Bären mögen keinen Honig…

… behauptet zumindest das Buch, das ich gerade lese. „Sicherheit in Bärengebieten“. Naja, zumindest trifft das auf diesen einen ausgewachsenen Grizzlybären zu, der die Blockhütte des Autors komplett auseinandergenommen und sich über die Vorräte hergemacht hat. Mehl, Öl, Eier, Schokolade… nur der Eimer mit Honig, der hat ihm irgendwie nicht gefallen.

Während Winnie the Pooh über diese Geschichte wohl nur verständnislos den Kopf schütteln würde, verdeutlicht sie gleichzeitig eine der wichtigsten Lektionen über Bären überhaupt: Kein Bär ist wie der andere. Das klingt irgendwie wild und schön, macht die ganze Sache aber natürlich nicht gerade einfacher.

Wieso erzählt die Frau mir das?

Na, weil ich doch in genau einer Woche (aaaaah) in mein großes Alaskaabenteuer starte! Und da spielen die Bären in der Planung nicht gerade nur eine Nebenrolle. Vor allem, wenn man wie ich alleine unterwegs ist.

alaska-roadtrip

Apropos Planung… ja… das war ja so eine Sache mit der Planung. Eigentlich war ich da ja fein raus. Hatte einen spitzenmäßigen Guide gefunden, der mit mir 16 Tage lang durch die Eastern Alaska Range spazieren wollte. Er hatte die Route extra für mich entworfen, inklusive Gletscherquerung, Packraftingtagen und soo viel mehr. Ich hätte mich um nicht viel kümmern müssen, außer die letzte Woche, in der ich noch einen kurzen Roadtrip machen wollte. Alles easy. Alles gebucht.

Und dann, 4 Wochen vor Abreise, wurde mir die ganze Tour einfach abgesagt. Der Guide kann die Tour aus organisatorischen Gründen nicht durchführen. BAM! Scheiße! Also musste ich selbst ran…

Ich präsentiere: Mein Alaska-Reiseplan B!

Meine neue Reiseplanung ist etwas weniger „outdoor“, als es der ursprüngliche Plan gewesen wäre. Aber ganz sicher nicht weniger abenteuerlich!

Nach meiner Ankunft in Anchorage werde ich einen Tag in der Stadt verbringen, mich ein bisschen akklimatisieren und mich mit Gasflaschen, Bärenspray, Bärenkanister und ordentlich hochprozentigem DEET (Moskitoalarm!) eindecken. (Und natürlich mit jeder Menge Fertiggerichten.)

Am nächsten Tag hole ich dann mein Mietauto ab, welches für die nächsten knapp vier Wochen mein treuer Begleiter sein wird. Ich hab nämlich eine ziemlich coole Roadtrip-Option entdeckt, die mich mehr als 4000 Kilometer quer durch Alaska und den Yukon (Ja! Ich werde auch nach Kanada rüber fahren! Wuuaaah!) führen wird.

Hier siehst Du die grobe Route:

Längere Aufenthalte mit ausgedehnten Wandertouren und viiiiiel „Einfach nur vorm Zelt sitzen und durch die Gegend gucken“ sind im Denali Nationalpark und auf der Kenai Halbinsel (Alaska) sowie im Kluane Nationalpark (Kanada) geplant. Daneben wird es dann auch reine Fahrtage auf absolut hammermäßigen Highways geben.

Ich glaube das wird die perfekte Mischung!

Im Denali hab ich sogar schon reserviert – ganz schön ungewohnt war das. Aber notwendig, da es hier nur verhältnismäßig wenig Campingmöglichkeiten im Park gibt und man auch nur mit Shuttlebussen überhaupt soweit in den Park rein kommt. Ich werde übrigens am Wonder Lake Campground residieren. Der liegt ganz tief im Park und allein die Busfahrt dorthin dauert 6 Stunden – oneway!! Ziemlich viele Moskitos gibt es dort auch zu dieser Jahreszeit. Aber das war mir alles egal, denn: Das ist der einzige Campingplatz im Park mit (potenziellem) Blick auf den Mount McKinley! Und wenn man Glück hat, und die Wolken die Bergkette freigeben, dann sieht das so aus ->

Reflection_in_Wonder_Lake

Ansonsten wird natürlich in alter Fräulein Draußen-Manier alles weitmöglichst ungeplant und ungebucht bleiben. Ich hab mein Zelt dabei und bin somit maximal flexibel! Und wenn es mir irgendwo besonders gut gefällt (was wahrscheinlich überall der Fall sein wird?!), dann kürze ich eben die Route oder disponiere sonstwie um. Ob ich die komplette Route schaffe, hängt auch vom Wetter und den Straßenverhältnissen ab. Aber das ist mir eigentlich alles egal, denn:

Egal wie es kommt, eins ist sicher: Es wird obersupermegatoll! ❤️‍

Ach. Ich freu mich schon so. Aber ein bisschen mulmig ist mir auch manchmal zumute. Nicht nur, weil ich noch nie so lange alleine und so weit weg unterwegs war. Sondern auch wegen den Bären. Auch wenn es tatsächlich nur ganz selten Zwischenfälle mit Bären gibt und die Chance, dass etwas passiert, bei richtigem Verhalten gen Null geht, macht man sich da ja so seine Gedanken. Wobei ich ja meine erste direkte Bärenbegegnung zum Glück schon hinter mir habe.

Vielleicht ernähre ich mich einfach nur von Honig. Den mögen die Bären ja nicht. Ääääähhhm…

Die Reisetasche liegt schon bereit. Ich muss nur noch ein paar letzte Besorgungen machen und ein bisschen Reiseführer wälzen. Und die Airline anrufen, damit die mir ein zweites Gepäckstück dazubuchen. Und bei der Mietwagenfirma anrufen, um die Abholzeit zu ändern. Und meine neuen Kameraakkus ein paar mal be- und entladen. Und… ehm… ich muss weg.


Ich freu mich schon darauf, Dich virtuell mit nach Alaska zu nehmen.
Wenn Du „live dabei“ sein willst, folg mir doch auf Instagram, Facebook und Twitter.


Warst Du schon mal in Alaska oder im Alaska-nahen Yukon? Hast Du noch Tipps für mich?

12 Comments

  1. Ohgottohgottohgott, ich hab mir gerade die Augen halb zugehalten beim Durchscrollen und Drüberlesen #neinneinichwilldasgarnichtlesen weil das alles so toll klingt und ich wirklich selten SO neidisch war auf eine Reise! Das klingt wirklich megamäßig! Und ich glaube, ich brauch jetzt dich dringend nen Führerschein, damit ich das auch irgendwann machen kann… 🙂

    • Fräulein Draußen Reply

      Hihi 🙂 Ein Führerschein ist bei dieser Reise in der Tat von Vorteil!! 😀 Auch wenn man ihn wahrscheinlich eigentlich gar nicht bräuchte bei den einsamen Highways und mit Automatik-Auto… Könnte allerdings bei der Autoanmietung Probleme geben.

      Ich grüß mal schön von Dir und sag Bescheid, dass Du auch noch vorbei kommst in diesem Leben!

  2. Wow, dein Plan B klingt fantastisch. Ich war zwar vor kurzem vier Monate allein unterwegs und hatte gerade in Australien etwas Angst, dass mir Schlangen und Spinnen das Leben nehmen, doch Alaska auf eigene Faust, da müsste ich mir auch noch etwas Mut zureden. Ich bin sicher, das wird total großartig. Ich bin gespannt was du erlebst. Und wenn du einen Bären treffen solltest, sag ihm einen schönen Gruß von mir. Er soll dich gefälligst in Ruhe lassen und hübsch fürs Foto posieren. Du machst das.

    • Fräulein Draußen Reply

      Haaahaaa 🙂 Das mach ich!! Dann krieg ich hoffentlich endlich auch mal mein Bärenfoto, nachdem damals im Sequoia NP die böse Kamera gestreikt hat. Man tut zwar eigentlich alles dafür, um ihnen nicht zu begegnen, aber dann ganz ohne Bärenfoto heimzukommen wär ja irgendwie auch schlimms 😀 Danke!!

  3. Wow, was ein Abenteuer! Klingt auf jeden Fall nicht wie ein Plan B. Ich beneide dich und wünsche dir gaaaaanz viiiiel Spaß! Ich freue mich auf tolle Fotos und spannende Berichte!!!

  4. Ich würde sagen Plan B steht Plan A in nichts nach! Ich freu mich schon auf deine Bilder von unterwegs 🙂

  5. Hallo Kathrin,
    absolut tolle Planung! Ich bin 2009 auf einem Großteil der von Dir geplanten Strecke unterwegs gewesen und würde am liebsten direkt mitkommen. Falls es dich interessiert, unter http://www.breitengrad66.de/2010/11/30/rundreise-durch-kanadas-norden-und-alaska/ habe ich einen kleinen Rückblick meiner Tour veröffentlicht. Falls Du Zeit und Gelegenheit dazu hast, kann ich besonders im Kluane von Haines Junction aus einen Rundflug empfehlen. Über einen solchen habe ich hier etwas geschrieben: http://www.breitengrad66.de/2010/12/19/ein-eispanzer-von-300-metern/
    Viel Spaß im Norden und schöne Grüße
    Thomas

    • Fräulein Draußen Reply

      Ach cool! Das guck ich mir gleich mal alles genau an. Danke für die Links!!!! Ich werd selbstverständlich schön grüßen 🙂

      lg

  6. Hi Kathrin, wie hast du die Flugstrecke geplant? Selbst gebucht oder übern Reiseanbieter? Falls es irgendwo steht, sorry. Ich hab noch nicht alles gelesen. LG aus Berlin

    • Fräulein Draußen Reply

      Hi Marit,

      mit dem Flieger bin ich ja nur nach Anchorage und zurück unterwegs. Der Rest passiert auf 4 Rädern (bzw. 2 Füßen 😉 ). Die An- bzw. Abreise hab ich selbst gebucht. Condor fliegt im Sommer direkt von Frankfurt nach Anchorage, das ist ganz praktisch 🙂

      Viele Grüße
      Kathrin

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