Hui, was für ein Unterschied! Nachdem ich letztes Jahr vor meiner ersten großen Fernwanderung (gefühlt) Jahre damit verbracht hatte, die passende Ausrüstung zu recherchieren und meine Packliste zu komplettieren, hab ich  für mein Fernwander-Abenteuer auf dem Bibbulmun Track irgendwie alles auf den letzten Drücker gemacht.

Das lag natürlich zum einen daran, dass ich mit meiner Ausrüstung aus dem letzten Jahr insgesamt ziemlich zufrieden war und wusste, dass ich vieles davon einfach wieder verwenden würde. Zudem wusste ich nun aus eigener Erfahrung, auf was es bei einer Fernwanderung ankommt und was ich brauche, um gut über die Runden zu kommen und mich wohl zu fühlen.

Dennoch ist Westaustralien natürlich nicht Großbritannien und auch die Begleitumstände meiner Wanderung waren ziemlich unterschiedlich. Daher musste ich trotz aller Erfahrung die Dinge, die in meinen Rucksack wandern würden, nochmal überdenken und meine Liste an die Gegebenheiten vor Ort anpassen.

In dieser Packliste gehe ich vor allem auf die Gegenstände ein, die ich ausgetauscht oder neu hinzugefügt habe. Zu den anderen Punkten kannst Du in meiner Großbritannien-Packliste mehr erfahren.


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Ausrüstung

Ein bisschen absurd klingt es auf den ersten Blick ja schon, dass mein Schlafsack hier für Australien wärmer ist als der, den ich auf meiner Tour durch Großbritannien dabei hatte. Fakt ist aber: Hier im Südwesten kann es zu dieser Jahreszeit (Winter / beginnender Frühling) ziemlich frisch werden! In den letzten Wochen gab es einige Nächte, in denen das Quecksilber der Null gefährlich nah gekommen ist. Und da ich die meiste Zeit hier in meinem Schlafsack verbringe, hab ich mich klugerweise für meinen Helium 600 von Mountain Equipment entschieden, der mit einer Komforttemperatur von -1°C auch in diesen Nächten muckelig warm war. Mein Mountain Hardware Hyperlamina Spark hätte wohl auch ausgereicht, aber doch die ein oder andere Kleidungsschicht mehr oder gar ein wärmendes Inlet erfordert.

Von wegen in Australien ist es immer warm!

Während mir der Helium 600 schon auf meiner Alaska-Reise gute Dienste geleistet hat, setze ich in puncto Zelt auf eine Neuanschaffung: Das Hubba NX von MSR ist für ein freistehendes, doppelwandiges Zelt ziemlich leicht, schnell aufzubauen und bietet mir ausreichend Platz, ohne zu viel davon in Anspruch zu nehmen. Und auch wenn ich hier auf dem Bibbulmun meistens auf den Holzplattformen der Shelter mein Nachtlager aufschlage, ist es eine ziemlich gute Sache, ein Zelt dabei zu haben. Zum einen können insbesondere an Wochenenden und in der Nähe von Orten und Parkplätzen die Shelter durchaus auch mal voll sein (auch wenn das bisher noch nie vorkam) und zum anderen ist ein Innenzelt selbst im Shelter ein ziemlich guter Schutz gegen Moskitos und anderes Getier. Zudem bin ich so flexibler, was die Etappenplanung angeht und kann auch einfach mal an einem Shelter vorbeilaufen und mein Zelt irgendwo anders aufschlagen. Und manchmal… ja manchmal will man eben einfach unterm Sternenhimmel und nicht unter einem Dach aus dunklem Holz schlafen.

WAS WAS GENAU GEWICHT (g) im Rucksack GEWICHT (g) am Körper
Zelt MSR Hubba NX inkl. Zubehör  1.231
Zeltunterlage Tyvek – zugeschnitten 81
Isomatte Therm-A-Rest NeoAir Women + Packsack  359
Schlafsack Mountain Equipment Helium 600 + Kompressionssack 1.111
Rucksack Berghaus Women’s Wilderness 60+15  1.779
Regenhülle  Sea To Summit Ultra Sil Pack Cover  100
Packsäcke (wasserdicht) div. Sea To Summit UltraSil  100
Trekkingstöcke Swix Sonic X-Trail Carbon 378
Reparaturset Flickzeug für Isomatte / Zelt + Reparaturhülsen für Zeltstangen  33
GESAMTGEWICHT Ausrüstung 4.694

 

Sterne gucken für Fortgeschrittene

Kleidung

In Sachen Kleidung gibt es ebenfalls ein paar Änderungen im Vergleich zu meiner letzten Packliste. Manche davon helfen mir dabei, noch etwas mehr Gewicht zu sparen und andere, mich für die klimatischen Bedingungen auf dieser Wanderung zu wappnen.

In Sachen Regenbekleidung bin ich auf dieser Wanderung zum ersten Mal mit einem Regenrock unterwegs. Und der hat gegenüber eine Regenhose so einige Vorteile: Zum einen ist er deutlich leichter als eine Regenhose, denn selbst meine Berghaus Paclite Pant, die für eine Regenhose mit 220 Gram schon ziemlich leicht (und übrigens auch ziemlich gut!) ist, wiegt noch rund 4 mal so viel wie der Regenrock. Außerdem ist er ziemlich schnell und ohne Kollision mit den matschigen Wanderschuhen an- und wieder ausgezogen. Man muss also nie wieder so lange überlegen, ob man die Regenhose jetzt wirklich anziehen soll oder ob es doch noch ohne geht, bis es eh schon egal ist! Und auch das Klima ist in einem Regenrock deutlich angenehmer als in einer Regenhose, in der man selbst mit relativ atmungsaktiven Varianten schnell ins Schwitzen gerät. Ich habe meinen Regenrock mangels anderer Bezugsmöglichkeiten hier bei Enlightened Equipment in den USA bestellt (und fast das doppelte des Verkaufspreises an Zollgebühren bezahlt, aaaah…). Man kann so einen Regenrock bzw. Regenkilt aber auch ziemlich einfach mit ein bisschen Silnylon selber nähen. Eine Anleitung für einen selbstgenähten Regenkilt gibt es bei  Alex vom Outdoorblog BergReif. Oder man greift einfach auf den guten, alten Müllsack zurück (kein Scherz).

Und auch bei der Regenjacke bin ich Rainshadow Jacket von Patagonia nochmal ein bisschen weiter in Richtung supermegaleicht gegangen. Eine Gradwanderung, wenn man mit einem nicht ganz supermegaleichten Rucksack unterwegs ist, aber ich lasse es mal drauf ankommen, nachdem sich meine rund 30 Gramm schwerere Paclite Jacke von Berghaus im letzten Jahr so gut geschlagen hat.

Nachdem ich auf dieser Wanderung bisher aber quasi keinen Regen hatte (für den südwestaustralischen Spätwinter bzw. Frühfrühling übrigens eher ungewöhnlich, als toi toi toi), kann ich zu beidem allerdings noch nicht viel sagen.

Der so ziemlich einzige Regenschauer, den die Rainshadow Jacket von Patagonia bisher aushalten musste – toi toi toi!

Im Fall der Wanderschuhe habe ich mich für meine altbewährten Lowa Innox GTX Mid entschieden, mit denen ich das letzte Jahr über fast alle meine Wanderungen erfolgreich bestritten habe. Eigentlich sollten die mich auch schon durch Großbritannien begleiten, aber da habe ich mich dann letztendlich doch für ein ähnliches, aber etwas steiferes und robusteres Paar entschieden, um auch für unwegsames Terrain besser gewappnet zu sein. Was mir an den Innox so gefällt, kannst Du übrigens in diesem Artikel nachlesen!

Zudem habe ich mich auf dieser Wanderung für eine wärmere Thermojacke entschieden und ich danke mir selbst jeden Tag dafür! Letztes Jahr hab ich in diesem Punkt mehr auf das Prinzip Zwiebel gesetzt, aber nach einem anstrengenden Wandertag einfach in eine kuschelige Jacke schlüpfen zu können und sofort warm zu sein ist einfach SO gut.

Aber nicht nur das Klima kann hier unten ungemütlich werden, sondern auch die tierischen Bewohner. Als Barriere gegen Moskitos und auch als leichten, luftigen Sonnenschutz habe ich ein Wanderhemd von Craghoppers im Gepäck. Und dann gibt es da natürlich noch die lieben Schlangen, die jetzt im Frühling gerne mal faul auf dem Weg liegen und sich in der Sonne wärmen. Gerade im südlichen Teil des Weges werde ich daher wohl verstärkt mit Gamaschen unterwegs sein, denn sich ständig auf den Weg zu konzentrieren ist quasi unmöglich. Die Quagmire Canvas von Sea To Stummit gelten als (quasi) schlangensicher – zumindest was australische Schlangen angeht, da diese deutlich kürzere Zähne haben als z.B. die amerikanische Klapperschlange. (Mehr zum Thema Schlangen und Wandern folgt in einem eigenen Artikel nach meiner Wanderung.)

MENGE WAS WAS GENAU  GEWICHT (g) im Rucksack GEWICHT (g) am Körper
1 Regenjacke Patagonia W’s Rainshadow Jacket  265
1 Regenrock Enlightened Equipment Rain Wrap  57
1 Fleece Berghaus Women’s Extrem Pravitale Lite Fleece Hoodie  259
2 Leggings Venice Beach Barissa Tights +
Adidas Performance Tights
 185  188
2 Longsleeve Icebreaker Women’s Everyday Longsleeve Half ZipFrilufts Alum 3/4  124  175
1 Hemd Craghoppers NosiLife Langarm Bluse 208
1 Thermojacke Cumulus Incredilite Lady  325
1 Schlafkleidung Icebreaker Merino Leggins + Supernatural Longsleeve 180 + 131
1 Sport-BH Triumph Triaction Hybrid Lite  87
3 Unterhose Icebreaker Siren Slip  48  24
1 Schuhe Lowa Innox GTX Mid W’s 872
1 Sandalen Off Road Crocs 366
1 Gamaschen Sea To Summit Quagmire Canvas  340
2 Socken Smartwool Phd OD Lt Crew + Smartwool Ultra Light Cushion  67  59
1 Sonnenhut  76
1 Handschuhe Icebreaker Oasis Glove Liners 24
1 Schal / Stirnband Merino-Buff 51
GESAMTGEWICHT Kleidung  2.290
Mit den Innox Mid von Lowa hat man nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig am Fuß

Kochen und Essen

Nachdem ich in Großbritannien doch an relativ vielen Pubs und Cafes vorbeikam und das Kochen nur eine untergeordnete Rolle auf meiner Reise spielte, sieht das hier auf dem Bibbulmun Track schon ganz anders aus. Es gibt zwar auch hier entlang des Weges einige Track Towns, die sind aber insgesamt doch eher spärlich gesät und somit ist selber kochen angesagt. An meiner Ausrüstung hat sich trotzdem nichts geändert  – mal abgesehen von der Tatsache, dass ich sie dieses Mal auch wirklich regelmäßig benutze!

Das „Kochen“ beschränkt sich dabei allerdings hauptsächlich auf Wasser erhitzen und dieses anschließend über Dinge wie Trekkingnahrung aus der Tüte oder Kartoffelbrei mit Instant-Gemüse-Mischung zu gießen. Das spart Gas und geht schnell!

WAS WAS GENAU GEWICHT (g) im Rucksack
Kocher Soto WindMaster 60
Topf Snow Peak Titantopf 900ml mit Deckel 191
Besteck Sea to Summit Alphalight Löffel lang 12
Messer Filmam Douro’s 7
Wasseraufbewahrung Platypus (2l + 1l) 61
Wasserfilter Sawyer Mini 37
Wasserentkeimung Katadyn Micropur Forte 10ml 19
Gas  230 Gramm Kartusche 380
GESAMTGEWICHT Kochen & Essen 767
Zeit für Kartoffelbrei!

Technik

Die Technik in meinem Rucksack ist im wesentlichen gleich geblieben und enthält alles, was man als fernwandernde Bloggerin so braucht. Neu hinzugekommen ist ein Solar Panel, dass mich bzw. viel mehr mein Smartphone und meine Kamera auf den längeren Etappen zwischen den festen Unterkünften = Steckdosen mit Strom versorgt. Hierbei habe ich mich für die kleinste Version der Goal Zero-Panels entschieden: Das Goal Zero Nomad 7 Plus inklusiver dazugehöriger Powerbank. Mit rund 250 Gramm (ohne den zusätzlichen, abnehmbaren Ständer) fällt das nicht zu sehr ins Gewicht und gibt mir trotzdem eine gewisse Unabhängigkeit bei der Stromversorgung. (Ein eigener Artikel zum Thema Stormversorgung auf Trekkingtouren ist in Planung, in dem es dann auch mein Fazit zum Solarpanel und viele weitere Infos gibt.)

Und auch mein Kindle ist dieses Mal mit dabei, welches ich auf keinen Fall mehr missen wollen würde! Da die Etappenlängen auf dem Bibbulmun nicht zu groß sind und ich in der Regel früh starte, bin ich oft schon gegen Mittag oder am frühen Nachmittag an der nächsten Campsite. Und zudem ist es zu dieser Jahreszeit schon gegen halb 7 dunkel. Kurzum: Ich hab schon lange nicht mehr so viel gelesen wie auf dieser Wanderung! Und das genieße ich in vollen Zügen. Zumal ich mir jedes Jahr wieder vornehme, mehr zu lesen und dann doch nie dazu komme. Einfach in der Sonne sitzen oder im kuschlig-warmen Schlafsack zu liegen und zu lesen ist neben einer Aussicht auf eine warme Mahlzeit oft das, worauf ich mich tagsüber während dem Wandern am allermeisten freue.

MENGE WAS WAS GENAU GEWICHT (g) im Rucksack
1 Laptop Surface 3 Pro mit Tastatur  1099
2 Smartphone Samsung Galaxy S7 Edge (mit Schutzhülle) + Samsung Xcover 3 326
1 Kamera Sony RX100 III 262
5 Akkus für Kamera 125
4 Speicherkarten Sandisk UItra 32 GB 12
1 Stativ Gorillapod Mini 37
1 Solar Panel Goal Zero Nomad 7 Plus  251
1 Powerbank Goal Zero Venture 30  254
1 MP3-Player AGPTek 8GB + Kopfhörer 43
1 Diktiergerät Allreli CP00341 15
1 Notfallsender Spot GEN3 mit Karabiner 135
1 Steckdosenadapter für Australien 34
1 Verteilersteckdose  Allocacoc Duo USB 179
div. Ladegeräte und Kabel für Laptop, Kamera, Handy, MP3-Player 297
1 Stirnlampe Petzl e+LITE 26
1 Kindle Kindle Voyage 180
GESAMTGEWICHT Ausrüstung 3.275
Das Solarpanel Nomad 7 Plus von Goal Zero im Einsatz – einen Erfahrungsbericht gibt’s nach der Wanderung!

Medikamente und Gesundheit

Alles, was man im Busch so braucht – beziehungsweise hoffentlich eher nicht braucht! Da ich auf dem Bibbulmun Track bis zu 12 Tage ohne nennenswerten Kontakt zur Außenwelt eingeplant habe, hat sich zusätzlich zu meiner Großbritannien-Ausstattung noch ein Breitbandantibiotikum, primär für bzw. gegen Erkältungskrankheiten und Blasenentzündung, in meine Fernwanderapotheke verirrt. Und auch die elastische Binde ist etwas größer ausgefallen, denn das ist die einzige Gegenmaßnahme, die einem im Falle eines Schlangenbisses bleibt, bis Hilfe eintrifft. (Mehr dazu folgt in besagtem Wandern-in-Schlangengebieten-Artikel.)

WAS WAS GENAU GEWICHT (g) im Rucksack
Schmerzmittel Ibuprofen 800
Mittel gegen Übelkeit Domperidon
Mittel gegen Durchfall Immodium Akut
Breitbandantibiotikum Cefuroxim
Lutschtabletten gegen Halschmerzen Dolodobendan
Nasenspray
Wärmepflaster Hansaplast Rheumaplast
Tigerbalsam
Blasenpflaster  Compeed div. Größen
Wundpflaster
Elastische Binde 2,50 m lang, 7,5 cm breit
Wundverband
Sterile Kompressen
Tape  Leukoplast
Desinfektionsmittel Octenisept
GESAMTGEWICHT Gesundheit  320
Ein kleiner Unfall ist beim Wandern schnell geschehen. Und ein großer auch! Da ist es gut, die wichtigsten Dinge im 1.-Hilfe-Kit zu haben. (In diesem Fall reichte aber zum Glück einmal pusten und ein bisschen Bepanthen.)

Hygiene und Kosmetik

Auf dem Trail begnüge ich mich in Sachen Körperpflege mit der berühmten Katzenwäsche und der ein oder anderen sparsamen „Dusche“ aus der Trinkflasche oder einem Bad im nächsten Fluss oder See (ohne Seife natürlich). Zähne geputzt wird natürlich auch brav, aber das war es dann im wesentlichen auch schon wieder. Dementsprechend spärlich fällt auch mein Kosmetik-Ziplock-Bag aus, aber das reicht ja eigentlich auch völlig.

WAS WAS GENAU GEWICHT (g) im Rucksack
Handtuch Frilufts Microfibre Pocket Towel (40 x 40 cm)
Zahnbürste Hydrophil
Zahnpasta One Drop Only Zahncreme Konzentrat
Seife / Shampoo / Spülmittel Dr. Bronners Naturseife Lavendel
Feuchtigkeitscreme kleine Nivea-Dose
Sonnencreme Banana Boat Sport 50+
Nagelschere
Pinzette spitz und dünn zulaufend (bei Zecken, Splittern etc.)
Handspiegel
Haarbürste
Toilettenpapier
GESAMTGEWICHT Kosmetik  475

Sonstiges

Ein Einhorn fürs Gemüt, ein Sitzkissen für den Komfort (und gegen Splitter, Kälte und Nässe) und ein Notizheft für die Erinnerung und weil es ein schönes Ritual ist, sich abends hinzusetzen und den Tag Revue passieren zu lassen. Dazu ein Set Karten für den Track (insgesamt 8 Stück), die es online hier bei der Bibbulmun Track Foundation oder vor Ort in diversen Shops gibt. Die sind eine große Hilfe, um Etappen zu planen und sich nicht zu verlaufen. Der Weg ist zwar gut ausgeschildert, aber eben nicht immer perfekt.

 WAS  WAS GENAU GEWICHT (g) im Rucksack
Treuer Wegbegleiter aus Plüsch Einhorn  20
Sitzkissen  24
Karten 380
Notizheft + Stift 118
GESAMTGEWICHT Sonstiges  542

 

Gesamtgewicht

Insgesamt bin ich mit dieser Packliste bei einem Basisgewicht von  rund 12 kg. Hinzu kommen bis zu 1,5 Liter Trinkwasser pro Tag und meine Lebensmittel, deren Gewicht je nach Etappe sehr variiert, im Durchschnitt aber wohl sowas um die 3 kg beträgt.

Einsparpotenzial gibt es dabei auf jeden Fall noch: So müsste zum Beispiel eine zweite Leggings nicht unbedingt sein und auch das Hemd ist nicht lebensnotwendig. Die Technik brauucht man sicher nicht in diesem Umfang (schon gar nicht als Nicht-Blogger), die Haare könnte man auch mit den Fingern bürsten und ein Buff gibt ein wunderbares Handtuch ab und so weiter und so fort… All diese „Luxusartikel“ genieße ich aber viel zu sehr, als dass ich darauf verzichten wollte, wenn es nicht unbedingt sein müsste. Ich genieße es, nach dem Wandertag und an den Pausentagen in ein Set Kleidung schlüpfen zu können, dass nicht vollgeschwitzt ist oder dass ich dann auch direkt zum schlafen trage. Ich genieße es, ohne verknotete Haare durch die Gegend zu laufen. Ich genieße es, so viel fotografieren und filmen zu können wie ich möchte, ohne auf den Akku achten zu müssen. Ich genieße es, meine Berichte von unterwegs nicht auf meinem Smartphone bearbeiten zu müssen. (…)

12 Liter Basisgewicht sind zwar nicht gerade ultraleicht, aber auch kein Glamping – für mich ein guter Kompromiss!

Und: Ich kann mir das Extragewicht dieser Dinge erlauben, denn ich bewege mich immer noch in einem Gewichtsbereich, den ich easypeasy und ohne meinen Rucksack zu verfluchen auch über Strecken von 30 km und mehr tragen kann. Dieses – ich nenne es mal Komfortgewicht – ist sicherlich ziemlich individuell verschieden und hängt von Deinem Trainingszustand und Deiner körperlichen Verfassung genauso ab wie von den Anforderungen, die der Trail stellt.

Wäre ich nun auf einer Wanderung unterwegs, die beispielsweise deutlich länger wäre, auf der ich größere Distanzen pro Tag überwinden oder größere Mengen an Wasser mit mir tragen müsste, würde ich ohne mit der Wimper zu zucken einiges von der Liste streichen oder durch Alternativen ersetzen. Da das hier auf dem Bibbulmun Track nicht der Fall ist, habe ich mich bewusst dafür entschieden, mit den ein oder anderen Komfort zu gönnen und dafür lieber etwas schwerer zu tragen.

Letztendlich kannst Du nur durch Erfahrung herausfinden, welches Gewicht für Dich das richtige ist. Grundsätzlich gilt dabei natürlich immer: Je leichter, desto besser. Denn je weniger Du auf dem Rücken trägst, desto kleiner ist das Verletzungsrisiko, desto niedriger Dein Energieverbrauch (= weniger Bedarf an Nahrung und Wasser), desto höher deine mögliche Tagesleistung und desto größer letztendlich Dein Spaß an der ganzen Sache.


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Zudem habe ich folgende Ausrütungsgegenstände im Rahmen von Kooperationen mit den Herstellern erhalten:
– Solar Panel und Powerbank (Goal Zero)
– SPOT Gen 3 Notfallsender
– MSR Hubba NX (Bergfreunde.)


Hast Du noch Fragen, Anmerkungen oder Tipps zu meiner Packliste? Dann rein damit ins Kommentarfeld!

5 Comments

  1. Ja schöne Liste.

    Deine „berufsbedingte“ Elektronik treibt natürlich ein wenig das Gewicht und damit andere Komponenten. Macht aber nichts, da das Gewicht immer noch erträglich ist und Du fit bist.

    Haste Bock mal 2018 zum Spaß was richtig UL zu machen? Muss nix Episches sein, vielleicht so 4-5 Tage?

    Gruß

    Carsten

    • Fräulein Draußen Reply

      Danke Dir!

      Also wenn dann schon episch. 🙂 Klar, gern!

      Grüüüüße

  2. Prima Liste. Immer wieder schön drin zu stöbern, zu sehen wie machen andere Hiker dies und das, als Inspiration und auch als Erfahrungsaustausch. Supie…

    Für Carsten als UL Spezi sicher einige Sachen, die aus seiner Sicht auf den Prüfstand gehören. Zum anderen sind bei dir halt Dinge dabei, die du zum „arbeiten“ benötigst bzw. dir dies erleichtern. Und so lange du das händeln kannst ist eigentlich alles gut, dein angesprochenes Komfortgewicht.

    Aber ich habe auch noch 2 Fragen die sich mir aufdrängen:

    1.Deine Gamaschen mit 340 Gramm
    Ich sehe dich meist mit Leggings und hohen Strümpfen. Zudem sind deine Schuhe halbhoch. Für welchen Einsatzzweck sind sie dann gedacht? Für den Regenfall?

    2.Das Solarpanel
    Habe schon viel über solche Sachen gelesen. Der Konsens ist meist, das die Kleineren nicht wirklich viel bringen, und die Großen, wahrscheinlich so wie du es hast, vom Gewicht/Nutzen Verhältnis auch schwierig einzuordnen sind. Ich geh davon aus, das du dazu evtl noch zu einem späteren Zeitpunkt was größeres verfassen wirst, vorab evtl erste Eindrücke? 🙂

    So far, happy hiking

    Bert

    • Fräulein Draußen Reply

      Hi Bert,

      vielen Dank Dir!

      Zu Deinen Fragen:

      1. Die Gamaschen (und speziell diese relativ schweren) hab ich tatsächlich dabei, weil sie gegen Schlangenbisse schützen. Je nach Terrain und Vorkommen der lieben Tierchen streife ich die dann über – so zumindest der Plan und die allgemeine Empfehlung. Gerade jetzt zur Zeit der ersten warmen Frühlingstage ist das nämlich ein bisschen kritisch, da die dann gerne mal auf dem schönen, sonnigen Trail liegen und so vor sich hindämmern, anstatt Reißaus zu nehmen. (Da gehe ich übrigens auch im Text näher drauf ein!)
      2. Zum Solar Panel und der ganze Thematik werde ich beizeiten noch einen eigenen Artikel verfassen, genau. Aber in aller Kürze: Ich hab die kleinste Variante der Goal Zero-Panels und für ein bisschen Handy laden zwischendurch reichts und macht für mich zu diesem Zweck auch durchaus Sinn. Noch mehr Sinn machen würde es wohl, wenn die Sonne höher am Himmel stehen würde (Stichwort Jahreszeit) und es weniger Bäume gäbe, aber man kann ja nicht alles haben…. 🙂

      Viele Grüße,
      Kathrin

      • Das macht natürlich Sinn. Schlangenbisse sind natürlich kontraproduktiv bei so einem Unterfangen. Danke für die Ausführungen 🙂

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