auch schon ein Auge geworfen. 🙂 Ein bisschen Platz wäre ja noch im Schuhschrank…

      Viele Grüße,
      Kathrin

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